Wie die Tage versprochen, kommt nach dem Mädelspost (rosa und Pferde) jetzt einer nur für Jungen. Ihr seht den Piraten, den ich für meinen Sohn Ludwig genäht habe, weil er sich eben einen Piraten gewünscht hat, der unheimlich gruselig aussehen sollte. Und sowas gibt es natürlich nicht zu kaufen. Wen ihr euch oben durch die Bilderstrecke klickt, seht ihr auch die Entstehungsgeschichte. Eigentlich mal wieder total simpel (ich habe ja schon gesagt, anders nähen kann ich gar nicht). Bei der Form habe ich mich von diesen fantastischen Wikingern inspirieren lassen, Piraten gab es da leider nicht.

Und so geht es:

Schnell einen Piraten auf ein Post-it gezeichnet und davon ausgehend eine große Schablone angefertigt. Zwei Dummys (ganzer Körper aus einem Stoffstück, Vorder- und Rückseite (deshalb zwei) – WICHTIG: MIT Nahtzugabe) ausgeschnitten. Dann die Einzelteile aus den verschiedenen Stoffarten ausgeschnitten und auf den Dummy genäht (Nahtzugabe frei lassen). Danach die Feinheiten mit der Nähmaschine „aufmalen“. Größter Spaß: Brusthaare nähen. Es gibt wahrscheinlich nur 20 Menschen auf der ganzen Welt, die das schon mal gemacht haben.

Nun die Rückseite mit der rechten Stoffseite auf die Piratenvorderseite legen, zusammennähen. Eine kleine Lücke lassen. Auf Omas Art mit Kochlöffelstiel durch die offene Naht wenden. Dann mit Zauberwatte (gibt es auch im Stoffladen) füllen und die Naht per Hand schließen.

Ich weiß, das Ergebnis sieht eher fortgeschritten aus, war aber ehrlich gesagt mal wieder gar nicht so schwer. Nur bei den Beinen hätte ich mit der Nahtzugabe verschwenderischer sein können. Das merkt man aber erst beim Ausstopfen, wenn es dann an den Rundungen doch ein bisschen zippelt. Aber bei einem Unikat muss man ja auch nicht so kleinlich sein, den einzigen Vergleichswert gibt es in meinem Kopf – und den sieht kein anderer. Ludwig fand den Piraten jedenfalls klasse und hat ihn immer noch in seinem Bett.

Eure Svenja

P.S.: Wie immer: Wenn ihr Nähfragen habt, fragt ruhig nach. Nur die eine Frage, die ihr mir zum Mädchenkissen sehr sehr oft gestellt habt, müsst ihr euch leider sparen: Weder das Pferdekissen noch der Pirat sind verkäuflich und ich kann auch leider nichts für euch nähen. Denn da warten noch ungefähr 180 Projekte, die ich selbst gerne machen würde, aber zu denen ich auch nie komme. Also Mädels, Popo hoch und selbermachen! Das schafft ihr!

P.P.S.: Am Wochenende habe ich dieses Jahr übrigens Blogfrei. Nicht dass ihr mich vermisst oder euch beschwert – Mrs. Walter needs a weekend – after all we’ve been through :-) Wir sehen uns Montag in alter Frische. Ich drück euch.