Traumfigur mit roter Schleife

Traumfigur

Da staunt ihr, oder? Ich schenke meinem Mann zum 10. Hochzeitstag seine Traumfigur. Und die liegt bei geschätzten 20 Kilo Minus. Sein Glück – oder Pech, je nachdem, ist aber, dass man ihm das nicht so ansieht. Er “versteckt” das ganz gut – und wird deshalb gesellschaftlich nicht unbedingt als “Dicker” eingestuft. Aber gesundheitlich ist er eine tickende Zeitbombe.

Warum ich ihm seine Traumfigur schenke? Weil es tatsächlich das EINZIGE ist, was er sich seit 10 Jahren wünscht. Endlich dauerhaft abzunehmen.

Nun sei – um der Wahrheit genüge zu tun – gesagt, dass er es oft versucht hat. Immer, wenn ich mitgemacht habe (nach den Schwangerschaften), hat das auch super funktioniert. Aber sobald ich wieder angefangen habe, normal zu kochen und zu essen, hat mein Mann eben mitgegessen. Plus die Geschäftsessen, die Kantinenbesuche, die Snacks bei Seminaren und Meetings. Plus, dass ich viel mehr Zeit habe, mich zu bewegen. Während er sitzt. Und sitzt. Und sitzt. Plus, dass ich die Kinder permanent um mich habe – und Uwe natürlich abends lieber was mit den Kindern macht, als sich nochmal zum Sport aufzuraffen.

Traumfigur? Das hört sich aber anstrengend an!

Natürlich macht man so ein Geschenk nicht ohne Geburtswehen. Auch ich nicht. Denn ich weiß: Das bedeutet für mich viel mehr Arbeit. Ich muss mehr Kochen, Vorkochen, abwechslungsreicher Kochen. Ich muss neue Rezepte ausprobieren, um mein Repertoire an abnehmfähigen Speisen zu erweitern und Uwe bei der Stange zu halten. Die geschenkte Traumfigur bedeutet aber auch, dass ich meinem Mann mehr Freizeit und Freiheit zugestehe. Zum Joggen, Tennis spielen und fürs Fitnessstudio. Alles Zeit, die er sonst auch mit uns verbracht hat.

Aber gerade weil Uwe so viel arbeitet, weil er 20 Kilo zu viel wiegt, weil er sich zu wenig bewegt und weil er damit im Alter von 48 Jahren ein Kandidat für all die Krankheiten ist, die unsere Zivilisation da so zu bieten hat…gerade deshalb kann es zum 10. Hochzeitstag nur dieses eine Geschenk, nur die Traumfigur sein. Schließlich wollen wir ja auch den 20. zusammen feiern.

Ich werde euch sicher immer mal wieder von unseren Fortschritten berichten und erzählen, wie ich das anpacke. Was ich auf meinem Weg lerne und was Uwe und ich auf unserem gemeinsamen Weg durchmachen. Schließlich weiß ich um mehrere Leserinnen, die mir immer mal wieder schreiben WIE leid sie ihr Frauenbäuchlein sind. Wer weiß, vielleicht kann ich ja durch das Traumfigur-Projekt (das ich zeitlich auf Minimum ein Jahr ansetze, über Nacht geht nicht und gibt’s nicht) nicht nur einem Menschen dabei helfen, seine überflüssigen Kilos zu verlieren, sondern mehreren.

In diesem Sinne, bald mehr

Eure Svenja

P.S.: Ihr wisst ja: Ich gehe solche Dinge professionell an. Dementsprechend habe ich ein diabolisch gutes Konzept gebastelt. Bereits einige Personen angesprochen, die mir Unterstützung auf dem steinigen Weg zur Traumfigur zugesagt haben. Ein paar Firmen werden auch noch dazukommen, denn es gibt Produkte, die ich für euch testen werde. Für diesen “schweren Brocken” brauche ich das Maximum an Know-how und Teamspirit, das ich kriegen kann.

P.P.S.: Heute Abend geht es zu Armin und Stefan – es gibt Boobootie. Mit wem soll man auch sonst 10 Jahre Ehe feiern, wenn nicht mit einem Paar von dem zumindest einer dafür bekannt ist, zu Dschinghis Khan zu tanzen.

