Ihr Lieben,

nun war ich ja letztes Wochenende auf dem food styling & photography workshop von Liz und Jewels (aka Lisa und Julia) in Hamburg und was soll ich sagen: Es war nothing short of fabulous. Schon die Location war der Hammer.

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Wer mal die Chance hat, was in der „Sturmfreien Bude“ zu machen, dem kann ich das nur empfehlen. Sehr inspirierend, sehr hell und sehr viel Platz.

Kurz zur Vorgeschichte: Ich bin auf die Beiden gekommen, weil ich vor Jahren nach einer Agentur gesucht habe, die das Logo für meinesvenja gestaltet. Logogestaltung ist ja so eine Sache – nämlich eine Geschmackssache. Damit mir jemand ein bühnenreifes Logo designt, wollte ich schon vorher die Auswahl eng ziehen.

Ich habe auf vielen Seiten geschaut – von Agenturen und Bloggern. Um irgendwann von Hölzchen auf Stöckchen zu kommen und auf die Agentur, in der Lisa Mitinhaberin ist. Zack, war sie beauftragt und das Logo gefällt mir bis heute extrem gut.

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The girls who saved my food pics. Lisa (links) und Julia (rechts)

Jedenfalls hatte sie mir damals von ihrem Blog mit Julia erzählt und ich habe da immer mal wieder reingeschaut und als dann das Workshopangebot kam dachte ich: DAS ist es. Jeder Blogger hat ja so seine Achillesferse und bei mir ist das definitiv die Fotografie. Ich habe mich in den letzten Jahren so auf das Schreiben konzentriert und auf die SEO-Optimierung und die ganze Technik dahinter, dass ich irgendwie nie dazu gekommen bin, an meinem visuellen Ausdruck zu arbeiten. Dabei macht mir das wirklich Spaß.

Das was ich in dem Bereich tue, mache ich intuitiv – und klar hat es dadurch auch irgendeinen übergreifenden Stil. Aber nicht zu wissen, von welcher Seite Licht auf das Essen fallen darf, damit es gut aussieht, hat ja nichts mit Stil, sondern einfach mit fehlendem Know-how zu tun. You know what I mean.

Nun, das hat jetzt ein Ende. Hier also mein Bericht vom Workshop. Falls ihr sowas schon immer mal machen wolltet: Ich habe gestern direkt aus New York via Mail die Info über den neuesten Termin für euch erhalten (findet ihr am Ende vom Post). Den wissen die beiden selbst erst seit gestern, das heißt es gibt noch freie Plätze (und die sind heiß begehrt. Als ich gebucht habe, habe ich nämlich gerade so den vorletzten Platz ergattert – von zwei vollbesetzten Workshops.)

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Genial: Essen fotografieren heißt, dass man GANZ viele Requisiten haben darf. Endlich ein Grund für noch mehr Flohmarktgänge und absolut berechtigten Kaufwahn.

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NATÜRLICH brauche ich noch ein paar kleine Teller und diese rote Gabel. Ist das eine Frage?

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Welcher Teller ist der richtige?

Zuerst kam der Teil, vor dem ich am meisten Angst hatte. Julia hat uns erklärt, wie man Essen fotografiert. Oder um bei meinem Wissensstand anzudocken: Wie man eine Kamera bedient. Und während ich vorher nicht den Unterschied zwischen ISO, Blende und Belichtungszeit kannte, bin ich jetzt tatsächlich in der Lage, scharfe und vor allem helle Fotos zu machen. Vorbei die Zeiten in denen ich in Lightroom nachträglich die Helligkeit hochziehe und (wie Julia so treffend sagte) „alles irgendwie billig aussieht“. ÄHEM. Sorry dafür. Ich sage nur: If you know better, you do better.

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Alle lauschen andächtig – und können ab jetzt fotografieren.

Keine Ahnung wie Julia es schafft, uns alles in kürzester Zeit komprimiert beizubringen. Das schreit nach einem ebook, meine Liebe. Deine Fotos sind jedenfalls der Burner und Du weißt einfach wovon Du sprichst. Für alle die mal sneakpeaken wollen: Hier geht es zu Julias Fotos.

Vielleicht liegt es an Satzanfängen wie „Aufgrund von physikalischen Gesetzen, die wir jetzt nicht besprechen“, dass ich mich plötzlich gar nicht mehr so alleingelassen fühle. Es ist eine Kunst, viel zu wissen, Dinge leicht klingen zu lassen und dabei auch noch unterhaltsam zu sein. Unvergessen: Wie Julia den Knoblauch spielt, um uns zu zeigen woher das Licht kommen muss. That’s what I call a good sport.

Dann klingelte schon die Künstlerin und Stylistin (und Ikone) Dietlind Wolf, die als Guestspeaker antrat, um uns ihre Geheimnisse zu verraten.

