Heute habe ich mal was auf dem Herzen. Manchmal schreibt ihr mir Sachen, aus eurem Leben – und das ist nicht immer leicht. Kranke Ehemänner, Jobverlust, ein Sterbefall in der Familie. Geldsorgen, Streit mit Menschen, die euch Nahe stehen. Angst vor der Zukunft, Bedauern über was, was ihr getan habt. Oder das, was ihr nicht getan habt.

Und wenn ich euch dann zurückschreibe – und manchmal sage ich: „Das kenne ich, das hatte ich auch schon.“ oder „Das kenne ich, habe ich immer mal wieder.“ dann antwortet ihr mir: „Was? DU hast das auch? Bei Dir sieht immer alles so leicht aus.“

Nun könnt ihr sicher verstehen, dass ich nicht der ganzen Welt immer mein Innerstes zeigen kann. (By the way – Wer will das auch schon lesen?). Aber ich kann euch an etwas teilhaben lassen, das ich für wichtig halte. Ich habe herausgefunden, dass „leichter“ nicht die Steigerungsform von „leicht“ ist. Ganz im Gegenteil: Leichter kommt vor leicht. Soll heißen: Es gibt Menschen, die haben es leicht im Leben. Weil sie sorgenfrei sind, reiche Eltern haben, gesund sind, glücklich sind. Klar, da ist das Leben natürlich herrlich. Sozusagen auf der Spaßseite der Insel. Aber wenn man dahin kommen will ganz ohne reiche Eltern und Fortuna, dann nur, weil man sein Leben selbst in die Hand nimmt. Das haben die auf der Spaßseite in 99% der Fälle nämlich auch getan.

Bei mir läuft nicht immer alles glatt, aber ich versuche mir mein Leben „leichter“ zu machen. Indem ich mich fit halte, mich gesund ernähre, die Menschen achte, die ich liebe und versuche respektvoll mit ihren Gefühlen umzugehen. Indem ich das Beste aus jedem Tag mache und in dem Moment lebe und anwesend bin, der gerade ist. Nicht der mal war oder vielleicht mal kommt (oder eben auch nie). Ich sage, was ich denke, und versuche nichts runterzuschlucken, denn ein Magengeschwür ist nun wirklich das Letzte was ich brauche.

Unser Leben ist voller Herausforderungen. Auch ich bin nicht nur von gesunden Menschen umgeben. Oder von solchen, die mir Energie schenken. Aber ich habe verstanden, dass ich es mir leichter mache, wenn ich so nah wie möglich bei mir bin. Mit mir selbst im Reinen. Ich versuche mich physisch und psychisch möglichst fit zu halten, damit ich allen Herausforderungen in der Pole Position begegnen kann. Klar werde ich auch manchmal überholt oder falle nach hinten. Aber von vorn zu starten, das kann ich mir selbst erarbeiten, dafür bin ich selbst verantwortlich und das kann mir keiner nehmen.

Die Tage, an denen ich schlapp bin, an denen bei mir nichts mehr geht, die nehme ich Ernst. Tanke auf, nehme mir Zeit und bringe mich selbst wieder in das richtige Mindset. Denn aus einem Tief heraus Entscheidungen zu treffen – das geht schief.

Wer unten ist, muss erstmal wieder auftauchen. Dazu braucht es nicht viel. Keinen Wellnessurlaub, keine Retail-Therapy. Keine Wunderheilung und keinen Veränderungszauber.

Manchmal reicht ein sonniger Sonntag und ein Schlauchboot auf einem kleinen Stück Rasen vor dem Haus. Menschen, die man liebt. Ein gutes Buch. Die Offenheit, das Schöne zu sehen und festzustellen, dass das Leben JETZT stattfindet. Und dass man – einmal gestärkt – alles richten kann, was einem zuteil wird im Leben.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen, kraftvollen Start in eine Woche voller Herausforderungen, die ihr meistern könnt.

Ich denk an euch – und ganz besonders an eine ganz bestimmte Leserin. Du weißt schon, wer Du bist.

Alles Liebe

Eure Svenja