Ihr Lieben,

ein Thema treibt mich seit Wochen um. Nur wusste ich bis gestern nicht, wie ich darüber schreiben soll. Aber jetzt habe ich einen Schlüssel gefunden.

Gestern habe ich nämlich mit zwei lieben Freunden lange über das Thema Selbstverantwortung gesprochen. Darüber, dass viele Menschen lieber Opfer bleiben, als selbst Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Da heißt es dann jahrelang: „Dafür habe ich keine Zeit“ oder „Bei dem, was ich sonst noch so an den Hacken habe, ist das einfach nicht drin.“ „Später“ heißt es auch oft, oder „Da ist ja XY schuld dran.“

Kurz vor der Zeit, in der es wieder losgeht mit den guten Vorsätzen, frage ich euch also mal ganz vertraulich: Habt ihr wirklich alles dafür getan, endlich abzunehmen? Aufzuhören zu rauchen? Und weniger zu trinken? Habt ihr euch um euren Körper gekümmert? Wart regelmäßig beim Arzt?

Und wie steht es mit euren Beziehungen? Habt ihr euch um eure Familie und Freunde gekümmert? Und um andere Menschen? Habt ihr ihnen zugehört? Ihre Wünsche erfüllt? Wart ihr wirklich präsent und da?

All das spielt nämlich eine Riesenrolle, um Brustkrebserkrankungen zu vermeiden.

BRUSTKREBS. BÄHM.

Da ist es, das Thema, über das ich schon seit Wochen schreiben will. Aber bis jetzt betraf es mich nicht. Wir haben keine Krebshistorie in der Familie. Ich bin kerngesund. Außerdem gehe ich seit den Geburten ehrlicherweise nur zum Frauenarzt, wenn ich es nicht vermeiden kann. Irgendwie habe ich damals eine Overload Gynäkologen-Meet-ups abbekommen.

Aber dann war ich neulich bei einem Event von „Frauen verbinden“ und habe so viel über Brustkrebs gelernt, dass ich mich und mein Denken neu programmiert habe.

Get together vor den Vorträgen im Foyer von Brainlab (c) Holger Rauner

Frauen verbinden, die Messe München, Esteé Lauder und Brainlab hatten eingeladen, um uns über Brustkrebs zu informieren. Und wisst ihr, wie dankbar ich jetzt dafür bin? Denn Brustkrebs geht uns alle an. Mich und Dich und euch.

Messechef Klaus Dittrich im Gespräch mit uns Münchner Bloggerinnen (c) Holger Rauner

Wusstet ihr, dass Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist? In Europa und Nordamerika erkranken 10-12 von 100 Frauen an Brustkrebs – das ist jede Zehnte!!! Und 50 Prozent der Krebstumore fallen in den Zuständigkeitsbereich der Frauenärzte. Schockschwerenot, dachte ich. Treffer versenkt.

(c) Alle Folien Frau Prof. Dr. med. Marion Kiechle, Direktorin und ärztliche Leiterin der Frauenklinik Rechts der Isar

Was heißt das jetzt für mich und mein Verhalten? Auf dem Netzwerkevent gab es von Prof. Dr. med. Marion Kiechle ganz handfeste Tipps, was ich machen kann,  um meine eigene Brustkrebssterblichkeit (was für ein Horrorwort) zu verringern.

Da gibt es genau zwei Möglichkeiten.

  • Die Früherkennung durch ärztliche Untersuchungen und
  • Die Vermeidung von Risikofaktoren

Für die Früherkennung spricht einfach die Statistik – und noch andere Fakten:

Danach war schon mal klar: Ich muss einen Termin beim Frauenarzt machen. Regelmäßig, einmal im Jahr. Ich hoffe, dass auch ihr dieses AHA Erlebnis habt (oder besser: schon regelmäßig geht).

