Begegnung mit dem Mentor

Sobald ihr dem Mentor begegnet, werdet ihr aufhören, den Ruf zum Abenteuer zu verweigern – und eure Heldenreise einfach antreten. Beginnen wir heute mal mit einem Beispiel aus dem echten Leben. Ich war immer sehr pragmatisch, wenn es um Beziehungen und meine Lebensplanung ging. Mir war klar, dass ich irgendwann einen Mann kennen lernen würde und mich in ihn verlieben würde. Wir würden zusammen ziehen, heiraten und eine Familie gründen. Aber vor diesen großen Entscheidungen, MUSSTE ich die Risiken minimieren. Das ging nur, indem ich die andere Person in- und auswendig kannte – also lange und gut.

Dann traf ich meinen Mann. Innerhalb von 2 Wochen war ich verlobt, nach 6 Wochen geplant schwanger und nach 4 Monaten verheiratet. Wie konnte das gerade MIR passieren, Mrs. Pragmatismus? Nun, ich hatte meinen Mentor im Bereich Beziehungen getroffen.

Aber – was genau ist ein Mentor und wie erkenne ich ihn? Ein Mentor ist eine “Quelle der Weisheit”, also jemand, der in einem bestimmten Bereich mehr weiß als ihr. Meist, weil er mehr Erfahrungen gesammelt hat. Ihr könnt mit jeder Frage zu ihm gehen (und ich bin mir sicher, dass euch schon jetzt jemand einfällt, der in eurem Leben ein Mentor war). Vielleicht ist euer Mentor schon immer da, vielleicht kennt ihr ihn auch erst seit einer Woche. Zeit spielt keine Rolle, es zählt nur, dass der Mentor auf einem „Wissensschatz“ sitzt, der euer Wachstum fördert und damit für eure persönliche Entwicklung überlebenswichtig ist. Er hat Informationen, die euch helfen, euch auf eure Berufung und nicht etwa auf eure Angst zu konzentrieren.

– Ein echter Mentor gibt, oft und gerne.

– Er erwartet dafür nichts.

– Ihr fühlt euch großartig, wenn ihr mit ihm zusammen seid.

– Er gibt euch das Gefühl großer Sympathie, fast wie eine Welle.

– Er teilt sein Wissen gerne.

– Er kennt die Gewohnte Welt und die Neue Welt.

– Er spielt keine Spielchen. Nicht ein einziges Mal.

– Er zieht euch in die richtige Richtung.

Um das Ganze ein bisschen plastischer zu gestalten, möchte ich euch ein paar Mentoren- Beispiele aus großen Hollywoodfilmen an die Hand geben. Matrix: Neo (Held) – Morpheus (Mentor). Morpheus ermöglicht es Neo, seine Reise in die Matrix anzutreten. Karate Kid: Daniel (Held) – Miyagi (Mentor). Miyagi ermöglicht es Daniel, seine innere Stärke zu finden. Star Wars: Luke (Held) – Yoda (Mentor). Yoda trainiert Luke darin, die Macht zu benutzen (siehe Filmausschnitt!). Pretty Woman: Vivian (Heldin) – Der Hoteldirektor (Mentor). Der Hoteldirektor ebnet Vivian mit adäquater Kleidung und Tischsitten den Zugang in die neue Welt.

Oft ist der Mentor auch ein besonderer Spaßvogel – ein Stilmittel, das Shakespeare gerne verwendet hat. Grund: Der Narr hat nichts zu verlieren und kann alles sagen, auch die Wahrheit. Oder der Mentor hat einen großen “Makel”, so wie Dustin Hoffman in “Rain Man”. Er spielt den autistischen Raymond, der es trotz seiner vermeintlichen Behinderung schafft, seinem Bruder Charlie die besten Ratschläge zu geben, wie er sein Leben führen sollte.

Aber nochmal vom Film zurück in euer Leben. Sicher habt ihr nun einige Mentoren in eurem Leben für euch identifizieren können. Die, die euch den Schritt in eine Neue Welt schon erleichtert haben oder noch erleichtern werden – wenn ihr euch mit ihnen umgebt.

Jetzt ein Wort der Warnung: Wenn ihr auf eurer Reise seid oder kurz davor seid, sie anzutreten, werdet ihr auf Menschen treffen, die so tun als ob sie Mentoren sind. Ihr könnt sie ganz einfach an ihren Verhaltensweisen erkennen:

– Sie wollen, dass ihr ihnen etwas schuldet.

– Sie versuchen immer, so genannte “doublebind” Beziehungen aufzubauen, im Sinne von: “Ich gebe Dir was und deshalb schuldest Du mir jetzt echt was und musst das auch im großen Stil zurückzahlen.”

– Sie machen euch klein, um sich groß zu fühlen.

– Sie tun so, als wäre ihr Wissen unglaublich erstrebenswert und riesig.

– Sie werden euch sagen, dass es keinen besseren Weg gibt, einen Fuß in     die Tür zu bekommen, als für sie zu arbeiten – am besten umsonst.

Mark Twain hat mal einen fantastischen Rat formuliert, wie man solche Menschen erkennt:

„Haltet euch fern von Menschen, die versuchen eure Ambitionen zu ersticken. Das sind Kleingeister. Wirklich großartige Menschen geben Dir das Gefühl, dass auch Du großartig sein kannst”

Denkt zum Beispiel an Michael Douglas alias Gordon Gekko in Wall Street und ihr habt ein ziemlich gutes Bild vor Augen, wie so ein Möchtegern-Mentor, der nur auf seine eigenen Vorteile bedacht ist, aussieht. Aber all das wusstet ihr sicher vorher auch schon – wenn ihr auf euer Bauchgefühl gehört habt!

In diesem Sinne

Eure Svenja