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Meine erste große Liebe wird durch den Ärmelkanal schwimmen. Ohne Pause und ohne Neoprenanzug. Und ich weiß genau, dass er das schaffen wird. Denn André hatte immer eine absolut herausstechende Eigenschaft. Wenn er sich für etwas entschieden hat, hat er es durchgezogen – und nicht mehr in Frage gestellt.

Und weil es nur so funktioniert heißt dieser Post auch: Sport? You will luvit.

Wenn ihr jetzt denkt: Never. Ever. Dann gebt mir bitte das letzte Mal 2 Minuten eurer Zeit. Und dann nerve ich euch nie wieder damit. Versprochen.

Lasst mich anfangen mit einer Mail meiner Leserin Ingrid, die heute Morgen in meinem Postfach lag:

Sport? Die Mail.

Liebe Svenja,

da guter Ratschlag bei dir eben nicht teuer ist, habe ich da noch mal ein Anliegen. ;-)

Deine #100 day Challenge finde ich sehr interessant und verfolge es zum Teil auch bei facebook. Meine Frage ist ganz einfach: gibt es Pläne, nach denen ihr trainiert? Also sowas wie: 3x Cardio, 2x Kraft oder so (mehr oder weniger detailliert) ?

Ein Anhaltspunkt würde mir vielleicht den nötigen „Schubs“ geben. Ich bin in solchen Sachen immer die, die nicht erst macht sondern erst einen Plan braucht…
Dank Dir!

LG Ingrid

Als ich Ingrid geantwortet habe, wurde mir klar, dass die Antwort nicht nur für Ingrid, sondern für all die interessant und von Bedeutung ist, die sich einen anderen Körper und vor allem ein neues Körpergefühl wünschen:

Sport? Die Antwort.

Liebe Ingrid,

Sandra hat in unserer facebook Gruppe Trainingspläne für Laufeinsteiger gepostet – die stehen unter Dokumente.

Ansonsten kann ich Dir nur dazu raten, einfach einen Plan zu machen, der auf Zeitlimits beruht. Das halte ich schon immer so, denn wenn man wirklich VIEL Sport treibt, dann sagt Dir Dein Körper ziemlich schnell, welche Art von Sport er heute braucht.

Denn wenn Du an dem einen Tag eine harte Kraft-Einheit für die Beine im Studio gemacht hast, willst Du am nächsten Tag nicht aufs Laufband (weil ja die Beine weh tun). Aber Yoga oder ein Arm-fokusiertes Training wären vielleicht toll. Hast Du Dich dann aber mit einem starren Trainingsplan auf irgendeine bestimmte Sportart festgelegt, ist das Aufgeben vorprogrammiert.

Gleichzeitig spielt das Wetter eine sehr große Rolle, wenn Du viel Sport machst. Ist gutes Wetter, wirst Du beginnen, das nutzen zu wollen. Wirst laufen gehen, im Freibad Bahnen ziehen oder Dich aufs Rad schwingen oder bladen gehen. Vielleicht hast Du auch eine besonders schöne Ecke auf der Terrasse, auf dem Balkon, im Garten wo Du sporteln kannst. Oder geh mal laufen, wenn es gerade geregnet hat. Das ist dann eine unvergleichliche Luft draußen.

Und noch was: Wenn Du Dich nicht von vornherein auf eine Sportart limitierst, ist auch die Zeit nach oben offen. Denn wenn Du „immer dienstags auf den Stepper gehst“ dann wird daraus ganz schnell „immer 40 Minuten lang“. Ich kann Dir also nur raten, Dich NICHT auf Sportarten festzulegen, offen zu bleiben für verschiedene Sportarten, auf Deinen Körper zu hören und auf das Wetter zu schauen. Und darüber hinaus mal für Dich zu prüfen, ob Du im Cardiotraining der Typ bist, der lieber unterschiedliche Strecken oder lieber immer die gleiche Strecke läuft.

Lern Dich einfach sportlich neu kennen – denn das ist der eigentliche Sinn der #100days Challenge.

Alles Liebe
Deine Svenja

Soweit meine Antwort an Ingrid. Und während ich so schrieb fiel mir auf, dass ich das eben vor 37 Tagen noch nicht hätte schreiben können. Weil ich es nicht wusste. Weil ich mich unwohl in meinem Körper und gar nicht sportlich gefühlt habe. Der Unterschied zu heute könnte größer nicht sein.

Mit der #100days Challenge Gruppe lerne ich jeden Tag dazu. Oder glaubt ihr wirklich, dass ich früher in neonpinken Kniestrümpfen laufen gegangen bin? Und ganz ehrlich: wenn ich in so kurzer Zeit transformiert bin und Sport liebe, anstatt mich hinzuschleppen – warum dann nicht auch ihr????

