Entrümpeln oder Ich bin eine Schlampe (nicht wirklich)

Was ist mit meinem Keller los? Und warum kaufe ich jedes Jahr Glühwein, um ihn dann nicht zu trinken?

Neulich surfe ich nichtsahnend im Netz umher und stolpere über einen Satz, von einer Frau, die ihr Leben offenbar besser im Griff hat, als wir alle zusammen. Der Satz lautete:

“There is nothing in my house that we don’t use.”

Schluck. Tief Lufthol. Doppelschluck.

Warum hänge ich immer mehr Termine und Merkzettel an die Pinnwand, anstatt die Sachen, die vorbei sind, abzuhängen?

OK, davon bin ich weit entfernt. Und das, obwohl meine Freundin Jessica mal gesagt hat, dass man eigentlich jederzeit bei mir vorbeikommen könnte und es immer ordentlich wäre (das stimmt so dann allerdings auch wieder nicht…). Mein Problem ist nicht die generelle Ordnung, sondern die Gruschtelecken und – stapel. Seit ich Kinder habe, entstehen die quasi von selbst.

Wieso sieht die Schublade im Garderobenschrank immer so aus?

Von der Tatsache mehr oder weniger schockiert, dass sehr viel in meinem Haus ist, was ich NICHT verwende, habe ich mich mit meiner Kamera auf den Weg gemacht und mal geschaut, was eigentlich bei mir ordnungstechnisch so los ist. Schnell war klar – die Gruschtelecken, die vollgestopften Schubladen und die anderen Ansammlungen müssen als Erstes weg. Danach kann ich dann die Aktion “Ich sortiere alles aus, was ich nicht verwende” starten.  Ist ja auch eher was für den Herbst, wenn es draußen regnet.

Warum sortiere ich eigentlich nie mein Gewürzregal aus?

Wie wäre es, wenn ihr auch mal so wie ich durch euer Zuhause geht und schaut, wo es hakt? Was würde euch auffallen, wenn ihr nicht selbst dort wohnen würdet? Was würdet ihr über die Bewohner denken?

Warum kriege ich mein Bad nicht in den Griff, egal wie viele Ikeacontainer ich kaufe?

Oder anders gesagt: Was müsstet ihr jetzt loswerden, bevor ihr im Herbst mit mir euer Haus richtig auf den Kopf stellt?

Alles Liebe

Eure Svenja, die die aufblasbaren Riesenorkas und -krokodile sowie die Rollschuhe und Hüpfbälle und Strandmuscheln unter der Kellertreppe nicht fotografiert hat, weil der Post sonst wahrscheinlich eine andere Überschrift gehabt hätte.

Meine Top 7 Sommerprobleme - ein für allemal gelöst!

Es gibt Probleme, die habe ich jeden Sommer von Neuem. Wie finde ich beide Flip Flops in der Schuhschublade – oder anders gesagt: Warum geht mir immer einer verloren? Wie schaffe ich es mehrere Kleider oder Tops mit Spaghettiträgern auf Bügel zu hängen, ohne dass sie ständig runterfallen? Wie kann ich schneller und effizienter für den Badesee packen? Was mache ich bei der Hitze mit den Kindern – und wo ist nochmal die Sonnenmilch?

Dieses Jahr bin ich die Sommerprobleme systematisch angegangen und habe für jedes Problem eine richtig gute Lösung gefunden. Vielleicht geht es euch ja mit einigen Dingen ähnlich…hier meine Top 7 Sommerprobleme, Lösungen inklusive.

Sommerproblem 1: Wohin mit den FlipFlops? Lösung: In einen Eimer.

Sommerproblem 2: Wie hänge ich Kleider oder Tops mit Spaghettiträgern auf? Lösung: Haushaltsgummis an den Bügelenden befestigen,  dann rutscht nichts mehr.

Sommerproblem Nummer 3: Wo ist nochmal der Mückenstift? Und die Sonnenmilch? Lösung: Alle sommertauglichen Kosmetika in eine Box packen.

Sommerproblem 4: Wie arbeite ich im Garten, ohne mir die Knie schmutzig zu machen? Lösung: Ich mache mir Knieschoner aus Plastiktüten.

