Ich lese gerade das Buch „Das große Los“  von Meike Winnemuth. Warum ich euch das erzähle? Weil das Buch etwas ganz Tolles mit mir macht. Es macht mich zufrieden. Und es könnte auch euch zufrieden machen.

Das große Los – Der Inhalt

Die Geschichte von „Das große Los“ ist schnell erzählt – und wirklich passiert. Frau Winnemuth ist Journalistin, Single, 50 und ledig als sie bei Günther Jauch 500.000 € gewinnt. Was sie damit macht? 1 Jahr um die Welt reisen. In 12 verschiedene Städte, in die sie schon immer mal fahren wollte. Eigentlich eine gute Idee. Was das wohl mit einem macht?

Also habe ich begonnen zu lesen. Bin Frau Winnemuth gefolgt durch die ersten Städte und ihre Begegnungen, ihre Gefühle und Gedanken. Und dann stolpere ich über folgende Sätze: „Was würden Sie tun, wenn alles, wirklich absolut alles möglich wäre, ohne Rücksicht auf Zeit, Raum, Geld oder Logik? Wie würden Sie leben? Was würden Sie den ganzen Tag tun?“ Fragen, die auch Frau Winnemuth gestellt wurden.

Und bevor ich weiterlese, was Frau Winnemuth antwortet, beantworte ich sie für mich.

Wenn ich das große Los ziehen würde, würde ich…

1.) Zeit mit meinem Mann und meinen Kindern verbringen

2.) Sport treiben

3.) etwas Leckeres kochen und essen

4.) schreiben.

Das war’s. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber das war’s. Und plötzlich wurde mir klar: Das mache ich jeden Tag.

WAS? Ja genau, das mache ich jeden Tag. Sport treibe ich immerhin 4 Mal die Woche. Und alles andere mache ich jeden einzelnen Tag. Konnte es etwa sein, dass ich schon das Leben führe, was ich mir wünsche? Machte ich schon das, was für mich „paradiesisch“ klingt? Jeden einzelnen Tag? Ohne es zu merken?

Die Antwort war simpel. Ja, aber. Ja, weil es ist, wie es ist. Aber, weil ich bis jetzt etwas Wichtiges übersehen hatte. Ich machte alles richtig, aber in der falschen Geschwindigkeit. Ich war wie eine LP, die man zu schnell abspielt. Alles hört sich komisch an und der Genuss ist dahin. Und genau so war das mit meinem Leben. Ich hatte die falsche Geschwindigkeit eingestellt. Die Songs waren zu schnell und die Pausen zwischen den Songs zu kurz. Kein Wunder, dass das nicht funktionierte.

Ganz krass gemerkt habe ich das in meinem Blog. Ich hatte nämlich alle meine Leser so mit Posts in „zu-schneller-LP-Geschwindigkeit“ bombadiert, dass jetzt eine zweitägige Blogpause sofort mit der Frage „Alles OK bei Dir“ bedacht wurde.

Was jetzt? Ganz einfach. Geschwindigkeit runter und sonst alles wie immer. Und das habe ich getan. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gut mir das tut. Ich bin gut gelaunt, schaue mitten am Tag aus dem Fenster und denke an lauter schöne Dinge.

Das_große_Los

Gestern war ich zum Beispiel nur so zum Spaß bei meiner Modedesignerfreundin Veronica Bond und habe Kleider anprobiert, die ich nicht kaufen werde weil ich keine Gelegenheit hätte, sie anzuziehen. Einfach nur so, um mich fantastisch zu fühlen, Spaß zu haben und Zeit mit ihr zu verbringen. Vor ein paar Wochen noch völlig undenkbar.

Was ich sagen will ist: Oft wissen wir nicht, was wir haben, bis wir mal das Tempo rausnehmen. Und da die Ferien anstehen und viele von euch Kinder haben, wollte ich das unbedingt noch vorher loswerden. Wenn es irgend geht, nehmt mal das Tempo raus. Genießt, was ihr tut. Rennt nicht immer. Geht mal langsam. Oder setzt euch sogar mal hin. Nichts ist schöner, als festzustellen, das man schon alles hat, was man braucht, um glücklich zu sein. Das man das große Los lebt, ohne es gezogen zu haben. Einfach weil die Lotterie des Lebens es schon lange gut mit einem meint.

In diesem Sinne – Danke Frau Winnemuth

Eure Svenja