Muss ich in einer Ehe bleiben, die mich nicht glücklich macht?
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- Liebe, Partnerschaft, Sex, Zwischenmenschlich
Alle mal aufzeigen, die seit 10 Jahren permanent zufrieden mit ihrer Ehe sind. Na, wie viele Hände sehe ich? Warte mal, meine ist ja auch unten. Hej, immer nur zufrieden ist doch niemand. Es gibt doch immer irgendetwas, was man beim Partner gerne ändern würde. Man selber ist ja schließlich vollkommen in Ordnung.
Wobei ich mal deutlich sagen muss: Mein Mann macht schrecklich viel richtig. Das (neben der Tatsache, dass ich ihn einfach SO interessant finde) ist auch der Grund, warum ich mit ihm verheiratet bin – obwohl wir ganz bestimmt nicht ständig einer Meinung sind. Meine Ehe ist nicht perfekt – welche ist das schon? Aber: ich könnte mir keinen anderen Mann an meiner Seite vorstellen. Ich liebe Uwe. Auch deshalb kriegen wir immer wieder die Kurve zueinander. Wenn er meint, er kommt zu kurz bei Wasauchimmer (Sex), schwenke ich irgendwann auf ihn zu. Wenn ich meine, dass das SO gar nicht geht (ich brauche Distanz und Freiheit), korrigiert er seinen Kurs. Warum? Nun, wir gehen einfach sehr gerne miteinander durchs Leben. Und: wir haben beide bereits eine Scheidung hinter uns. Die unserer Eltern. Aber davon am Ende dieses Blogposts mehr.
Zuerst möchte ich euch nämlich meine Leserin Anne vorstellen. Anne hat mir gestern das erste Mal geschrieben – und die Mail ist nicht nur lang, sie hat es auch ordentlich in sich:
Liebe Svenja,
ich verfolge regelmäßig Deinen Blog. Ich probiere viele Deiner Rezepte aus und auch Deine anderen Beiträge fließen schon mal hier und da in meinen Alltag ein.
Ich habe einen fast 3jährigen Sohn, bin verheiratet, habe einen guten Job (in Teilzeit), ein schönes Haus und einen Thermomix. Also eigentlich alles, was man sich wünscht – von außen betrachtet. Denn mir fehlt etwas ganz Entscheidendes (zumindest für mich): eine funktionierende Ehe. Ein Partner, der die Person ist, mit der ich am liebsten Zeit verbringe – und er mit mir.
Seit 12 Jahren sind wir ein Paar, aber eine Familie sind wir nie geworden. Nach der Geburt unseres Sohnes war ich natürlich nicht mehr so flexibel und konnte nicht mehr überall dabei sein, was auch kein Problem war. Mein Mann hat jedoch sein Leben wie vorher weitergelebt, Vereinsleben, Sport, etc..
Irgendwann hab ich einfach aufgehört, mich darüber aufzuregen, weil er ja ohnehin gegangen wäre. Dazu kam noch der Faktor mit dem Schichtdienst. Ich war einfach sehr viel allein, eigentlich immer und auch wenn er weg war, hat er nie angerufen und gefragt, wie es mir/uns geht. Alle meine Freundinnen wussten mehr über mich und meinen Tagesablauf, als er.
Und wenn er dann am Wochenende einmal daheim war, habe ich mir rausgenommen, mit Freundinnen was zu unternehmen, weil ich ja ohnehin schon die ganze Woche allein zuhause war. Und wenn ich nichts unternommen hätte, wäre sicher er irgendwo hingegangen und ich hätte auch noch das Wochenende allein verbringen müssen.
Kurzum, seit über zwei Jahren leben wir in einer Parallelwelt, jeder geht getrennte Wege, außer im Urlaub, da kann keiner weg. Nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem mir keine Ablenkung mehr Freude bereitet, weder Ausgehen, noch Theaterspielen, etc.. Es musste sich was verändern, ich hatte viel zu lange geschwiegen, zugesehen und den Dingen seinen Lauf gelassen.
Ich habe nun viel mit meinem Mann gesprochen, doch ich denke nicht, dass er alles verstanden hat. Wie denn auch, da vorher für ihn ja scheinbar alles gut lief. Ich denke aber, dass mein Mann nun doch etwas aufgewacht ist und etwas ändern will, weil er uns nicht verlieren will. Aber mir stellt sich die Frage, ob das noch geht, denn ich habe mich in den zwei Jahren auch gefühlsmäßig sehr abgekapselt. Sex mit ihm ist für mich derzeit unvorstellbar.
Aber wir haben doch ein Kind und ich muss das alles wieder hinbringen. Die ganze Situation derzeit raubt mir sämtliche Energie, es gab dieses Jahr noch nicht einen Tag, an dem ich nicht geweint hab, weil ich keinen Ausweg sehe, wie ich ihn wieder lieben kann.
Ich kenne keinen, der in meiner Situation ist oder war, alle ringsherum heiraten jetzt erst einmal…
Wir waren auch schon bei der Eheberatung, aber kann der Berater dort verlorengegangene Gefühle wieder zum Vorschein bringen? Und wie findet man überhaupt einen guten Berater zwischen all den Experten, die laut ihren Homepages alle horrende Summen verlangen?