Sommerproblem 5: Was gebe ich den Kindern, wenn sie schnell was essen wollen und es draußen superheiß ist – außer Eis? Lösung: Ich bereite einen Snack Container für den Küchenschrank und einen für den Kühlschrank vor und bewahre beide in kindgerechter Höhe auf – so können sich die Kinder selber bedienen. Meine Vorschläge für ein bisschen was Gesundes und genug Ungesundes, so dass die Kinder die Container auch wirklich nutzen:

Snack Container für den Küchenschrank (mit abgepackten Portionen):

  • Fischlis
  • kleine Salzbrezel, Salzstangen
  • Rosinen, Apfelchips und andere getrocknete Früchte
  • TUC Cracker
  • Smacks (trocken)
  • Mandeln
  • Nüsse

Snack Container für den Kühlschrank (mit abgepackten Portionen):

  • Käsewürfel
  • Actimel
  • Trauben
  • Möhren und Paprika in kleine Stücke geschnitten
  • Kirschtomaten und Gurkenscheiben
  • saure Gurken
  • Ferdi Fuchs Wurst, Gelbwurst, Bifi

Sommerproblem 6: Wie packe ich meine Badetasche effizienter: ohne dass ich was vergesse und ohne dass alles nass wird? Lösung: Ich habe immer eine große Tasche (gern genommen: die blaue von Ikea) mit Handtüchern und Schwimmsachen und Strandspielzeug fertig gepackt im Keller stehen. Dann habe ich viele kleine Pakete, die wasserdicht verpackt sind. Mit einer Notapotheke, Malsachen, Spielen, Snacks – die kommen bei Bedarf auch in die Tasche, ohne dass dadurch Chaos entsteht.

Sommerproblem 7: Was mache ich bei der Hitze mit den Kindern? Lösung: Zu Beginn des Sommers wird der Sommer geplant.

Dazu setzen sich alle Familienmitglieder gemeinsam an den Tisch und überlegen, was sie diesen Sommer gerne machen würden. Alles wird auf eine Liste geschrieben, die abgetippt und dann laminiert wird. So haben wir eine Summer Bucket List und können jedes Mal, wenn die Frage “Was machen wir heute” kommt einfach auf die Liste schauen, uns auf etwas einigen – und dann damit loslegen. Viel besser als immer wieder von vorne nachzudenken, weil einem dann eh gerade wieder nichts einfällt.

Ich hoffe ihr konntet euch ein paar Tipps abschauen, damit auch ihr diesen Sommer nur Spaß und keine Probleme habt. Und solltet ihr noch einen tollen Tipp haben, der hier nicht steht – immer her damit. Wenn ich das kann, könnt ihr das auch.

In diesem Sinne

Eure Svenja

 

Wie ich alle meine Aufgaben erledige und dabei glücklicher bin

Ich habe ja schon Mal geschrieben, wie oft ich von euch den Satz höre: Wie Du das bloß alles schaffst…

Also, erstmal ist es ja nicht so, dass ich mehr schaffen würde als ihr. Da bin ich mir ziemlich sicher, denn ich kenne nicht EINE Frau und/oder Mutter, die tatsächlich auf der faulen Haut liegt. Aber in einem habt ihr natürlich Recht: Ich schaffe viel. Wie? Mit ein paar Tricks, die ich euch heute Mal an die Hand geben möchte – vielleicht nutzen sie ja dem ein oder anderen. Ich habe sie aus einigen Time-Management Büchern zusammengetragen und meine persönlichen Erfahrungen mit einfließen lassen.

Am Anfang eines glücklicheren und bewussteren Lebens steht wohl immer der Moment, wo man sich fragen muss, was eigentlich falsch läuft. Und das geht am besten, wenn man NICHT auf das schaut, was einen alles ärgert und wo man gerade steht und wo sowieso alles zu viel ist – sondern auf das, was man liebt.

Wenn ihr jetzt also eine Liste mit Dingen anlegt, die ihr liebt – einfach mal freies Brainstorming – dann seht ihr schon Mal, dass es viele Dinge gibt, die euch am Herzen liegen. Bei mir steht da wirklich kreuz und quer alles Mögliche drauf. Hier mal drei Beispiele: Sport, Parties organisieren, Kochen. Aber ich habe auch so unkonkrete Themen festgehalten wie “eine Herausforderung annehmen” oder “etwas anzetteln”. Das kann nun wirklich alles sein – aber ich mag es eben gern, Neues auszuprobieren.

