Ihr Lieben,

2017 war ein Jahr der großen Dinge. Das Größte war wohl, dass ich noch mehr begriffen habe, wie ich arbeiten und leben will. Und dass ich seit diesem Jahr mein Leben und auch meine Arbeit bewusst Stück für Stück so einrichte, dass es zu mir und meiner Persönlichkeit optimal passt.

Und weil ich darüber auch immer mal wieder für euch schreibe und mit euch spreche, treibt das Blüten. Jetzt am Jahresende schickt ihr mir Mails, in denen solche Sätze stehen:

„Ich bin jetzt selbstständig und habe gerade so viele Aufträge, dass ich meinem Blogstart verschieben musste. (…) Svenja, ich bin dieses Jahr viel glücklicher geworden, mit dem was ich tue – und das ist größtenteils dein Verdienst. Durch deinen Zuspruch habe ich erst den Mut dazu bekommen.“

„Seit Jahren lese ich deinen Blog und bin dir sehr dankbar. Dein Artikel „Vom Glück, frei zu sein“ hat mir das größte persönliche Glück gebracht. Ich bin Ärztin und habe nach deinem Artikel meine Unikarriere beendet und bin in die Praxis eingestiegen und dort so glücklich wie noch nie.“

Als ich die ersten Mails dieser Art von euch bekommen habe, hat mich das sprachlos gemacht. Und demütig. Ich meine, dass ich mit meinem kleinen Blog, mit einem Post oder ein paar aufmunternden Worten via Skype eure Lebenswege beeinflusse – das war mir nie so bewusst. Wir Frauen tauschen uns ja ständig miteinander aus, eigentlich nichts Besonderes. Und doch scheine ich einen Nerv zu treffen, verstehe euch ganz innig. Sicher auch, weil ich selbst das alles gefühlt schon so tausendmal durchhabe.

Ein Unternehmen gründen, finanziell bangen, Strategien ent- und verwerfen, Möglichkeiten sehen, auf lahme Gäule und die richtigen Pferde setzen. Und bei jedem kleinen Schritt vorwärts und rückwärts besser verstehen, worum es eigentlich geht.

MIR muss es gut gehen, mit dem was ich mache. ICH muss glücklich sein.

Denn nur wenn ich das bin, erreiche ich eure Herzen. Nur dann schreibe ich meine erlebte Wahrheit – und zwar so emotional, dass ihr sie annehmen könnt.

Nun war ich die letzten vier Tage mit meinem Mann alleine unterwegs. Wir haben uns eine wundervolle Paarauszeit gegönnt, denn – und das ist die andere Seite der Medaille – wir hatten dieses Jahr nur eine Woche Urlaub. Das heißt auch nur eine Woche Entspannung ohne Stift und Kamera im Anschlag. Das war definitiv zu wenig. Und weil der liebe Gott das verstanden hat, hat er uns beschenkt. Mit Schnee ohne Ende, einem wunderbaren Hotel und veganem Essen.

 Ich. Ungeschminkt, relaxt, glücklich.

Besonders wichtig waren während dieses Urlaubs aber zwei Erlebnisse. Zum einen der Spaziergang um den Ödemsee. Wir waren die Ersten, morgens um halb 9. Die Österreicher haben uns mit dem Skimobil den Weg freigemacht und wir konnten einmal durch den unberührten Schnee gehen.

In dieser Stille, mit wunderbaren Naturerlebnissen rundherum, war ich auf einmal ganz dankbar. Dafür, hier zu sein. Dafür, zu leben. Und auch dafür, dass ich immer wieder neue Träume aus mir und anderen herausholen und ins Leben bringen kann.

Besonders schön war der Moment, als wir auf diesen zugeschneiten Friedhof am Atterseer See eingebogen sind.

Hier liegen die Verstorbenen nahe des Ufers, beschützt von mächtigen Bergen. Die Kreuze und Grabsteine sind wunderschön gestaltet und alles hat eine ganz eigene Anmut.

Wie ich also dort stehe und auf die Gräber unter der hüfthohen Schneedecke schaue, verstehe ich das erste Mal den Ausdruck „Ruhe in Frieden“.

DAS ist es, was am Ende bleibt. Eine letzte Stätte, eine Tafel, die von Dir spricht. Ein Platz, an dem Du niemand mehr sein musst und an dem alles davon erzählt, dass Du geliebt wurdest. Und in dem Moment, in dem ich das begreife, kann ich plötzlich auch dieses Jahr ziehen lassen und hinten auf das Bergpanorama schauen. Auf den neuen Horizont, das Greifbare und doch noch ferne.

Ihr Lieben, 2018 startet bei mir mit dem größten Knall. „I got it all lined up“ würde der Ami sagen, und genau so fühlt es sich an. Ich scharre mit den Füßen, bin überrascht, wie viel ich gerade auf den letzten Metern noch lernen muss und denke mir: Genau so muss es sein.

Am 01.01.2018 starte ich meinen DIY Channel.

