Ich, wie ich eigentlich nie aussehe. Geschminkt und offene Haare. Mit Blazer, Schmuck und Tuch. Oder kurz: Mit Outfit.

Wer mich kennt, weiß, dass ich einen ganz eigenen Tick mit Schmuck habe. Und der geht so:  Wenn ich mal Ringe oder Armreifen oder Ohrringe trage, lege ich die eigentlich ab, sobald ich mich setze. Was in Restaurants immer wieder dazu führt, dass die Kellner mich fragen: „Warum ziehen Sie denn Ihre Ringe aus?“ Gute Frage. Die Antwort darauf ist komplex. Denn nicht nur ist es mir eigentlich zu viel, Schmuck zu tragen. Ich habe generell ein Problem mit Mode und Styling. Und ich meine jetzt nicht dieses Klischee-Problem, den „Kleiderschrank voll nichts anzuziehen“ (auch wenn ich das natürlich durchaus kenne). Nein, mein Problem ist größer. Viel größer. So richtig bewusst ist mir das erst seit Neuestem und das liegt an Irina.

Ich im Alltag. MIT Jeans, Shirt und Zopf. Und OHNE Make up.

Irina ist eine Mutter aus dem Kindergarten und sie bringt ihre Kinder morgens zur gleichen Zeit in den Kindergarten wie ich meinen Sohn. Da ich zuhause arbeite, gehe ich morgens an den Kleiderschrank, ziehe irgendein T-Shirt und irgendeine Jeans/Rock/Shorts an, jage meine Kinder ins Bad und ins Auto und los geht es. Und wenn ich dann meine Tochter weggebracht habe und mit meinem Sohn im Kindergarten sitze und darauf warte, dass unsere Erzieherin eintrudelt, kommt Irina.

Irina hat auch zwei Kinder und arbeitet (allerdings nicht zuhause). Doch eine Sache unterscheidet Irina und mich kollosal voneinander: Irina hat Lust auf Mode und trägt deshalb Outfits. Also ein Kleid mit passenden Schuhen, Schmuck, Tüchern und Jacken. Sogar ihr Lippenstift ist farblich abgestimmt. Irina hat unterschiedliche Frisuren und lackierte Nägel. Kurz: Irina achtet auf ihr Aussehen. Nicht so ich: Wer mich kennt, kennt mich ungeschminkt.

Nun ist es nicht so, dass ich mich nicht schminken kann. Oder keine schöne Kleidung im Schrank hätte. Bei Weitem nicht. Aber irgendwas fehlt mir. Ist es einfach der fashion-sense oder die Zeit, mich zurecht zu machen? Bin ich zu faul oder ist das einfach nicht mein Ding? Eigentlich kann das nicht sein, denn ich mag es schon, gut auszusehen. Aber so richtig wichtig ist es mir eigentlich nur, wenn  etwas Besonderes ansteht. Im Alltag kriege ich das nicht hin. Warum?

Kurze Bestandsaufnahme: Mein Mann liebt mich ungeschminkt. Er sagt mir immer, dass ich keine Mogelpackung brauche. Das ist natürlich Zucker – aber treibt mich jetzt auch nicht unbedingt vor den Spiegel. Eigentlich wäre ich ja auch gerne eine von diesen Frauen mit einem eigenen Style. So wie meine Freundin Jessica. Die sieht so toll aus in einem bodenlangen Spaghettikleid mit der passenden Handtasche und Glitzerflipflops. Oder in ihrer Bluse mit den Puffärmeln, Rock, Stiefeln und Trenchcoat. Dazu dann das gepunktete Tuch aus Italien. Todschick.

Meine Ausrede „Seit ich die Kinder habe, sind Jeans und T-Shirt halt praktischer“ zieht irgendwie auch nicht mehr. Erstens haben Jessica und Irina ja auch Kinder. Und zweitens: meine Kinder sind mit 6 und 8 nun wirklich alt genug, um alleine im Sandkasten zu spielen, wenn sie mal Lust dazu haben.  Da brauche ich also eigentlich auch keine Kleidung tragen, die so aussieht, als würde ich mich gleich neben sie hocken.

Spätestens seit meine Tochter mir, wenn ich mich mal hübsch mache, sagt: „Mama, Du siehst wunderschön aus“ sollte klar sein – die Zeit ist reif für ein Fashion face-off. Aber was ist denn jetzt mein Style? Was macht mir Spaß – denn steht nicht immer und überall und in jeder Frauenzeitschrift, das Mode SPASS machen soll?

Ich habe mir vorgenommen, diese Woche meinen Kleiderschrank auszumisten und mal zu schauen, was da so drin ist und was mir davon Spaß machen könnte. Nächste Woche berichte ich euch dann von meiner Challenge .

DENN: Ich werde eine Woche lang anstatt Jeans und Shirts richtige Outfits tragen (sogar mit Gürteln) und bin jetzt schon gespannt, wie sich das anfühlt.

Bis dahin lese ich mir erstmal ein bisschen was an – über Mode und Make up und verschiedene Stilrichtungen und wie man gerade was trägt. Mal sehen, ob wir alle gemeinsam noch was lernen können – und am Ende wirklich besser aussehen, oder verkleidet.

In diesem Sinne

Eure Svenja

P.S.: Ich kann gar nicht glauben, dass ich mir das jetzt vorgenommen habe. Schon der Gedanke, 1 Woche gestylt rumzulaufen ist eigentlich ziemlich anstrengend. Mal sehen, ob ich das durchhalte. Wer einen tollen Modeblogtipp hat oder mir sonstwie auf die Schnelle auf die Sprünge helfen kann – gerne.