Ihr Lieben,

damit hatte ich nicht gerechnet. Dass ihr mir neben allen Kommentaren auch noch über 200 persönliche Mails zu meinem letzten Post schreibt. Viele davon ellenlang, voller Emotionen, Lebensgeschichten, Geheimnissen und eurer Weisheit.

Danke.

Auch wenn ich zugeben muss, dass ich kurz leicht überfordert war. Denn ich antworte ja auf eure Mails – und zwar nicht mit einer Standardantwort. Ich weiß, das ist old school Bloggen. Aber ich mag unseren Austausch, auch wenn das heißt, dass dafür viel private Zeit draufgeht. So viel, dass ich tatsächlich eine Woche lang hier nichts schreiben konnte.

Manchmal denke ich: Es ist so schade, dass nur ICH eure Mails lesen kann. Oft sind eure Geschichten viel größer als meine. Eure Erlebnisse bewegender. Und sie landen nur bei mir.

Was mich gleich zum Thema dieses Posts bringt. Viele von euch haben nach meinem „Ich wackle“ Post vermutet, dass ich mich in Richtung Lifecoach auf den Weg mache. Das ist nicht der Fall.

Erstens habe ich dafür nicht das professionelle Rüstzeug. Wobei das eher zweitrangig ist, denn offenbar kann ich Menschen auch ohne Rüstzeug berühren und ihnen was mitgeben. Wichtiger ist, dass ich momentan (noch?) nicht das Gefühl habe, dass ich Menschen on a daily basis diese Energien geben kann. Wer mich schon mal live erlebt hat, mag jetzt denken: „Was? GENAU das hast Du doch in unserem Workshop gemacht??!!“

Das mag sein. Aber es ist etwas, das mir persönlich nur in sehr kleinen Portionen gut tut. Es ist auch nicht unbedingt die Aufgabe, in der ich meinen gefühlt größten Nutzen bieten kann. Auch nicht damit, weiter über mein Leben, meine Rezepte und meine kleine Familie zu bloggen. Das ist alles schön und gut. Und natürlich ist das weiter da, denn mein Leben lebe ich ja so oder so. Da kann ich dann auch ruhig weiter über die Dinge daraus schreiben, die für euch vielleicht interessant sind.

ABER.

Es ist einfach nicht das Spannendste, wovon ich euch erzählen kann. Auch an euren Mails habe ich es wieder gesehen. Es gibt viel größere Themen als mich und meinen Minikosmos und meine Gedanken. Es gibt viel mehr als fachliche Workshops. Es gibt Topics und Einsichten, über die wir zu wenig reden und zu wenig nachdenken.

Viele Menschen können ihre Geschichte nicht selbst erzählen. Oder kämen nie auf die Idee, dass ihre Story – gut erzählt – viele Menschen zum Umdenken bewegen könnte.

Ich habe so viele Ideen im Kopf. Menschen, über deren Beruf, Leben und Erlebnisse ich schreiben möchte. Ich sehe so viele Missverständnisse, so viel Angst vor der Zukunft, so viel Glück und so viel Verrücktes.

Jahrelang dachte ich, dass ich Romane schreiben möchte. Aber wenn ich mich dann in meinem Büro verkrochen habe, passierte folgendes. Mir fiel zwar alles Mögliche ein. Meine Charaktere verselbständigten sich und es machte mir auch Spaß, über die beste dramaturgische Wendung nachzudenken. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, kam ich mir auch immer vor wie eine Betrügerin. Warum erfand ich etwas, wo es doch da draußen schon ohne Ende unerzählte Dinge gab? Die alle wichtig waren?

In meinen verrückt-spontanen 30 Minuten am Donnerstag mit Mari von Baby, Kind und Meer („Wo bist Du?“ „Am Hauptbahnhof“ „Ich bin im Taxi. Ich komme!“) haben wir über all diese Dinge gesprochen. Es war soooo schwer sich danach zu trennen.

Mann, wir haben so ähnliche Gedanken und lieben beide das Schreiben so sehr. Es ist einfach toll, Dich immer wieder mal in meinem Leben zu haben. #thankgodtheresskype

Was habe ich jetzt mitgenommen aus all dem und was heißt das jetzt für mich, mein Wackeln und mein tägliches Leben?

Sicher kann ich nicht über Nacht mein Leben verändern und jeden Tag wie ein rasender Reporter in der Gegend herumfahren, recherchieren und schreiben. Weil ich Kunden habe, die ich sehr mag und die sich auf mich verlassen. Weil ich laufende Verträge habe und Verpflichtungen eingegangen bin, für die ich brenne.

Aber ich kann beginnen.

Mein März ist noch bombenvoll und ich habe auch noch einige Blogthemen für euch geplant. Ab April entzerrt sich mein Kalender zunehmend. Und bis Ende Juni könnte ich schon mal ein oder zwei Probegeschichten schreiben und recherchieren. Einfach mehr von dem machen, wofür mein Herz schlägt, was aufregend ist und eine Herausforderung.

So werde ich also das zweite Jahresquartal zweigleisig fahren. Ein bisschen vom Alten, ein bisschen vom Neuen. Werde den Schuh anprobieren und mal schauen, wie er mir passt. Ich werde nicht nur zu Kundenterminen fahren, sondern auch Termine in eigener Sache machen. Mit Menschen und Institutionen, die mich interessieren und über die ich schreiben möchte. Mal sehen was dann passiert.

Vielleicht experimentiere ich im zweiten Quartal auch mit ein paar Produkten. Sicher ist nichts, außer dass ich meinen Einfällen – auch den spontanen – und meinem Bauchgefühl gegenüber offen bleibe. Und dass ich euch zwischendurch berichten werde, wie es mir dabei geht.

In diesem Sinne

Eure Svenja

P.S.: Fest steht auch: Ich werde dieses Jahr mehr verreisen. Mit meinem Mann, mit meinen Kindern und vielleicht sogar mal ganz alleine. Deshalb war ich in den letzten Tagen auf der ITB in Berlin, um zu schauen welche Themen für mich und euch interessant sein könnten.

Um mich darauf vorzubereiten, habe ich Anja vom Reiseblog Travel on Toast gefragt, ob sie mich coacht und mir – natürlich gegen Bezahlung – verrät, wie der Hase läuft. Schließlich will man als Messeneuling nicht alles falsch machen. Vor allem nicht, wenn die Blogzahlen für Kooperationen schon passen.

 

Anja von @travelontoast zu treffen, ist immer ein Vergnügen. #lunchbreak #hotdog #itb2017

Ein Beitrag geteilt von Svenja Walter (@meinesvenja) am

An dieser Stelle möchte ich einfach nochmal ein fettes Dankeschön an Dich loswerden, Anja. Ohne Deine Insights und Branchenkenntnisse hätte ich das nicht so gut hinbekommen. Danke für Deine Offenheit und Deinen guten Spirit.

P.P.S.: Danke auch an Rainer, für unser Gespräch, das mir noch einmal mehr gezeigt hat, dass ich auf einem guten Weg bin. Auf meinem Weg. Auch wenn wir uns vor nicht ganz einem Jahr im Rahmen meiner Familotel Kooperation kennengelernt haben: So schön, zu sehen, dass mit Dir Business eben nicht nur Business ist, sondern ein Platz für Austausch und menschliches Miteinander.

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