Als ich meinen Mann kennengelernt habe, war ich ziemlich schnell schwanger und habe aufgehört, als Werbetexterin zu arbeiten. Deadlines und zeitintensive Meetings: das war einfach nicht mehr drin. Also begann ich, in seiner Firma mitzuarbeiten. Zu Beginn brauchten wir natürlich Aufträge – besonders da meine Einnahmen ja wegfielen. Ich habe also eine Liste aller Fernsehformate gemacht, die unsere Hilfe brauchten. Oder sagen wir mal so – bei denen ich ein Potenzial zur Optimierung sah. Im Klartext: Die Sendungen waren nicht so gut, wie sie hätten sein können.

Das zu wissen und die Dienstleistung „Optimierung ihrer Sendung“ zu verkaufen sind nun aber zwei völlig unterschiedliche Dinge. Ich legte einen Akquiseordner an, telefonierte die Redaktionen ab und versuchte zu erklären, was wir machen: Wir erhöhen die Qualität von Sendungen. Wie? Indem wir mit den Menschen, die dort arbeiten, einen Weg entwickeln, Geschichten besser zu erzählen. Manche sagten einfach nur: „Danke, sowas brauchen wir nicht“. Andere fragten: „Ach – und dann kommen Sie hierher und erzählen uns, wie wir unsere Arbeit zu machen haben?“ Das Ende vom Lied war, dass ich gar nichts erreichte und aus der Telefonaktion kein Kunde hängenblieb. Wie hätte ich mir damals gewünscht eine weniger erklärungsintensive Dienstleistung zu verkaufen. Alles wäre einfacher gewesen als „Storytelling“.

Fast forward. Knapp zehn Jahre später fiel mir neulich dieser Akquiseordner in die Hand. Als ich ihn durchblätterte stellte ich erstaunt fest, dass 75% der damals angerufenen Redaktionen heute unsere Kunden sind. Und das liegt bestimmt nicht an meinem Anruf.  Es liegt an der Mund-zu-Mund-Propaganda, die ein gut gelaufener Jobs in einer überschaubaren Branche nach sich zieht. Es liegt daran, dass 10 Jahre vergangen sind, in denen wir viel dazugelernt haben. Aber es liegt eben auch daran, dass wir fest an unser Talent geglaubt haben. Dass ich wusste: Wenn das einer kann, dann wir – vorneweg mein Mann, ich im Hintergrund.

Egal wer Dir erzählt, dass etwas nicht geht, nicht gebraucht wird oder nicht möglich ist: Wenn Du selbst komplett davon überzeugt bist, dass es das Richtige ist, tu es. Es gibt ein Zitat, das ich auf facebook immer wieder lese.

„Alle sagen, dass es nicht geht. Bis einer kommt, der es einfach macht.“

Gestern kam meine Tochter total geknickt aus der Schule. Sie hatte dort erzählt, dass es ihr Traum ist, Schauspielerin zu werden. Die Jungen aus ihrer Klasse haben sie daraufhin ausgelacht und gesagt: „Das wird nichts. Du hast doch gar kein Talent.“

Also habe ich mich mit meiner Tochter zusammengesetzt und ihr alle Sachen aufgezählt, zu denen jemand in meinem Leben gesagt hat, dass das nicht geht. Die ich aber trotzdem alle gemacht habe oder heute noch mache. Ihr hättet sehen sollen, wie ihr Gesicht geleuchtet hat. Dann habe ich noch den facebook-Spruch zitiert. Und ich sah förmlich, wie es bei ihr „Klick“ gemacht hat. „Verstehe“ sagte meine wunderbare Tochter und lief mit einem Lachen in den restlichen Nachmittag.

Egal, wie oft euch jemand sagt „Das geht nicht“ oder „Du hast kein Talent“. Egal wie oft ihr zurückgewiesen werdet, weil irgendjemand meint, dass sein Urteil über euch zählt. Wir Menschen können alles erreichen, was wir uns vorstellen können. Und wenn wir handeln, werden wir das auch.

In diesem Sinne

Eure Svenja