Auf die Gefahr hin, dass mir jetzt wieder 10 Leserinnen schreiben: „Bist Du nicht gut drauf?“ sage ich jetzt einfach mal genau das, was ich gerade denke. Irgendwie off the record aber irgendwie muss das heute Mal raus.

Manchmal geht mir alles zu schnell. Gestern noch 20, heute 41. Gestern noch auf der Suche nach dem Traumprinzen, heute verheiratet. Gestern unabhängig, heute 2 Kinder. Und die Stereoanlage bleibt abends leise, damit die nicht aufwachen.

Meine Großmutter hat mir mal gesagt: „Innen drin, da bleibst Du immer 20.“ Versteht mich nicht falsch. Ich liebe es, älter zu werden. Ich bin mehr bei mir als je zuvor. Ich verstehe mehr, sehe mehr, kann mehr und weiß genauer, wer ich bin.

Doch manchmal, an Tagen wie diesem, da vermisse ich mich. Höre „Chasing cars“ und frage mich, wem oder was ich eigentlich hinterher jage. Ich hätte nie gedacht, dass man alles haben kann und trotzdem manchmal alleine ist. Dass auch „alles“ manchmal ein Kompromiss ist. Weil das Leben eben im Fluss ist und man sich ständig verändert. Es gibt immer was zu tun. Es bleibt immer was liegen. Fertig wird man nie.

Und dann, wenn die Kraft weniger wird und ich mich frage, wie um Gottes Willen ich das in der Geschwindikgkeit noch Monate, Jahre, ein ganzes Leben hinkriegen soll – genau dann wird es besser. Ich gehe zum Sport, ich schlafe eine Nacht durch, ich esse was Leckeres, ich trinke ein Glas Wein, ich treffe eine Freundin oder telefoniere mit jemandem, den ich mag.

Was ich sagen will ist: Tage wie dieser gehen vorüber. Solltet ihr auch mal wieder so einen haben, denkt dran. Tief innen seid ihr immer 20. Und voller Energie.

In diesem Sinne

Eure Svenja

P.S.: Interessant: Ich habe diesen Post abends geschrieben. Und morgens bekomme ich das aktuelle Magazin der Süddeutschen Zeitung in die Hand. Das Thema „Mit 20 hat man noch Träume…mit 100 erst recht: zehn Jahrzehnte, zehn Gespräche. Ein Frauenheft.“

P.P.S.: Ich glaube ja nicht an Zufälle….da sagt eine Frau im Interview, dass wir froh sein können über die ganzen Rechte, die wir dazugewonnen haben weil IHRE Generation so dafür gekämpft hat. Weiter (sinngemäß) „Dann hat man mit den kleinen Kindern halt ein paar harte Jahre, aber der Rest ist doch schon da und muss nur gelebt werden.“ Und schon bin ich wieder mittendrin. Sehen wir Frauen jeweils nur unsere Situtaion und unsere Generation? Wenn das so ist – wie wollen wir dann wirklich langfristig die Stuation verbessern? Doch wieder nur jede nach ihrem Gutdünken in ihrem privaten Bereich? Ihr seht schon, das Thema lässt mich diese Woche nicht los.

Jetzt wünsche ich euch erstmal einen wunderschönen Samstag!

Alles Liebe

Eure Svenja