Ihr Lieben,

gestern morgen, nachdem die Kinder aus dem Haus waren, habe ich mich nochmal kurz zu meinem Mann ins Bett gelegt und wir haben uns total verquatscht. Kamen von Hölzchen auf Stöckchen, sprachen über alles, was in den nächsten Wochen ansteht und über unsere Unternehmen. Wir sind ja beide schon immer selbständig und da geht der Gesprächsstoff nie aus.

Und während wir so reden lassen wir auch die letzten Jahre Revue passieren mit allen Höhen und Tiefen. Und da passiert es: Mein Mann sagt einen Satz, der an mir kleben bleibt, wie Honig.

„Ich weiß, ich bin nicht wirklich ein Luxusprogramm.“

Was er damit meint, weiß ich sofort. Grundsätzlich bin ich die, die Ruhe, Regelmäßigkeit und Rituale in unsere Beziehung und die Familie bringt. Das, was ich oft als „den langweiligen Part“ bezeichne. Das fängt an bei alltäglichen Orgaaufgaben wie der Morgenrunde mit den Kindern, Einkaufen und Kochen. Geht weiter bei Business-Orgaaufgaben wie Visitenkarten nachbestellen, Websites SEO optimieren und Seminarteilnehmer koordinieren. Führt über emotionale Feuerwehreinsätze für Mann und Kinder („Ich schaff das nicht“, „Ich habe eine Frage“, „Ich kann nicht mehr“, „Ich brauche Deine Hilfe“) bis hin zu meiner wichtigsten Aufgabe. Dem Balanceakt, die Stimmung und Bedürfnisse aller Familienmitglieder so in der Waage zu halten, dass wir funktionieren. Dass es uns zusammen gut geht und wir ein erfolgreiches, positives, fröhliches Leben miteinander führen können.

Oder anders gesagt: Ich habe im Auge, wer wann Erholung braucht. Wer wann was zu Essen braucht. Und wer wann Liebe braucht.

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Gleichzeitig stehe ich an der Seite eines Mannes, bei dem ich nicht im falschen Moment wackeln darf. Weil der oft so große Aufgaben hat. Menschen coacht, die in dieser Gesellschaft viel bewegen. Dafür braucht er Kraft und Energie. Viel Zeit für seine ständige Weiterbildung. Man geht einfach nicht „mal eben“ zur bedeutendsten deutschen Wirtschaftszeitung, um eine Blattkritik zu machen. Oder spricht mit Politikern, Wissenschaftlern, Zukunftsforschern, Wirtschaftsgrößen und Senderchefs. Das macht man nur, wenn man dasteht wie eine Eins.

Nein Uwe, Du bist wahrlich kein Luxusprogramm. Du bist high maintenance – in the best possible way. Mit Dir verheiratet zu sein, ist, als wäre ich eine Auster. Wenn ich meine Sicherheit und meine Liebe um Dich lege, bist Du großartig und zu allem fähig. Das männliche Äquivalent einer Perle. Nehme ich für längere Zeit meine Aufmerksamkeit von Dir, ziehe ich Kraft ab, bin ich nicht an Deiner Seite – dann fängt die Perle (wie auch unsere Beziehung) an, kleine Unebenheiten zu entwickeln. Nicht, weil Du all das nicht auch alleine könntest. Sondern weil Du mit mir an Deiner Seite ein Gleichgewicht hast. Jemanden, der Dich wirklich kennt. Dem Du alles zeigen kannst. Und der Dich NUR und IMMER für das liebt, was Du bist.

Nach 13 1/2 Jahren Ehe glaube ich, dass die wichtigste Frage in einer Beziehung ist: Wie viel bin ich bereit, dem anderen zu geben?

Was Du mir gibst und schenkst, ist die ultimative Freiheit. Ich habe durch Dich eine eigene Familie und eine große und bedeutende Rolle im Leben von drei wunderbaren Menschen. Ich bin jeden Tag mit Menschen zusammen, bei denen ich mich nicht kleiner machen muss, als ich bin. Etwas, das ich vorher gar nicht kannte. Ich darf jedes Talent verfolgen, in jede Richtung schnuppern. Meine Träume angehen und wissen, ich kann mich hundertprozentig darauf verlassen, dass Du mich liebst. Egal ob ich gerade einen Höhenflug habe oder eine Bauchlandung hinlege.

Nur weil Du mich geheiratet hast, bin ich alles, was ich heute bin. Denn unter uns gesagt: Mit jedem anderen wäre ich weit unter meinen Möglichkeiten geblieben. Weil keiner in mir gesehen hat, was Du in mir gesehen hast. Weil Du mir die Gewissheit gibst, mehr als genug zu sein. Und dann noch ein bisschen mehr.

Deshalb: Entspann Dich. Ich werde auch in zwanzig Jahren nur mit Dir morgens im Bett so viel zu besprechen haben, dass wir die Zeit vergessen. Weil Du der einzige Mann auf der ganzen Welt bist, der mich brennend interessiert. Von morgens bis abends, high maintenance hin oder her.

Du hast völlig Recht: Du bist nicht „das Luxusprogramm“, das ich mir vorgestellt hatte. Aber der einzige Mann, den ich heiraten wollte, dessen Kinder ich bekommen wollte und dem ich bis ans Ende meines Lebens jeden Tag etwas geben möchte. Aus freien Stücken.

Der Luxus, den Du mir jeden Tag bietest, ist die Möglichkeit, ich selber zu sein. Und mehr geht nicht, Liebster.

In diesem Sinne

Deine Svenja

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