Verletzung der Aufsichtspflicht

Verletzung der Aufsichtspflicht hört sich hochoffiziell an, oder? Ich könnte anstattdessen auch sagen: “Ich flippe gleich aus, weil diese Sch….an-nichts-interessierte-Mutter gleich ein Kind mit einer RIESEN-Glasscherbe im Fuß in die Notaufnahme bringen muss und es JETZT NOCH verhindern könnte.”

Ich weiß nicht, was besser ausdrückt, dass es mir Ernst ist. Denn das ist es mir. Sehr Ernst sogar. Aber vielleicht beginne ich lieber am Anfang der Geschichte.

Die Verletzung der Aufsichtspflicht oder warum manchen Müttern einfach die Empathie fehlt

 

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Ich bin mit meinen Kindern am Wochenende an der Isar gewesen. Ein wunderschöner Tag, strahlend blauer Himmel und die optimalen Verhältnisse, um die Kletterbaumsaison zu eröffnen.

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Einziger Haken dieses Isar-Ufer-Abschnitts: Hier wird abends oft gegrillt und irgendwelche betrunkenen Idioten schmeißen dann die Flaschen ins Wasser. (Ohjeh, ich höre mich schon an wie mein Vater, der Polizist. Aber es geht ja auch um die Verletzung der Aufsichtspflicht!) Dabei gehen die Flaschen kaputt und die Scherben liegen dann überall verstreut zwischen den Kieseln. Für uns kein Problem, weil ich das ja weiß. Also sage ich zu meinem Sohn bevor wir losfahren: “Bitte zieh Dir keine Sandalen an, sondern Deine Turnschuhe.”

Als ich es mir gerade auf der Picknickdecke gemütlich machen will, wird mir klar: Alle anderen Kinder  – ca. zwanzig – laufen ohne Schuhe hier herum. Was für mich eine Verletzung der Aufsichtspflicht darstellt. Denn direkt vor mir ragt eine leere, zerbrochene Barcadi-Flasche aus dem Kies. Und zwar ist die so zerbrochen, dass eine fiese, messerähnliche Spitze gen Hmmel ragt. Wenn da ein Kind reintritt, ist der Sommer gelaufen. Oder zumindest die nächsten 6 Wochen. Scheint außer mir aber Keinen zu stören.

Als ein knapp 2-jähriges Mädchen an mir (und ungefähr 50 cm an der Flasche) vorbeiläuft (seine Mutter steht am Kletterbaum und unterhält sich angeregt mit einer anderen Mutter) sagt es immer wieder verunsichert: “Hier sind überall Glasscherben.” Immer wieder ruft es nach seiner Mutter, aber die hört nicht. Nach knapp 60 Metern traut sich die Kleine nicht mehr weiterzulaufen, bleibt stehen und ruft jämmerlich: ” Mama, hier sind überall Glasscherben, Du musst mir helfen.” Darauf die Mutter gelangweilt: “Bist Du schon in eine reingetreten oder hast Du nur Angst davor?”

Moment – jetzt nochmal:

“Ich flippe gleich aus, weil diese Sch….an-nichts-interessierte Mutter gleich ein Kind mit einer RIESEN-Glasscherbe im Fuß in die Notaufnahme bringen muss und es JETZT NOCH verhindern könnte.”

Für mich ist sowas eine Verletzung der Aufsichtspflicht. Denn die elterliche Aufsichtspflicht erfüllt eigentlich genau einen Sinn:

“Wenn Kinder die Welt entdecken und immer selbstständiger werden, geraten sie, unabhängig von ihrem Alter, immer mal wieder in gefährliche Situationen. Oft können sie die Lage selbst einschätzen. Je nach Alter und Entwicklungsstand aber nehmen sie drohende Gefahren und Risiken nur begrenzt wahr. Sie brauchen daher Unterstützung durch Erwachsene, klare Regeln und Absprachen.”

Dieses Zitat stammt aus einem wunderbaren PDF der Stadt München – das sich übrigens wirklich jeder Mal durchlesen sollte, weil da auch interessante Sachen drinstehen zum Thema: Wann kann mein Kind alleine zuhause bleiben, raus gehen usw.???

