Natürlich habe auch ich jedes Jahr ein Motto, unter dass ich mein Jahr stelle. Gute Vorsätze bringen es ja nicht so wirklich (ich rauche nicht und die 2 Kilo vom Plätzchen essen sind auch bald wieder runter). Also, was tun? Bevor ich euch mein diesjähriges Motto verrate, möchte ich euch die Geschichte meiner Freundin Julia erzählen.

Julia ist Schauspielerin und ihr Traum war es, am Lee Strasberg Institute zu studieren. Also hat sie ihr Herz in die Hand genommen, alle Hürden (mehr oder weniger) locker übersprungen und die paar Antagonisten (Wie komme ich an ein Duplikat meines Abizeugnisses, das meine Ex-Psycho-Mitbewohnerin weggeschmissen hat?) mit einem lockeren Achselzucken ins Nirvana geschickt. Und was ist die Belohnung? Ein fantastischer Moment. Julia hat nämlich vor einigen Wochen einen Brief mit dem oben zu sehenden Briefkopf und mit dem (bitte einmal weiterklicken) äußerst fantastischen Inhalt bekommen. Congratulations, you’ve done it!

Es ist immer wieder herrlich, von Menschen umgeben zu sein, die ihre Träume leben. Davon inspiriert ist mein Motto des Jahres: „LEBENSWERT“. Interessanterweise hat keine geringere Instanz als die Weltgesundheitsorganisation WHO psychosoziale Gesundheit einmal als „stabiles Selbstwertgefühl, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper, Freundschaft und soziale Beziehungen, eine intakte Umwelt, sinnvolle Arbeit, gesunde Arbeitsbedingungen, ein ausreichendes Gesundheitswissen und vor allem den Zugang zur Gesundheitsversorgung, sowie lebenswerte Gegenwart und begründete Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft“ definiert.

Ganz schön viel für ein Jahr? Finde ich nicht, denn ich weiß, dass mir mein Bauchgefühl ganz genau sagt, wann etwas erstrebens- und lebenswert ist – und wann nicht. Ich nehme mir noch einen Teller, obwohl ich schon satt bin? Ich sollte mal wieder laufen gehen? Ich bin genervt, weil ich nur Handlangerarbeiten erledige? Ich fühle mich immer schlecht, wenn ich diese eine Frau treffe – und die drückt mir ohne Grund immer irgendwelche Sprüche rein?

Oder: Ich gehe heute zum Sport denn das ist Zeit für mich! Ich setze mich mal in Ruhe hin und trinke einen Kaffee. Wir lassen Fußball heute Nachmittag einfach mal ausfallen, weil die Kinder gerade so schön spielen. Ich arbeite an etwas, was mir Spaß macht. Ich kaufe mir ein Buch und freue mich darauf, es zu lesen. Ich telefoniere mit einer Freundin, die mich zum Lachen bringt.

„Lebenswert“ heißt weniger verplanen und irgendwelche selbstgemachten Regeln einhalten. Mehr im Hier und Jetzt leben und das genießen, was ich habe. Nicht genervt sein, weil ich was Kochen muss, sondern was Kochen, woran ich mich erfreue. Würde es nicht uns allen gut tun, ein bisschen mehr auf unser Bauchgefühl zu hören und damit unser Leben lebenswerter zu machen?

In diesem Sinne wünsche ich euch, dass all das eintrifft, was ihr euch fürs Neue Jahr wünscht. Habt einen fantastischen Start.

Eure Svenja

P.S.: Julia – Hut ab vor so viel Courage. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir uns noch im ersten Quartal in L.A. sehen :-)