P.P.P.S.: Was mich direkt dazu bringt eine laute Gratulation nach Paderborn hinüberzurufen: Jan und Marcello, auf eurer tollen Hochzeit hatten wir den schönsten ersten Hochzeitstag überhaupt. Alles Liebe zum 9. Hochzeitstag.

P.P.P.P.S.: Auch wenn das weder in ein P.S. noch in ein P.P.P.P.S. gehört, sondern eigentlich einen eigenen Post verdient hätte (aber der Blog heißt ja meinesvenja und nicht meineehe): Uwe, ich würde immer wieder sagen: “Nichts lieber als das.” Immer wieder. Du bist mit oder ohne heißersehnte Traumfigur der tollste Mann und Mensch der Welt. Und manchmal, ganz heimlich, wünschte ich, ich wäre mehr wie Du.

Heldenreise in Beziehungen

Die Heldenreise

Ihr Lieben,

manchmal bekomme ich Mails von Leserinnen, die wirklich unglücklich und verzweifelt sind. So vor ein paar Monaten von Simone. Sie war gerade nach 5 Jahren Fernbeziehung von ihrem Freund aus Australien verlassen worden – und das, wo sie doch gerade jetzt zu ihm ziehen wollte und die Durststrecke quasi endlich überwunden war.

Weil Simone wirklich am Boden zerstört war, habe ich ihr empfohlen mein kostenloses ebook über die Heldenreise zu lesen. In der Hoffnung, dass sie erkennen wird, wo sie in ihrer Lebensreise gerade steht und wie viel Tolles noch auf sie wartet.

Jetzt hat Simone mir wieder geschrieben – und darüber habe ich mich so gefreut, dass ich sie gefragt habe, ob ich ihre Mail teilen darf – und ich darf:

Simone und die Heldenreise

Liebe Svenja!

Vor einigen Wochen habe ich dir geschrieben, wie verzweifelt meine Situation war bezüglich akuter Trennungsphase.

Heute, gute 3 Monate später, möchte ich dir schreiben wie gut es mir geht.
Voller Begeisterung habe ich deine Heldenreise gelesen, die in mir soviel bewegt hat, dass es ab diesem Tag voran ging. Steil bergauf, um genau zu sein :-)

Jetzt, wenn ich auf 5 Jahre Fernbeziehung zwischen Deutschland & Australien blicke, weiß ich, dass es einem vor allem deshalb 5 Jahre lang wie “The time of my life” vorkam, weil ich für meine jungen 22 Jahren einfach unfassbar viel von dieser wunderbaren Welt gesehen habe.. Sydney, Dubai, Hongkong, Melbourne, Auckland, Gold Coast, Great Ocean Road.. die Liste würde lang werden.

Aber nun, nachdem ich durch einen wahnsinnigen Zufall jemanden kennengelernt habe, der tatsächlich nur 2,3 km von mir entfernt wohnt (ja genau, 2,3 und nicht 20.000), merke ich erst einmal, in was für einer Situation ich 5 Jahre gelebt habe, was ich alles mitgemacht und worauf ich verzichtet habe und nein, ich möchte nicht sagen, dass ich es bereue – ich bereue nicht einen Tag der 5 Jahre, denn sonst wäre ich nicht da, wo ich heute bin, aber ich habe das wahnsinnige Glück nun gelernt zu haben, worauf es wirklich ankommt. Nämlich nicht darauf, dass man möglichst viel von der Welt sieht (klar, es ist schön wenn das klappt), aber viel wichtiger sind doch die richtigen Menschen im Leben.

Eine Familie die immer hinter einem steht, Freunde, die immer da sind und im besten Fall einen Partner an seiner Seite, mit dem man sein Leben teilen möchte.

Ich bin so dankbar, dass ich nun erfahren durfte, wieviel wichtiger das alles ist. Dass es doch viel schöner ist, morgens im Arm seines Liebsten aufzuwachen – und dafür muss man bei weitem nicht erst 20.000 km gereist und in irgendeinem Hotelzimmer liegen – nein, viel schöner ist es, wenn man auf einmal wieder die wahren Werte kennen und zu schätzen lernt.

