Familienfotos müssen nicht langweilig sein – ganz im Gegenteil. Anstatt also beim nächsten Familientreffen wieder die ewig gleichen Fotos an der Kaffeetafel zu schießen, wo Oma Erna den Mund aufhat und Tante Clara die Augen zu, habe ich für euch nach Inspirationen gesucht. Nach Bildern, die eine Geschichte erzählen. Die Geschichte, die eine Familie zu einer Familie macht. Da geht es um die Gene, um den Stammbaum.

Familienfotos: der Genpool

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Ulric Collette hat das mit seinen halb/halb Bildern wunderschön umgesetzt. Und ihr könnt das ganz leicht nachmachen. Dazu müsst ihr nur eure Familienmitglieder vor einem neutralen Hintergrund fotografieren, wie sie frontal in die Kamera schauen – und diese Bilder dann aneinanderbasteln.

Für alle, die nicht wissen, wie man solche Bilder digital aneinandersetzt, finde ich diese Idee von Naira Oganesyan schön:

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Dabei müsst ihr nur darauf achten, dass die Augenpaare der Personen auf einer Linie liegen – damit sich die Intensität der Blicke dort konzentrieren kann.

Familienfotos: Erinnerungen

Aber Familie ist mehr, als nur derselbe genetische Pool. Es geht um das, was man miteinander teilt – und das ist bei weitem nicht nur das Aussehen. Das ist viel viel mehr. Und erst wenn sich genau das in euren Familienfotos spiegelt, erzählt ihr eine Geschichte.

Erst dann berühren uns auch die Familienfotos wildfremder Menschen. Wenn sie einen Bezug herstellen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wenn man begreift, was die Mitglieder einer Familie miteinander verbindet.

Gemeinsame Erlebnisse, Erinnerungen und Gespräche. Wunderschöne Zeiten und ganz ganz traurige. Das Beieinander sein durch verschiedene Lebensphasen und die Erkenntnis, dass alles für jeden Mensch einzigartig scheint. Und sich trotzdem innerhalb von Familien gewisse Erfahrungen wiederholen.

Familienfotos_1Martha Stewart hat diesen Wert wunderbar visuell umgesetzt – indem sie einfach die Situation eines alten Familienfotos mit der neuen Generation nachstellt.

Doch eine Familie teilt nicht nur Erfahrungen, sondern auch ein Zuhause. Orte in der Natur, die wichtig sind. Straßen, die eine Bedeutung haben.

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Taylor Jones hat mit „Dear Photograph“ ein Projekt ins Leben gerufen, das davon lebt, dass Menschen alte Familienfotos genau an dem Ort „noch einmal“ fotografieren, wo sie das erste Mal aufgenommen wurden. Was für eine geniale Idee – und wirklich wunderschön anzusehen. Mein allerliebstes Familienfoto ist allerdings dieses hier:

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Es ist von eatpaintlearn und zeigt eine alte Dame, die ein Foto von sich selbst als Mädchen vor die eine Hälfte ihres Gesichts hält. How sweet is that?

Alles Liebe

Eure Svenja