Keine Ahnung, warum ich Dir, einer vollkommen fremden Frau, deren Leben und Ehe so perfekt scheinen, schreibe, aber vielleicht hast du ja einen Denkanstoß für mich, auf den ich allein nicht komme oder vielleicht gibt es eine unter Deinen Leserinnen, der es ähnlich ging…
Ich muss irgendwie alles versuchen, um aus dem Tal der Tränen wieder rauszufinden und wie ich meine Energie wieder meinem Baby widmen kann.
Liebe Grüße,
Anne
Und dann schrieb Anne mir noch eine zweite Mail:
Mein Mann bemüht sich und ist jetzt doch ein klein wenig öfter anwesend als sonst, regiert dann aber doch schnell etwas beleidigt, wenn ich das im Moment nicht mit tosendem Beifall honorieren kann. Denn eigentlich sollte das doch normal sein, dass man gern zuhause ist.
Wir sind sehr unterschiedliche Menschen, ich bin sehr emotional und er sehr rational. Er ist mehr der Typ “reiß dich zusammen” und ich mehr diejenige, die gern ein “alles wird wieder gut, Schatz” hören würde. Sein Gefühl von “zuhause” sein ist bereits am Ortsschild erreicht und nicht erst hiner der Haustüre. Mein Begriff von Familie fällt dagegen viel enger aus als seiner. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Großfamilie omnipräsent ist.
Viele Sachen hab ich einfach früher übersehen, weil ich wollte, dass alles funktioniert und jetzt fällt mir das, was ich absichtlich übersehen oder stillschweigend akzeptiert habe, doppelt auf. Ich weiß nicht, wie die Liebe zurückkommt, wie ich bleiben kann oder ob ich gehen muss, bevor mich die Situation auffrisst.
Ich denk im Wechsel drüber nach, wie schön alles hätte sein können oder ob ich’s wohl wirklich aushalten kann, wenn vielleicht irgendwann eine andere Frau in meiner Küche steht, wie praktisch es wäre, wieder bei meinen Eltern in der Nähe zu wohnen, ob vielleicht da draußen noch jemand wartet, der mich so liebt, wie ich Liebe verstehe, wie schrecklich das alles für den kleinen Mann sein wird, ob ich nicht in einer Drei-Zimmer-Wohnung noch unglücklicher wäre, etc..
Kurzum, mein Kopf dröhnt vor lauter Nachdenken. Dazu kommt der Druck meiner Eltern, die täglich schwanken zwischen “wir stehen immer hinter dir” und “du musst das wieder auf die Reihe bringen, es geht schließlich auch ums Kind” und der Druck, den ich mir selber mache, weil es mir fast das Herz zerreißt, wenn mein Sohn mit noch nicht mal drei Jahren zu mir sagt “Mama, brauchst nicht weinen, ich bin doch immer für dich da”
Deine Anne
Ja, meine lieben Leser. jetzt denkt ihr sicher: Uff. Das habe ich auch gedacht. Und dann habe ich nachgedacht und bin auf die eine, die existenzielle Sache gekommen, die Anne und ihren Mann von mich und meinem Mann unterscheidet.
NÄHE.
Wenn man, so wie mein Mann und ich, schon als Kind eine Scheidung beobachtet, weiß man ziemlich genau, wo Gefahren lauern. Sich betrügen, sich belügen, sich Nichts mehr zu sagen haben, parallele Leben führen – all das geht nur, wenn man sich nicht nah ist. Dass es diese Nähe bei uns gibt, daran hat in unserer Ehe mein Mann den größten Anteil. Er besteht auf regelmäßigem Sex, Austausch, auf gemeinsamen Abenden. Ich bin da manchmal eher lauwarm und habe auch gerne Zeit nur für mich. Auch mal in Jogginghose, auf dem Sofa, vor dem Fernseher oder mit dem Notebook auf dem Schoß. Oder beides.
Alltag prickelt nicht immer, auch nicht bei uns. Die Frage ist nur: Verliert man deshalb den Draht zueinander? Sucht Aufregung in Aktivitäten getrennt voneinander? Oder: Nimmt man sich gezielt Zeit für Gespräche? Den einen Abend in der Woche zu zweit? Verabredet man sich zum Sex (wie spießig), um nachher festzustellen: das kann auch prickelnd sein? Das hört sich an wie Tipps aus einem schlechten Beziehungsratgeber? Also, ich bin auch durch solch banale Tricks eine – und das hast Du richtig erkannt, Anne – glückliche Ehefrau in einer glücklichen Ehe.
Ich glaube, dass Deine Frage nicht ist, ob die Liebe wiederkommt (denn ich glaube gar nicht, dass die weg ist), sondern ob Du Dir vorstellen kannst, wieder Nähe zuzulassen. Da kommt gleich an erster Stelle Sex: immer noch der schnellste Weg, eng beeinander zu sein. Dieses “Partners in crime” Gefühl wieder herzustellen, dass so gar nichts mit Kindern zu tun hat. Und das ist sehr wichtig: Dass ihr einen Bereich habt, der gar nichts mit Kindern zu tun hat und den ihr gemeinsam ausfüllt.
