Ich habe ja schon Mal geschrieben, wie oft ich von euch den Satz höre: Wie Du das bloß alles schaffst…

Also, erstmal ist es ja nicht so, dass ich mehr schaffen würde als ihr. Da bin ich mir ziemlich sicher, denn ich kenne nicht EINE Frau und/oder Mutter, die tatsächlich auf der faulen Haut liegt. Aber in einem habt ihr natürlich Recht: Ich schaffe viel. Wie? Mit ein paar Tricks, die ich euch heute Mal an die Hand geben möchte – vielleicht nutzen sie ja dem ein oder anderen. Ich habe sie aus einigen Time-Management Büchern zusammengetragen und meine persönlichen Erfahrungen mit einfließen lassen.

Am Anfang eines glücklicheren und bewussteren Lebens steht wohl immer der Moment, wo man sich fragen muss, was eigentlich falsch läuft. Und das geht am besten, wenn man NICHT auf das schaut, was einen alles ärgert und wo man gerade steht und wo sowieso alles zu viel ist – sondern auf das, was man liebt.

Wenn ihr jetzt also eine Liste mit Dingen anlegt, die ihr liebt – einfach mal freies Brainstorming – dann seht ihr schon Mal, dass es viele Dinge gibt, die euch am Herzen liegen. Bei mir steht da wirklich kreuz und quer alles Mögliche drauf. Hier mal drei Beispiele: Sport, Parties organisieren, Kochen. Aber ich habe auch so unkonkrete Themen festgehalten wie „eine Herausforderung annehmen“ oder „etwas anzetteln“. Das kann nun wirklich alles sein – aber ich mag es eben gern, Neues auszuprobieren.

Wenn ihr das gemacht habt, schaut ihr mal, ob sich einzelne Themen bei euch zusammenfassen lassen. Kochen, backen, nähen und basteln fallen bei mir zum Beispiel in eine Kategorie. Und dann sucht ihr eure Top Five raus. Die, die euch am allermeisten Spaß machen, die euch am Herzen liegen, auf die ihr nicht verzichten möchtet.

Hier wieder ein kleiner Blick auf meine Liste. Die beruflichen Ziele habe ich an die ersten 2 Stellen gesetzt, Nummer 3 ist eine Mischung aus privat und beruflich und Nummer 4 und 5 sind privat.

1. meinesvenja pflegen und ausbauen

2. Waltermedia pflegen und ausbauen

3. Über meine Werte und Ansichten schreiben und sprechen

4. Meine Familie und mein Zuhause lieben und pflegen

5. Mich um mich kümmern und Spaß haben

Mit diesen 5 Punkten verbringe ich 90 bis 95% meiner Zeit. Da ich eine Mutter bin und für viele langweilige Back-up Sachen zuständig, gehen 5% bis 10% meiner Zeit in Nummer 6: Anderes. Das sind Sachen, die ich nicht eingeplant habe und die nicht unter die anderen 5 Punkte fallen.

Jetzt würde das alles natürlich gar nichts bringen, wenn ich einfach nur diese Liste hätte und konfus rumwurschteln würde. Ich habe aber eben einen Zettel, auf dem diese Punkte aufgeführt sind und schreibe jeden Abend 5 Minuten in die einzelnen Kategorien, was ich morgen tun werde. Und ja, ihr lest richtig: JEDE Kategorie wird ausgefüllt. Nur „Anderes“ lasse ich manchmal frei, weil das sowieso von selbst kommt. Ich kümmere mich also an EINEM Tag um Blog, Firma, um das Schreiben, meine Familie, mein Zuhause und um mich selbst. Jetzt sagt ihr vielleicht: Das klingt aber stressig! So viel in einen Tag packen – wie machst Du das nur?

Ganz einfach: Ich plane es und teile es auf. Wenn ich also an einem Tag einen Blogpost schreibe, für unsere Firma Emails schreibe und telefoniere und recherchiere und Hotels und Flüge buche, an meinem Roman weiterschreibe, für meine Familie einkaufe, koche, den Kindern vorlese, sauge und Wäsche mache und die untere Etage aufräume und zum Sport gehe, dann schaffe ich das alles nur, weil ich es vorher genau einteile.