Interessanterweise war es nun bei dem Mädchen, das ich beobachtet habe, eigentlich eher so, dass die Mutter (nicht das Kind) die Gefahren und Risiken nur begrenzt wahr nahm. Und ihre 2-jährige Tochter half ihr dabei, ein gesundes Risikobewusstsein zu entwickeln. Quasi so eine Art Umkehrschluss der Verletzung der Aufsichtspflicht. Je weniger die Mutter aufpasste, desto mehr passte das Kind auf. Aber nicht, weil es so toll selbständig war, sondern weil es Angst hatte.

Mein Mann und ich haben nach dieser Aktion die Flasche entsorgt, damit nicht doch noch was passiert. Eine andere Mutter, die nicht weit weg lag, rauchte und alles genau mitbekam und hörte, ließ ihr Kind weiter barfuß herumlaufen und war extrem desinteressiert. Als ihre Tochter dann noch das – eh schon winzige – Getränkepack austrinken wollte, wurde sie angeherrscht: “Trink das bloß nicht aus. Wir haben nur eins dabei.” Mit diesen Worten riss sie es ihr aus der Hand und nahm einen tiefen Schluck.

Vielleicht werde ich wirklich immer spießiger, je älter ich werde. Vielleicht nimmt meine Tendenz, mich einzumischen und über andere zu urteilen, zu. Aber ich, meine Lieben, bin manchmal einfach erschüttert, wie wenig herzlich Mütter zu ihren Kindern sind und wie ihnen offensichtlich jede emphatische Verbindung zu ihnen fehlt.

Ich bin auch nicht immer geduldig und lieblich. Oder wie mein Sohn sagt: “Bitte nicht wieder mit Deiner strengen Stimme, Mama.”

Ja, ich habe eine strenge Stimme. Aber meine Kinder ziehen Schuhe an, wenn Scherben herumliegen. Und sie dürfen das Tetrapack austrinken, wenn ich nicht genug zu Trinken eingepackt habe. Meine Kinder wissen, dass ich immer auf sie aufpasse, so gut ich eben kann. Ich denke mit, ich versuche Gefahren zu antizipieren. Die Verletzung der Aufsichtspflicht liegt mir sehr fern, denn ich beaufsichtige meine Kinder gern. Ich möchte nämlich, dass aus ihnen tolle Menschen werden. Die einen tollen Sommer haben, weil sie keine Glasscherbe im Fuß stecken hatten.

Aber: Wie tue ich was gegen die Verletzung der Aufsichtspflicht?

 

Tja, wenn ich das nur wüsste. Erlebnisse wie an dem Tag an der Isar machen mich manchmal mürbe. Jetzt werdet ihr mir sicher wieder schreiben: “Da hättest Du was sagen müssen!” Warum? Was hilft das? Diese Mütter machen das doch nicht, weil sie ihre Kinder nicht lieben. Sie sind wahrscheinlich einfach selbst genauso aufgewachsen. Denn ich kenne schon die Sätze, die auf meine freundlichen Hinweise kommen würden.

“Wie sollen sie denn selbständig werden, wenn ich ihnen keine lange Leine lasse?” “Ich kann sie doch nicht immer beschützen, sie müssen doch lernen, selbst aufzupassen!” “Die können auch zuhause in eine Scherbe treten.”

Nennt das doch, wie ihr wollt. Ich nenne das immer noch eine Verletzung der Aufsichtspflicht. Meine Kinder können auch zuhause in eine Scherbe treten. Aber an der Isar bestimmt nicht, weil ICH weiß, dass da welche liegen. Und ihr macht mir schlechte Laune, weil ihr dass auch wisst und eure Kinder nicht entsprechend warnt oder absichert. Also werde ich weiter die Flaschen wegräumen, damit meine Kinder UND eure Kinder nicht reintreten. Und danach mit meiner besten Freundin am Telefon darüber reden, wie mich das Erlebnis frustriert hat. Oder meinen Leserinnen solche Geschichten erzählen, wie diese hier, um vielleicht bei der ein oder anderen ein: “Ja, das kenne ich. Gut dass Du das mal aussprichst – ich bin also nicht allein” auszulösen.

