Unsere Innovation Journey in die USA

New York City, auf der Suche nach einem gesunden Abendessen.

Ihr Lieben,

acht Wochen war hier Funkstille und ich habe mich in meine Sommerpause zurückgezogen. Auch, weil ich eine lange Reise mit meiner Familie in die USA geplant hatte und ich diese nicht auf Social Media teilen wollte. Zum einen, weil ich unsere Abenteuer im Moment leben und erleben wollte. Zum anderen, weil ich das Gefühl kenne, dass auf Social alle alles haben, können, machen und erreichen. Ich möchte nicht eine von denen sein, die auf das schlechte Gefühl der Daheimgebliebenen einzahlt, ohne Mehrwert.

Wir haben lange auf diese Reise gespart und deshalb war sie once in a lifetime. Meine liebsten Fotos solcher Reisen sind die, in denen ich meine Familie in Alltagssituationen ablichte. Einfach weil diese Fotos genau das warme Gefühl für mich zurückholen, das ich während der Reise hatte.

Am China Beach in San Francisco – hinter uns die vernebelte Goden Gate Bridge.

Für euch ist aber sicher interessanter, was ich abseits der Familienpfade erlebt habe. Wir hatten insgesamt 18 “Erkundungstermine” – und ich nenne die extra nicht “geschäftlich”, weil oft unsere Kinder dabei waren. Von diesen Terminen, Besichtigungen und Erkenntnissen along the way werde ich euch in den nächsten Wochen immer mal wieder erzählen. Denn die waren wirklich spannend.

Stanford – traumhafter Campus und Forschung auf höchstem Niveau.

Wir haben uns diverse Unis angeschaut – darunter die Columbia, die NYU Tisch School of the Arts, Stanford und Berkeley. Auf der Suche nach den Geheimnissen des Lernens haben wir uns mit neuen Lehrprogrammen und -methoden führender Institute beschäftigt.

Das ist in zweierlei Hinsicht wichtig für uns als Familie. Zum einen wegen der Kinder und ihren weiteren Ausbildungs- und Lebensplänen. Zum anderen, weil sowohl Uwe als auch ich täglich unterrichten – online und offline.

Berkeley – edle Tradition, viele Asiaten und ein Campus mit Eukalyptusbäumen.

Wenn wir Museen besuchen, dann immer mit unserer Storytellingbrille. Ich habe so viel gelernt über Museumsdisplays, visuelle Kommunikation und das Zusammenspiel von Bild, Text und Exponaten. Sicherlich etwas, worüber ich mal ein Video oder einen Artikel veröffentliche – denn besonders das American Museum of Natural History (in dem auch der Film “Nachts im Museum” spielt) war wirklich mindblowing.

Die Ausstellungshalle “Biologische Vielfalt” zu besuchen, war schon seit Jahren mein Traum.
Die Dioramen muteten oft eher wie Gemälde an – ich habe viel darüber gelesen und gelernt. Spannenderweise lassen sich die Gestaltungsprinzipien 1:1 auf Social Media übertragen.

Wir waren bei und im Gespräch mit Firmen wie Apple, Pinterest, Studio71, Constantin Film und Designworks. Haben Autoren, Filmproduzenten und unternehmerische Legenden getroffen.

All das wäre nicht geschehen ohne meinen Mann, den ich für seine Fähigkeit bewundere, alles möglich zu machen – auch das Unmögliche. Eines der tollsten Erlebnisse dieser Reise war eine private Führung bei Pixar als Familie. Und das, obwohl es dort offiziell gar keine Führungen gibt.

Ich war selten so stolz auf einen Meetingaufkleber.

Ich habe euch zwar ein paar Fotos von dort mitgebracht, aber durfte in den Räumen, in denen die wirklich spannenden Dinge passieren, nicht fotografieren oder filmen. Ihr müsst euch also auf mein Wort verlassen, wenn ich euch sage, dass das eines der aufregendsten beruflichen Treffen meines bisherigen Lebens war.

Das Steve Jobs Building auf dem PIXAR Gelände.

Ich sehe die Welt der Animation und der Screen-Gestaltung jetzt nochmal mit völlig neuen Augen. Mir ist ein Licht nach dem anderen aufgegangen und auch die hier gelernten Tricks und Prinzipien lassen sich komplett auf Social Media, das Internet, GIFs und so viel mehr übertragen. Krass, das hätte ich vorher nicht gedacht.

Was aber vor allem spannend war: ein Gefühl dafür zu kriegen, in welchen Bereichen die Amerikaner uns meilenweit voraus sind. Und wo sie auch nur mit Wasser kochen (und vielleicht mit gar nicht so heißem wie wir.)

Während ich beim Aufbruch aus Deutschland noch dachte, dass ich wahrscheinlich erschrecken werde, wie sehr die USA uns abgehängt hat, ist mir während unseres Aufenthalts immer klarer geworden, wie gut wir dastehen.

Nicht nur, dass die sozialen Probleme, die Arm-Reich-Schere und die Obdachlosigkeit in Amerika außer Kontrolle geraten sind.