Wenn ihr das gemacht habt, schaut ihr mal, ob sich einzelne Themen bei euch zusammenfassen lassen. Kochen, backen, nähen und basteln fallen bei mir zum Beispiel in eine Kategorie. Und dann sucht ihr eure Top Five raus. Die, die euch am allermeisten Spaß machen, die euch am Herzen liegen, auf die ihr nicht verzichten möchtet.

Hier wieder ein kleiner Blick auf meine Liste. Die beruflichen Ziele habe ich an die ersten 2 Stellen gesetzt, Nummer 3 ist eine Mischung aus privat und beruflich und Nummer 4 und 5 sind privat.

1. meinesvenja pflegen und ausbauen

2. Waltermedia pflegen und ausbauen

3. Über meine Werte und Ansichten schreiben und sprechen

4. Meine Familie und mein Zuhause lieben und pflegen

5. Mich um mich kümmern und Spaß haben

Mit diesen 5 Punkten verbringe ich 90 bis 95% meiner Zeit. Da ich eine Mutter bin und für viele langweilige Back-up Sachen zuständig, gehen 5% bis 10% meiner Zeit in Nummer 6: Anderes. Das sind Sachen, die ich nicht eingeplant habe und die nicht unter die anderen 5 Punkte fallen.

Jetzt würde das alles natürlich gar nichts bringen, wenn ich einfach nur diese Liste hätte und konfus rumwurschteln würde. Ich habe aber eben einen Zettel, auf dem diese Punkte aufgeführt sind und schreibe jeden Abend 5 Minuten in die einzelnen Kategorien, was ich morgen tun werde. Und ja, ihr lest richtig: JEDE Kategorie wird ausgefüllt. Nur “Anderes” lasse ich manchmal frei, weil das sowieso von selbst kommt. Ich kümmere mich also an EINEM Tag um Blog, Firma, um das Schreiben, meine Familie, mein Zuhause und um mich selbst. Jetzt sagt ihr vielleicht: Das klingt aber stressig! So viel in einen Tag packen – wie machst Du das nur?

Ganz einfach: Ich plane es und teile es auf. Wenn ich also an einem Tag einen Blogpost schreibe, für unsere Firma Emails schreibe und telefoniere und recherchiere und Hotels und Flüge buche, an meinem Roman weiterschreibe, für meine Familie einkaufe, koche, den Kindern vorlese, sauge und Wäsche mache und die untere Etage aufräume und zum Sport gehe, dann schaffe ich das alles nur, weil ich es vorher genau einteile.

Vor allem die fünfte Kategorie ist heikel. Spaß planen? Ja, das geht. Da steht dann “Sport” oder “Uwe” oder “Telefonat mit Almut”. Wenn es da nämlich nicht steht, ist es viel zu einfach, genau das hintenüber fallen zu lassen. Dabei ist genau das oft die eine Stunde am Tag, in der ich meine Batterien wieder auflade.

Es gibt einem im Übrigen auch ein sehr gutes Gefühl, wenn man im Laufe des Tages immer wieder was wegstreichen kann. Bevor ich diese Liste hatte, hatte ich immer das Gefühl der Überforderung. Ich hatte zu viele Baustellen und bin irgendwie geschwommen. Was musste ich jetzt noch mal machen? Und in welcher Reihenfolge? Und wie wichtig ist das jetzt im Vergleich zu irgendwas anderem, das ich heute noch tun wollte? Zu wissen, dass man Dinge tun muss oder sie konkret aufzuschreiben und abzuarbeiten, sind zwei Paar Schuhe. Bei der einen Methode gerätst Du in die Hektikspirale, klemmst Dir Finger in der Autotür und schreist die Kinder an, weil sie zu langsam gehen. Bei der anderen Methode schaffst Du alles und fühlst Dich gut dabei.

Natürlich gibt es auch bei mir Tage, an denen was dazwischen kommt. Ein Kind wird krank, ich stehe mit dem falschen Fuß auf, ich erreiche jemanden nicht. Ihr kennt das – egal welchen Plan man sich macht, das Leben läuft eben nicht immer nach Plan. Dafür gibt es die 3-Tagesregel: Mit allem was länger als drei Tage auf meiner To-Do-Liste steht, weil ich es nicht hinkriege, verfahre ich so: 1. sofort tun, 2. Termin dafür finden, 3. wegstreichen. Ja, ihr lest richtig: WEGSTREICHEN. Klingt das nicht befreiend?

