Danke für eure Mails, eure Karten, eure Pinnwandeinträge, eure SMS der letzten Tage. Die Frage war immer die gleiche: „Warum schreibst Du Nichts? Ist alles in Ordnung bei Dir?“

In Ordnung ist eigentlich Nichts. Oder besser gesagt: Hier ist es ziemlich unordentlich. Und irgendwie ist doch alles klar. Ich habe mir nochmal in Ruhe Zeit genommen, in mich rein zu hören und auch noch einmal viele eure Mails des letzten Jahres gelesen. Ich danke euch für jede einzelne.

Ihr seid das Publikum, mit dem ich erwachsen geworden bin. Plötzlich haben Tausende von Menschen morgens darauf gewartet, dass ich auf „Publish“ drücke. „Dich lese ich noch vor der Morgenzeitung“. So schöne Sachen habt ihr mir zurückgeschrieben.

Immer habt ihr mir geduldig zugehört. Je mehr ich von mir rausgelassen habe, desto eindeutiger war eure Reaktion.

„Du sprichst mir aus der Seele“, „Du triffst den Nagel auf den Kopf“, „Du sagst, was alle denken, aber keiner so ausdrücken kann“, „Das war mal wieder eine Punktlandung“.

Ja – IHR habt mir gezeigt, in welche Richtung mein Weg geht. Genauso wie ihr kann ich backen, basteln, kochen, Feste ausrichten, Sport machen – die Liste ist endlos. Aber das alles war vielleicht nur deshalb einen Tucken interessanter als anderswo, weil ich es auch schön in Worte fassen kann.

Was euch WIRKLICH berührt hat, war klar zu sehen. Das war ich, wenn ich von INNEN geschrieben habe.

Ein Leser hat das mal sehr schön in Worte gefasst:

„Du bist wirklich eine ausgezeichnete Schreiberin. Was ich immer an dir geschätzt habe, ist dein unverstellter Blick auf dich selbst  – DIE Voraussetzung schlechthin, um auch bei anderen glasklar hinschauen zu  können. Wenn diese Gabe einhergeht mit der Fähigkeit, die Beobachtungen und  Gefühle in Worte kleiden zu können, ist das ein großes Geschenk. Für einen selbst und – wie du erfolgreich unter Beweis stellst – auch für  andere.“

Ihr habt mich gelehrt, dass ich Fremde mit Worten berühren kann – dass die Zahl derer, die das lesen möchten, wächst, wenn ich mich anstrenge. Und dass ich mich nur, wenn ich das tue, wirklich bei mir fühle.

Jetzt ist es soweit: Ich breche auf. Ich mache endlich das, wofür ich geboren bin. Ich schreibe. Spannend, dass ich das schon mit 8 wusste und einen 33 Jahre dauernden Umweg zu mir selbst nehmen musste – und genau zu dem Zeitpunkt bei mir ankomme, als meine Tochter 8 ist.

Ich danke euch für die gemeinsame Zeit. Ohne euch, wäre ich niemals an dem Punkt, an dem ich jetzt bin. An dem ich der Schwerkraft trotze (Danke für den Song, Nanda), mich freischwimme und fliege. In den nächsten Tagen werde ich posten, wo ihr mich ab jetzt weiterlesen könnt – wenn ihr mögt.

Kiss me Good Bye

Svenja

P.S.: Und jetzt die Lautsprecher auf volle Lautstärke, Play und tanzt mit mir ins neue Leben.