Ihr Lieben,

da ist er also, mein „Big Reveal“. Und auch wenn er nicht ganz so dramatisch ausfällt, wie die Überschrift (und ich mich auch nicht wirklich wie ein „Blogger Star“ fühle“) – ein Körnchen Wahrheit steckt darin. Denn das eine Medium killt gerade das andere.

Sicher bin ich nicht die einzige, die mittlerweile lieber Instavideos anschaut, als den Instafeed. Die eigentlich überall schneller beim Bewegtbild hängenbleibt – und bei gewöhnlichen Fotos und Texten oft weiterscrollt.

Sicher bin ich auch nicht die einzige Bloggerin, deren Trafficflow sich in den letzten Jahren dramatisch verändert hat. Die Mehrheit meiner Leser kommt heute von Plattformen, die visuell stark sind. Also eher von Pinterest und der Google Bildersuche als aus der klassischen Google Suche. Klar, denn je länger es das Internet und Smartphones mit integrierten Kameras gibt, desto mehr dokumentieren wir unser Leben in Bildern.

Aber: Ich liebe es zu schreiben und werde immer finden, dass ein geschriebener Text unersetzbar ist. Die Schriftsprache hat so eine ganz eigene Art, Bilder in uns entstehen zu lassen. Erinnerungen sind plötzlich wieder da, Menschen und Situationen, die wir vergessen hatten. Auch das Erlebnis, wie Wörter auf einer weißen Seite zu ganzen Locations werden, zu Menschen, zu einem Theaterstück in unserem Kopf, ist unendlich kostbar. Ich schreib ihn noch, meinen Roman. Spätestens wenn die Kinder ausgezogen sind.

All das ist wundervoll, aber das „feine“ Wort, das Einfühlsame ist auf Blogs immer weniger zu finden. Ich finde das superschade. Die emotionalen Töne genauso wie der emanzipatorische, kämpferische Gedanke des Bloggens ist bei vielen mit dem Eintritt in die Kommerzialisierung verloren gegangen. Shit happens und das kann ich nicht ändern. Aber ich kann mich ändern und was ich hier mache. Kann für mich Wege suchen, die neu sind. Möchte gehen, wo noch keiner geht, um neue Dinge entstehen zu lassen.

Nur Wort und Bild, das reicht schon lange nicht mehr – außer es ist ein sehr großes, schönes Bild (da denke ich mehr so an die Liz and Jewels Qualität, luvyahgirls). Letztes Jahr auf der denkst habe ich vorausgesagt, dass 2016 das Pinterest-Jahr für uns Blogger wird. Und so war es auch.

Ich habe mich 2016 total reingehängt, um die Plattform zu „lernen“ und alle Mechanismen zu verstehen. Das Resultat: Anfang des Jahres hatte ich 13.000 Verweise von Pinterest auf meinen Blog und knapp 5.000 Follower. Ende des Jahres waren es im Hochmonat November (jedes Jahr mein bester Monat) bis zu 130.000 Verweise und bald 30.000 Follower.

Und während Pinterest noch eine sichere Miete für Traffic ist, wird mir immer klarer: Virtual Reality kommt so viel schneller, als wir dachten, dass wir JETZT einen digitalen Zwischenschritt gehen müssen.

Video. 

Dazu hier ein ganz kurzer Clip mit der Vizepräsidentin Facebook Europa, Nicola Mendelsohn. Wirklich nur 1 1/2 Minuten lang, aber wichtig.

Bis jetzt hört sich das ja alles ganz logisch und nach einer Businessentscheidung an. Aber ich weiß genau was jetzt passiert. Jetzt kommt die Arbeit, bei der keiner Beifall klatscht. Ich muss eine neue Plattform lernen, nämlich YouTube. Ich muss neue Fertigkeiten lernen, wie Videos aufnehmen, schneiden, vertonen. Ich muss Video SEO lernen. Ich muss die Trends auf YouTube verstehen. Und ich muss wahnsinnig viele Stunden damit verbringen, all das zu üben.

Alle, die hier schon länger mitlesen, wissen: Es ist nicht so, dass ich Zeit übrig hätte. Alleine im Mai gebe ich mit meinem Mann zwei Workshops mit knapp 25 Menschen in unserem Wohnzimmer und habe vier Einzelcoachings angenommen. Zwei Tage verbringe ich mit dem PR Team von Ernsting’s family. Ich halte auf der denkst einen Vortrag – und im Cafe Lotti. Das alles neben meinem Blogbusiness, meinen Kindern, meinem Mann und meinem Haushalt.