Und noch etwas habe ich über die Jahre gelernt. Ich darf auch etwas NICHT wollen. Dafür habe ich übrigens eine EXTRA Liste. Da stehen so Punkte drauf wie “Freundschaften/Bekanntschaften, die sich totgelaufen haben, nicht künstlich aufrecht erhalten” oder “Nicht der Höflichkeit halber Dinge tun, die mir Zeit stehlen und die mir nicht wichtig sind”. Man muss auch wissen, was man nicht ereichen will, um etwas zu erreichen.

Jetzt aber vielleicht mein wichtigster Tipp von allen. ES KOMMT AUF DEN MOMENT AN. Die beste Liste bringt nichts, wenn ich etwas erledige, aber dabei unkonzentriert bin. Wichtig ist, voll und ganz bei der Sache zu sein. Ich versuche, so gut es geht, das zu genießen was ich tue. Ich liebe es, etwas zu schreiben. Ich liebe es, etwas für unsere Firma zu tun und damit unser Einkommen mitzusichern. Ich liebe es auch, bei meinen Kindern zu sein und zu sehen, wie sie sich entwickeln, wie sie sich begeistern und dazu lernen. Aber all das liebe ich eben nur, wenn ich voll und ganz da bin. Ich mag nicht im Büro sitzen, wenn ich lieber bei den Kindern wäre. Mit den Kindern spielen, wenn ich im Kopf die ganze Zeit eine Mail formuliere. Und beim Sport sein, obwohl mir mehr nach einem ruhigen Abend auf dem Sofa wäre.

IHR habt euer Leben in der Hand. IHR könnt entscheiden, was die 5 wichtigsten Dinge auf eurer Liste sind. Und ihr könnt diese Liste jeden Tag mit Leben füllen – und mit Begeisterung. Ich würde mich freuen, wenn ihr mit diesen paar Anregungen vielleicht auch das schafft, was ich geschafft habe: Eure endlos langen “(Never)-To-Do-Listen” in die Planung eines glücklichen Hier und Jetzt und eines erfüllten Lebens umzuwandeln.

In diesem Sinne

Eure Svenja

Der Ausschalter

Letztes Jahr im August habe ich ja mal darüber geschrieben, wie schwer es uns Frauen fällt, den Stecker zu ziehen und uns eine Auszeit zu gönnen. An diesem Wochenende musste ich das einfach mal, denn ich war krank. Weil ich aber so schlecht tagsüber schlafen kann, habe ich einen Trick angewendet. Ich habe mich in das Bett meines Sohnes gelegt, zwischen all seine Kuscheltiere direkt unter den blauen Ikeahimmel. Da habe ich geschlafen wie ein Baby, während meine Kinder in ihrem Spielzimmer “Kajüte” gespielt haben (eigentlich nichts anderes, als Buden bauen, nur dass die Buden eben auf einem vorgestellten Schiff sind). Ein Riesenspaß.

Warum meine Kinder diesen Spaß hatten? Weil ich den Ausschalter gedrückt habe. Das Spielzimmer war nämlich überfrachtet mit Spielzeug, mit dem meine Kinder überhaupt nicht spielen. Wie das? Meine Kinder haben eine äußerst liebenswerte Oma, die eigentlich nie mit leeren Händen kommt. Das ist deshalb ein bisschen schwierig, weil diese Oma jeden Tag kommt (…und jetzt auch sagen würde: “Stimmt doch gar nicht, ich bringe den Kindern gar nicht viel mit.”) Ich liebe meine Mutter heiß und innig. Also wollte ich sie auch nie verletzen und sagen: “Du, das geht gar nicht.” Aber ich habe schon dann und wann mal gesagt: “Jetzt reicht es aber erstmal, es ist ja auch bald Ostern/Geburtstag/Weihnachten.”

Das ging eine Woche gut und dann hat meine Mutter doch wieder auf irgendeinem Flohmarkt ein Buch für 10 Cent mitgenommen. Als würde es weniger Platz wegnehmen, weil es günstig war. Aber es ist ja gut gemeint.

