Wie mich das manchmal nervt, wenn schon wieder ein neuer Anbieter für irgendwas irgendwo hochploppt. Handyverträge, Sportklamottenabos, Spielzeugmietservices. I don’t need that.

Genauso beim Fernsehen. Dort gibt es Video on demand bei Kabel Digital. Hier einen iTunes Account. Da drüben ein Sky Premium Abo. Und gibt es sowas Ähnliches jetzt nicht auch bei Amazon???

Pure Überforderung beim Endverbraucher. Als Netflix mir Anfang des Jahres eine Einladung zum  Bloggerevent schickte, war deshalb meine einzige Frage: Netflix, brauche ich das wirklich?

Ihr wisst ja, dass ich nie auf Bloggerevents gehe. Denn ich finde es irgendwie belastend, dass danach im Raum steht, dass man (wenn man höflich erzogen ist, wobei mir Journalisten immer sagen: PAH, das braucht man gar nicht) über etwas schreiben sollte, wovon man ja vorher gar nicht weiß, ob man es gut findet. Und ich bin inhaltlich ja gerne free as a bird.

Aber wer hier länger mitliest weiß auch, dass ich aus der Medienbranche komme und wir mit unserem Unternehmen seit mehr als 15 Jahren Fernsehsender und Produktionsfirmen hoch- und runterberaten. Schon alleine deshalb interessiere ich mich dafür, wo die Reise in diesem Segment hingeht. Und hey: Ich habe Kinder, die es – wie alle Kinder – lieben „was zu gucken“.

Also habe ich mir Sandra geschnappt und wir sind zusammen zu unserem ersten echten Blogger-Event – auf dem auch dieses Foto entstanden ist.

Netflix

Geile Mützen oder? (Wer es nicht weiß: Binger kommt von „to binge“: viel am Stück konsumieren).

Jedenfalls bin ich vom Event heim mit einem VIP Pass, mit dem ich Netflix ein Jahr lang umsonst schauen kann. Und ob ihr es glaubt oder nicht – irgendwie hatte ich null Lust, den zu benutzen. Denn im Hinterkopf dachte ich ja immer noch: „Dann musst Du da ja drüber schreiben und was, wenn Dir das nicht gefällt?“

BOY WAS I WRONG.

Zwei Wochen vor Ende der Sommerferien waren alle aus der Bibliothek entliehenen Filme geschaut und die Langweile wurde größer und größer. Also habe ich mich an den VIP Pass erinnert und den Account innerhalb von 2 Minuten eingerichtet. Einfach nur einloggen, fertig. Und was dann kam, hat mich so umgehauen, dass ich euch davon schreiben muss. Denn ja, ich brauche Netflix. Und zwar aus folgenden Gründen.

1. Wer Kinder hat, braucht Netflix.

Die Zeiten des Kampfes um die Fernbedienung sind vorbei. Jeder bekommt seinen eigenen Account, und die Kinder können automatisch nur auf die kindgerechten Filme und Serien zugreifen.

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Da meine Kinder 9 und 11 sind, dürfen sie das erste Mal selbständig entscheiden, was sie schauen, und müssen es nicht mit mir absprechen. Fernsehzeiten sind natürlich weiterhin geregelt – aber es gibt ihnen mehr Entscheidungsfreiheit.

Wo sie sonst oft aufgrund eines Trailers entscheiden mussten, ob wir einen Film kaufen (und den dann zuende geschaut haben, auch wenn er nicht sooo toll war), suchen sie jetzt in Ruhe aus, was ihnen gefällt. Haben die Möglichkeiten, in etwas reinzuschauen und dann nochmal umzuswitchen. Lissys absolute Lieblingsrubrik ist übrigens „Frauenpower“ ;-)

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2. Wer innovatives Fernsehen liebt, braucht Netflix.

