Ihr fragt mich oft: Warum machst Du das eigentlich mit dem Blog? Das ist doch tierisch viel Arbeit.

Stimmt. Aber ich kann euch sagen, warum ich das mache. Ich mache das, weil ich an uns glaube. Ihr habt mir so oft gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen sich öffnen, anstatt sich mit den Ellebogen fortzuschubsen. Wenn sie reden, anstatt zu schreien. Oder noch schlimmer – zu schweigen. Wenn sie gemeinsam anpacken, wo vorher nichts war.

Ich habe gelernt, dass viel entstehen kann, wo nur Verzweiflung ist. Dass man Gefühle durchleben und manchmal auch durchleiden muss, um ein gesunder Mensch zu bleiben. Dass es nichts hilft, Dinge wegzuschieben. Heilung und Wiedergutmachung finden nämlich nur da statt, wo man hinschaut und hinfühlt.

In den letzten 1 1/2 Wochen war ich oft traurig, weil meine kleine heile Welt nicht ganz so heil war. Mir ist nochmal in aller Deutlichkeit bewusst gworden, dass das Leben sehr vergänglich ist und jeder Moment wertvoll.

Wir Mütter müssen so oft funktionieren, obwohl manchmal die Kraft fehlt. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir uns zwischendrin Zeit für Gefühle nehmen.

Das Video in diesem Post zeigt eine Braut, deren Vater vor kurzem verstorben ist – und der jetzt nicht den traditionellen Tanz zwischen Braut und Vater mit ihr tanzen kann. Deshalb hat sich ihr kleiner Bruder etwas Besonderes überlegt, damit seine Schwester ihren Vater trotzdem ganz nah dabei hat.

Mich hat es zutiefst berührt – deshalb möchte ich euch, meine tapferen Soldatinnen des Alltags damit ins Wochenende führen. Ihr alle habt es verdient, Zeit für eure Gefühle zu haben. Ich würde mich freuen, wenn ihr sie euch dieses Wochenende einfach mal nehmt. Die Menschen, die uns umgeben, und unsere Liebe füreinander und für uns selbst ist schließlich das Wichtigste und Wertvollste, was wir haben.

Eure Svenja