Ihr Lieben,

gestern habe ich laaaaange mit meinem Mann geredet. Es stand mal wieder eine Entscheidung an. Auf der einen Seite liebe ich das ja, weil mich zu entscheiden auch immer heißt, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen. Aber mittlerweile weiß ich auch, woher das Wort kommt. Von Scheidung. Mich zu etwas Neuem zu bekennen heißt, mich von etwas Altem zu trennen. Denn alles geht nicht.

Wir kennen uns ja nun schon ein Weilchen und ihr wisst, wofür mein Herz so schlägt. Doch meine größte Sehnsucht, die kennt ihr vielleicht nicht, obwohl ihr sie jeden Tag seht. Aber so ist es wohl mit der ganz großen Liebe – die muss man einfach ein bisschen für sich behalten.

Egal ob ich über das Kochen oder das Backen schreibe, ob ich bastele, Sport mache oder Deko. Ob ich euch von neuen Produkten erzähle oder von meinen Abenteuern als berufstätige Mutter. Eines bleibt immer gleich: Ich schreibe.

Schreiben ist manchmal sehr einsam und genau das liebe ich, vor allem weil es in völligem Kontrast zu meinem normalen Leben steht. Anrufe und Gespräche, hierhin fahren und die Kinder dorthin bringen, noch schnell was organisieren und dazwischen zur Post und zum Supermarkt, zum Weihnachtsbasteln und zum Adventssingen, zur geschäftlichen Besprechung oder die Buchhaltung abzeichnen. Da bleibt wenig Zeit für das, was in meinem Kopf so stattfindet.

Beim Schreiben geht es NUR um meinen Kopf. Ich kann Welten erschaffen und Dinge erfinden. Kurz: Ich kann machen was ich will, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen. Es gibt kein richtig und falsch – es zählt nur das, was mir einfällt.

Wenn ich euch meine Mütteranekdoten erzählt habe, habt ihr mir oft geschrieben: Schreib doch ein Buch. Und dadurch ist etwas ganz Spannendes passiert. In meinem Kopf habe ich tatsächlich begonnen, ein Buch zu schreiben. Plötzlich hatte ich einen Namen im Sinn und wusste: genauso muss er heißen, der Held meines Buches. Aber dann kam es noch „schlimmer“. Egal wer mir was erzählte, immer hatte ich im Hinterkopf: Das kann ich verwenden. Ich begann jede Geschichte, die ich hörte, fantastisch umzuformulieren und auszuschmücken. Alles was ich erlebte war plötzlich potenzieller Stoff. Und ich sage euch – so spannend, wie das ist, ich kam gar nicht mehr hinterher. Ich meine, wie sieht das aus, wenn ich ständig einen Notizblock zücke, um mir Dinge aufzuschreiben, weil ich sie auf gar keinen Fall vergessen darf? Ich sage euch, ich habe manchen, der mir gegenüber saß, damit ganz schön aus dem Konzept gebracht.

Eigentlich ist das ja alles nur herrlich, denn ihr habt großen Anteil daran, dass etwas mit mir passiert. Aber jetzt nochmal zurück zu der Sache mit der Entscheidung. Als ich neulich über mein nächstes geplantes Buchprojekt schrieb, war ein ganz konkretes Vorhaben gemeint. Nicht das Buch, von dem ich jetzt gerade spreche und das ich nebenbei in meinem Kopf schreibe. Und auch wenn ich von euch oft den Satz „Wie schaffst Du das eigentlich alles?“ höre…Eines schaffe auch ich nicht. Nämlich neben meinem normalen Leben täglich einen Blog zu bestücken UND zwei Bücher simultan zu schreiben. Deshalb also nun meine Entscheidung, die ich euch, meinen lieben treuen Lesern – und einigen bin ich wirklich mittlerweile eng verbunden – mitteilen möchte.

Ihr werdet mich hier weiterhin finden, aber eben nicht mehr jeden Tag. Das, was ich euch an Themen zwischen den Zeilen versprochen habe, wird noch dieses Jahr stattfinden. Alles andere gibt es auch weiterhin – aber sporadisch und weniger geplant. Dieser Blog wird ab jetzt eher mein Leben nachzeichnen (ich koche was Tolles, dann fotografiere und blogge ich es für euch), als mein Leben zu bestimmen. Ich möchte nicht irgendwann der Sklave meines eigenen Themenplanes werden, den es noch „abzuarbeiten“ gilt.

Versteht mich nicht falsch – ich liebe jeden einzelnen bisher verfassten Post. Aber es ist meine Berufung, zu schreiben – und ich muss dieser Berufung mehr Raum geben, Bedeutung beimessen und vor allem: Zeit dafür haben.

In der Hoffnung, dass ihr mich wie immer versteht und mich auch bei diesem Abenteuer begleitet

Eure Svenja