Denn eins ist klar: je mehr von uns den liebevollen Weg beschreiten, desto mehr können wir vielleicht auch andere dazu bewegen, besser auf ihre Kinder zu achten.

Eure Svenja, die noch nicht bereit ist, die Hoffnung aufzugeben!

Bin ich schön? Auf jeden Fall!

Ihr Lieben,

heute Morgen hat mein Leser und Freund Alex mir ein wunderbares Video geschickt, dass die Frage “Bin ich schön?” ein für allemal beantwortet.

Wie fast alle Frauen bin ich ein großer Fan der Dove-Kampagne, die schon seit Jahren echte Frauen mit ihrer natürlichen Schönheit in den Mittelpunkt stellt. Jetzt hat Dove dieses Experiment ein Stück weiter getragen.

Bin ich schön

Mit Frauen, die ihr Gesicht einem Phantombildzeichner beschreiben müssen, der sie noch nie gesehen hat. Seht selbst was passiert und nehmt daraus ein Stück Weisheit in euren Tag mit.

Wir Frauen haben so viel mehr drauf, als wir immer denken. Wir sind wertvoll, mutig, stark und großartig.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wundervollen Mittwoch.

Eure Svenja

P.S.: Bin ich schön? Ja!

P.P.S.: Für alle, die heute ein bisschen mehr Zeit haben: hier nochmal das Dove-Video in voller Länge.

P.P.P.S.: Heute Morgen habe ich mit meiner Grafikerinfreundin Berit gefrühstückt. Wir arbeiten ja gerade zusammen an meinem Buch (Berit macht die Illustrationen) und mussten mal wieder feststellen, wie schwer es uns Frauen manchmal fällt, genau das zu erkennen: Was wir draufhaben, was wir wuppen, was wir wie selbstverständlich leisten.

Sobald wir Kinder haben ist “Ich kann das” fast automatisch auch “Ich mach das”. Dass dabei Selbstwert und Eigenwahrnehmung oft auf der Strecke bleiben und bei dem Versuch alle Bälle zu jonglieren gerne auch mal alle runterfallen (an ganz schlechten Tagen) – das merken wir selbst meist erst ganz am Ende.

Ich würde mir wünschen, dass die Frage “Bin ich schön?” von euch heute mal mit “Mache ich mir mein Leben schön?” ersetzt wird. Kauft euch ein paar Erdbeeren, setzt euch in den Garten und hört den Vögeln beim Singen zu. Meine Oma Hilde hat ja immer gesagt “Freue Dich an den kleinen Dingen, die großen kommen nicht.” Und auch wenn ich das anders sehe – die großen Momente kommen auch – so ist es sicher nicht verkehrt, die kleinen trotzdem wahrzunehmen und zu genießen. Also: Ran an die kleinen Auszeiten und die gute Laune.

WWCBD - What would Carrie Bradshaw do?

Carrie Bradshaw

Neulich habe ich eine amerikanische Serie gesehen, in der die eine weibliche Hauptdarstellerin die andere fragte: “WWCBD?” Die Erklärung kam im nächsten Satz. WWCBD heißt “What would Carrie Bradshaw do?” Eine Frage, die ich mir noch nie gestellt habe. Immerhin war ich in der Zeit, in der Sex and the City lief, überwiegend noch nicht verheiratet. Ich WAR also quasi Carrie Bradshaw.

Ich hatte Verständnis dafür, dass man auf einer Party seine Schuhe nicht an der Haustür ausziehen kann, weil sie ein Teil des Outfits sind. Ich hatte viele Kleider, viele Schuhe und stellte mir permanent hochwichtige Sinnfragen a la “Sind alle interessanten Männer schon verheiratet?”