Denn mal ganz ehrlich: Mich wundert es, dass Du Dir überhaupt den Kopf zerbrichst. Wie bitte sollst Du denn glücklich mit Deinem Partner sein, wenn Du diese Partnerschaft über Jahre nicht gelebt hast? DU musst gar nichts wuppen oder hinkriegen. Du musst auch nichts reparieren und es ist auch keiner Schuld.
Nähe kann man wiederherstellen. Das weiß ich aus Erfahrung. Außer natürlich, der Zug ist für einen Partner total abgefahren. Ob das so ist, kannst nur Du wissen – oder herausfinden.
Aber ich will Dich nicht anlügen. Das mit dem Nähe wiederherstellen wird nicht leicht. Ein bisschen ist das wie mit einem Dicken, der 40 Kilo abnehmen muss. Der muss ja erstmal 30 Kilo abnehmen, um einigermaßen schlank auszusehen. Der hat also jahrelang zu viel gefuttert – so wie ihr jahrelang getrennte Wege gegangen seid. Wenn man aber nie mehr als 5 Kilo zuviel drauf hat (also nur ab und zu mal getrennte Wege geht), dann ist man auch schnell wieder in Topform. Da reicht manchmal ein romantischer Abend oder eine heiße Nacht, damit man wieder beieinander ist.
Spar Dir das Geld für den Eheberater. Sprich einfach nochmal mit Deinem Mann. Sag ihm, dass Du Dir mehr Nähe wünschst und WIE DU DIR DAS KONKRET VORSTELLST. Dass Du glaubst, dass ihr euch aus den Augen verloren habt. Wenn – und da hör jetzt genau hin – wenn Du bei diesen Zeilen das Gefühl hast: Das wünsche ich mir so sehr.
Solltest Du aber eher das Gefühl haben, von dem Du oben schreibst, nämlich: “Wartet da draußen vielleicht noch jemand, der mich so liebt, wie ich Liebe verstehe?” – dann kann es auch einfach zu spät sein. Und das ist dann auch nicht schlimm. Nochmal: Man muss eine Ehe nicht SCHAFFEN oder HINKRIEGEN, wenn man damit dauerhaft nicht glücklich ist.
Wichtig ist, dass Du in Deinem Leben und in Deiner Ehe nach Deinen Werten leben, Deine Gefühle ausdrücken kannst. Einen Partner hast oder findest, mit dem Du Dir Nähe wünschst und lebst. Wachsen kannst, über viele Jahre. Mit dem Ehe nicht Kompromisse schließen bedeutet. Sondern einfach nur sauinteressant ist. Und Spaß macht.
Was aus meiner Erfahrung heraus nicht geht: Nähe nur mit der halben Arschbacke zulassen: “Sprich mit mir, aber rühr mich nicht an.” So ticken Männer nicht.
Nun also mein abschließender Rat: Nimm Dein Leben in die Hand. Du bist kein Opfer, Du bist reich beschenkt. Wie Du eingangs schreibst, hast Du fast alles. Jetzt musst Du nur noch entscheiden, was Du draus machst. Ein Glas, was nur noch zur Hälfte aufgefüllt werden muss oder eines, was schon halb leer ist. Was Du auf jeden Fall nicht daraus machen solltest, ist eine Sackgasse, in der Dein Kind zum Erwachsenen wird und Dich tröstet. Anne, das geht nicht.
Steh auf, wisch Dir den Dreck von den Hosenbeinen und geh die Sache an. Alles ist besser, als in einer Ehe zu bleiben, die Dich nicht glücklich macht. Sowohl eine Trennung als auch eine Reanimation eurer Nähe und des Zaubers, den ihr mal hattet.
Und bevor Du Dich entscheidest, setz Dich nochmal eine Minute ganz still hin und hör auf Dein Bauchgefühl. Ich bin mir fast sicher, dass Du schon längst weißt, wo es lang gehen soll.
Alles Liebe
Deine Svenja
Das große Schweigen
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- Inspiration, Liebe, Partnerschaft, Sex

Manchmal fahre ich morgens los, um die Kinder zur Schule zu bringen, und weiß noch überhaupt nicht, worüber ich heute schreiben soll. Aber Gott sei Dank gibt es ja Herrn Brichta, meinen Bäcker. Mit dem plaudere ich morgens über Gott und die Welt und ganz oft auch über Beziehungen. Herr Brichta und seine Frau führen nämlich zusammen meine Stammbäckereifiliale und haben damit quasi die gleiche Konstellation wie Uwe und ich. Zusammen leben, 2 Kinder und zusammen arbeiten.