Und natürlich stimmt es.. da kommt noch soviel.. mit 22 Jahren hat man sein gesamtes Leben noch vor sich. Und ich freue mich auf jeden einzelnen Tag der da auf mich wartet – im Mai erst einmal mein Examen zur Hebamme..

Ich danke Dir für die wunderbare Heldenreise.

Liebe Grüße & dir und deiner Familie ein hoffentlich sonniges Wochenende,
Simone

P.S.: Wenn ihr jetzt Lust bekommen hat, auch eure Heldenreise anzugehen oder einfach nochmal genauer hinschauen wollt, auf welcher Stufe ihr euch gerade befindet: viel Spaß beim Lesen. Hier findet ihr das ebook “Die Heldenreise” zum free Download.

Eure Svenja

Woran Du erkennst, dass Dein Traummann schwul ist

Ihr Lieben,

neulich schrieb mir mein kompromisslos schwuler Freund und Kreativguru Martin (knapp 40, aber letzten Sommer im Robinson Club noch auf 28 geschätzt):

“Liebe Svenja, da du zur Zeit ja anscheinend kräftig an deinem Buch schreibst, liegt dein Blog etwas brach. Das muss nicht sein. Denn wenn man schon selber keine Zeit hat, kann doch jemand anders einspringen. Wer? Ich natürlich. Und ich weiß auch schon das Thema. ”

Tja, nachdem Martin mir dann das Thema genannt hat und versprochen hat, dass ich beim Lesen mindestens 3 Mal laut lachen werde, habe ich ihm geantwortet: Her damit. Und hier ist das Ergebnis:

Martins 10 Punkte, wie ihr erkennt, dass der Mann, den ihr gerade datet und der wirklich alles hat, was eure anderen Männer nicht hatten, schwul ist.

10.) Er hat drei verschiedene Sorten Senf im Kühlschrank.

9.) Er benutzt das Wort „Accessoire“.

8.) Er besucht Gräber von Frauen, die er nicht persönlich gekannt hat – z.B. von Marlene Dietrich, Judy Garland und Edith Piaf.

7.) Er besitzt die Jahreskarte einer Sauna, von der Du noch nie etwas gehört hast.

6.) Er ist der Einzige auf dem Klassentreffen, der besser aussieht als zur Schulzeit.

5.) Er hat schon mal was anderes rasiert als sein Gesicht.

4.) Er macht Dir ein Kompliment über Deinen neuen sexy Badeanzug. Und er meint nichts anderes als diesen Badeanzug.

3.) Er hat Bilder von nackten Männern, die er nicht kennt, in seiner Wohnung.

2.) Er hat nackte Männer, die er nicht kennt, in seiner Wohnung.

1.) Er sitzt am Bett, wenn Du aus Deinem ersten Facelifting erwachst. Und wird der Erste sein, der Dir zum zweiten rät.

Martin, Dein Gastpost ist nicht nur der erste Gastpost überhaupt bei meinesvenja, sondern auch ein Kracher. Ich habe jedenfalls mehr als 3 Mal laut
gelacht und dann gedacht, dass es VIEL zu lange her ist, dass wir uns gesehen haben.

In diesem Sinne, tausend Dank,

Deine Svenja

It's all about you

Meine Leserin Cathleen (DANKE!!!!) hat mir dieses Video geschickt. “Lange nicht so geheult – und das am frühen Morgen” schrieb sie dazu. OMG – ich sage euch, was eher langsam anfängt (und ich war kurz davor, wegzuschalten) nimmt rasant Fahrt auf. Und am Ende denkt man mit einem Seufzer und Tränen in den Augen: Ja, GENAU SO muss es sich anfühlen, an dem Tag, an dem man seinen Traummann oder seine Traumfrau heiratet.

Und zehn Jahre danach weiß ich: das kann genau so bleiben. Nicht jeden Tag, aber tief drin.

