Foto von Kate Arends

Ach, ihr seid einfach mal wieder toll. Nichts ist ja besser, als Leser, die Fragen haben. Rund um meinen Post „Wenn ich dünn sein kann, kannst Du das auch. Oder: Das Ende Deines Übergewichts.“  hattet ihr so viele, dass ich einige heute beantworten muss – sonst staut es sich hinten raus :-) Wer sich für die Einzelfragen nicht interessiert, sondern nur das große Ganze im Auge hat, scrollt einfach runter zur letzten Frage vopn Stephie. Da muss ich nämlich nochmal kurz die Ärmel hochrollen und gegen die Nahrungsmittelindustrie wettern. Und euch sagen, wie ihr bei einer Ernährungsumstellung nicht länger verzichtet, sondern euch belohnt. BITTE lest bis zum Ende. Umso leichter wird es für euch werden, abzunehmen.

Dani schreibt:

Also ich biete 165 cm zu aktuell 69 Kilo. Das ist etwas zuviel, aber solange mir noch Hosen in 38 passen geht es. Nur morgens keinen Zucker? Ich esse weder Wurst noch Käse aufs Brot, meist nen Fruchtaufstrich, dazu einen Cappuccino. Alternativ Kakao. Und sonst bin ich müde, schlecht gelaunt und habe Kopfschmerzen

Liebe Dani, versuch es doch mal mit einer Banane oder Weintrauben, besonders süßem Obst mit viel Fruchtzucker. Das ist morgens noch erlaubt und ich wette, dann hast Du auch keine Kopfschmerzen mehr.

Linda schreibt:

Also, ich würde ohne Zucker bestimmt sterben.:-)) Ich kann mir ein Leben ohne Eis, Schokolade und Kuchen nicht vorstellen. Das Prinzip kenne ich allerdings schon seit Langem, es ist nur sehr schwer mit kleinen Kindern ein Abendessen ohne Kohlenhydrate vorzubereiten. Sie essen fast nur Kartoffel, Reis und Nudeln.:-) Wie machst du das?

Liebe Linda, ich esse abends oft was anderes als die Kinder – eben was, was ich schnell nebenher zaubern kann. Zum Beispiel Mozzarella mit Tomaten. Oder man macht eine Brotzeit und hält sich halt mehr an aufgeschnittene Gurken und Tomaten, Käse und geräucherten Schinken. Suppen können abends doch auch alle herrlich essen. Schau auch mal unten bei „Gianna schreibt“ – der Tipp könnte sich auch für Dich eignen, damit Du abends schnell was Leckeres Eigenes hast. Und noch was: Ich esse Eis, Kuchen und Schokolade. Nur eben nicht jeden Tag – und erst wieder SEIT ich dünn bin. Wetten das könntest Du auch? Nahrungsumstellung heißt nicht Verlust, sondern Gewinn. Dazu unten bei Stephie mehr.

Elke schreibt:

Ohne Zucker kein Problem, ohne Schoki auch ned und Kuchen mag ich sowieso ned aber meine Nuuuuuuuuuuuuuuudeln meine heiß geliebten Nuuuuuuuuuuuuudeln nein ohne die geht es nicht gg. Ich weiß, es gibt Vollkornnudeln aber wer ehrlich ist weiß die schmecken wie Sand. Igitt und das hat mit Geschmack nichts zu tun !!!

Liebe Elke, prima, dass Du einige Sachen hinter Dir lassen könntest. Zu den Nudeln: Ich bin auch kein Wahnsinnsfan von Vollkornnudeln. Vielleicht hat hier eine Leserin einen Tipp: Welche Nudeln, die vollkornig sind, schmecken? Wenn Du auf Nudeln nicht verzichten kannst, dann iss sie halt. Aber nur mittags, abends ist TOTAL verboten. Wenn Du sie nicht jeden Tag isst und nicht mit 2 Kilo fettiger Käsesoße, ist das schon OK. Natürlich nur, wenn Du nicht an anderen Ecken auch Ausnahmen machst und plötzlich die Ausnahmen die Regel sind. Meine Tipps sind ja kein Korsett – EUCH muss es schmecken. Und wenn ihr zu viel aufgeben müsst, werdet ihr nicht glücklich sein und dann haltet ihr NICHTS durch. Aber vielleicht nur für die ersten zwei Wochen mal gar keine Nudeln – was meinst Du – schaffst Du das???

Gianna schreibt:

Ich finde den Plan schön aber für Vollberufstätige ist es schwer, mein Problem ist Zeit!!! Ich finde nicht die Zeit täglich frisch und gut zu kochen bzw. auf der Arbeit gut zu essen, da geht es nicht ohne Fertiggerichte.