Vor allem die fünfte Kategorie ist heikel. Spaß planen? Ja, das geht. Da steht dann „Sport“ oder „Uwe“ oder „Telefonat mit Almut“. Wenn es da nämlich nicht steht, ist es viel zu einfach, genau das hintenüber fallen zu lassen. Dabei ist genau das oft die eine Stunde am Tag, in der ich meine Batterien wieder auflade.

Es gibt einem im Übrigen auch ein sehr gutes Gefühl, wenn man im Laufe des Tages immer wieder was wegstreichen kann. Bevor ich diese Liste hatte, hatte ich immer das Gefühl der Überforderung. Ich hatte zu viele Baustellen und bin irgendwie geschwommen. Was musste ich jetzt noch mal machen? Und in welcher Reihenfolge? Und wie wichtig ist das jetzt im Vergleich zu irgendwas anderem, das ich heute noch tun wollte? Zu wissen, dass man Dinge tun muss oder sie konkret aufzuschreiben und abzuarbeiten, sind zwei Paar Schuhe. Bei der einen Methode gerätst Du in die Hektikspirale, klemmst Dir Finger in der Autotür und schreist die Kinder an, weil sie zu langsam gehen. Bei der anderen Methode schaffst Du alles und fühlst Dich gut dabei.

Natürlich gibt es auch bei mir Tage, an denen was dazwischen kommt. Ein Kind wird krank, ich stehe mit dem falschen Fuß auf, ich erreiche jemanden nicht. Ihr kennt das – egal welchen Plan man sich macht, das Leben läuft eben nicht immer nach Plan. Dafür gibt es die 3-Tagesregel: Mit allem was länger als drei Tage auf meiner To-Do-Liste steht, weil ich es nicht hinkriege, verfahre ich so: 1. sofort tun, 2. Termin dafür finden, 3. wegstreichen. Ja, ihr lest richtig: WEGSTREICHEN. Klingt das nicht befreiend?

Und noch etwas habe ich über die Jahre gelernt. Ich darf auch etwas NICHT wollen. Dafür habe ich übrigens eine EXTRA Liste. Da stehen so Punkte drauf wie „Freundschaften/Bekanntschaften, die sich totgelaufen haben, nicht künstlich aufrecht erhalten“ oder „Nicht der Höflichkeit halber Dinge tun, die mir Zeit stehlen und die mir nicht wichtig sind“. Man muss auch wissen, was man nicht ereichen will, um etwas zu erreichen.

Jetzt aber vielleicht mein wichtigster Tipp von allen. ES KOMMT AUF DEN MOMENT AN. Die beste Liste bringt nichts, wenn ich etwas erledige, aber dabei unkonzentriert bin. Wichtig ist, voll und ganz bei der Sache zu sein. Ich versuche, so gut es geht, das zu genießen was ich tue. Ich liebe es, etwas zu schreiben. Ich liebe es, etwas für unsere Firma zu tun und damit unser Einkommen mitzusichern. Ich liebe es auch, bei meinen Kindern zu sein und zu sehen, wie sie sich entwickeln, wie sie sich begeistern und dazu lernen. Aber all das liebe ich eben nur, wenn ich voll und ganz da bin. Ich mag nicht im Büro sitzen, wenn ich lieber bei den Kindern wäre. Mit den Kindern spielen, wenn ich im Kopf die ganze Zeit eine Mail formuliere. Und beim Sport sein, obwohl mir mehr nach einem ruhigen Abend auf dem Sofa wäre.

IHR habt euer Leben in der Hand. IHR könnt entscheiden, was die 5 wichtigsten Dinge auf eurer Liste sind. Und ihr könnt diese Liste jeden Tag mit Leben füllen – und mit Begeisterung. Ich würde mich freuen, wenn ihr mit diesen paar Anregungen vielleicht auch das schafft, was ich geschafft habe: Eure endlos langen „(Never)-To-Do-Listen“ in die Planung eines glücklichen Hier und Jetzt und eines erfüllten Lebens umzuwandeln.

In diesem Sinne

Eure Svenja