Heute Morgen kamen wir mal wieder darauf, dass wir wirklich froh sein können, dass wir unsere Ehepartner gefunden haben und so viel miteinander teilen können. Ich glaube ja, dass das auch daran liegt, dass Uwe und ich so viel miteinander reden. Nicht dass wir jeden Abend romantisch bei einem Glas Wein zusammen sitzen würden und uns tiefsinnig austauschen. Beileibe nicht. Aber dafür reden wir eigentlich sonst ständig. Im Auto. Am Telefon. Auf dem Weg zum Sport. Und da wir so viel Zeit zusammen verbringen, reden wir auch ganz viel mit anderen Menschen, wie eben mit unserem Bäcker. Wir bringen die Kinder morgens gemeinsam zur Schule und zum Kindergarten. Wir sprechen im Kindergarten mit denen, die wir gerade treffen. In unserer Siedlung (denn wir arbeiten ja auch hier). Im Fitnessstudio. You name it. In diesem Austausch mit anderen wird mir auch immer wieder klar, warum ich meinen Mann so liebe. Wie er mit anderen umgeht, seine Meinungen, seine generelle Offenheit und Liebe allen Menschen gegenüber. Das ist etwas, was ich wirklich und zutiefst schätze.
Oft fällt ja nach vielen gemeinsamen Jahren der Satz “Wir haben uns nichts mehr zu sagen”. Aber kommt das – wenn man ganz ehrlich ist – nicht auch daher, dass man irgendwann aufgehört hat, miteinander zu reden?
Natürlich gibt es auch bei uns immer wieder Momente, in denen ich eigentlich NICHT hören will, was mein Mann zu sagen hat. Entweder weil ich finde, dass er falsch liegt. Oder weil es mich aus meiner Comfort Zone herausträgt und eine Herausforderung bedeutet. Klar, mein Mann hat einen ganz nahen Blick auf mich. Er kennt meine Schwächen (und ich bin Gottfroh, dass er so verliebt in mich ist, dass er mir die meisten durchgehen lässt). Aber manche Sachen eben nicht – und die müssen dann auch mal angesprochen und vor allem: von mir gehört werden. Lästig, immer dieses Wachsen in der Partnerschaft :-) Aber ohne das ist es eben auch nicht möglich, sein Leben miteinander zu verbringen.
Warum ich das heute alles so ausführlich beschreibe? Nicht nur wegen Herrn Brichta und unserer morgendlichen Plauderei. Sondern vor allem, weil mir nach meinem “No excuses, sex please”-Post letzte Woche wirklich viele Frauen geschrieben haben, dass sie gar keinen Sex mehr haben, seit Jahren. Oder so wenig, dass man ihn im Jahr an einer Hand abzählen kann. Ich merke, dass ihr ein großes Bedürfnis habt, euch mit euren Partnern auszutauschen. Aber oft nicht mehr wisst, wo ihr den Anfang machen sollt.
Egal um welches Thema es geht, es gibt immer Sachen, die wir Frauen in unserer Beziehung gerne anders hätten. Manchmal macht uns das unzufrieden, manchmal können wir damit umgehen. Ich möchte euch bitten, genauso lebendig und offen zu bleiben, wie ich euch in euren Mails erlebe. Ich sehe Frauen, die Träume haben, Ziele erreichen wollen, an sich arbeiten. Mit dieser Einstellung kann man auch das große Schweigen brechen, da bin ich mir ganz sicher. Ich denke jedenfalls feste an euch, wenn ihr den ersten Schritt tut.
In diesem Sinne einen schönen Tag
Eure Svenja
LACHEN - JETZT!!!
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- Inspiration, Liebe, Partnerschaft, Zwischenmenschlich
Ihr Lieben,
herrlich, wenn meine männlichen Leser viel zu sagen haben. Vor allem zu solchen Blogposts wie neulich zum Thema “Was Frauen glücklich macht“. Dazu hat mir mein Leser Tobias nämlich ein Video geschickt. Leider stehe ich überhaupt nicht auf vermeintlich lustige Videos, die “die Wahrheit über Männer und Frauen” zum Thema haben. Wenn dann noch männliche Comedians darüber referieren (ganz ehrlich, woher sollen DIE irgendwas über Frauen wissen???), haben solche Videos bei mir quasi keine Chance. Doch dieses Video habe ich bis zum Ende geguckt und mich so oft wiedererkannt, dass es (fast) weh tat. Hauptsächlich in den Lachmuskeln. Schön sind auch die Einblendungen der Zuschauer im Saal (nur Paare) – denen geht es wohl ähnlich und sie trauen sich kaum noch, einander anzuschauen.
Also Tobias, ich muss sagen: Du hast Recht. Aufmerksamkeit und die “simple acts of kindness” bedeuten uns Frauen wirklich mehr (besonders über die Jahre), als die großen Dinge. Sagt eine Frau, die mit einem Mann verheiratet ist, der die Familie ernährt, mir zuhört UND das Bett macht. Nur an der Sache mit den Rosen arbeite ich noch :-)
In diesem Sinne freue ich mich, wenn ihr heute einfach mal mit mir über euch selbst lacht und darüber, wie herrlich unterschiedlich die Geschlechter sind. Sonst wäre es doch auch langweilig, oder?
