Wenn ihr wüsstet, wie ihr mir fehlt. Es ist schon der Wahnsinn, wie man sich aneinander gewöhnen kann, oder? Es gibt so viele Situationen in meinem Leben, wo ich denke: Da muss ich jetzt aber ein Foto machen und euch davon erzählen. Und dann denke ich: Ach, ich muss ja gar kein Foto mehr machen. Irgendwie ist das schön und irgendwie denke ich auch oft: „Aber das wäre jetzt ein richtig interessantes Thema gewesen.“ Ich möchte euch jedenfalls nochmal für eure lieben Wünsche und mutmachenden Mails danken. Das war richtig schön. Und dass ihr mich vermisst, ist auch schön.

Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich euch noch verrate, wo ich ab jetzt schreibe. Viele von euch wissen nicht, was mein Mann und ich im „echten Leben“ arbeiten. Manchmal wünschte ich mir, es wäre etwas weniger Erklärungsbedürftiges, denn ich muss halt jedesmal etwas ausholen, wenn mich jemand nach unserem Beruf fragt. Das hat man davon, wenn man den Beruf quasi selbst erfindet – oder das Leben einen dahinträgt.

Also: Wir haben eine Firma, die Waltermedia heißt und unterstützen unsere Kunden dabei, bessere Geschichten zu erzählen. Eben „Storytelling“. Unsere Kunden kommen hauptsächlich aus dem Medienbereich. Wir arbeiten für fast alle Fernsehsender, für die großen Verlage, für TV-Produktionsfirmen. Aber auch für andere große Unternehmen.

Bleiben wir mal für einen Moment bei den Medien. Die denken meist dann an uns, wenn die Quote absackt, weniger Reichweite erzielt wird, weniger Hefte einer Zeitschrift am Kiosk verkauft werden. Oder wenn es Zeit für ein generelles Make-over (oder die Neuentwicklung) eines Fernsehformates oder einer Zeitung ist. Wir unterstützen unsere Kunden dann dabei, dass die Zahlen wieder steigen – mit Hilfe von besserem Storytelling.

Zum einen ist das ganz praktisch und hands on: Wenn ihr im Fernsehen durchklickt, bleibt ihr manchmal hängen, manchmal nicht. Warum ihr hängenbleibt, hat viele Gründe. Man „weiß einfach“, dass etwas sehenswert ist. Dieses „Wissen“ entscheidet sich in Sekunden und hängt von ganz vielen Faktoren ab. Der Style des Bildes (Beleuchtung, Bühnenbild, Machart) ist genauso wichtig, wie das, was ihr hört (Dialoge, Sprechertexte aus dem Off, Musik, Geräusche). Diese ersten Eindrücke verleiten euch zum Bleiben. Doch dass ihr eine Sendung dann auch ganz anschaut, liegt daran, dass ihre Geschichte gut erzählt ist. Ob sie einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Ob es darin Menschen gibt, die handeln. Ob es Konflikte, Wendepunkte und Identifikationspotenzial gibt. Ob sich die Sendung echt und authentisch anfühlt – und bei euch eine eigene Story lostritt. (z.B.: „Würde ich auch so handeln?“ oder „Ich habe einen ähnlichen Konflikt.“)

Eine Geschichte gut zu erzählen (so dass Menschen sie erinnern und weitererzählen) ist aber nicht nur in den Medien von größter Bedeutung. Sondern in unser aller Leben. Wenn wir eine Mail schreiben, wird die mehr Impact haben, wenn wir darin eine Geschichte erzählen. Wenn wir mit der Lehrerin unseres Kindes sprechen, wird sie besser verstehen, wie unser Kind tickt, wenn wir eine Geschichte erzählen. Wenn wir einen Konflikt mit einer Freundin besprechen wollen, werden wir uns schneller annähern, wenn wir unsere Standpunkte in Geschichten ausdrücken. Egal, was ihr im Leben macht: Geschichten gut erzählen zu können, macht das Leben leichter. Wir öffnen uns und akzeptieren andere Blickwinkel.

Nicht umsonst habt ihr mir so oft geschrieben: „Du sprichst mir aus der Seele.“ Die Geschichten, bei denen ihr dieses Gefühl hattet – die waren so gut erzählt, dass ihr sie verstanden habt und erinnert. Dieser Blog war für mich deshalb immer wahnsinnig spannend: Zu sehen, welche Geschichten bei euch ankommen und welche euch kalt lassen, hat mich nochmal einen Quantensprung nach vorne gehievt. Ihr habt mir da wirklich nochmal auf die Sprünge geholfen – denn der direkte Kontakt und das Feedback von echten Menschen zählt einfach mehr als jede Theorie. Da lernt man Feinschliff und kriegt nicht durchdachte Geschichten genauso wieder aufs Brot geschmiert, wie Ungenauigkeiten. Dafür noch einmal ein fettes Dankeschön an euch alle. Eine bessere „Jury“ als euch gibt es nicht.

Und jetzt zurück dazu, wo ich ab jetzt schreibe. Nicht täglich, aber regelmäßig. Auf unserem Waltermedia Storytellingblog. Hier geht es zur dazugehörigen Waltermedia facebook Gruppe – wenn ihr der beitretet, werdet ihr genauso wie bisher bei meinesvenja mit einer kurzen Statusmeldung versorgt, wenn ich einen neuen Text hochlade.

Ab jetzt schreibe ich für euch also über Medien, Drehbücher, Kinofilme, Dialoge und Lieblingsserien. Über Erfolgsprodukte (und welche Geschichte sie erzählen). Über One Hit Wonder und Dauerbrenner. Darüber, warum manche Firmen und manche Menschen im Leben erfolgreich sind und manche nicht. Aber das ist noch lange nicht alles. Ich schreibe darüber, wie man gute Geschichten erzählt. Entlarve die Tricks großer Regisseure und zeige die Mängel von Flops (wobei ich lieber darüber schreibe, wie man sie hätte besser machen können).

Wenn ihr mich also weiter begleiten möchtet, klickt hier und drückt auf „Gefällt mir“.

Ich bin gespannt, wie viele von euch mich bei meinen neuen Schreibabenteuern begleiten und freue mich auf und über jeden Einzelnen von euch.

Eure Svenja

P.S.: Die meinesvenja-Seite wird weiter online sein. Ihr müst euch jetzt also nicht alle Rezepte und Texte ausdrucken :-) Sicher poste ich hin und wieder mal etwas – aber dann eben eher privat. Nach 5 Jahren bloggen würde ich mich sonst wohl fast nackt fühlen.

P.P.S.: Das Bild oben zeigt meinen neuen Arbeitsplatz (nur mein MacBook und das Display fehlen noch). Nur damit ihr wisst, wo ich demnächst für euch sitze.

P.P.P.S.: Der Roman, an dem ich sitze (oha, da war doch noch etwas GANZ WICHTIGES, was ich schreibe) handelt übrigens von einem Mann, der reihenweise Frauen flachlegt bis, ja bis….da mache ich es jetzt mal spannend. Ich schwöre euch – noch nie hatte ich so viel Spaß beim Schreiben. Das wird was!