Wenn ich erzähle, dass wir im Urlaub Haustausch machen, gibt es genau zwei Reaktionen. Die eine Gruppe findet Haustausch spannend, wollte das auch schon Mal ausprobieren, hat davon schon mal gehört und ist dem Thema gegenüber grundsätzlich offen. Die andere Gruppe fragt mich: „Aber stört Dich das nicht, wenn die in Deinem Bett schlafen?“, „Hast Du keine Angst, dass etwas kaputt geht?“, „Hast Du keine Angst, dass nachher was fehlt?“ – oder es kommt gleich der Killersatz: „Das könnte ich nicht/das würde mein Mann nie mitmachen!“

Ich möchte euch heute mal erzählen WIE TOLL Haus tauschen ist und was es für Vorteile hat.

Vorteil Nummer 1

Ihr müsst nichts bezahlen und euch nicht registrieren, um das Angebot einer Haustauschbörse einzusehen. Klickt einfach hier und surft nach Herzenslust alle Regionen und Häuser ab, die euch interessieren.

Das Einzige, was ihr in diesem Besuchermodus nicht seht, sind die Kontaktadresse und der Beruf des Tauschpartners. Wen das Angebot überzeugt, der kann für 140 € im Jahr Mitglied werden – jeweils nur für ein Jahr – ohne Laufzeit. Heißt: Ihr müsst das Inserat jedes Jahr erneuern, wenn ihr dabei bleiben wollt. Homelink weist euch aber rechtzeitig darauf hin. Für mich war es total wichtig, dass ich mir VORHER den Datenbankbestand anschauen konnte. Schließlich will man nicht die Katze im Sack kaufen, vor allem wenn sich das Ganze eh wie ein Riesenabenteuer anhört.

Vorteil Nummer 2

Es gibt für jeden das Richtige. Egal ob schwules Pärchen, kinderreiche Familie, oder Rentner mit oder ohne Enkelkinder, egal ob kleines Apartement in der Stadt oder großes Haus auf dem Land.

Am Einfachsten ist es, in einer ähnlichen Kategorie zu tauschen. Also: Reihenhaus gegen Reihenhaus oder Wohnung in der Stadt – aber meist eben nicht gegen Villa am Meer. Aber: es kommt immer drauf an – man weiß nie, was der andere sucht. Fragen geht immer – und die Antwortrate ist hoch.

Vorteil Nummer 3

Eigentlich fast Vorteil Nummer 1, denn jetzt geht es uns (nicht ans) Portemonnaie. Für den 3-wöchigen Dänemarkurlaub aus der Bilderstrecke oben haben wir genau 350 € ausgegeben. Das waren die Benzinkosten. PUNKT.

Vorteil Nummer 4

Man braucht nur noch einen Koffer. Schließlich fährt man in ein voll ausgestattetes Zuhause. Da gibt es Bettwäsche, Handtücher und eine Waschmaschine. Es gibt Spielzeug, Fahrräder in allen Größen, Bücher und DVDs.

Es gibt Nachbarn, die einem gerne weiterhelfen, falls was fehlt. Es gibt alles, was wir Zuhause auch haben – mit dem entscheidenden Unterschied, dass es neu ist.

Das heißt: Kinder beschäftigen sich selber, Eltern sind zufrieden, Pärchen lassen sich inspirieren und Rentner erforschen neue Kulturen. Das führt mich direkt zu

Vorteil Nummer 5

Ein Land zu erleben, während man in einem echten Zuhause wohnt, ist etwas ganz Anderes, als normaler Urlaub. Wenn man bei einem Haustausch im Tauschhaus ankommt, erwartet einen meist ein kleines Gastgeschenk (eine Flasche Wein, ein paar Cräcker, ein kleines Spielzeug oder tolle Stifte für die Kinder). Daneben liegt ein ausführlicher Plan, quasi ein Führer durch das fremde Haus. Alles von Sicherungskasten über Alarmanlage bis hin zur Bedienung der Kaffeemaschine. Aber noch viel wichtiger: Hier stehen auch die Insidertipps. Welcher Supermarkt ist günstig, welcher gut? Welcher Strandabschnitt ist der, an den die Einheimischen gehen (leer, windgeschützt, schöner, Nachmittagssonne)? Was lohnt sich wirklich anzusehen (Museen, Besichtigungen) und was kann man bei Regenwetter machen?

Vorteil Nummer 6

Haus zu tauschen ist, als hätte man einen persönlichen Führer. Da steht man auf dem Marktplatz und fragt sich: Wo gibt es hier die besten Oliven? Kein Problem, man kann einfach beim Tauschpartner anrufen (natürlich nur, wenn man das vorher ausgemacht hat – man kann auch komplett in Ruhe gelassen werden). Es gibt Momente, da kann man so „Leben retten“ – Wo ist der nächste Spielplatz? Wo ist das beste Restaurant (mit Kindern, mt Hund, mit Rollstuhl)? Schließlich geht im Urlaub das normale Leben trotzdem weiter und das kann in einer fremden Umgebung manchmal ungleich schwieriger sein.

Vorteil Nummer 7

Die Möglichkeiten sind beim Haustausch unendlich. Man kann Häuser tauschen und Autos gleich mit. Oder man sittet das Haus von Jemandem, der im Urlaub ist. Man kann zeitgleich oder zeitversetzt tauschen. Man kann eine kurze Gastfreundschaft für einige Tage anbieten oder einen Jugendaustausch planen, a la: Ich nehme Deinen Teenager und Du kriegst meinen.

Eines ist sicher – ein Abenteuer ist ein Haustausch allemal. In der Bilderstrecke seht ihr Bilder von unserem Haustausch 2009 nach Dänemark. Wir haben unser Haus mit einer Pfarrersfamilie getauscht und hatten sogar einen Schlüssel zur Kirche. Wir haben uns zur Übergabe in Dänemark getroffen und nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken sind die Dänen nach München gefahren. Es waren wirklich herrliche drei Wochen in Dänemark – mit viel Zeit füreinander.

Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dass Haustausch eine wirklich gute Idee ist, muss Folgendes wissen. Alle Menschen, die ich beim Haustausch bisher kennen gelernt habe, waren offene, gebildete, herzliche Menschen. Sie haben mein Eigentum behandelt wie ihr Eigenes und bis auf ein paar Gläser ist in der ganzen Zeit nie was kaputt gegangen. Trotzdem würde ich bei Auto- und Haustausch kurz mit eurer Versicherung abklären, ob die solche Schäden übernehmen – bei unserer war das kein Problem. Von homelink selbst werden auch Haustauschverträge angeboten – das haben wir uns immer geschenkt.

Die Erfahrung zeigt, dass alles BESTENS läuft, wenn jeder einfach auf die Sachen des Anderen achtet. Und ja: „Die“ schlafen in meinem Bett. Aber ich ja auch in „deren“ Bett. Außerdem kann man ja ausmachen, dass man am Ende die Betten abzieht und eben in die Waschmaschine schmeißt und einmal durchputzt. Meist haben die Tauschpartner aber eine Putzfrau, die eh nach dem Besuch und vor der Rückkehr einmal durchfeudelt.

Mein Résumé: Traut euch. Es lohnt sich.

In diesem Sinne

Eure Svenja