Ihr Lieben,

gestern erreichte mich diese Mail einer Leserin:

„Ich verstehe alles so gut, was Du schreibst und ich bin auch bereit meinen Weg zu
gehen, das wollte und habe ich immer schon gemacht. Was ist aber, wenn ich unheimlich müde bin, und schon morgens nicht mehr kann, wenn ich nachts aufwache und darüber nachsinniere was ich alles machen muss und der Berg so groß erscheint, dass er nicht zu bewältigen ist. Mir ist gerade so als WOLLTE ich scheitern, damit alle sehen können: Ich schaffe es nicht.

Heute zum Beispiel dachte ich: „Ist gut jetzt machst Du eine Stunde was für
Dich. (Ich habe eine Yoga-CD eingelegt!) Dann schaffst Du deine Sachen!“ Aber
ich blieb danach liegen und habe mich selbst bedauert. Ich will da endlich
raus aus dem Loch, ich habs doch kapiert aber es gelingt mir nicht. Ich
brauche Hilfe.“

Meine liebe Leserin, erstmal herzlichen Dank für Deinen offenen Brief und das in mich gesetzte Vertrauen. Und ja, Du schreibst der Richtigen. Nicht weil ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe, sondern weil es mir ganz genauso geht. Ich sitze hier und schreibe, obwohl ich eigentlich laufen gehen wollte. Ich habe heute Nacht 2 Stunden gar nicht geschlafen und Gedanken gewälzt. Ich möchte was sein lassen, damit der Berg kleiner wird, und frage mich ständig: ABER WAS? Deshalb habe ich nun seit 4 Tagen in Folge höllische Kopfschmerzen. Das Gute an all dem: Ich habe einen Mann, der mich gut kennt. Mit dem habe ich mich diese Woche richtig gestritten. Da fielen die Worte Überlastung, Berufung und Entscheidung.

Wenn euer Berg so groß ist, dass ihr kaum wisst, wie ihr das schaffen sollt. Wenn ihr eine Liste nach der anderen schreibt, nur um sie niemals vollständig abzuarbeiten. Und wenn doch, wartet da noch eine andere Liste, mit den Sachen, die ihr schon immer Mal machen wolltet, aber zu denen ihr wegen der Hauptliste(n) nicht kommt. Dann, ja dann ist es Zeit, Ballast über Bord zu werfen. Wie wollt ihr fliegen, wenn ihr die Sandsäcke dran lasst?

Auch hier in meinem Blog hat sich in letzter Zeit was verändert. Die Themen sind vielleicht manchmal gerade nicht ganz so leichtfüßig – aber so ist das halt mit Veränderungen. Man gerät ins Grübeln und macht sich Kopfzerberchen – und im schlechtesten Fall kriegt man davon dann Kopfschmerzen.

Es ist doch so: Egal was irgendjemand oder ihr selbst von euch erwartet – es gibt immer die Möglichkeit, es mal für eine Zeit lang sein zu lassen. Einfach so. Und sich klar zu werden, was ihr wirklich wollt. Ich war dafür heute Morgen bei meiner Freundin Christiane und wir haben Tarotkarten gelegt. Herrlich. Neu sortiert kann ich auch neu durchstarten – da hilft ja jedem was anderes.

Liebe Leserin – ich weiß, Dein Berg ist hoch. Also mach ihn bitte einfach kleiner. Denn auch wenn Du es vielleicht gerade nicht mehr weißt: Das hast Du selbst in der Hand. Also: Ballast weg, ein paar Meter abtragen und rein ins viel entspanntere Wochenende. Die Lösung kommt dann ganz von selbst – beim Tee trinken und entspannen.

In diesem Sinne

Alles Liebe

Deine Svenja