Liebe Gianna, die Frage kam sehr sehr oft. Und ich bin SO FROH, dass sie endlich mal gestellt wird. Denn das Problem ist lösbar. Ich schätze, das man dafür 2 bis 3 Stunden in der Woche braucht – wenn man wirklich abwechslunsgreich und lecker essen möchte. Sonst schaffst Du es auch in einer halben Stunde. In Amerika gibt es den Trend der Mason Jar Meals. Mason Jars sind so ähnlich wie unsere Weckgläser, bloß mit einem Schraubdeckel. Da die Gefäße eher schmal und hoch sind, aber eben nicht zu schmal, kann man herrlich Lebensmittel in ihnen schichten. Soße nach unten, dann das schwerste Lebensmittel drauf (Reis, Nudeln, Bulgur, Hähnchen, Käse etc.)und je leichter es wird nach oben weiterschichten und mit grünem Salat und frischen Kräutern enden. Das kann man in Hunderten von Variationen vorbereiten und es hält sich bis zu 4 Tagen. Im Netz gibt es (auf Englisch) ein gutes How to Teil 1 und How to Teil 2. Auch falls ihr nicht so gut Englisch sprecht – in Teil 2 sind Lebensmittel aufgelistet, die sich besonders eignen. Auf jeden Fall mal reinschauen. Und die 2 bis 3 Stunden pro Woche holst Du ja locker wieder rein, liebe Gianna, weil Du nicht mehr in die Kantine gehen musst :-)

Dani schreibt:

Und was machen Vegetarier? Viel Geschnezeltes und wenig Nudeln geht ja nicht. Ich bin zwar kein echter Vegi, esse aber gern fleischarm und das wenn möglich auch Bio – wegen der Tierhaltung. Und fast nur noch Gemüse…..

Und eine andere Dani antwortet:  Die Vegetarier können doch Tofu und andere Soja-Produkte essen, ist doch auch Eiweiß.

Sabine schreibt:

Ich habe gerade versucht Aufschnitt ohne Zucker zu bekommen. Ich habe mir den abgepackten Aufschnitt angeschaut und da ist überall Zucker bzw. Dextrose oder beides drin. Auch in Putenbrustaufschnitt. Ich denke beim Metzger bzw. in der Wurstabteilung der einzelnen Märkte sieht es auch nicht anders aus, da die Wurstsorten immer gewürzt sind. Svenja, wo und was kaufst du?

Liebe Sabine, Ha, das Thema hatte ich mit Manuela auch schon. Also: besser abgepackte Putenbrust mit etwas Zucker drin, als Leberwurst mit Tonnen Zucker. Ihr könnt natürlich auch Putenbrust braten und selber aufschneiden, aber das ist eher was für Hardcore-Bodybuilder, würde ich sagen. Habe ich jedenfalls noch nie gemacht. Ich nehme auch die vom Metzger oder aus dem Lidl oder Aldi oder Rewe oder Marktkauf – wo ich halt gerade bin. Das sind ja keine Tonnen, das geht schon in Ordnung und ist immer gesünder als sowas wie Gelbwurst, Leberkäse oder Fleischwurst/Lyoner.

Stephie schreibt:

Das Problem ist weniger, innerhalb kurzer Zeit viel abzunehmen – das eigentliche Problem ist, seinen Lebensstil zu ändern! Das bedeutet es nämlich, wenn man dauerhaft schlank sein will. Letztes Jahr habe ich innerhalb von 2 Monaten ca. 8 kg abgenommen – auch ohne Hungern und mit viel Sport. Nur leider bin ich nach Erreichen des Ziels rückfällig geworden, habe mir das schöne Gefühl, das regelmäßiger Sport bringt, nicht erhalten – bin faul geworden und habe wieder zu Chips & anderen Leckereien gegriffen (obwohl ich auch gesundes Essen liebe). Nun habe ich alles wieder drauf und bin gar nicht glücklich darüber (obwohl 38/40 immer noch passt). Ich müsste mein Leben lang auf diese scheinbaren Leckereien verzichten, mir diese komplett abgewöhnen und regelmäßig meinen Schweinehund überlisten, Sport zu treiben. Und: wie macht man das, liebe Svenja??

Liebe Stephie, Du hörst Dich an, wie ich mich jahrelang angehört habe. Immer ging es hin und her, zwei Kilo drauf, 3 runter, 4 drauf – hin und her. Wirklich gesehen hat man das nicht, nur dass halt irgendwann Komplimente kommen „Mensch, Du hast ja abgenommen“ und in anderen Phasen sagt halt keiner was. Da weiß man dann schon Bescheid, vor allem weil der Hosenbund zwickt und man sich selbst eh nicht mehr so richtig wohlfühlt. Meine Wahrnehmung ist nicht, dass man seinen Lebensstil ändern muss – sondern die Wahrnehmung dessen, was man zu sich nimmt, schulen muss. Das hört sich jetzt erstmal wieder vollesoterisch an. Aber jeder der schon mal gefastet oder entschlackt hat, wird das nachvollziehen können.