Wie mein Mann so gerne sagt: “Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.” Im Spielzimmer kriegte man keinen Fuß mehr vor den anderen – und erst Recht keinen auf den Boden. Trotz Virus musste es dieses Wochenende sein. Ich habe den Ausschalter gedrückt und aufgeräumt. Alle Playmobileinzelteile in die richtige Kiste. Müll raus. Bücher gerade gerückt – und bin trotz 6h Dauereinsatzes immer noch nicht fertig.

In der Bilderstrecke oben (einfach durchklicken) seht ihr den Anfang meiner großen Spielzimmeraktion, die immerhin so viel Platz geschaffen hat, dass meine Kinder wieder Kajüte spielen können. Im Laufe der Woche schaffe ich auch noch den Rest – samt Aussortieren aller Spielsachen, für die sie schon zu alt sind und die eh nie benutzt werden.

Vielleicht habt ihr ja diese Woche auch Zeit und Schwung, etwas anzupacken, was es dringend mal nötig hätte? Wenn ich das kann, könnt ihr das auch.

In diesem Sinne einen guten Start

Eure Svenja

Noch schöner wohnen? Geht das überhaupt?

 

Die schlechteste Mutter der Welt

Meine Lieben,

ich bin immer wieder geschockt darüber, was Frauen so alles schaffen. Hier ein Bastelnachmittag im Kindergarten, da ein Abendessen für Gäste, dort ein Halbtagsjob und nebenbei noch die eigene Firma planen. Alte Kontakte auf facebook pflegen, nicht vergessen die Sonnenmilch einzupacken und die Tageszeitung lesen (wenn auch abends, aber immerhin!)

Eine Frage von euch, die immer wieder auftaucht, ist: Wie schaffst Du das eigentlich? Machst Du das, was ich in Deinem Blog sehe und lese, wirklich alles alleine? Oben seht ihr meinen Schreibtisch (an einem guten Tag). Ja, ich mache viel alleine – aber lange nicht alles. Was mich auf die Idee gebracht hat, mal ein kurzes Video über einen ganz normalen Tag zu drehen. Da würdet ihr euch garantiert alle wiederfinden :-)

Mhhhhh…aber die Überschrift war doch: “Die schlechteste Mutter der Welt”? Manchmal schaffe ich eben nicht alles und neige dann dazu, mein Leben grundsätzlich in Frage zu stellen. Wie neulich, an dem Wochenende an dem mein Sohn Ludwig bei zwei Kindergeburtstagen eingeladen war. Ich bin also am Samstagmorgen mit beiden Kindern in die Riem Arcaden gefahren, damit er etwas Schönes für seine Freundinnen aussuchen kann. Zuhause habe wir die Geschenke dann gemeinsam verpackt. Der erste Geburtstag war am Samstagnachmittag hier bei uns in der Siedlung und alles lief prima.

Am Sonntag musste ich zur Messe und meine Mutter hat die Kinder gehütet. Nur dass ich vergessen habe, ihr nochmal ausdrücklich zu sagen, dass die eingepackten Geschenke im Schrank in der Garderobe liegen und Ludwig um 15:00 bei Emily sein muss. Und weil die Einladung ein kleiner Blumentopf mit einer gebastelten Papierblume war, hing sie auch nicht an unserer Familienpinnwand im Eingang. Als ich also abends ziemlich geschafft von der Messe kam, blinkte eine Nachricht von Emiliys Mutter auf facebook: “Wir haben euch heute sehr vermisst”.

Wer selbst Kinder hat, weiß, wie sich so etwas anfühlt. Ludwig und Emily mögen sich wirklich gerne und mir war klar, dass sie immer wieder gefragt haben musste, wo er bleibt. Ich hatte nur einen einzigen Gedanken: Oh Gott, ich bin die schlechteste Mutter der Welt. So etwas vergisst man doch nicht. War ich wirklich so egoistisch und stellte meine Bedürfnisse über die meiner Kinder? Wie konnte mir das nur passieren?

Meine Freundin Jessica meinte: “Du, das ist doch nicht schlimm, das kann jedem mal passieren. Du hast ja auch so viel um die Ohren.” Ja, genau das war ja das Problem. Vielleicht hatte ich zu viel um die Ohren oder die Prioritäten falsch gesetzt.