WWCBD war also keine notwendige Maßeinheit in meinem Leben. Und ist es auch heute nicht. Denn seien wir mal ehrlich: Heute würde ich gnadenlos durch Carries Raster fallen. Ich koche. Ich putze. Ich trage seltenst hohe Schuhe. Ich habe einen Rucksack. Einen Daunenmantel. Und wohne in einem Reihenhaus am Rande der Stadt. Weiter vom Carrie-Universum entfernt kann man eigentlich nicht sein. Und das “eigentlich” kann man streichen. Selbst Miranda hatte ein Brownstone in Brooklyn. Da ist man in einer halben Stunde in New York, nicht in 15 Minuten am Marienplatz. Wo ich nie bin, weil meine Kinder da nicht hin wollen. (“In die Stadt? Schon wieder? Da ist es immer so stressig…”)

Was mir allerdings geblieben ist, ist das Gefühl. Oder anders gesagt: die Sehnsucht nach der Sehnsucht. Ja, manchmal vermisse ich sie, diese Frau, die ich mal war. Die dachte, sie könnte die Welt erobern und dann doch lieber Kinder gekriegt hat (und wer welche hat, weiß, dass das irgendwie dasselbe ist). Die, die nicht nur in hohen Schuhen laufen, sondern auch 5 Stunden in ihnen tanzen konnte. Weil nachts niemand nach ihr gerufen hat (außer er stand auf der anderen Straßenseite und hat anerkennend gepfiffen) und sie morgens nicht aufstehen musste, um mit jemandem eine Runde Uno zu spielen.

Die Sehnsucht nach der Sehnsucht ist mir geblieben. Sie ist wie ein treuer Freund, der mich immer wieder daran erinnert, dass ich mehr drauf habe. Dass in mir etwas schlummert, was ich eines Tages wieder rausholen werde, um neu durchzustarten. Nicht im Sinne durchtanzter Nächte und Narrenfreiheit, aber im Sinne von unbändiger weiblicher Energie.

Drew Barrymore, die vor kurzem Mutter wurde, hat in einem Interview gesagt: “Ich bin in der Generation groß geworden, der beigebracht wurde, dass sie alles haben kann. Das stimmt nicht. Man kann nicht alles gleichzeitig. Wenn man Kinder hat, muss man Dinge sein lassen.”

Bravo Drew, dachte ich. Danke, dass Du NICHT innerhalb von 2 Wochen Dein altes Gewicht hast und tausend Projekte am Haken. Oder 5 Nannies beschäftigst und ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne preschst.

Vielleicht bedeutet älter werden einfach, dass man andere Antworten auf die gleichen Fragen gibt. Aber auch, dass man sich andere Fragen stellen muss. Nicht mehr “What would Carrie Bradshaw do?”, sondern “What would Carrie Bradshaw say?”

Was würde Carrie sagen, wenn wir es schaffen, nach der Kleinkinderzeit nicht mehr nur halb, sondern wieder ganz wir selbst zu sein? Nicht im Sinne von “Outfits, Drinks und Affären”, sondern im Sinne von “Mehr Wahrheit, mehr Liebe, mehr Ich”?

Ich glaube, sie wäre stolz auf uns.

In diesem Sinne

Eure Svenja

Bikini kaufen - eine Anleitung

Bikini kaufen ist für Frauen gleichzeitig wichtig und eine Herausforderung. Deshalb gibt es dazu heute eine Anleitung von mir, die euch garantiert in eine andere Bademodenumlaufbahn schießen wird.

Als mein zweites Kind gerade 7 Monate war, haben wir uns mit Freunden an der Isar verabredet. Wir waren frisch in München und mir war nicht klar: Isar, das bedeutet nicht nur Grillen, das bedeutet auch Bikini tragen. Gott sei Dank hatte ich keinen dabei.

Meine 2-jährige Tochter hat das wenig interessiert. Die stürzte sich in die Fluten.

Bikini kaufen

Meine Freundin hatte noch einen Ersatzbikini mit, den ich hektisch angezogen habe. Und dann stand ich im Wasser. Halbnackt und wehrlos, Blick frei auf meinen untrainierten Schwangerschaftsrestbauch. Mann, habe ich mich unwohl gefühlt.