Alles Liebe
Eure Svenja
Life regrets
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- Inspiration, Liebe, Partnerschaft, Zwischenmenschlich
Heute habe ich auf youtube ein Projekt entdeckt, bei dem 50 Menschen dieselbe Frage gestellt wird. Das funktioniert so: Eine Kamera wird irgendwo auf der Welt in irgendeiner Fußgängerzone aufgestellt. Dann wird Passanten, die Lust haben mitzumachen, eine Frage gestellt. Ich habe also ein paar Videos angeschaut und die Fragen waren ganz unterschiedlich – von “What would make your day?” über “Where would you like to wake up?” bis hin zu “What where your childhood dreams and what are your dreams today?”. Alles ganz nett anzusehen, aber nichts hat mich wirklich gefesselt. Doch bei dem Video oben zapelte ich dann am Haken. Die Frage lautet “What is your biggest life regret?” Es ist alleine schon deshalb spannend, weil die Menschen auf diese Frage intensiver reagieren. Sie schauen nach oben, beißen sich auf die Lippe, sind plötzlich in sich gekehrt. Also bin ich ins Nachdenken gekommen.
Was sind meine life regrets? Was bedauere ich am meisten, in meinem Leben getan oder eben nicht getan zu haben. Weil darum scheint es zu gehen – alle Antworten handeln davon, was Menschen getan oder gelassen haben. Ist das nicht irre? Das heißt, dass wir uns komplett über unsere Handlungen definieren. Keiner gibt die Antwort: ich bedauere, dass ich das und das nicht GEDACHT oder viel zu oft gedacht habe. Dabei findet doch ein Großteil dessen, was wir sind, im Inneren statt.
Wie auch immer, vielleicht fällt euch sofort ein, was ihr am meisten bedauert – vielleicht fällt euch aber auch gar nichts ein. Hier ist meine Antwort:
“Ich bedauere nicht eher gewusst zu haben, dass es immer richtig ist, auf mein Bauchgefühl zu hören.”
Und, was ist eure Antwort? Ich bin gespannt und wünsche euch einen tollen Sonntag an dem ihr alles Schöne nachholen könnt, wozu ihr in der Woche nicht gekommen seid.
Eure Svenja
Tränengarantie
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- Hochzeit, Liebe, Partnerschaft

Ich habe eine geheime Leidenschaft. Ich LIEBE es, mir Heiratsanträge anzuschauen. Heute habe ich ein Video entdeckt, dass mich zu Tränen gerührt hat. Nicht weil es so außergewöhnlich ist, sondern weil man spürt, wie sehr sich diese beiden Menschen lieben und wie innig sie miteinander sind. Es hat mich sehr an Uwes Heiratsantrag erinnert, auch wenn der (klassisch) im Bett war. Aber die Art, wie der Mann sie anschaut und direkt fragt und vorher ungeduldig und aufgeregt ist – das fand ich sehr berührend. Und ihr “Ja” war gleichzeitig so bedeutend und irgendwie doch total selbstverständlich, dass man weiß, es kommt aus tiefstem Herzen.
Zwei weitere Hochzeitsantragsvideos möchte ich euch noch ans Herz legen – auch wenn sie ganz unterschiedlich sind. DIESES hier macht einfach nur Spaß – es ist komplett durchchoreografiert, aber man sieht, wie beide den Moment genießen.
Und DIESES hier ist deshalb so berührend, weil sich der Mann wahnsinnig viel Mühe gibt und sich was ganz ganz Individuelles hat einfallen lassen. Es erzählt eine richtige Geschichte und ich hoffe, es schickt euch mit guter Laune in den Tag.
Und eins ist mir ganz wichtig: Auch wenn ihr vielleicht gerade alleine seid. Da draußen wartet jemand auf euch, der euch liebt, euch versteht und sehr sehr glücklich machen wird. Für immer.
Striptease oder der ewige Kampf um Nähe
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- Liebe, Partnerschaft, Sex
Für diesen Post habe ich meinen inneren Zensor mal locker ausgeschaltet, denn sonst brauche ich gar nicht erst anfangen. Schließlich geht es um Sex. Und wer will darüber schon in der Öffentlichkeit schreiben? Aber bevor ich jetzt anfange, darüber nachzudenken, wer das alles lesen wird, schüttele ich einfach nochmal meine Gedankenbettwäsche schön frisch auf und sage euch, wie es ist.
Vor einiger Zeit habe ich eine nicht repräsentative Umfrage in meinem Freundeskreis durchgeführt. Die Frage lautete: “Vor wem würde es Dir leichter fallen, einen Striptease zu machen – vor Deinem eigenen Mann oder vor einem wildfremden Mann?” Die erste Reaktion war immer gleich: Meine Freundinnen haben gelacht. Laut und herzhaft. Und dann haben sie ein bisschen verschämt geguckt und gesagt: “Natürlich vor einem Wildfremden!” NIcht unbedingt die Antwort, die man von Frauen mit Mann und Kindern, Haus und zwei Autos erwarten würde, oder? Und wir reden hier von Frauen, die GLÜCKLICH verheiratet sind. Wie kann es also sein, dass es DENEN schon in Gedanken schwerfällt, vor ihren Männern besonders sexy zu sein?