Ich schreibe euch das alles so ausführlich, weil ich durch viele Mails von euch weiß, dass die meisten meiner Leserinnen genau mit diesen Fragen kämpfen. Die, die Zuhause bleiben, fühlen sich durch die ewige Frage “Was machst denn Du beruflich?” wie Menschen zweiter Klasse. Dabei ist doch für unsere Gesellschaft nichts wichtiger, als die nächste Generation anzuleiten und auf ihrem Weg zu begleiten. Eine Familie glücklich zu machen und ein Zuhause herzurichten ist eine wunderbare, aber eben auch sehr anspruchsvolle Aufgabe, die viel Fremdbestimmung behinhaltet – und das ist manchmal gar nicht so einfach wegzustecken.

Wer “nur” Teilzeit im Büro arbeitet, wird nicht wirklich ernst genommen, weil man sich ”den Stress antut und finanziell nichts hängenbleibt.” Wer mit Kindern Vollzeit arbeitet hat entweder eine Großmutter in der Nähe, gibt ein Vermögen für Kinderbetreuung aus oder ist schlicht “eine Rabenmutter”. Und wer ab 38 gar keine Kinder hat, wird eh nur belächelt. Warum eigentlich?

Wie wäre es, wenn wir uns alle mal ein bisschen entspannen. Mädels, wir sind toll wie wir sind. Jede von uns hat ihre ganz eigenen Aufgaben und versucht diese zu meistern – mit den Gegebenheiten, die zur Verfügung stehen. Alle, die mir schreiben, haben Doppel- und Dreifachbelastungen – und finden das ganz normal. Wichtig ist doch nur, dass WIR mit unserem Leben zufrieden sind. Und wenn wir halt mal langsamer machen müssen – dann machen wir eben langsamer. Schneller geht immer, dass haben wir ja jetzt jahrelang bewiesen!

Für jede Aufgabe die wir haben, gibt es immer eine Lösung die passt. Nach dem verpassten Geburtstag habe ich bei Emilys Mutter angerufen und wir haben einen Nachfeiertermin verabredet. Natürlich war es nicht toll, dass ich einen Kindergeburtstag vergessen habe. Aber jeder anderen Frau hätte ich gesagt: Das kann jedem passieren. Da hat jeder Verständnis für. Und es wird Dir keiner den Kopf abreißen.

Und nach ein bisschen Durchschnaufen ist selbst bei mir durchgesickert, dass ich eines deshalb bestimmt nicht bin: Die schlechteste Mutter der Welt.

 

Noch ein Keller?

Erstmal das Wichtigste: Ich war heute bei meiner Freundin N. im Keller (ihr erinnert euch noch?). Da sieht es immer noch TOP aus. Und N. hat Einiges angeschoben: Sie war auf der Müllkippe, hat ein paar Möbel besorgt und einen Parkettverleger für’s Kinderzimmer geordert. Ich sage es ja immer, sobald der Keller steht, hat man Lust weiterzumachen. Heute war ich wieder bei N. im Keller – aber diesmal im Wäschekeller. Die Fotos seht ihr oben.

Spannend: Es gibt drei Berge Wäsche. 1. Schmutzwäsche, 2. Bügelwäsche, 3. saubere Wäsche. Nur, dass man auf den ersten Blick gar nicht weiß, was was ist. Und: Es gibt weder eine Wäschewanne zum Herumtragen und Einsortieren der Wäsche, noch einen Wäschebehälter zum Schmutzwäsche sortieren. Kein Wunder, dass das chaotisch wirkt und “Ja, da muss eine Problemlösung her!” Am Samstag schicke ich N. zu Ikea und hoffentlich schon in der Woche danach werde ich posten, welche Lösung wir uns überlegt haben. Bitte blättert die Bilder durch – und wenn ihr eine gute Idee habt, schreibt mir. (Vor allem: Was machen wir mit dem Einzelne-Socken-Eimer – der ist groß und voll. Wegschmeißen? Weitersuchen? Oder mit der Wäscheleine auf Gesichthöhe?)

Zum letzten Kellerpost hat sich Tobias gemeldet. Er findet, dass ein Männerkeller aussehen muss wie ein Männerkeller und trotzdem gut organisiert sein kann. Am Ende der Bilderstrecke findet ihr ein Bild von seinem Keller.

