Ihr Lieben,

die Zeit rast und die Ferien rücken auch in Bayern immer näher. Das merke ich vor allem daran, dass es noch viele Kindergeburtstage zu feiern gibt, viele Abschiedsfeste und einige Sommerfeste. Was macht man da als Mutter?

Bleche voller Kuchen backen, Salate zubereiten, Bons verkaufen, beim Spendenlauf anfeuern, Geschenke organisieren, Reime verfassen und Übernachtungstaschen ein- und auspacken.

Und dann ist ja auch noch Sommer. Also müssen Planschbecken aufgepumpt, nasse Handtücher aufgehoben, Splitter aus den Füßen gezogen und kleine Fußnägel lackiert werden.

Ich weiß nicht, wie ihr das seht – aber gerade diese vollen und oft recht termingeschwängerten Zeiten führen dazu, dass ich zwischendrin innehalte und denke: was für ein wunderschönes Leben ich habe. So voll, so lebendig. So Halligali mittendrin.

Ich merke das immer besonders, wenn ich zwischen ganz vielen Menschen stehe und emotional plötzlich total berührt bin. Zum Beispiel wenn die Kinder beim Spendenlauf losrennen und so voller Energie und Vorfreude sind, dass es mich fast umhaut, wenn sie an mir vorbeistürmen.

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Lissy beim Spendenlauf, getragen von Euphorie

Oder wenn sie ein Lied für uns singen und alle Eltern sich mehr oder weniger heimlich eine Träne aus dem Augenwinkel wischen.

Und dann gibt es diese stilleren Momente, die Lücken zwischen dem Trubel. So wie gestern Abend, als wir eine kleine Party gegeben haben und meine Tochter unbedingt auf dem Gartensofa auf der Terrasse einschlafen wollte, weil sie es so gemütlich fand, wenn sie im Hintergrund die Erwachsenen hört und die Musik. Und dann habe ich mich kurz dazugelegt und das war einfach wunderbar und rührend. Oder wenn mein Sohn mir auf den Schoß krabbelt, mir den sternenklaren Himmel zeigt und wir einfach nur zusammen in die dunkle Nacht schauen und ich spüre: Dieser Moment ist gerade der schönste im ganzen Universum.

Auch wenn der Alltag bei uns wie bei jeder anderen Familie immer wieder geprägt ist von dem ewigen zur Eile antreiben („Los, wir sind spät dran“), dem Streit schlichten („Könnt ihr nicht mal 5 Minuten Ruhe geben?“) und den Erziehungsversuchen („Wie oft habe ich eigentlich schon gesagt, Du sollst Deine Jacke aufhängen?“) weiß ich doch genau: ich habe mit meinem Mann zwei wundervolle, neugierige und offene Kinder geschenkt bekommen. Kinder, die mit mir zusammen und zunehmend auch ohne mich die Welt erkunden wollen und werden. Die füreinander einstehen und sich unterstützen – und die genau wissen, was Familie bedeutet.

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Ludwig zeigt Lissy, wie viele Runden er beim Spendenlauf geschafft hat

Und da mein Mann dieses Wochenende endlich mal zuhause ist und wir ihn in letzter Zeit so oft entbehren müssen, hat diese Familie viel nachzuholen und meine ganze Aufmerksamkeit verdient.

Ich bin so dankbar für dieses wunderschöne Leben und wünsche euch ein Wochenende, an dem ihr eures in vollen Zügen genießen könnt.

Eure Svenja