Die zweite große Möglichkeit, das eigene Brustkrebsrisiko zu senken, ist die Vermeidung von Risikofaktoren. Und da kommt jetzt nochmal die Selbstverantwortung ins Spiel.

Ihr seid verantwortlich für eure psychische und körperliche Gesundheit. Niemand muss dicker werden, weil er älter wird. Lasst nur mal ein paar Wochen Zucker, Alkohol und Weißmehl weg und schon seid ihr Pfunde los. Niemand muss Rauchen oder Alkohol trinken. Das sind Süchte – und Gifte, die wir unseren Körpern zumuten.

Ja, ich weiß, das hört sich spaßbefreit an. Kein Alkohol mehr? Und keine Weihnachtsplätzchen mehr essen? Aber ganz ehrlich: Gesundheit und Essen sind eben nicht voneinander abgekoppelt, sondern stehen in einem direkten Zusammenhang miteinander. Wir verdrängen das nur gerne, weil es „gut schmeckt“. Aber gesund ist eben was Anderes. Diese Grafik sagt eigentlich alles. Und ja, der rote Balken ist FETT. Das wir in Deutschland durchschnittlich zu uns nehmen. Da kann man dann auch nicht mehr drumherumreden.

Genauso unsere sozialen Beziehungen. Frau Prof. Dr. med. Marion Kiechle hat nochmal ganz klar gemacht: Es ist wichtig, sich um sich selbst und um Familie und Freunde zu kümmern. Auch einen Teil seiner Zeit dem Gemeinwohl zu schenken, stützt die seelische Gesundheit. Vielleicht wäre das ja auch mal ein schöner Gedanke und Vorsatz für’s nächste Jahr.

Zusammengefasst sieht es also so aus:

Mein Mann und ich trinken seit der Wiesn keinen Alkohol mehr und ernähren uns schon seit Jahren überwiegend vegan (denn ja, die tierischen Fette wurden auch immer wieder als Übeltäter genannt). Aber den Sport habe ich schleifen lassen und vorgeschoben, beruflich zu eingespannt zu sein.

Also wird das mein Punkt sein, den ich mir wieder neu auf meine Prioritätenliste setze. Mehr Bewegung und gezielter Muskelaufbau, um dem häufigen Schreibtischhocken aktiv etwas entgegenzusetzen.

Und noch eine Sache werdet ihr bemerken, wenn ihr mir auf Social Media folgt. Ich werde weniger unterwegs sein und weniger für Kunden außerhalb arbeiten. Weil ich mich intensiv um meine Familie, unsere Ernährung, unsere Gesundheit und unser Beisammensein kümmern möchte. Deshalb stelle ich meine Ertragsmodelle überwiegend auf Online-Aktivitäten um.

Was ist euer Plan? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr auch was angeht. Ihr habt eure Gesundheit in der Hand. Macht was draus in diesen guten Zeiten.

Vielen Dank noch einmal an Frauen verbinden, Estée Lauder Companies und Brainlab, die dieses Event möglich gemacht haben – und die halbe Stadt im Rahmen der Breast Cancer Awareness haben pink leuchten lassen.

(c) Holger Rauner

(c) Holger Rauner

Ich hoffe, dass ihr damit ganz viele Frauen erreichen konntet. Mein ganz inniger Dank gilt den Brustkrebs Patientinnen, die uns in der anschließenden Diskussionsrunde von ihren ganz persönlichen Erfahrungen erzählt haben.

(c) Holger Rauner

Ihr habt mich sensibilisiert und wachgerüttelt. Nun hoffe ich, dass ich mit diesem Post einige Leserinnen erreichen und euer Licht weitertragen kann.

In diesem Sinne

Eure Svenja

P.S.: Wer den ganzen Vortrag von Prof. Dr. med. Marion  Kiechle hören will (es lohnt sich) – einfach unten auf’s Video klicken und los geht’s. Ich prophezeie: Ihr werdet danach eure Gesundheit mit anderen Augen sehen.