Und weil das ganz neu für mich ist, neue Prozesse, Abläufe und Lernaufgaben mit sich bringt, habe ich mich gleich einmal selbst herausgefordert. Und diese Wörter in meinen Channelheader geschrieben:

Ich möchte jeden Tag für euch neue Anregungen und Ideen parat haben. Wir werden zusammen lettern, malen, zeichnen, basteln, falten und so viel mehr. Mein Herz ist voller Pläne und ich freue mich riesig darauf, mit euch kreativ zu sein.

Als hätte ich noch einen Anschubser gebraucht, schickte mir meine langjährige Leserin Vera neulich zwei Fotos ihrer Zwillingsmädchen bei den Hausaufgaben. Sie waren mit den Stammbaum-Printables aus meinem Buch von 2013 nach Hause gekommen und sollten diese jetzt ausfüllen.

Zufälle gibt es ja nicht, oder? Da hatte also ihre wunderbare engagierte Lehrerin im Netz gesurft und meine Vorlagen gefunden. Tja, und das war der Moment, in dem ich wusste: Svenja, Du bist genau auf dem richtigen Weg. Denn das wünsche ich mir.

Dass Familien und Kinder wieder mehr gestalten. Dass wir unsere Kreativität wieder leben, in den Flow kommen und näher an das eigene Wollen, Wünschen und Sein rücken. Dass wir uns im Selbstausdruck wieder spüren und nicht nur im (digitalen) Konsum.

Ich sehe, was das mit mir macht. Ich sehe, was das mit den Menschen um mich herum macht. Und auch ihr meldet es mir jeden Tag zurück.

2017 habe ich begriffen, dass es nur einen Weg für Mütter gibt, glücklich zu sein. Nämlich einer Arbeit nachzugehen, die uns Zeit und Herzraum für unsere Familie lässt. Und die uns Energie gibt, anstatt sie abzusaugen.

2018 werde ich damit verbringen, diese Erkenntnis selbst noch inniger zu leben und damit hoffentlich ganz viele Menschen zu inspirieren, ihre eigene kleine Reise zum persönlichen Glück anzutreten. Wir brauchen nur ein wenig Zeit, um nach innen zu horchen, in uns reinzuspüren und dann unsere Phantasie aus ihren Ketten zu befreien.

Schließen möchte ich das Jahr mit einem Leserkommentar von Jane. In meinem Ausgangspost ging es um Fremdbetreuung von Kleinstkindern – und sie hat mir daraufhin eine Liste von Dingen geschrieben, die man mit Kindern ab einem Jahr machen kann, die NICHT fremdbetreut werden.

Einkaufsbauernhof besuchen, Blumen selber pflücken, Erdbeeren etc; Schwimmen gehen im Altenstift (ältere Menschen sind generell super Spielkameraden) oder ins Cafe des Altenheims, Museen und Ausstellungen besuchen ( und zwar solche, die für Erwachsene sind ;) ) – man glaubt ja gar nicht, was die alten Meister oder auch eine moderne Installation in so kleinen Köpfchen bewirken können, Naturkundemuseum sowieso der Hit, Gartencenter mit großer Pflanzenausstellung und ebenfalls mit Alte-Leute Cafe, klassische Konzerte am Nachmittag (letzte Reihe mit Sitz am Ausgang nehmen) oder auch Chorproben des Kinder- und Jugendchors, großes Hornblasen zur Rehjagd der Jäger oder after-work im Sommer auf der Cocktailterrasse mit DJ (2-jährige können gut auf Michael Jackson und Trance tanzen, hab ich festgestellt), wenn nix mehr half oder Schlafengehen schwerfiel: Busticket für die Ringlinie und mit Aussicht immer schön rundherum und rundherum und…

Warum genau dieser Kommentar mein 2017 beendet? Weil er für mich ein Symbol dafür ist, was die Menschheit 2018 braucht. Wir dürfen wieder spielerischer werden. Offen für das sein, was das Leben uns bringt. Wir dürfen mit anderen Menschen gemeinsam wieder in den Flow kommen. Die simplen Dinge des Lebens in Ruhe genießen. Kochen, essen, spazieren gehen, etwas schreiben und gestalten. Uns bewegen, andere lieben, uns selbst gut behandeln und auf uns achten. 

Für mich ist mein YouTube Channel mein erster Schritt in diese neue Zukunft, in der Kreativität die Hauptrolle spielt und Leistung in den Hintergrund rückt.

Geleistet haben wir lange genug. Und beweisen müssen wir auch nichts mehr. Jetzt steht eigentlich nur noch eins an: zu genießen, dass wir ganz und gar wir selbst sein und werden dürfen.

In diesem Sinne – habt eine wunderbare Weihnachtszeit und rutscht gut rein. Danke für alles, was ihr mir dieses Jahr gegeben habt. Wir lesen und sehen uns.

Meine Lieblingsmenschen, meine Kraftgeber und meine Erfüllung.

Eure Svenja