Als meine Kinder noch klein waren und mein Schlafentzug groß, überraschte mein Mann mich irgendwann mal mit dem Satz: “Ich bin nur zu zwanzig Prozent glücklich in unserer Ehe!” WAAAAS? 20 Prozent – das ist weiß Gott nicht viel. Und ich hatte diesem Mann gerade zwei gesunde Kinder geschenkt. Was erwartete der eigentlich noch? Mein innerer Protestmarsch rannte bereits los und ich konnte gar nicht so schnell reden, wie ich dachte. Das nutzte mein Mann und fragte mich, wann wir eigentlich das letzte Mal zusammen geschlafen hatten.
Mhhhh, mal überlegen. Vielleicht vor zwei Wochen??? “Vor zwei Monaten” sagte er. Die Zahl blieb fett im Raum stehen und wog noch schwerer als die 20 Prozent. Wie konnte es sein, dass mir das entgangen war??? Mir, die ich Sex mit meinem Mann liebte? Das musste recherchiert werden.
Also ging ich auf die Website des Mannes, dessen Bücher als erstes erscheinen, wenn man bei amazon den Suchbegriff “Leidenschaft” eingibt: David Schnarch. Und auch wenn ich sonst nicht so der Typ dafür bin – ich habe dort einen Online-Test gemacht, in dem es um Sex in Beziehungen geht. Und wenn ihr bis hier gelesen habt, solltet ihr das vielleicht nachher auch mal tun. Einfach so, um zu schauen, wo ihr so steht – außer ihr küsst euch IMMER beim Sex und schaute euch jedesmal in die Augen beim Orgasmus. Ja, genau – darum geht es nämlich.
Nicht um Stellungen und Techniken, sondern um Nähe und Intimität – und um den Bogen mal kurz zu schließen: ein Striptease ist ziemlich nah und intim. Was Frauen am Anfang der Beziehung können und womit sie die Männer locken (und ja, ich meine das ganz evolutionsmäßig) ist ein Übermaß an Nähe und Intimität. Stundenlang liegen wir im Bett und machen alles, was man sich zu zweit nur vorstellen kann. Immer tolle Unterwäsche und frisch enthaart, frisch gewaschen und duftig eingecremt. Aufmerksam und liebevoll. Aber warum fällt uns das irgendwann dann genau mit diesem Mann schwer? Obwohl wir ihn viel mehr lieben und viel mehr zusammen erlebt haben?
Ich glaube, genau das ist der Punkt. Wir haben eine andere Art von Nähe aufgebaut, auf einem viel intimeren, tieferen Level. Mein Mann kennt mich wie kein anderer Mensch auf der Welt. Mit wirklich allen Schwächen und den eben nicht allzu prominenten Aspekten meiner Persönlichkeit. Genauso nah ist ER MIR – und genau das bringt beim Sex manchmal Nachteile. Hier mal ein Beispiel.
Wenn wir einen Abend Zuhause verbringen und ich früher ins Bett gehe, weil mein Mann noch arbeitet und ich dann schon schlafe, wenn er ins Bett kommt, hängt bei uns der Haussegen schief. Woran ich das erkenne? Am Atmen. Mein Mann atmet dann anders am nächsten Morgen. Mehr so Seufzer-enttäuscht-leichtverstimmt-vorwurfsvoll als wie sonst müde-wohlig-verschlafen. Und das zu erkennen bevor sich in mir überhaupt irgendein Verlangen regen kann, setzt mich unter Druck – und bewirkt den Gegenteil vom Wunsch nach Nähe. Spannend oder?
Heißt das jetzt, dass die Nähe in dem einen (Alltags-, Gefühls-, Real-life-) Bereich eine Gefahr für echte Intimität ist? Das wollte ich nicht hinnehmen. Also habe ich David Schnarchs Bücher gelesen und verdammt viel gelernt. Zum Beispiel, dass es immer einen gibt, der in der Beziehung mehr Sex will – sagen wir mal 4 Mal die Woche. Und dass das so ist, weil der andere weniger will – sagen wir mal 2 Mal die Woche. Interessanterweise könnte aber der, der 2 Mal die Woche Sex will in einer anderen Beziehung ein wahres “Sexmonster” sein – weil ein anderer Partner vielleicht nur einmal Sex im Monat will. Ich habe gelernt, dass unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse zeigen, dass man sich weiterentwickelt. Mehr noch: Schlechter oder langweiliger Sex gehören absolut dazu und kündigen eine neue Stufe in der Beziehung an. Und wenn man das nicht verdrängt und anstattdessen angeht, kann man jede Menge neuen, noch intimeren und wirklich sexy Sex haben. I tell you.
Jetzt aber Schluss mit der Ratgeberbeweihräucherung und nochmal zurück ins echte Leben. Wünscht ihr euch nicht auch manchmal, ihr hättet wieder diese tolle körperliche Verbindung mit eurem Partner? Ihr wärt wieder euer bestes sexy self? Ich kenne kaum Frauen, die das nicht mindestens genau so vermissen, wie ihre Männer – wenn sie mal ganz ehrlich sind. Viele gehen dann irgendwann fremd und verwechseln die Schmetterlinge mit echter Intimität. Aber HEY, das sind nur Hormone. Bevor ihr in Tagträume verfallt oder Schlimmeres passiert, möchte ich auch darum bitten, genau hinzuschauen.
