auf den knien

Es gab viele Momente, in denen ich auf meine Knie gesunken bin. Erschöpft. Mit tausend Fragen. Mit Gedanken im Kopf wie: „Wie soll ich das bloß schaffen?“, „Wie soll ich diesen Berg überwinden?“ und „Wie soll das gehen?“.

Aus all diesen Momenten habe ich gelernt, dass es geht. Dass es weitergeht. Und vor allem: dass es mir danach besser geht, als jemals zuvor.

Was nach außen leicht wirkt, ist nicht immer leicht. Aber es ist ziemlich fantastisch. Ich schreibe euch das, weil ich zwei wunderbare Zeichen von euch bekommen habe. Und ganz entgegen meiner normalen Gewohnheit, werde ich sie nicht mit euch teilen. Nur das Gefühl, was ich seitdem in mir trage, das teile ich mit euch.

Auf die Knie kann man nämlich auch aus Dankbarkeit sinken. Dafür, dass Menschen einem – ohne es zu wissen – zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist. Dass das, an was man glaubt, etwas ist, was viele mit einem teilen. Kommentarlos. Schweigend. Aber manchmal eben auch mit Hilfe eines Zeichens.

Und weil wir so viele sind, möchte ich heute einfach mal sagen, was genau das ist, woran ich glaube.

1.) Knie sind dafür da, um sie zu benutzen. Wer einmal unten ist, muss da nicht bleiben. Und wer immer wieder aufsteht, darf auch was verlangen. Vom Leben. Vom Glück. Und von Menschen.

2.) Keiner ist alleine. Nicht mit seinen Gedanken, nicht mit seinen Gefühlen. Und vor allem nicht mit seinen Ängsten. Nur wer den Mut hat, Ängste wie ein Tal zu durchschreiten, weiß auch, wie sich die Freude danach anfühlt.

3.) Auf dem Sofa zu sitzen und Chips zu essen war noch nie eine Lösung. Außer Du trinkst dazu eine Flasche Wodka (und das bitte nicht zu oft).

4.) Die Welt verändert sich – und gerade ist die Geschwindigkeit so schnell, dass keine von uns knien sollte.

Wir müssen aufstehen. Mitteilen, was uns inspiriert. Sagen was wir fühlen. Und sein, wer wir sind.

Ja, es gibt Menschen, denen das nicht gefällt. Aber am Ende muss das auch eigentlich nur einem gefallen. Einem selbst.

Also: Gebt euch nicht zufrieden. Schaut genau hin, wenn die Sonne aufgeht. Findet Menschen, die euren Horizont erweitern. Esst Tomaten, die nach was schmecken. Bleibt nicht unter euren Möglichkeiten, sondern erweitert sie. Verschiebt es nicht auf morgen (auch nicht das Joggen, Qual ist manchmal die Quelle des Lebens.) Schaut, guckt, lernt. Nehmt euch das, was ihr liebt. Macht nichts richtig, aber macht alles richtig. Entscheidet selbst, wann ihr beginnt das zu tun, was ihr wollt – und zwar dann, wenn ihr es wollt.

Vergesst nie, dass immer ihr die letzte Instanz für euer Leben seid. Nicht jemand anders, der euch gerade entsetzlich findet. Oder besonders toll.

Niemand weiß, ob ihr gerade aus Erschöpfung oder aus Dankbarkeit auf den Knien sitzt. Also nehmt meine Hand, rappelt euch auf, und geht los. Ich bin direkt neben euch.

Eure Svenja

P.S.: Das Wichtigste an diesem Post kommt jetzt. Es ist ein noch unveröffentliches Lied des Leverkusener Künstlers Arthur Horváth, das mir meine wunderbare Leserin Andrea geschickt hat. Wenn ihr also heute auf den Knien seid: tut euch einen Gefallen. Dreht die Lautsprecher auf, klickt auf die untenstehende Leiste und hört einfach nur zu. Und wenn euch das Lied gefallen hat, schenkt ihr Arthur euer Like auf seiner facebook Fanpage. Und ich? Ich nehm euch jetzt einfach mal feste in die Arme und hör mir „Von Orange bis feuerrot“ auch noch einmal an. Danke, Arthur!