Alles Liebe

Eure Svenja

P.S.: Ja, die Posts bleiben weiter kurz und knapp – aber nur noch 10 Tage und dann ist Manuskriptabgabe und wir sind back to normal :-)

Von Liebe umgeben

Meine liebe Leserin Ulli aus Australien hat mir heute diesen Link geschickt. Nehmt euch die 3 1/2 Minuten, um das Video anzuschauen und ihr werdet anders durch den Tag gehen. Ich jedenfalls war mir danach bewusst, welch ein Glück ich habe, von Liebe umgeben zu sein.

Alles Liebe

Eure Svenja

Muss ich in einer Ehe bleiben, die mich nicht glücklich macht?

Alle mal aufzeigen, die seit 10 Jahren permanent zufrieden mit ihrer Ehe sind. Na, wie viele Hände sehe ich? Warte mal, meine ist ja auch unten. Hej, immer nur zufrieden ist doch niemand. Es gibt doch immer irgendetwas, was man beim Partner gerne ändern würde. Man selber ist ja schließlich vollkommen in Ordnung.

Wobei ich mal deutlich sagen muss: Mein Mann macht schrecklich viel richtig. Das (neben der Tatsache, dass ich ihn einfach SO interessant finde) ist auch der Grund, warum ich mit ihm verheiratet bin – obwohl wir ganz bestimmt nicht ständig einer Meinung sind. Meine Ehe ist nicht perfekt – welche ist das schon? Aber: ich könnte mir keinen anderen Mann an meiner Seite vorstellen. Ich liebe Uwe. Auch deshalb kriegen wir immer wieder die Kurve zueinander. Wenn er meint, er kommt zu kurz bei Wasauchimmer (Sex), schwenke ich irgendwann auf ihn zu. Wenn ich meine, dass das SO gar nicht geht (ich brauche Distanz und Freiheit), korrigiert er seinen Kurs. Warum? Nun, wir gehen einfach sehr gerne miteinander durchs Leben. Und: wir haben beide bereits eine Scheidung hinter uns. Die unserer Eltern. Aber davon am Ende dieses Blogposts mehr.

Zuerst möchte ich euch nämlich meine Leserin Anne vorstellen. Anne hat mir gestern das erste Mal geschrieben – und die Mail ist nicht nur lang, sie hat es auch ordentlich in sich:

Liebe Svenja,

ich verfolge regelmäßig Deinen Blog. Ich probiere viele Deiner Rezepte aus und auch Deine anderen Beiträge fließen schon mal hier und da in meinen Alltag ein.

Ich habe einen fast 3jährigen Sohn, bin verheiratet, habe einen guten Job (in Teilzeit), ein schönes Haus und einen Thermomix. Also eigentlich alles, was man sich wünscht – von außen betrachtet. Denn mir fehlt etwas ganz Entscheidendes (zumindest für mich): eine funktionierende Ehe. Ein Partner, der die Person ist, mit der ich am liebsten Zeit verbringe – und er mit mir.

Seit 12 Jahren sind wir ein Paar, aber eine Familie sind wir nie geworden. Nach der Geburt unseres Sohnes war ich natürlich nicht mehr so flexibel und konnte nicht mehr überall dabei sein, was auch kein Problem war. Mein Mann hat jedoch sein Leben wie vorher weitergelebt, Vereinsleben, Sport, etc..

Irgendwann hab ich einfach aufgehört, mich darüber aufzuregen, weil er ja ohnehin gegangen wäre. Dazu kam noch der Faktor mit dem Schichtdienst. Ich war einfach sehr viel allein, eigentlich immer und auch wenn er weg war, hat er nie angerufen und gefragt, wie es mir/uns geht. Alle meine Freundinnen wussten mehr über mich und meinen Tagesablauf, als er.

Und wenn er dann am Wochenende einmal daheim war, habe ich mir rausgenommen, mit Freundinnen was zu unternehmen, weil ich ja ohnehin schon die ganze Woche allein zuhause war. Und wenn ich nichts unternommen hätte, wäre sicher er irgendwo hingegangen und ich hätte auch noch das Wochenende allein verbringen müssen.

Kurzum, seit über zwei Jahren leben wir in einer Parallelwelt, jeder geht getrennte Wege, außer im Urlaub, da kann keiner weg. Nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem mir keine Ablenkung mehr Freude bereitet, weder Ausgehen, noch Theaterspielen, etc.. Es musste sich was verändern, ich hatte viel zu lange geschwiegen, zugesehen und den Dingen seinen Lauf gelassen.