Ihr habt einen tollen Mann an eurer Seite – einen mit Ecken und Kanten, aber einen der euch liebt. Es lohnt sich IMMER für ein tolles Leben miteinander zu kämpfen. Ich habe diesen Post geschrieben, damit ihr darüber einmal nachdenkt – was euer Mann euch alles gibt – nicht nur, was er vielleicht fordert. Wie viel Liebe und wie viel Herzergreifendes ihr schon miteinander “durch habt”. Und wo ihr noch gemeinsam hin wollt. Es ist JETZT an der Zeit, etwas für euch beide zu tun. Mir ist es nicht leicht gefallen, diesen Post zu schreiben – aber ich weiß, dass ich euch nur dann erreiche, wenn ich selbst emotional bin und mein Herz öffne. Und deshalb erkläre ich dieses Wochenende zum offiziellen “Ehe-Aufpäppel-Wochenende” – egal wie eure Situation gerade ist, ein bisschen Pflege kann jede Beziehung gebrauchen. Und weil es passend dazu draußen herbstlich stürmt, sage ich jetzt nur noch: Licht aus, Kerzen an. Mädels, da geht noch was!
Eure Svenja
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Meine Lieben,
heute mal wieder ein Post aus der Reihe “Frau Walters unglaubliche Erlebnisse auf dem Weg zum erwachsen werden”.
Als ich 26 Jahre alt war, habe ich mich ziemlich unsterblich verliebt. In M., der super aussah, intelligent und witzig war. Als wir 3 Wochen zusammen waren, haben wir einen traumhaften Frisch-Verliebt-Urlaub gemacht und sind für 4 Tage nach Langeoog gefahren. Obwohl der Urlaub toll war, gab es ein paar Situationen, in denen ich gemerkt habe – irgendwie ist er doch nicht so ganz der Richtige. Manchmal ein bisschen zu albern, zu kindlich. Eher auf der Spaßschiene als auf der Suche nach einer ernsthaften Beziehung, in der man sich wirklich austauscht und aneinander wächst. Also habe ich an unserem letzten Abend genau darüber mit ihm gesprochen – und in dem Gespräch habe ich gemerkt, dass er das gar nicht wechseln kann. OK, habe ich gedacht, vielleicht ist er einfach noch nicht so weit. Oder das war es jetzt einfach.
Am nächsten Tag haben wir unsere Koffer gepackt und beim Bahnhof in ein Schließfach eingeschlossen. Dann sind wir mit unseren Mieträdern ein letztes Mal an den Strand und raus zur Sandbank geschwommen. Als die Zeit langsam drängte, wollten wir zurückschwimmen. M. machte immer wieder Scherze, dass er jetzt ins Meer springen würde. Und ich erinnere mich noch, dass ich mich umgedreht habe und gesagt habe: “Spring nicht, das Meer ist da nicht tief genug.” Und dann habe ich mich umgedreht und bin losgeschwommen. Und dann war da plötzlich dieses Geräusch.
Als ich mich umgedreht habe, saß M. im Wasser vor der Sandbank. Seine Beine schlugen unkontrolliert aus und sein Gesicht war total verzerrt. Ich bin so schnell ich konnte zurück und habe mich instinktiv erstmal auf seine Beine gesetzt, um sie zu stabilisieren. Das Wasser war so flach, dass es ihm im Sitzen noch nicht mal bis zum Bauchnabel reichte. Also vielleicht 20 cm tief, wenn überhaupt.
M. schaute total glasig an mir vorbei. “Bist Du gesprungen?” habe ich immer wieder gefragt. Aber die Antwort konnte ich mir eigentlich selbst geben. Er war gesprungen, mit dem Kopf voran, in 20 cm flaches Wasser. Und jetzt stimmte irgendwas nicht mit ihm.
Heute weiß ich, warum sich die Situation so seltsam und unwirklich anfühlte. Warum ich dieses “Alles wie im Film” Gefühl hatte. So macht man Blockbuster. Man nimmt ein Liebespaar, setzt es auf einer einsamen Insel aus und dann passiert eine Katastrophe. Werden die beiden überleben? Um es richtig spannend zu machen, fehlt nur noch eins: Der begrenzende Faktor. Die Zeit muss knapp werden. Dann gibt es a) eine Bombe zu entschärfen oder b) kommt nur einmal im Jahr ein Schiff vorbei, was Dich retten könnte (und das kommt in 10 Minuten an – aber am anderen Ende der Insel).
Tja, bei uns kam einfach nur die Flut. Und ich musste zusehe wie ich mit diesem 90 kg Brocken, mit dem irgendwas nicht stimmte, zurück an die Küste kam. Noch dazu wo ich echt nur ein mäßiger Schwimmer bin.