“Darf ich eine Anmerkung zu dem Kelleraufräum-Beitrag machen? Also: Für eine Frau mag ein aufgeräumter Keller ja nett sein, aber ich hab mich mit meinem Nachbarn schon mal drüber unterhalten. Die Frauen fragen: “Warum musst Du denn diese ganzen Holzlatten aufbewahren?” Und die Männer sind sich einig: “Weil man einfach ein paar Holzlatten im Keller haben muss, bescheuerte Frage!”. Aber klar: Alles braucht seinen Platz. Meine Lösung dafür – alles, was man von der Größe her in einen Karton schmeißen kann, steht in meinem Keller in Kartons, der Rest steht lose rum. Aber, und jetzt kommt der Clou: Die Kartons sind nummeriert und katalogisiert. Ich habe also im Computer eine Datei mit dem Inhalt aller Kartons und wenn ich einmal in drei Jahren das grüne Isolierband brauche, suche ich das mit der Suchfunktion von Word in der Datei und schwupps: Karton 13. In dem Karton selbst ist das dann ruckzuck gefunden. Ergebnis: Alles kann im Keller munter gesammelt werden, der Keller sieht auch aus wie ein anständiger Männerkeller, und trotzdem findet man alles wieder.

Einziger Haken: das Katalogisieren dauert ein bisschen, aber das kann man ja zum Beispiel dann machen, wenn man beim Umzug eh den Keller ausmistet – und dann schreibt man eben alles mit, was man in die Kartons für den neuen Keller schmeißt. Und wenn man’s einmal gemacht hat, hat man für den Rest des Lebens Ruhe – mal abgesehen von dem Miniaufwand, die Liste auf dem Laufenden zu halten, wenn man mal etwas aus dem Keller holt oder was Neues reinstellt.

Nun denken natürlich alle, denen ich das erzähle, ich hätte so einen sterilen Psychokeller, aber zum Beweis habe ich das Foto mitgeschickt: In meinem Keller sieht’s aus wie in jedem anderen Keller auch. :-)

Ist das super? Das ist super! :-)

Tobias

Aber nicht genug der guten Ideen (habe ich schon gesagt, dass ich euch toll finde?). Auch Stephi aus Berlin hat einenn pfiffigen Hinweis, der anderen hilft und ein gutes Gefühl hinterlässt:

Dein Beitrag zum Keller entrümpeln war wirklich klasse! Folgender Gedanke kam mir beim Lesen: Ich bin auch eine begeisterte Ausmisterin und gebe viel, was theoretisch noch zu benutzen ist, weiter. Zum Beispiel an OXFAM oder an eine Dame hier in Berlin, die Spenden für Tierheime im europäischen Ausland sammelt. Vom Flohmarktzeug, das sie selbst verkauft, um Geld weiter zu geben, bis zum Putzmittel. Dort freut man sich sogar über Teppichreste oder Dachpappe. Einfach irre. Ich war fast entsetzt zu hören, was dort alles benötigt wird. Man muss nur eine Kiste zusammen stellen und die holen es ab. Und es gibt eigentlich nichts, was nicht an anderer Stelle Sinn macht.

Die Tierheimunterstützerin erzählte mir auch von einem Mann in Rumänien, der sich um 40 Hunde kümmert und selbst nicht mehr hat als einen Schlafanzug. Dem hätte sie neulich ein Paket gepackt mit Männerkleidung, und oben drauf hat sie noch drei Päckchen Tabak gelegt. Man muss auch etwas für die Seele der Menschen tun ;)

Jeder hat Zeug, dass man nicht mehr nutzt oder braucht. Und ich habe genau wie Du, und mit uns zahllose vielbeschäftigte Frauen auch, einfach keine Zeit mehr für Flohmärkte, obwohl ich das immer supergern gemacht habe. Da macht es doch viel mehr Sinn, scheinbar überflüssige Dinge weiter zu geben und so etwas für sein Karma zu tun! :D OXFAM hat einen netten Spruch dazu: Wir machen Überflüssiges flüssig! =) Und diejenigen, die es wirklich brauchen, profitieren davon.

Vielleicht wäre es N. mit dem Gedanken an eine freudige Weiterverwendung leichter gefallen, sich von dem ein oder anderen zu trennen. Sicher gibt es auch in München viele Stellen, die auch aus vermeintlichem Müll noch einen wundervollen Verwendungszweck heraus kitzeln.:)

Stephi

Noch einmal vielen Dank für eure Zuschriften – es ist einfach toll, zu wissen, dass ihr mitlest und wir zusammen noch viel mehr bewegen können!