Die meisten von uns essen ihr Leben lang – weil wir es so gewohnt sind – Gerichte aus dem Supermarkt – klar, da kaufen wir ja alle ein. Das empfinden wir als normales Essen. Dann hat man uns jahrelang eingebläut, dass wir NUR auf die Kalorien achten sollen. Weight Watchers mit dem Punktesystem macht ja etwas Ähnliches – natürlich um hintenraus dann wieder schön ihre Fertigmahlzeiten zu verkaufen. Schließlich soll Geld verdient werden.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich anhöre, als hätte ich eine Ernährungspsychose (gibt es sowas überhaupt???). Geschmacksverstärker heißen ja Geschmacksverstärker, weil sie den Geschmack verstärken. Das heißt, es wird künstlich etwas erzeugt, was es so natürlich gar nicht gibt. Jetzt stellt euch mal vor, das nehmt ihr jahrelang in fast allen Mahlzeiten zu euch: Künstlich erzeugten Geschmack. Das ist wie immer Salatkrönung für die Salatsoße zu nehmen und dann plötzlich ein Essig-Öl-Dressing vorgesetzt zu kriegen. Es ist anders. Und irgendwie schlichter. Und es schmeckt eben nicht wie gewohnt. Ist doch wohl klar, dass euch dann was fehlt, wenn ihr plötzlich darauf verzichten sollt.

Deshalb schreiben hier ja ganz Viele von Entbehrungen. Verzicht. Weglassen. Das ist so als würdet ihr Brause in den Mund nehmen – und es prickelt nicht. Dabei prickelt Brause doch IMMER! Und ich könnte wetten Stephie, dass Du rückfällig geworden bist mit genau solchen Lebensmitteln – die Dich an die gute alte Zeit erinnern. Das ist dann wie der trockene Alkoholiker, der nur einen Schluck nimmt. Man ist ganz schnell wieder drauf. Je länger man seinen Geschmacksinn mit ECHTEM Geschmack schult, desto weniger springt man nachher auf solche Sachen an. Vor allem, weil man direkt merkt, dass sie einen schwerfällig und träge werden lassen. Oft verträgt man sie gar nicht mehr oder denkt sich: Bäh, ist das fettig.

Im Prinzip ist das wirklich genau wie beim Alkoholismus – man braucht eine Entziehungskur. Ich habe einfach mal 3 Wochen ayurvedisch gekocht. Danach schmecken alle Fertiggerichte wie Dreck. Natürlich kann man auch abnehmen, wenn man einfach nur die Tipps befolgt, die ich gepostet habe.

Aber Stephie, ich gebe Dir HUNDERTPROZENTIG Recht. Um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen, muss man beginnen, sich anders mit Essen zu beschäftigen. Essen anders wahrzunehmen. Dazu muss man nicht fasten, es reicht – wie ich meiner Challengepartnerin Manuela ja auch geschrieben habe – einfach mal wochenlang auf diese ganze Nummer von Alkohol, Zucker, Geschmacksverstärkern zu verzichten. JA, verzichten. Denn es sind – wie Du ja auch schreibst – VERMEINTLICHE Leckereien, mit denen uns die Nahrungsmittelindustrie „glücklich“ macht. Je länger man darauf „verzichtet“, desto weniger hat man das Gefühl, etwas zu verpassen. Ganz im Gegenteil: Man bekommt etwas geschenkt.

Gute Nahrung, die WIRKLICH nach etwas schmeckt. Eine Figur, die Spaß macht. Energie. Bessere Haut, bessere Fingernägel, glänzendere Haare (kein Scherz). Mehr Lust, sich zu bewegen. Und ja – am Ende der Kette sogar besseren Sex, weil man wieder mutiger wird. Denn wenn die Hosen nicht mehr kneifen und die Komplimente wieder rollen, fühlt man sich wohler in der eigenen Haut. Dazu muss man nicht 50 Kilo wiegen oder Größe 36 tragen SONDERN MIT SICH ZUFRIEDEN sein. Zufriedenheit hat kein Größenettikett eingestickt.

Wir müssen aufhören reinzufallen, auf komische Lightkacke oder Diätprodukte oder Systeme, die uns zu Gruppentreffen veranlassen (und dafür Geld nehmen). Ist ja alles gut und schön, aber ich werde hier weder Fertigessen verkaufen, noch Eiweißshakes, noch Punktetabellen herausgeben. Und Geld will ich auch keins haben. Ich sage euch nur: SO HAT ES BEI MIR FUNKTIONIERT. Und ja: Ich führe essenstechnisch ein bewussteres Leben als vorher. Aber gestern, da waren Jessica und Alex mit Männern und Kindern hier – und es gab tiefgefrorene Fertighamburger vom Rewe, gegrillt.

Eklig, gell. Aber geschmeckt hat es irgendwie trotzdem. Weil es die Ausnahme ist und nicht die Regel. Und weil es dazu eine geniale Barbecuesauce gab, voller Geschmacksverstärker und Zucker. Ja, manchmal schmeckt mir sowas auch noch heute. Ob ich das eintauschen würde gegen meinen gesunden und sportlichen Körper, der mir und meiner Familie jede Menge Spaß bereitet? NEVER EVER. Also: Wer ist dabei?