Heute, mit etwas Abstand, kann ich drüber lachen. Aber das Gefühl, habe ich nie vergessen. Wir Frauen sind nach den Schwangerschaften einfach eine zeitlang recht verletzlich, was unseren Körper angeht.

Seit damals ist mir jedenfalls klar: Wenn man in München wohnt, macht es Sinn, immer einen gutsitzenden Bikini dabei zu haben. Trotzdem schiebe ich das Bikini kaufen möglichst lange vor mir her. Das hat nichts mit meiner Figur zu tun (1,71 m, 63 Kilo). Das hat nichts mit meinem Selbstbewusstsein zu tun (an guten Tag gut, an anderen mäßig bis OK, kurz vor meiner Regel: katastrophal). Und auch nichts mit meinem Alter (ich bin nicht mehr 28, also muss ich auch nicht mehr wie 28 aussehen). Aber was ist es dann?

Bikini kaufen – Akt 1: Das Geschäft

Mit 42 kann man weiter bei Aldi einkaufen, auf dem Flohmarkt, bei Tchibo Schnäppchen schlagen – alles erlaubt. Aber Bikinis bei H&M finden? Ein Ding der Unmöglichkeit. Die sind für 18-jährige gemacht, die weder Halt, noch Passform noch Stoff über dem Po brauchen. Liebe Mädchen – solange es geht: Ran an diese kleinen Stofftriangel mit Neckholder.

Ich gehe derweil ins Fachgeschäft und kaufe Bikinis, die nicht auf der Stange, sondern an mir gut aussehen. Mein Lieblingsgeschäft? Ludwig Beck am Rathauseck.

Bikini kaufen – Akt 2: Die Umkleidekabine

Meine Schweizer facebook Freundin und fellow Bloggerin Nicole postete gerade auf facebook:

“Neue Nr. 1 im Umkleidekabinen-Lichtgraus-Ranking: Zara Glattzentrum. Ein Vermögen in den neuen Shop investiert und dann grelle Downlights über den Kabinen für den ultimativ aufgeschwemmten Wasserleichenlook. Hm.”

Gerade wenn man denkt, man ist für den Sommer gut in Form, kann es einen kalt erwischen. In der falschen Umkleidekabine, mit Cellulite, die an den Beinen einer 80-jährigen OK wäre, die man bei sich aber so noch nie gesehen hat. Wer um Gottes Willen hat Kabinen mit zwei Spiegeln erfunden? Wer denkt, dass Frauen sich gleichzeitig von hinten UND von vorne sehen möchten?

Noch schlimmer: Wenn Ganzkörperspiegel nur AUSSERHALB der Umkleidekabine zur Verfügung stehen. Jetzt soll ICH mit meiner winterblassen Haut aus der Kabine vor die auf ihre Frauen wartenden Männer treten und schauen, ob mein Po nicht rausfällt und mein Busen nicht plattgedrückt wird? Ich glaube: NEIN.

Ähnlich überflüssig: Vorhänge, die nicht schließen. Wenn man dann auf einem Sockenbein wackelnd in die Bikinihose steigt und nur leicht den Vorhang touchiert, kann man sich eigentlich auch gleich vor der Kabine umziehen.

Bikini kaufen – Akt 3: Die Verkäuferin

Ganz wichtig: Die Verkäuferin ist das A und O. Erwischt ihr die Richtige, geht ihr mit drei Bikinis nach Hause, die sitzen. Erwischt ihr die Falsche, habt ihr nicht nur keinen Bikini, sondern auch den ganzen Tag das Gefühl ein fettes Monster zu sein. Aber: Was macht die richtige Verkäuferin aus?

a) Sie hat eine Fachausbildung.

b) Sie reißt nie einfach so die Kabinentür auf.

c) Sie reicht euch Kleidung in die Kabine, ohne jedesmal einen Blick auf euch zu werfen.

d) Sie fragt nie: “Sind Sie schon soweit?” sondern ist immer in Rufnähe und kommt herbeigeeilt, sobald ihr den Kopf aus der Kabine steckt.

e) Sie sieht, was passt und trägt zahllose Bikinis herbei, die ihr noch für euch einfallen.

