Spot_an_1

Fünf Monate hatte ich jetzt Zeit, diesen Post zu schreiben – und glaubt mir, ich habe täglich daran gefeilt.

Mal war es ein Abschied auf Nimmerwiedersehen und ich habe in meinem Kopf ganze Absätze formuliert warum ich nie nie NIE mehr bloggen werde.

Dann wieder habe ich mich tatsächlich an den Rechner gesetzt und in einer Stunde eine Hymne auf’s Bloggen geschrieben. Bin mit wehenden Fahnen in die WordPressarena zurückgekehrt und habe das Sabbatical den Löwen zum Fraß vorgeworfen.

Hin und her ging es. Mit mir, mit meinen Gefühlen, mit meiner Sicht auf die Dinge. Aber genau dafür wollte ich es ja, das Sabbatical. Um genau hinzuschauen und auch mal ein paar Moodswings aussitzen zu können, bevor ich irgendetwas entscheide.

Denn mir war klar geworden: Mir ist das passiert, was so vielen Menschen in unserer Zeit passiert.

Ich habe mich im Unwesentlichen verloren. Aber das war ganz schwer zu erkennen.

Denn blöderweise ist alles zusammengekommen und ich hatte Schwierigkeiten, die Dinge auseinanderzudividieren. ICH habe immer gedacht, dass mein Stress daher kommt, dass ich Kinder habe und durch ihre Bedürfnisse fremdbestimmt bin. Dass ich einen Blog habe und durch all die Leseranfragen fremdbestimmt bin. Dass ich ja sooooooooo viel zu tun habe und das alles überhaupt nicht zu schaffen ist (Haus, Mann, Arbeit, etc.).

Dass ich ein Sabbatical brauchte war mir klar, als ich das alles nicht mehr locker hinbekommen habe. Das war zwar in den Jahren vorher auch schon passiert, aber jetzt kam eine neue Dimension hinzu. Ja, ich wusste auch diesmal nicht, was ich zuerst machen sollte. Ja, mir fehlte Zeit an allen Ecken und Enden. Ja, ich hatte viel zu viele Bälle in der Luft.

Aber diesmal machte es mir auch keinen Spaß mehr.

Das fing ganz schleichend an und wurde größer und größer. Und ich unzufriedener und unzufriedener. Wo war der Sinn? Warum machte ich das alles, wenn es mich gar nicht zufrieden machte? Dabei dachte ich doch, dass Bloggen und Schreiben meine Berufung ist?

Also habe ich aufgehört. Das Licht ausgemacht und fünf Monate lang viele Dinge getan, die ich schon lange mal machen wollte (und von denen ihr hier sicher noch einiges lesen werdet…). Und was ich vorher schon geahnt hatte, hat sich bewahrheitet.

Ob ich Spaß habe oder nicht hat ganz viel damit zu tun, wie ich mir meine Zeit einteile. Worauf ich mich fokussiere. Welche Bedeutung ich den Dingen gebe und was ich in mein Leben lasse.

Und vor allem: Ob ich echte Pausen mache oder mir nur Pseudoauszeiten gönne in denen ich bei Facebook chatte, mich mit Feierabendwein betäube und nichts, aber auch nichts von dem tue, was mich, meinen Körper und meine Seele wirklich runterbringt und wieder mit frischer Energie auffüllt.

Das gekoppelt mit meinem Muster es jedem Recht machen zu wollen (eine Art Epidemie unter Töchtern, die von ihren Vätern verlassen wurden) hat GAR nicht auf meine Zufriedenheit eingezahlt.

So starte ich nun neu.

Ich bin nicht mehr fremdbestimmt bis zur Selbstaufgabe, sondern nehme mich selbst Ernst. Ich knüpfe an die an, die ich mal war – und habe doch so viel dazugelernt. Ich habe Lust, ganz viele neue Sachen zu machen und zu erleben. Und vor allem habe ich Lust viel viel VIEL mehr Spaß in mein Leben zu lassen.

Vorbei die Zeiten, in denen abends nichts mehr von mir übrig war außer Erschöpfung. Ein Hoch auf meine Zeit, meine Bedürfnisse und meine Lust, Dinge zu erleben.

Ich versprech euch: ich mach was draus. Auch für euch.

Eure Svenja

P.S.: Eine Sache möchte ich euch noch wissen lassen, denn sie ist mir wichtig.

Ich werde nicht mehr jede Mail beantworten (aber ich werde sie immer noch alle lesen). Bei zuletzt oft mehr als 100 Mails am Tag ist das einfach nicht mehr drin.

Mein Fokus liegt darauf, möglichst viele Leserinnen zu motivieren, zu inspirieren, sie in ihrem Alltag abzuholen und ihnen einen Nutzen zu bieten. Und wenn es nur die kleine Pause vom Alltag ist oder ein Satz, der ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Diesem Fokus werde ich genauso wie mir selbst nur dann gerecht, wenn ich meine Zeit dort verbringe, wo mich ALLE lesen können: auf meinem Blog. In diesem Sinn: auf ein Neues.