Wir schauen Fernsehen nicht mehr auf dem Fernseher. Sondern auf dem Handy, auf dem iPad, auf dem PC und auf dem Beamer. Ich kann in alle Accounts reinschauen und habe so weiter im Blick, was meine Familie guckt. Meine liebsten Features bis jetzt:

a) Wenn ich wieder einschalte, schaue ich automatisch da weiter, wo ich aufgehört habe.

b) Die Empfehlungen, die auf meiner bisherigen Auswahl basieren, sind super und treffsicher.

c) Netflix macht Fernsehen technisch leicht. Ich bin noch nicht einmal über was Unverständliches gestolpert.

3. Wer Dokumentationen liebt, braucht Netflix.

Ok, ihr ahnt es. ICH liebe Dokumentationen. Habe euch ja neulich schon mal kurz angedeutet, wie GRANDIOS die Netflix Original Serie „Chefs Table“ ist. Hier nochmal der Trailer.

Was für ein Storytelling. Was für eine unglaublich einfühlsame Art, zu erzählen, und mir jeden Chef und seine Lebensanschauung nahe zu bringen. Foodies, hier geht es um so viel mehr als kochen. Hier geht es um Nachhaltigkeit, um bewussten Anbau, artgerechte Haltung, um Traditionen und big picture mäßig: Darum, was Menschen ausmacht. Was für ein Volltreffer.

4. Wer vielseitig interessiert ist, braucht Netflix.

Mich interessiert, wie TV sich weiterentwickelt. Welche Stories und welche neuen Formate jetzt bei den Zuschauern ankommen. Wo es hingeht, beim filmischen Erzählen. Ich mag aber auch ganz alte Filme. Die mich (ich glaube jetzt nicht, dass ich das wirklich schreibe: aber es ist so) an meine Jugend erinnern.

Manchmal brauche ich einen Mädchenfilm mit einer Tüte Chips dazu. Und dann habe ich Lust auf Superhelden zusammen mit meinen Kindern an unserem Familienkinoabend.

5. Wer Lust hat, dabei zu sein, wenn was Großes passiert, braucht Netflix.

In den USA ist Netflix der Marktführer. Und ich prophezeie: Das wird Netflix auch hier. Dauert vielleicht noch ein bisschen, bis die Deutschen sich an das System gewöhnt haben. Denn bei Netflix geht es nicht darum, den Rechten für die neuesten Staffeln bekannter Serien hinterherzulaufen, sondern neben einer soliden Auswahl selbst neues Fernsehen zu entwickeln und anzubieten. Und das will ich nicht verpassen.

Deshalb bin ich jetzt offiziell ins Netflix Stream Team eingetreten und damit in der Gesellschaft von 500 BloggerInnen weltweit. Heißt, dass ich News, Premieren, Ankündigungen eher mitbekomme, als alle anderen – und mir dann anschauen kann, ob das was für mich ist (oder für euch).

Ich habe übrigens direkt nach meinem Netflix Coming Thru (Coming Out wäre wohl übertrieben) bei der PR Agentur angerufen, die vor knapp sechs Monaten das Event ausgerichtet hat, und gesagt: „Sorry. Aber ich habe echt nicht früher gecheckt, wie cool das ist, was ihr da macht.“ Muss man ja auch zugeben können, wenn man kurzfristig mal hinterherhinkt.

Noch was (denn ich weiß, es gibt wieder ein bis zwei Leser, die GARANTIERT danach fragen werden…): Ich bekomme weder für diesen Post noch für mein Mitmachen beim Stream Team Geld. Ich mache das, weil ich es spannend finde am Puls der Zeit zu sein und weil ich bei Netflix ein außergewöhnlich hohes Potenzial sehe. Weil ich Innovation liebe und das Gefühl habe, dass da noch einiges kommen wird, was spannend ist.

Mein Versuch, beim Bloggerevent ein cooles Foto zu machen, auf dem es so aussieht, als würde ich an den Ballons schweben, ist übrigens leider völlig gescheitert. Oh Mann.

Netflix(2)

In diesem Sinne einen guten Start in die Woche

Eure Svenja

P.S.: Die besten Mädchenfilme oder Wie viel Fernsehen schauen eure Kinder?

Auch gut – eine Alternative anstatt fernsehen.