Wenn eure Verkäuferin nicht so tickt, sagt ihr, dass ihr von ihr nicht beraten werden möchtet. Oder geht einfach. Spart euch den Frust. Es gibt jede Menge Verkäuferinnen, die ihren Beruf lieben und euch ein gutes Gefühl geben. Da wird Bikini kaufen zum Wellness-Ereignis. Und das sage ICH, die immer fand, dass es eher einem Zahnarztbesuch gleicht.

Bikini kaufen – Akt 4: Die Marke

Wenn ihr nicht mehr blutjung seid, sind Bikinis plötzlich viel teurer. Es hilft nichts. Stellt euch den richtigen Bikini einfach vor wie eine Schönheits-OP ohne Schmerzen. Ein Kompliment, das ihr euch selbst macht. Eine gute Freundin, die euch im besten Licht darstehen lässt.

Meine Favoriten? Seafolly, Livia und Thommy Hilfiger.

Bikini kaufen – Akt 5: Die Passform

Es gibt für jeden halbwegs normalen Körper einen passenden Bikini. OK, bei starkem Übergewicht fühlt man sich sicher besser im Badeanzug. Aber alles andere – dicker Popo, wenig Busen – kann man mit der richtigen Passform schon ein wenig “optimieren”. Was ist aber mit Bauchspeck oder Reiterschenkeln? Da kann man sich schließlich nichts drüber hängen?

Also, bei Bauchspeck hilft die richtige Größe. Ist die Bikinihose zu eng, quetscht es sofort. Im Sitzen, Ok, da darf ein Bäuchlein zu sehen sein. Aber im Stehen müssen wir nicht zusätzlich abquetschen, was wir eh schon als Problemzone empfinden. Wenn gar nichts geht: her mit dem Tankini – wozu werden solche Sachen denn sonst erfunden?

Und bei Reiterhosen: Auch da hilft die Passform. Wer sich in kleine Bikinihöschen mit Bändchen schmeißt, an denen neckische Perlchen baumeln, muss sich nicht wundern, wenn die Proportion zum kräftigeren Schenkel zu wünschen übrig lässt. Solche Teile sehen wunderbar aus: an brasilianischen Supermodels. Und Hey, es ist nicht schlimm, dass Du keins bist. Ich bin davon auch weit entfernt. So wie jede andere Frau die ich in meinem Leben jemals getroffen habe. Offensichtlich sind wir in der Mehrheit :-)

Bikini kaufen – Akt 6: Die innere Einstellung

Bikini kaufen kann Spaß machen – wenn wir nicht nur auf unsere Makel schauen. Meine wunderbare 25-jährige Verkäuferin hat bei meinem letzten Bikinikauf gleich ganz pragmatisch gemeint: “Wir haben hier noch für jeden einen Bikini gefunden.” Und als ich ihr gestand, dass ich mich beim Bikini kaufen jahrelang grauenhaft gefühlt habe (Kinder gekriegt, Gewicht rauf, Gewicht runter, wenig Zeit für Sport), sagte sie: “Das Problem haben wir doch alle. Da brauchen wir im frühen Sommer neue Badesachen und sollen uns plötzlich nach einem langen Winter der (gefühlten) ganzen Welt halb nackt präsentieren.”

Genau, dachte ich.

Der Grund warum ich das Bikini kaufen immer möglichst lange vor mir herschiebe, ist genau der. Ich sehe im Spiegel nicht mich, sondern das, was der Mikrokosmos Badesee respektive Freibad diesen Sommer von mir zu sehen kriegt. Und Dank meiner wundervollen, ausgebildeten Beraterin ist das mein Busen in verpackter Bestform und mein Popo in einer Hose, in der er auch dann bleibt, wenn ich mich nach etwas bücke oder Sandburgen baue. Außerdem im Angebot: Farben, die mir stehen und eine Riesenlust, mit meinen Kids schwimmen zu gehen.

Sommer, jetzt kannst Du kommen.