Sport? Die Socken.

Die Strümpfe sind übrigens der Burner. Von meiner besten Freundin Almut wärmstens empfohlen habe ich sie also bei Sport Schuster bestellt und abgeholt. Da hängen sie noch ganz unschuldig im Regal:

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Ich habe mir einen reizenden Fachverkäufer geschnappt und mir erstmal den Unterschied zwischen den Calf Sleeves und den Run Socks erklären lassen. (Outcome: er rät zu den Run Socks – einfach weil man sonst ja zusätzlich einen Laufstrumpf tragen müsste und dann am Übergang zwischen Strumpf und Sleeve wieder eine Stelle ist, die reiben oder reizen könnte. Recht hat er.)

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Ich möchte also nun die pinken Socken aus der Night Edition, weil die zusätzlich reflektieren. Mehr Sicherheit beim Laufen kann ja nie schaden. Aber in welcher Größe?

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Das musste ich erstmal vermessen lassen, denn die Größe richtet sich nicht wie sonst nach der Schuhgröße, sondern nach dem Wadenumfang. Meiner beträgt über der Jeans 36 cm. 1 cm abgezogen – und schon weiß ich Bescheid. Die Größentabelle findet ihr hier direkt über der Überschrift Produktmerkmale.

Meinem Mann habe ich übrigens auch direkt welche mitgebracht – in grasgrün. Was ziemlich lustig war, denn ich weiß natürlich nicht, welche Wadengröße mein Mann hat. Darauf hat der Verkäufer sein Hosenbein hochgezogen und ich musste sagen „größer oder kleiner“ – und habe tatsächlich richtig geschätzt.

Sport? Der erste Socken-Lauf.

Und wie war jetzt der erste Lauf mit den Socken? SPITZE. Schon beim Anziehen hatte ich das Gefühl, dass mein Laufschuh jetzt bis zum Knie geht. Als würde ich Siebenmeilenstiefel tragen. Oder Spanx für die Waden. Ich habe mich direkt energetischer gefühlt. So als müsste ich die Treppen hochhüpfen und nicht gehen. Wie eine Sprungfeder.

Klar – laufen muss man auch mit den Socken noch selbst. Aber man merkt total, dass das Blut eben nicht nach unten absackt – sondern im Torso bleibt. Und dadurch war ich leistungsfähiger: und schneller. Auch mein Mann ist beim ersten Lauf mit den Socken gleich Bestzeit gelaufen. Doch nicht nur deshalb tragen die Marathonläufer und Fußballspieler solche Socken. Sondern auch, weil sie Krampfadern verhindern und die Gelenke und Muskeln stabilisieren. Also auch eine super Idee für stylishe Schwangere, die keine Lust auf schwere Beine haben. So was Cooles gab es in meinen Schwangerschaften leider noch nicht.

Dann hat mein Verkäufer noch gesagt (ich sage euch: Beratung makes all the difference!), ich solle die Socken ruhig nach dem Laufen ein Stündchen anlassen. Das würden  die Fußballer auch machen – beugt nämlich dem Muskelkater vor. Also – ich sage euch, ich hatte nach dem Gespräch richtig gute Laune.

Nach meinem Lauf heute ist mir klar, dass ich nie wieder ohne diese Socken laufen werde. Denn das wäre, als würde man sich auf einem dieser ebenen Rollbänder am Flughafen transportieren lassen (wisst ihr, die die einem auch das Gefühl von Siebenmeilenstiefeln geben) und am Ende absteigen  – mit dem Wissen nie wieder aufsteigen zu dürfen. Ohne mich.

Danke Almut nochmal für den Tipp – ich kann euch die Socken wirklich nur wärmstens ans Herz legen.

Für mich wird immer klarer: Man beginnt dann, Sport zu lieben, wenn man die Bedürfnisse seines Körpers mit den richtigen Sportarten und dem richtigen Equipment kombiniert. Das hat dann ganz viel mit Wertschätzung für sich selbst zu tun – und tut wahnsinnig gut.

Außerdem unerlässlich: eine Peer Group, die einen anfeuert. Und auch wenn das mehr als 2 Minuten waren: wer jetzt nicht mitmacht, denn versuche ich nie wieder zu bekehren. Versprochen.

Mit sportlichen Grüßen

Eure Svenja

P.S.: Ach – und Almut: Eben hole ich Ludwig von der Schule ab, da läuft im Radio „Paradise City“ von Guns n Roses. Und da habe ich voll aufgedreht und gedacht: Wie schön es ist, dass ich in Dir eine Freundin habe, mit der ich vor 25 Jahren zu solchen Songs abgetanzt habe und heute über Kompressionsstrümpfe fachsimpeln kann. You so NEVER bore me.