Das war unsere Dachterrasse, auf der ich morgens in NYC Yoga gemacht habe. Sich auf Reisen in dieser “Reichenbubble” zu bewegen, macht Amerika sehr erträglich. In L.A. haben wir nach einer Nacht das Hotel gewechselt, weil Obdachlose vor der Tür schliefen und am Strand zelteten und Uwe abends beim Spaziergang von jemandem attackiert wurde. Alleine in Los Angeles gibt es 42.000 Obdachlose – die meisten sind drogensüchtig.

Mir hat es weh getan, wie wenig sich die Wohlhabenden um die Bedürftigen kümmern. Sie gehören zum Stadtbild, man coexistiert. Herz zeigt kaum jemand. So könnte ich nicht leben.

Auch denken viele Amerikaner geschäftlich nicht so umfassend, wie die Deutschen. Wir sind es gewohnt, berufliche Herausforderungen und Probleme aus vielen Perspektiven zu betrachten. In den USA schien man eher fokussiert und intensiv zu tüfteln, aber es fehlte hier und da die Einordnung in den Gesamtzusammenhang. Gerade bei der Lehre ist diese aber extrem wichtig.

So kehre ich heim mit gemischten Gefühlen. Die Zeit, in der es mich so nach Amerika gezogen hat, dass ich am liebsten dort meine Zelte aufgeschlagen hätte, ist definitiv vorbei.

Aber ich habe auch viel Kraft aus dieser Reise geschöpft. Dazu gehört noch mehr Vertrauen und Sicherheit in meinen Weg und meine Themen. Was bleibt sind nicht nur wundervolle Erinnerungen, sondern die innere Bestärkung, weiter mein Ding zu machen.

Ich freue mich auf viele neue Onlinekurse – sicher bald auch mal auf Englisch. Und auf den Herbst mit meiner tollen Familie. Auf euch, meine Leser und auf mein Team, mit Linn und Claire.

Danke Uwe, für all die schönen Erlebnisse und Momente. Ich werde diese Reise fest in meinem Herzen aufbewahren und niemals vergessen.

In diesem Sinne

Eure Svenja

14 Kommentare

  1. Ich mag ihn einfach…
    …deinen Stil zu schreiben, zu erzählen und zu erklären. Ich hab deinen Canva Kurs und fand ihn toll. Du warst eine der ersten, denen ich auf Instagram gefolgt bin. Es ist großartig wie du inspirierst und das Gefühl gibst, dass es jeder, der es will schaffen kann!

    1. Oh Wow. Vielen Dank. Ich freu mich riesg über Deine Worte. Es ist wirklich so – ich glaube, dass man alles schaffen kann. Man muss sich nur entscheiden, was man schaffen will und worauf man seine Lebensenergie richtet. Und: der Weg zum Ziel geht nicht immer geradeaus ;-)

  2. Ach Svenja, wie immer schön zu lesen und dabei zu sein. Du hast so viel bewirkt bei mir, Du warst der Ausschlag, dass ich vor fast 4 Jahren mit Bloggen begonnen habe und begleitest mich nach wie vor jeden Tag mit all dem Wissen, was ich von Dir habe. Ich freue mich auf weitere Kurse und sende liebe Grüße nach München…

  3. Ich lese dich so unheimlich gern und mag es, wie du Dinge anpackst. Das inspiriert mich und vor allem merke ich immer wieder, wie du mit deiner Arbeit bei mir etwas bewegst und ich mir etwas mitnehmen kann für meine Arbeit. Danke dafür!
    Ich bin gespannt auf alles, was noch kommt.

    1. Oh Janina, ich suchte gerade ja ein bisschen Deine Stories mit dem kleinen Mann. Und da ich auf Insta nur noch Menschen folge, mit denen ich ganz regelmäßig rede (und das machen wir ja nicht), “suche” ich Dich dafür jeden Tag. Herzlichen Glückwunsch zum vierten Kind. Der kleine Piet ist ein Herzensbrecher, soviel ist schon mal klar.

  4. Boah… krass starkes sensibles Intro, Svenja. So voller Achtsamkeit und Bewusstsein…Dein Text hat mich so angezogen wie schon lang nicht mehr! Ich bin sehr froh, dass Du bei uns in Good Old Germany bist und bleibst… Gott sei Dank kein braindrain :)))

    1. Ja Julia, ich bin richtig schockiert, was gerade auf Social stattfindet. Und merke, dass viele – gerade 40 plus, so nicht mehr können und wollen. Das gilt es feinfühlig zu beobachten. Wie schön, dass Du das so wahrgenommen hast. Hab mich riesig über Deinen Kommentar gefreut.

  5. was für ein informativer und doch emotionaler post! toll geschrieben, man ist ein bisschen mit vor ort, ehrlich und reflektierend. danke fürs teilen. bin sehr neugierig geworden. weniger auf usa als auf deine erzählungen.

  6. Einfach nur: wow! Ich konnte beim Lesen mitfühlen, wie ihr alles förmlich aufgesaugt habt…like a sponge.
    Dein Artikel gibt mir gerade einen guten Schubs, nach vorne zu blicken und Vertrauen zu haben dass man so viel schaffen kann…DANKE dafür!

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