Erstmal das Wichtigste: Ich war heute bei meiner Freundin N. im Keller (ihr erinnert euch noch?). Da sieht es immer noch TOP aus. Und N. hat Einiges angeschoben: Sie war auf der Müllkippe, hat ein paar Möbel besorgt und einen Parkettverleger für’s Kinderzimmer geordert. Ich sage es ja immer, sobald der Keller steht, hat man Lust weiterzumachen. Heute war ich wieder bei N. im Keller – aber diesmal im Wäschekeller. Die Fotos seht ihr oben.

Spannend: Es gibt drei Berge Wäsche. 1. Schmutzwäsche, 2. Bügelwäsche, 3. saubere Wäsche. Nur, dass man auf den ersten Blick gar nicht weiß, was was ist. Und: Es gibt weder eine Wäschewanne zum Herumtragen und Einsortieren der Wäsche, noch einen Wäschebehälter zum Schmutzwäsche sortieren. Kein Wunder, dass das chaotisch wirkt und „Ja, da muss eine Problemlösung her!“ Am Samstag schicke ich N. zu Ikea und hoffentlich schon in der Woche danach werde ich posten, welche Lösung wir uns überlegt haben. Bitte blättert die Bilder durch – und wenn ihr eine gute Idee habt, schreibt mir. (Vor allem: Was machen wir mit dem Einzelne-Socken-Eimer – der ist groß und voll. Wegschmeißen? Weitersuchen? Oder mit der Wäscheleine auf Gesichthöhe?)

Zum letzten Kellerpost hat sich Tobias gemeldet. Er findet, dass ein Männerkeller aussehen muss wie ein Männerkeller und trotzdem gut organisiert sein kann. Am Ende der Bilderstrecke findet ihr ein Bild von seinem Keller.

„Darf ich eine Anmerkung zu dem Kelleraufräum-Beitrag machen? Also: Für eine Frau mag ein aufgeräumter Keller ja nett sein, aber ich hab mich mit meinem Nachbarn schon mal drüber unterhalten. Die Frauen fragen: „Warum musst Du denn diese ganzen Holzlatten aufbewahren?“ Und die Männer sind sich einig: „Weil man einfach ein paar Holzlatten im Keller haben muss, bescheuerte Frage!“. Aber klar: Alles braucht seinen Platz. Meine Lösung dafür – alles, was man von der Größe her in einen Karton schmeißen kann, steht in meinem Keller in Kartons, der Rest steht lose rum. Aber, und jetzt kommt der Clou: Die Kartons sind nummeriert und katalogisiert. Ich habe also im Computer eine Datei mit dem Inhalt aller Kartons und wenn ich einmal in drei Jahren das grüne Isolierband brauche, suche ich das mit der Suchfunktion von Word in der Datei und schwupps: Karton 13. In dem Karton selbst ist das dann ruckzuck gefunden. Ergebnis: Alles kann im Keller munter gesammelt werden, der Keller sieht auch aus wie ein anständiger Männerkeller, und trotzdem findet man alles wieder.

Einziger Haken: das Katalogisieren dauert ein bisschen, aber das kann man ja zum Beispiel dann machen, wenn man beim Umzug eh den Keller ausmistet – und dann schreibt man eben alles mit, was man in die Kartons für den neuen Keller schmeißt. Und wenn man’s einmal gemacht hat, hat man für den Rest des Lebens Ruhe – mal abgesehen von dem Miniaufwand, die Liste auf dem Laufenden zu halten, wenn man mal etwas aus dem Keller holt oder was Neues reinstellt.

Nun denken natürlich alle, denen ich das erzähle, ich hätte so einen sterilen Psychokeller, aber zum Beweis habe ich das Foto mitgeschickt: In meinem Keller sieht’s aus wie in jedem anderen Keller auch. :-)

Ist das super? Das ist super! :-)

Tobias

Aber nicht genug der guten Ideen (habe ich schon gesagt, dass ich euch toll finde?). Auch Stephi aus Berlin hat einenn pfiffigen Hinweis, der anderen hilft und ein gutes Gefühl hinterlässt:

Dein Beitrag zum Keller entrümpeln war wirklich klasse! Folgender Gedanke kam mir beim Lesen: Ich bin auch eine begeisterte Ausmisterin und gebe viel, was theoretisch noch zu benutzen ist, weiter. Zum Beispiel an OXFAM oder an eine Dame hier in Berlin, die Spenden für Tierheime im europäischen Ausland sammelt. Vom Flohmarktzeug, das sie selbst verkauft, um Geld weiter zu geben, bis zum Putzmittel. Dort freut man sich sogar über Teppichreste oder Dachpappe. Einfach irre. Ich war fast entsetzt zu hören, was dort alles benötigt wird. Man muss nur eine Kiste zusammen stellen und die holen es ab. Und es gibt eigentlich nichts, was nicht an anderer Stelle Sinn macht.

Die Tierheimunterstützerin erzählte mir auch von einem Mann in Rumänien, der sich um 40 Hunde kümmert und selbst nicht mehr hat als einen Schlafanzug. Dem hätte sie neulich ein Paket gepackt mit Männerkleidung, und oben drauf hat sie noch drei Päckchen Tabak gelegt. Man muss auch etwas für die Seele der Menschen tun ;)

Jeder hat Zeug, dass man nicht mehr nutzt oder braucht. Und ich habe genau wie Du, und mit uns zahllose vielbeschäftigte Frauen auch, einfach keine Zeit mehr für Flohmärkte, obwohl ich das immer supergern gemacht habe. Da macht es doch viel mehr Sinn, scheinbar überflüssige Dinge weiter zu geben und so etwas für sein Karma zu tun! :D OXFAM hat einen netten Spruch dazu: Wir machen Überflüssiges flüssig! =) Und diejenigen, die es wirklich brauchen, profitieren davon.

Vielleicht wäre es N. mit dem Gedanken an eine freudige Weiterverwendung leichter gefallen, sich von dem ein oder anderen zu trennen. Sicher gibt es auch in München viele Stellen, die auch aus vermeintlichem Müll noch einen wundervollen Verwendungszweck heraus kitzeln.:)

Stephi

Noch einmal vielen Dank für eure Zuschriften – es ist einfach toll, zu wissen, dass ihr mitlest und wir zusammen noch viel mehr bewegen können!