Ich habe nun viel mit meinem Mann gesprochen, doch ich denke nicht, dass er alles verstanden hat. Wie denn auch, da vorher für ihn ja scheinbar alles gut lief. Ich denke aber, dass mein Mann nun doch etwas aufgewacht ist und etwas ändern will, weil er uns nicht verlieren will. Aber mir stellt sich die Frage, ob das noch geht, denn ich habe mich in den zwei Jahren auch gefühlsmäßig sehr abgekapselt. Sex mit ihm ist für mich derzeit unvorstellbar.

Aber wir haben doch ein Kind und ich muss das alles wieder hinbringen. Die ganze Situation derzeit raubt mir sämtliche Energie, es gab dieses Jahr noch nicht einen Tag, an dem ich nicht geweint hab, weil ich keinen Ausweg sehe, wie ich ihn wieder lieben kann.

Ich kenne keinen, der in meiner Situation ist oder war, alle ringsherum heiraten jetzt erst einmal…

Wir waren auch schon bei der Eheberatung, aber kann der Berater dort verlorengegangene Gefühle wieder zum Vorschein bringen? Und wie findet man überhaupt einen guten Berater zwischen all den Experten, die laut ihren Homepages alle horrende Summen verlangen?

Keine Ahnung, warum ich Dir, einer vollkommen fremden Frau, deren Leben und Ehe so perfekt scheinen, schreibe, aber vielleicht hast du ja einen Denkanstoß für mich, auf den ich allein nicht komme oder vielleicht gibt es eine unter Deinen Leserinnen, der es ähnlich ging…

Ich muss irgendwie alles versuchen, um aus dem Tal der Tränen wieder rauszufinden und wie ich meine Energie wieder meinem Baby widmen kann.

Liebe Grüße,

Anne

Und dann schrieb Anne mir noch eine zweite Mail:

Mein Mann bemüht sich und ist jetzt doch ein klein wenig öfter anwesend als sonst, regiert dann aber doch schnell etwas beleidigt, wenn ich das im Moment nicht mit tosendem Beifall honorieren kann. Denn eigentlich sollte das doch normal sein, dass man gern zuhause ist.

Wir sind sehr unterschiedliche Menschen, ich bin sehr emotional und er sehr rational. Er ist mehr der Typ “reiß dich zusammen” und ich mehr diejenige, die gern ein “alles wird wieder gut, Schatz” hören würde. Sein Gefühl von “zuhause” sein ist bereits am Ortsschild erreicht und nicht erst hiner der Haustüre. Mein Begriff von Familie fällt dagegen viel enger aus als seiner. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Großfamilie omnipräsent ist.

Viele Sachen hab ich einfach früher übersehen, weil ich wollte, dass alles funktioniert und jetzt fällt mir das, was ich absichtlich übersehen oder stillschweigend akzeptiert habe, doppelt auf. Ich weiß nicht, wie die Liebe zurückkommt, wie ich bleiben kann oder ob ich gehen muss, bevor mich die Situation auffrisst.

Ich denk im Wechsel drüber nach, wie schön alles hätte sein können oder ob ich’s wohl wirklich aushalten kann, wenn vielleicht irgendwann eine andere Frau in meiner Küche steht, wie praktisch es wäre, wieder bei meinen Eltern in der Nähe zu wohnen, ob vielleicht da draußen noch jemand wartet, der mich so liebt, wie ich Liebe verstehe, wie schrecklich das alles für den kleinen Mann sein wird, ob ich nicht in einer Drei-Zimmer-Wohnung noch unglücklicher wäre, etc..