Ich erinnere mich nur noch ganz schwach an das, was dann kam. Ich war total im Überlebensmodus. Irgendwie haben wir es geschafft, zurück an den Strand zu kommen. M. hatte starke Schmerzen im Nacken und einmal hat es total laut gekracht. Er hat sich dann aufs Handtuch gelegt und ich bin in einem irren Tempo zur Apotheke gerast, um eine Salbe zu besorgen. Im Rückblick lächerlich, aber in dem Moment wusste ich mir nicht anders zu helfen. Als ich zurückkam, konnte M. vor lauter Schmerzen kaum noch reden. Und dann ging alles ganz schnell. Notarzt, Hubschrauber, Flug zum Festland. Der Hals war gebrochen, M. vielleicht gleich gelähmt oder in wenigen Minuten unfähig zu sprechen. Die Ärzte legten sich auf nichts fest. Und weil seine Mutter im Urlaub und sein Vater weit weg war, gab M. an, dass ich seine Frau bin. Irgendjemand musste ja die notwendigen Entscheidungen treffen, wenn er gleich wegsackte. Nach der Diagnose schaute er mich an und sagte: Ich liebe Dich. Da war für mich klar, dass ich bleiben würde.
Am nächsten Tag bin ich im Bikini und M.s T-Shirt barfuß im Zug zurück nach Langeoog gefahren, denn unser Gepäck war ja noch auf der Insel. Ich bin für 3 Wochen ins Schwesternheim neben der Klinik gezogen. An Verlassen war gar nicht mehr zu denken. Der Mann, der mir zu albern war, hatte eine ganz andere Seite. Er war sehr liebenswert und dankbar, dass ich da war. Eine OP später waren wir fest miteinander verwachsen – und die Rollen klar verteilt. Er der übermütige Lausbub, ich die vernünftige Umsorgende.
Nachdem M. wieder komplett gesund war, sind wir zusammengezogen. Ja, da hatte sich Liebe entwickelt. Aber immer wieder habe ich gespürt: Der spielerische, rücksichtslose, alberne M. – der ist noch da. Und auch wenn ich nie wirklich einen Beweis hatte, ich habe immer gespürt: Ich bin nicht die Einzige. Und das war ich auch nicht. Aber ohne Beweis gehen? Ja, das geht – trotz eiligem Heiratsantrag von M. und seinen Beteuerungen, dass er mich nie betrogen hatte. Nach 2 1/2 jähriger Beziehung bin ich also ausgezogen. Zurück in MEINE Stadt. Und hatte schrecklichen Liebeskummer. Seine letzten Worte waren “Ich liebe Dich” und ich habe gedacht: UND ICH GEHE TROTZDEM. Sonst werde ich nie sehen, was Sache ist. Ich brauche Abstand, denn Du bist mir zu nah, um klar zu sehen, was hier los ist.
2 Tage später habe ich M. angerufen. Er lag mit einer anderen Frau im Bett – und hat auch gar nicht versucht, das zu vertuschen. “DU bist doch ausgezogen” hat er gesagt. Und ich hatte unglaublichen Liebeskummer. Schrecklich war das. Manchmal saß ich in meiner neuen Wohnung im Wohnzimmer und dachte: “Wenn ich jetzt rübergehe ins Schlafzimmer, ist er sicher da.” Das hört sich durchgeknallt an, aber ich war so fürchterlich an ihn gewöhnt, dass es körperlich weh tat. Ich habe gelitten wie ein Hund. NIE WIEDER würde ich jemandem Vertrauen können, das war klar.
Fast forward.
Was sich damals anfühlte, wie das Ende der Welt, war der Start für alles, was mich heute glücklich macht. Ich habe meinem Mann diese Geschichte erzählt, bevor wir zusammen gekommen sind. Jahre später hat er mir gesagt, dass das einer der Schlüsselmomente war, in denen er sich für mich entschieden hat. Anstatt ein Opfer zu sehen, sah er eine Frau, die – egal in welche Krise sie geraten würde – einen Weg da raus finden würde. Die anpacken konnte und vor Gefahren nicht weglief. Die Herausforderungen annahm und für die kämpfte, die ihr nahe standen. Für meinen Mann waren das Qualitäten, nach denen er sein Leben lang gesucht hatte. 2 Wochen später waren wir verlobt.
Unsere Niederlagen sind genauso wichtig wie unsere Siege. Manchmal führt das eine sogar zum anderen. Am Ende lohnt sich Liebeskummer. Jede Einzelne von uns hat einen Mann verdient, der uns für unsere Stärken liebt. Der diese Stärken sieht, sie zu schätzen weiß und der dankbar ist, auf sie bauen zu können. Der diese Dankbarkeit in Worte fassen kann und das auch tut. Der uns lobt und uns das Gefühl gibt, dass wir eine “Jahrhundertfrau” sind. Dafür möchte ich Dir, Uwe, danken. Ich habe durch Dich verstanden: Man muss sich nicht mit wenig zufrieden geben, wenn man mehr haben kann. Und Du, Du bist mehr. Von allem und für immer.