In diesem Sinne,

Eure Svenja

Michael Buble Feeling Good

Michael Buble Feeling Good – oder warum ich mich gut fühle, wenn ich dieses Video sehe

Michael Buble Feeling Good

Wie Michael Buble Feeling Good singt, ist eh schon eine Klasse für sich. Aber ich poste dieses Video nicht, weil er toll singt, sondern weil es auf eine wunderschöne Art zeigt, woran ich so uneingeschränkt glaube.

Jeder Mensch braucht einen Mentor, um seine Träume zu verwirklichen. Und wenn es nur EINEN Menschen gibt, der einen unterstützt, einen darin fördert und bestärkt, das zu tun, was man sich so sehr wünscht – dieser eine Mensch reicht.

WICHTIG: Wie ich sehe, ist das Video auf youtube nicht mehr verfügbar – deshalb könnt ihr es jetzt hier schauen: http://www.chilloutzone.net/video/michael-buble-und-sam.html

Als Michael seinen Fan Sam auf die Bühne holt, um das Lied mit ihm gemeinsam zu singen, rechnet er nicht wirklich damit, dass das jetzt ein Highlight wird. Und dann sein absolut unbezahlbarer Blick, als Sam tatsächlich beginnt zu singen. UND ZWAR RICHTIG GUT!

Wie Michael aufspringt, wie seine ganze Körpersprache, seine Blicke ausdrücken: Das hier ist das Leben. Das hier ist aufregend. Das ist der Grund, warum ich Musik so liebe. Du bist jemand, vor dem ich Respekt habe. Du bist wie ich.

Ich fand die Michael Buble Feeling Good Interpretation schon vorher gut – aber durch dieses Video habe ich sie wirklich ins Herz geschlossen. Michael zeigt uns, worum es im Leben wirklich geht. Um Menschlichkeit. Um eine Chance. Um das Fördern von Talenten – und wenn wir ehrlich sind: ist es nicht das, was wir Mütter jeden Tag tun?

Unsere Kinder unterstützen auf dem Weg ins Erwachsenenleben? Sie loben und ihnen dabei helfen, ihre Talente zu leben und Freude daran zu haben? Ihre Berufung zu finden? Das Leben zu genießen und den Moment zu schätzen? Sich was zu trauen – und im richtigen Moment laut JA zu sagen, auf die Bühne zu springen und das Mikro in die Hand zu nehmen?

Danke Michael Buble für das äußerst emotionale Erinnern daran, dass es genau das ist, worauf es zwischen Menschen ankommt.

In diesem Sinne euch allen einen schönen Resttag

Eure Svenja

P.S.: Wer es noch nicht kennt: Hier geht es lang zum Heldenreise ebook – kostenlos und von mir geschrieben. Da trefft ihr auch den Mentor wieder und lernt, wie ihr euch weiterentwickeln könnt. Das kann ja nie schaden :-)

Das große Los von Meike Winnemuth

Ich lese gerade das Buch “Das große Los” von Meike Winnemuth. Warum ich euch das erzähle? Weil das Buch etwas ganz Tolles mit mir macht. Es macht mich zufrieden. Und es könnte auch euch zufrieden machen.

Das große Los – Der Inhalt

Die Geschichte von “Das große Los” ist schnell erzählt – und wirklich passiert. Frau Winnemuth ist Journalistin, Single, 50 und ledig als sie bei Günther Jauch 500.000 € gewinnt. Was sie damit macht? 1 Jahr um die Welt reisen. In 12 verschiedene Städte, in die sie schon immer mal fahren wollte. Eigentlich eine gute Idee. Was das wohl mit einem macht?

Also habe ich begonnen zu lesen. Bin Frau Winnemuth gefolgt durch die ersten Städte und ihre Begegnungen, ihre Gefühle und Gedanken. Und dann stolpere ich über folgende Sätze: “Was würden Sie tun, wenn alles, wirklich absolut alles möglich wäre, ohne Rücksicht auf Zeit, Raum, Geld oder Logik? Wie würden Sie leben? Was würden Sie den ganzen Tag tun?” Fragen, die auch Frau Winnemuth gestellt wurden.