Kurzum, mein Kopf dröhnt vor lauter Nachdenken. Dazu kommt der Druck meiner Eltern, die täglich schwanken zwischen “wir stehen immer hinter dir” und “du musst das wieder auf die Reihe bringen, es geht schließlich auch ums Kind” und der Druck, den ich mir selber mache, weil es mir fast das Herz zerreißt, wenn mein Sohn mit noch nicht mal drei Jahren zu mir sagt “Mama, brauchst nicht weinen, ich bin doch immer für dich da”

Deine Anne

Ja, meine lieben Leser. jetzt denkt ihr sicher: Uff. Das habe ich auch gedacht. Und dann habe ich nachgedacht und bin auf die eine, die existenzielle Sache gekommen, die Anne und ihren Mann von mich und meinem Mann unterscheidet.

NÄHE.

Wenn man, so wie mein Mann und ich, schon als Kind eine Scheidung beobachtet, weiß man ziemlich genau, wo Gefahren lauern. Sich betrügen, sich belügen, sich Nichts mehr zu sagen haben, parallele Leben führen – all das geht nur, wenn man sich nicht nah ist. Dass es diese Nähe bei uns gibt, daran hat in unserer Ehe mein Mann den größten Anteil. Er besteht auf regelmäßigem Sex, Austausch, auf gemeinsamen Abenden. Ich bin da manchmal eher lauwarm und habe auch gerne Zeit nur für mich. Auch mal in Jogginghose, auf dem Sofa, vor dem Fernseher oder mit dem Notebook auf dem Schoß. Oder beides.

Alltag prickelt nicht immer, auch nicht bei uns. Die Frage ist nur: Verliert man deshalb den Draht zueinander? Sucht Aufregung in Aktivitäten getrennt voneinander? Oder: Nimmt man sich gezielt Zeit für Gespräche? Den einen Abend in der Woche zu zweit? Verabredet man sich zum Sex (wie spießig), um nachher festzustellen: das kann auch prickelnd sein? Das hört sich an wie Tipps aus einem schlechten Beziehungsratgeber? Also, ich bin auch durch solch banale Tricks eine – und das hast Du richtig erkannt, Anne – glückliche Ehefrau in einer glücklichen Ehe.

Ich glaube, dass Deine Frage nicht ist, ob die Liebe wiederkommt (denn ich glaube gar nicht, dass die weg ist), sondern ob Du Dir vorstellen kannst, wieder Nähe zuzulassen. Da kommt gleich an erster Stelle Sex: immer noch der schnellste Weg, eng beeinander zu sein. Dieses “Partners in crime” Gefühl wieder herzustellen, dass so gar nichts mit Kindern zu tun hat. Und das ist sehr wichtig: Dass ihr einen Bereich habt, der gar nichts mit Kindern zu tun hat und den ihr gemeinsam ausfüllt.

Denn mal ganz ehrlich: Mich wundert es, dass Du Dir überhaupt den Kopf zerbrichst. Wie bitte sollst Du denn glücklich mit Deinem Partner sein, wenn Du diese Partnerschaft über Jahre nicht gelebt hast? DU musst gar nichts wuppen oder hinkriegen. Du musst auch nichts reparieren und es ist auch keiner Schuld.

Nähe kann man wiederherstellen. Das weiß ich aus Erfahrung. Außer natürlich, der Zug ist für einen Partner total abgefahren. Ob das so ist, kannst nur Du wissen – oder herausfinden.

Aber ich will Dich nicht anlügen. Das mit dem Nähe wiederherstellen wird nicht leicht. Ein bisschen ist das wie mit einem Dicken, der 40 Kilo abnehmen muss. Der muss ja erstmal 30 Kilo abnehmen, um einigermaßen schlank auszusehen. Der hat also jahrelang zu viel gefuttert – so wie ihr jahrelang getrennte Wege gegangen seid. Wenn man aber nie mehr als 5 Kilo zuviel drauf hat (also nur ab und zu mal getrennte Wege geht), dann ist man auch schnell wieder in Topform. Da reicht manchmal ein romantischer Abend oder eine heiße Nacht, damit man wieder beieinander ist.

Spar Dir das Geld für den Eheberater. Sprich einfach nochmal mit Deinem Mann. Sag ihm, dass Du Dir mehr Nähe wünschst und WIE DU DIR DAS KONKRET VORSTELLST. Dass Du glaubst, dass ihr euch aus den Augen verloren habt. Wenn – und da hör jetzt genau hin – wenn Du bei diesen Zeilen das Gefühl hast: Das wünsche ich mir so sehr.