Deshalb habe ich sehr genau nachgedacht, wie ich das schaffen kann. Und zwar ohne dass der Video Star wirklich den Blogger Star in mir umbringt, denn meinen Blog will ich ja deshalb nicht schließen. Die Antwort ist simpel.

Thematisch müssen meine Videos

a) auf den Blogtraffic einzahlen,

b) mich in irgendeiner Weise entspannen. Da durch Video SEO und die ganze Produktionsseite eher Stress und neue Lernfelder entstehen, muss das, was ich im Video tue, etwas sein, das mir unendlich Spaß macht und mich in den Flow bringt.

c) erstmal monothematisch sein, damit ich die Produktionsweise mit EINEM „Brot- und Butter“-Geschäft lerne. Wenn ich nämlich jetzt dauernd mit unterschiedlichen Themen rumhampele, liegt der Fokus komplett auf dem Inhaltlichen und ich werde in der Produktion nicht routinierter. Das erreiche ich nur mit einer gewissen Menge an ähnlich produzierten Videos.

Jahrelang beobachte ich nun schon den Markt. Und wundere mich, warum niemand das tut, womit ich jetzt starte (und auch wenn das jetzt der erste Big Reveal ist – lest weiter, denn IHR habt mit euren Ideen in den letzten Tagen noch einen ganz anderen Gedanken in mir ausgelöst).

Ich starte einen meinesvenja-DIY-Kanal und zwar für Frauen, Mütter und Kinder.

Mein Ziel ist es, innerhalb eines Jahres zu erreichen, dass Menschen zuverlässig an meinen Channel denken, wenn

  • es draußen regnet und sie nach einer Bastelidee für ihre Kinder suchen
  • sie Handlettering lieben und verschiedene Schriften ausprobieren wollen
  • ihre Kinder Geburtstag haben und sie nach einer DIY Idee suchen
  • im Kindergarten der Weihnachtsbazar ansteht und Bastelideen eingereicht werden sollen
  • sie sich mit ihren Mädels treffen und zusammen was Kreatives machen wollen
  • sie mit ihren Kindern malen lernen wollen
  • ein Feiertag ansteht und sie dafür etwas basteln möchten
  • sie Mandalas oder Doodles malen wollen.

Und JA, das ist eine ziemlich lange Liste. Und JA, es kann auch sein, dass manche dieser geplanten Themen niemals das Licht meines Channels erblicken. Aber genau das ist das Spannende für mich: Ich weiß endlich mal nicht zielsicher und mit verbundenen Augen, was gut läuft. Ich kann den Algorithmus nicht einschätzen. Ich habe nur ein vages Gefühl dafür, welche Vorschaubilder auf YouTube geklickt werden und wie das alles läuft.

Auch steht in den Sternen, welche Rückschläge mich erwarten. Welche Hindernisse. Und ob ich zwischendurch in mein Kopfkissen weine.

Was ich weiß ist: Beim Bloggen habe ich erstmal fünf Jahre geschrieben, kaum Feedback bekommen und gar kein Geld verdient, bis es gefluppt hat. ABER da war ich auch total früh dran. Kaum jemand kannte Blogs. Und heute habe ich viele Erfahrungen bereits gemacht, die bei YouTube ähnlich funktionieren müssten.

Trotzdem ist es ein Wagnis. Eines, dass ich bewusst eingehe, weil ich mir sicher bin, dass Bloggen ohne Bewegtbild bald genauso tot sein wird, wie Facebook ohne Bewegtbild.

Ich habe diese Woche noch einmal lange mit den wunderbaren Menschen bei Studio71 diskutiert, wie ich jetzt anfange. Welche Schritte nacheinander folgen müssen. Mit welchen Videos und Themen wir starten. Es muss ja so viel bedacht werden.

Nach ihrem Input denke ich: Ich bin jetzt soweit, um mit euch und vor euren Augen zu beginnen.

Deshalb: NEIN, hier kommt jetzt kein Link zum ersten Video. Denn ich nehme euch tatsächlich die gesamte Wegstrecke mit. Ihr seid dabei, wenn wir morgen am Aufbau meines Studios rumfummeln (ach DAFÜR waren die Pakete).

Wenn ich meine Weißflecken an den Händen abdecke, weil man das auf dem Video sonst extrem sieht und ihr ja nicht auf die fleckigen Hände, sondern auf die DIYs schauen sollt (ach DAFÜR war das Make up).

