Barbie

Heute morgen bin ich in der Dusche fast auf drei Barbiepuppen getreten. Denen hatte meine Tochter bei ihrem letzten Duschhappening die Haare gewaschen. Und wenn ihr genau hinseht hat eine dieser Barbies einen austauschbaren Bauch.

Das ist sehr praktisch, denn man kann diesen Bauch zur Seite klappen, so dass eine „Bauchhöhle“ zu sehen ist. In die kann man dann ein Baby legen und den mitgelieferten zweiten schwangeren Bauch aufsetzen. Und dann kann man Schwangerschaft und Geburt spielen, das Kind rausnehmen und den flachen Bauch wieder nach vorne klappen. Easypeasy oder?

Nun wissen wir ja, dass das im echten Leben ein bisschen anders läuft. Wenn man zunimmt (ob durch Schwangerschaften oder ohne), kann man astrein danach auch wieder abnehmen. Bloß dass man dann nicht mehr unbedingt aussieht, wie vorher. Ein eindrucksvolles und mutiges Beispiel ist die Bloggerin Brooke Birmingham, die von der Fitnesszeitschrift „Shape“ gecastet wurde für eine „Amazing Weight Loss“ Story. Und als sie dann ein Foto von sich im Bikini geschickt hat darum gebeten wurde, doch lieber eins im T-Shirt zu schicken.

Da hat sie sich geweigert und das Bild ins Internet gestellt und da steht sie jetzt mutig und wie eine Eins da – während die Shape ziemlich alt aussieht.

Was viele Frauenzeitschriften immer noch nicht kapiert haben, ist, dass die Zeiten sich verändert haben. Ihr verdient nur dann auf Dauer Geld mit uns, wenn ihr uns das Gefühl gebt, genau richtig zu sein – und als Motivator mit uns zusammen daran arbeitet, das bestmögliche aus unserem Leben rauszuholen. Nicht IHR seid toll, WIR sind toll. Ich weiß, das ist ein Riesenproblem für euch, denn ihr habt ja jahrelang die Sendehoheit gehabt. Wir waren angewiesen auf euch, wenn es um Frauenthemen ging. Euer Dank war uns mit gephotogeshoppten Bildern zu bombardieren – lange bevor wir überhaupt wussten, was Photoshop ist.

Das hat dazu geführt, dass eine ganze Generation von Frauen eine gestörte Beziehung zu ihrem Körper hat. Wie zum Beispiel diese hier:

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Bild: Valeria Lukyanova on Facebook

Und nein, das ist kein Bild einer Barbiepuppe, sondern von einer Frau, die sich immer wieder operieren lässt, um immer mehr wie Barbie auszusehen. Und die erschreckender Weise mehr als 1 Millionen facebook Follower hat.

Barbie als ganz normale Frau

Dank dem Künstler Nicolay Lamm , dem Internet und unserem gesunden Menschenverstand wissen wir aber, dass keine Frau aussieht wie Barbie. Der hat sich nämlich die Mühe gemacht, eine Barbie zu produzieren, die wie eine normale Frau aussieht. Da erkenne ich mich dann auch schon eher wieder – wenn ich gerade TOP in Form bin.

Barbie_collageBilder: Nickolay Lamm

Außerdem hat sich Nickolay netterweise die Mühe gemacht, Barbie mal für uns abzuschminken, damit wir uns gleich ein bisschen besser fühlen.

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Bilder: Nickolay Lamm

Herr Lamm hat außerdem eine Puppe entwickelt, die mehr der Realität entspricht. Und innerhalb von 24 Stunden hatte er per Crowdfunding die Herstellung der Puppe finanziert und hat bereits 17.000 (!!!) Vorbestellungen.

Was ich damit sagen will?

Unsere #100days Challenge trägt bei mir enorme Früchte. Nicht als Minus auf der Waage, sondern beim Selbstbewusstsein. Ich bin glaube ich das erste Mal seit Jahren so richtig bei mir. Präsent in meinem Körper. Ich höre, was er braucht und gebe ihm das auch. Und das ist Bewegung. Jeden einzelnen Tag.

Barbie-2

Ich werde und will nicht aussehen wie Barbie. Das Ziel hat wohl keiner, der bei der Challenge mitmacht. Aber ich werde und will mich fühlen, wie ein attraktive Frau. Die nicht mäkelt, weil sie unperfekt ist, sondern stolz ist, was ihr Körper jeden Tag alles leistet und schafft. Und die sich deshalb wirklich gut um ihn kümmern möchte. Denn das hat er verdient.

In diesem Sinne

Eure Svenja