Solltest Du aber eher das Gefühl haben, von dem Du oben schreibst, nämlich: “Wartet da draußen vielleicht noch jemand, der mich so liebt, wie ich Liebe verstehe?” – dann kann es auch einfach zu spät sein. Und das ist dann auch nicht schlimm. Nochmal: Man muss eine Ehe nicht SCHAFFEN oder HINKRIEGEN, wenn man damit dauerhaft nicht glücklich ist.

Wichtig ist, dass Du in Deinem Leben und in Deiner Ehe nach Deinen Werten leben, Deine Gefühle ausdrücken kannst. Einen Partner hast oder findest, mit dem Du Dir Nähe wünschst und lebst. Wachsen kannst, über viele Jahre. Mit dem Ehe nicht Kompromisse schließen bedeutet. Sondern einfach nur sauinteressant ist. Und Spaß macht.

Was aus meiner Erfahrung heraus nicht geht: Nähe nur mit der halben Arschbacke zulassen: “Sprich mit mir, aber rühr mich nicht an.” So ticken Männer nicht.

Nun also mein abschließender Rat: Nimm Dein Leben in die Hand. Du bist kein Opfer, Du bist reich beschenkt. Wie Du eingangs schreibst, hast Du fast alles. Jetzt musst Du nur noch entscheiden, was Du draus machst. Ein Glas, was nur noch zur Hälfte aufgefüllt werden muss oder eines, was schon halb leer ist. Was Du auf jeden Fall nicht daraus machen solltest, ist eine Sackgasse, in der Dein Kind zum Erwachsenen wird und Dich tröstet. Anne, das geht nicht.

Steh auf, wisch Dir den Dreck von den Hosenbeinen und geh die Sache an. Alles ist besser, als in einer Ehe zu bleiben, die Dich nicht glücklich macht. Sowohl eine Trennung als auch eine Reanimation eurer Nähe und des Zaubers, den ihr mal hattet.

Und bevor Du Dich entscheidest, setz Dich nochmal eine Minute ganz still hin und hör auf Dein Bauchgefühl. Ich bin mir fast sicher, dass Du schon längst weißt, wo es lang gehen soll.

Alles Liebe

Deine Svenja

Fünf prima Last Minute Weihnachtstipps

Weihnachten naht in Riesenschritten. Hier noch ein paar Tipps für euch, die so kurz vor Weihnachten sicher gelegen kommen. Denn vielleicht habt ihr auch ganz viel gebacken und wollt ein paar Plätzchen verschenken. Dank dieses Tutorials müsst ihr jetzt keine Dosen kaufen, sondern könnt eure Geschenkboxen einfach aus bunten Pappbechern selber basteln.

Sieht gut aus und ist günstig: Einfach Brownieteig von Dr. Oetker kaufen, anrühren, in einer weihnachtlichen Plätzchenform backen und mit Kuvertüre und Dekoperlen verzieren.

Spitzenidee für kleine Kinder: ein paar Haferflocken in eine kleine Dose füllen, Aufkleber drauf mit “Rentierfutter” und am Abend vor Weihnachten auf dem Bürgersteig ausstreuen – damit der Weihnachtmann auf dem Schlitten auch auf jeden Fall zum Haus findet.

Euch fehlt noch weihnachtliche Deko oder eine zündende Idee für den Weihnachtsbaum? Einfach Cranberries kaufen (die sehen auf dem Bild ein bisschen sehr braun aus – ihr wisst schon, das sind die schönen roten Beeren) und mit gewachster Zahnseide auffädeln. Die rutscht nämlich prima durch die Früchte und reißt nicht.

Und mein letzter Tipp für alle, die noch nicht in Weihnachtsstimmung gekommen sind. Ich weiß, der Tiffany Commerical ist ein bisschen cheesy. Ich weiß, es ist Werbung. Aber ich liebe den Song und ich liebe es, wie mich der Film immer wieder daran erinnert, wie wichtig es ist, seinem Partner immer romantisch verbunden zu bleiben. Egal wie oft man Weihnachten zusammen feiert.

In diesem Sinne

Eure Svenja