Und wenn ich was lettere, was zeichne, was bastele und vor mich hinwerke (ach es ging um das LETTERING, nicht um den Spruch).

Eins noch: Viele von euch haben gedacht, ich starte einen Channel zur Ermutigung von Frauen. Und natürlich ist es eine ganz tolle Idee, Interviews mit Frauen zu machen, die etwas erreicht haben. Oder Inhalte zu verbreiten, in denen es um die diesbezüglichen Missstände und Aufgaben in unserer Gesellschaft geht. Aber ehrlich gesagt, sehe ich die Idee eher als meinesvenja Podcast. Falls das noch irgendwer außer mir spannend fände, sagt mir das ruhig. Das fände ich nämlich auch ganz cool.

Dass ich meine neue Idee mit DIY starte, hat tatsächlich mehrere Gründe:

1.) Es gibt nicht DEN Household Name, DEN Channel in Deutschland, den ich mit all diesen Arten von DIY verbinde. Das ist also noch eine Marktlücke.

2.) Ich kenne mich in dem Segment wirklich gut aus und kann nicht nur basteln und malen, sondern ich kann das auch vor der Kamera.

3.) Es entspannt mich total, zu malen und zu basteln. Ich hoffe, dass ich mit den Drehs einen Flow in meinen Alltag holen kann, für den ich sonst wenig Zeit habe. (Trick 17, verstehste?)

4.) Die Themen Basteln und Bastelmaterialien sind z.B. bei dem Verkaufssender HSE echte Verkaufsschlager.

5.) Last but SO not least: Ich möchte, dass Mütter wieder mehr mit ihren Kindern basteln. Frauen wieder mehr Zeit für Handgemachtes und einen neuen Zugang zur eigenen Kreativität finden. Insgesamt möchte ich mit guten Anregungen und Themen einfach ein bisschen Stress von euren Schultern und ein bisschen mehr Freude in euer Leben bringen. Und damit auch in meins. Denn je stärker unser aller Digitalzeit täglich wächst, desto mehr brauchen wir einen Ausgleich, der echt ist. Und uns auf uns zurückwirft.

Wichtig nochmal: Ich STARTE mit DIY. Weil ich Video lernen will. Das heißt nicht, dass ich zwanzig Jahre DIY plane. Sondern, dass ich das YouTube-Handwerk mit DIY übe, so wie ich auf dem Blog mit Kochen und Basteln gestartet bin. Die Zukunft und die Zukunft meiner Themen sind je nach Klicks, Reaktionen und Learnings völlig offen. Aber for now, it is ALL DIY. Und da werde ich wie immer mit ganzem Herzen dabei sein.

Welche Schritte stehen nun für mich an? Studioaufbau, Testaufnahmen, Redaktionsplan erstellen und ohne Ende DIYs ausprobieren und üben. Ich brauche einen Channel, einen Channeltrailer, Bilder für den Channel. Ich muss Probeaufnahmen machen, schneiden, vertonen (ähm, und vorher erstmal Musik aussuchen).

Es wird also noch einige Zeit vergehen, bis ich morgens routinemäßig nach dem Duschen ins Studio runtergehe, meine Hände schminke, die Kamera einschalte und für euch kreativ bin. Danach das Material an den Cutter rüberspiele (der erstmal mein Mann und ich in Personalunion sind – und hoffentlich bald jemand anders), um dann mit den Texten und Vorschaubildern zu starten. Ja, es wird dauern, bis ich weiß, wie der Hase läuft und ich eine Veröffentlichungs-Schedule habe.

Ich freue mich, wenn ihr mich auf dieser Heldenreise begleitet. Wenn ich euch zeigen darf, wie ich Dinge angehe, wenn ich versuche, erfolgreich zu sein. Wie viel Nachdenken und Arbeit im Detail das bedeutet. Wie viele Stunden und wie viel Reinhängen es braucht. Aber auch, welche Belohnung am Ende steht.

Ja, es ist „nur“ ein DIY-Channel. Aber die versteckte Mission ist definitiv wie immer: Wenn ich das kann, kannst Du das auch.

Jeder Traum hat einen Anfang und einen Weg. Und wenn ihr meinen Weg – mit allen Hochs und Tiefs – begleitet, traut ihr euch vielleicht auch EURE Träume anzugehen. Und DAS wäre mir dann viel mehr Wert als  jede Watchtime, jeder View, jedes Like und jeder Klick. Es wäre nämlich meine ganz persönliche Herzensdefinition von Erfolg.

In diesem Sinne

Eure Svenja

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