Meine Freundin Jessica ist gerade aus ihrem zweiwöchigen Urlaub zurückgekommen und meinte: „Und dann habe ich erstmal Deinen Blog gelesen – das ist ja der Wahnsinn, was Du in der Zwischenzeit alles erlebt hast.“ Mhhhh, habe ich gedacht. Habe ich wirklich so viel erlebt? Spiegelt das was im Blog steht eigentlich mein Leben wieder? Irgendwie natürlich schon, denn ich erlebe ja das, worüber ich blogge. Aber – und jetzt wird es spannend – ich mache ganz viele andere Dinge, über die ich NICHT blogge. Damit meine ich jetzt nicht die alltäglichen Sachen wie Zähne putzen und einkaufen. Ich spare ganz oft Dinge aus, die ich in meinem Leben nicht so gerne habe. Oder besser gesagt: an mir.

Manchmal zum Beispiel, da nehme ich mir einfach zu viel vor. Ich möchte meine Arbeit gut machen und meine Kinder glücklich, ich möchte frisches Essen auf den Tisch und gute Laune Heim bringen. Ich möchte für meinen Mann da und ich selber sein. Und dabei vergesse ich total, das Wichtigste in den Mittelpunkt zu stellen: Was will ich wirklich?

Ich weiß, dass viele von euch das auch nicht tun – irgendwie kommt zwischen Arbeit und Kindern, Mann und sozialen „Verpflichtungen“ das Wünschen zu kurz (oder völlig abhanden). Dabei war doch genau das etwas, was uns früher so definiert hat! Wir haben uns eine neue Hose gewünscht und einen tollen Job, eine eigene Wohnung, einen liebevollen Partner, zu heiraten und Kinder zu kriegen.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber genau als ich das alles hatte, habe ich irgendwie vergessen, an mich zu denken. Nach Außen wirkt das vielleicht anders. Aber glaubt mir, manchmal wäre ich gerne einfach „nur“ Hausfrau und Mutter und würde unser Zuhause schön machen und das Abendessen planen und die Wäsche zusammenlegen. Eigentlich unglaublich, wo ich doch den ganzen Tag einen Wettkampf gegen die Zeit führe – weil ich bloggen muss und fotografieren und telefonieren und jemanden abholen und wegbringen und ganz schnell noch einen Zahnarzttermin ausmachen.

STOP. Stopstopstopstop. Was ich wirklich will, ist mit meinen Kindern ein Eis am Sandkastenrand zu essen. Was ich wirklich will, ist in dem Moment, in dem ich bin, Spaß zu haben. Auch bei der Arbeit. Nicht daran zu denken, was ich gleich/morgen/später/nächste Woche noch erledigen muss. Sondern JETZT SPASS ZU HABEN. Das ist natürlich ein bisschen schwierig in einer Welt, wo Frauen diejenigen sind, die ständig mit Daten hantieren müssen. Nächste Woche Freitag und Sonntag sind meine Kinder verabredet. Montag muss ich eine Hose umtauschen. Ich muss noch diese Woche Lissys Schulliste im Schreibwarenladen abgeben. Und Samstagnachmittag sind wir zu einer Party eingeladen – für die ich noch ein Geschenk brauche, das ich vorher noch kaufen muss.

Das kommt euch bekannt vor? Hier ist mein wahnwitziger Tipp, wie ihr euren nächsten normalen Alltag zu einem „Was ich wirklich will“ Tag machen könnt. Versucht doch mal euch immer, wenn ihr ein ungutes Bauchgefühl habt oder euch gestresst fühlt, zu fragen: Warum ist das so? Und – was wollt ihr genau in diesem Moment wirklich? Was könntet ihr tun, um den Moment voll zu genießen. Und dann: MACHT DAS!

Ich sehe schon jetzt eure Mails (und sie spiegeln meine eigenen Bedenken): Ja, aber wer tauscht dann die Hose um – und kocht das Mittagessen? Also, ihr sollt ja nicht euer Leben umkrempeln. Ich rede von EINEM Tag (die Hose könnt ihr am nächsten Tag umtauschen). Also, bestellt doch einfach den Pizzaservice oder geht spontan was essen, wenn nichts mehr im Kühlschrank ist. Oder ruft einen Wettbewerb aus – wem fällt ein, was wir mit den Zutaten machen können, die wir im Haus haben? Versucht doch mal für EINEN Tag in eurem Leben euch bewusst zu entstressen und euer „Programm“ sofort zu ändern, wenn ihr merkt, dass ihr eigentich gar keine Lust darauf habt. Ruft eine Freundin an und fragt, ob sie euren Sohn mit zum Fußball nehmen kann. Nehmt Hilfe in Anspruch wenn ihr eine Auszeit braucht. Seid spontan – macht etwas TOLLES. Das geht auch mit Mann und Kindern – denn die werden sich freuen, euch mal wieder so zu erleben, wie ihr am besten seid: wunschlos glücklich, weil alle Wünsche einfach in die Tat umgesetzt werden.

In diesem Sinne, wir lesen uns Montag!

Eure Svenja