Und bevor ich weiterlese, was Frau Winnemuth antwortet, beantworte ich sie für mich.

Wenn ich das große Los ziehen würde, würde ich…

1.) Zeit mit meinem Mann und meinen Kindern verbringen

2.) Sport treiben

3.) etwas Leckeres kochen und essen

4.) schreiben.

Das war’s. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber das war’s. Und plötzlich wurde mir klar: Das mache ich jeden Tag.

WAS? Ja genau, das mache ich jeden Tag. Sport treibe ich immerhin 4 Mal die Woche. Und alles andere mache ich jeden einzelnen Tag. Konnte es etwa sein, dass ich schon das Leben führe, was ich mir wünsche? Machte ich schon das, was für mich “paradiesisch” klingt? Jeden einzelnen Tag? Ohne es zu merken?

Die Antwort war simpel. Ja, aber. Ja, weil es ist, wie es ist. Aber, weil ich bis jetzt etwas Wichtiges übersehen hatte. Ich machte alles richtig, aber in der falschen Geschwindigkeit. Ich war wie eine LP, die man zu schnell abspielt. Alles hört sich komisch an und der Genuss ist dahin. Und genau so war das mit meinem Leben. Ich hatte die falsche Geschwindigkeit eingestellt. Die Songs waren zu schnell und die Pausen zwischen den Songs zu kurz. Kein Wunder, dass das nicht funktionierte.

Ganz krass gemerkt habe ich das in meinem Blog. Ich hatte nämlich alle meine Leser so mit Posts in “zu-schneller-LP-Geschwindigkeit” bombadiert, dass jetzt eine zweitägige Blogpause sofort mit der Frage “Alles OK bei Dir” bedacht wurde.

Was jetzt? Ganz einfach. Geschwindigkeit runter und sonst alles wie immer. Und das habe ich getan. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gut mir das tut. Ich bin gut gelaunt, schaue mitten am Tag aus dem Fenster und denke an lauter schöne Dinge.

Das große Los

Gestern war ich zum Beispiel nur so zum Spaß bei meiner Modedesignerfreundin Veronica Bond und habe Kleider anprobiert, die ich nicht kaufen werde weil ich keine Gelegenheit hätte, sie anzuziehen. Einfach nur so, um mich fantastisch zu fühlen, Spaß zu haben und Zeit mit ihr zu verbringen. Vor ein paar Wochen noch völlig undenkbar.

Was ich sagen will ist: Oft wissen wir nicht, was wir haben, bis wir mal das Tempo rausnehmen. Und da die Ferien anstehen und viele von euch Kinder haben, wollte ich das unbedingt noch vorher loswerden. Wenn es irgend geht, nehmt mal das Tempo raus. Genießt, was ihr tut. Rennt nicht immer. Geht mal langsam. Oder setzt euch sogar mal hin. Nichts ist schöner, als festzustellen, das man schon alles hat, was man braucht, um glücklich zu sein. Das man das große Los lebt, ohne es gezogen zu haben. Einfach weil die Lotterie des Lebens es schon lange gut mit einem meint.

In diesem Sinne – Danke Frau Winnemuth

Eure Svenja

It's all about you

Meine Leserin Cathleen (DANKE!!!!) hat mir dieses Video geschickt. “Lange nicht so geheult – und das am frühen Morgen” schrieb sie dazu. OMG – ich sage euch, was eher langsam anfängt (und ich war kurz davor, wegzuschalten) nimmt rasant Fahrt auf. Und am Ende denkt man mit einem Seufzer und Tränen in den Augen: Ja, GENAU SO muss es sich anfühlen, an dem Tag, an dem man seinen Traummann oder seine Traumfrau heiratet.

Und zehn Jahre danach weiß ich: das kann genau so bleiben. Nicht jeden Tag, aber tief drin.

Alles Liebe

Eure Svenja

P.S.: Ja, die Posts bleiben weiter kurz und knapp – aber nur noch 10 Tage und dann ist Manuskriptabgabe und wir sind back to normal :-)