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(v.l.): Lisa, Dietlind, Julia

Nur dass Sie gar kein Geheimnis draus machte. Sondern sich setzte und uns geradeheraus daran teilhaben ließ, welche Erfahrungen sie in ihrer Wahnsinnslaufbahn gemacht hat. Dietlind stylt nicht nur für alle großen Zeitschriften und hat tausend andere spannende Talente. Sondern sie hat auch das, was wirklich große Menschen ausmacht. Sie gibt Dir das Gefühl, jemand zu sein und nimmt Dich an. Kein Wunder, dass diese Frau dafür bekannt ist, ein Auge für die Dinge zu haben. Mich jedenfalls hat sie zum Weinen gebracht, so sehr haben mich manche Dinge, die sie gesagt hat, berührt.

Und mal ganz abgesehen vom fachlichen Know-how, was Dietlind mit uns geteilt hat (ich habe TONNEN mitgeschrieben und es waren viele überraschende Insights zu Material, Konzepten und der Art, wie Stylisten arbeiten dabei), waren es vor allem ihre humorvollen, weisen und uneitlen Sätze, die mich erreicht haben.

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Dietlind spricht und man könnte eine Stecknadel fallen hören.

Darüber, dass Stylisten hands on sein müssen:

„Wer nicht gerne ein- und auspackt und wer nicht gerne Umzüge macht, für den ist es nicht der richtige Beruf.“

Darüber, was Props können müssen:

„Nicht jeder Teller ist fotogen. Und nicht jeder Teller ist fotogen mit Essen.“

„Ich benutze gerne altes Geschirr, weil das ein Leben hat und das Essen hat auch ein Leben.“

Darüber, dass das, was man bei einem Bild wegnimmt, manchmal einen zweiten Blick wert ist:

„Es gibt Bilder, die am Augenrand entstehen – und die bergen die eigentlichen Schätze.“

Über ihre Arbeitsweise:

„Ich empfinde das in meinem Lebens als einschränkend schon zu wissen, was hinten rauskommt.“

„Seid einfach ganz nah an euch dran. Ich habe da ein inneres Nicken. Das ist nicht immer möglich. Das ist aber immer häufiger möglich.“

Umgehauen hat mich dann dieser Satz:

„Ich habe viel gemacht, weil es andere Menschen glücklich gemacht hat und ich auch was davon hatte. Aber das fühlte sich immer an wie ein Betrug.“

Oh MANN habe ich mich ertappt gefühlt. Ihr wisst ja, dass ich immer mal wieder mit mir kämpfe wegen der Romanschreiberei. Und als ich dann nach den leckeren von Julias Vater für uns zubereiteten Ravioli nochmal die Chance hatte, mit Dietlind alleine zu sprechen, wusste ich plötzlich, warum mir das alles so viel sagte. Ich stand das erste Mal in meinem Leben bewusst vor einer Frau, die einen ganz ähnlichen Schmerz erfahren hat, um zu ihrem kreativen Ich und Ausdruck zu kommen und das zu finden, was „IHRES“ ist.

So weit bin ich noch nicht. Aber es war wundervoll zu sehen, dass jemand diese Tür für sich schon aufgemacht hat – und dass auch ich das irgendwann tun werde. Mädels, da KANN man doch nur mit feuchten Augen dastehen und sich freuen, oder?

Nach diesem Inspirationsschub stand die Frage: „Und wie sollen wir das jetzt ganz ohne Erfahrung so gut hinkriegen wie auf den Bildern, die Dietlind uns gerade gezeigt hat?“ Die Antwort hatte Lisa. Denn die hat mal eben ganz pragmatisch runtergebrochen, wie die visuelle Technik hinter solchen Hammershots aussieht.

Hat uns erklärt, welche verschiedenen Arten es gibt, Essen zu fotografieren und zu stylen. Uns mit Fotobeispielen nochmal genau gezeigt, was state of the art ist und wohin der Trend geht. Uns ermutigt, neue Wege zu gehen und uns ganz praktisch erklärt, wie wir das umsetzen können. Und plötzlich hatte ich das Gefühl: Ich glaube, das kann ich hinkriegen. Dafür: Danke Lisa.

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Lisa, doing her voodo.

Und dann ging es los in die praktische Übung im Zweierteam. Unsere Aufgabe hieß „Good morning lovers“ – Frühstück für zwei. Was bei  mir rausgekommen ist, seht ihr ganz am Ende.

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So leer kann ein Tisch plötzlich sein, wenn alle fleißig sind.

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Frühstücksarrangements wohin das Auge blickt.

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Manchmal fehlt noch die entscheidende Beere.

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Es geht auch ohne Tisch.

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Ich versuche mich an mein Bild heranzustasten.

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Und so sah es dann am Ende aus. Ich habe einen visuellen Quantensprung gemacht. Genau aus diesem Grund habe ich ganz bewusst mehr über die Atmosphäre des Workshops als über alles, was fachlich vermittelt wurde, geschrieben. Denn Lisa und Julia haben es verdient, dass man für ihr Wissen bezahlt.

Wer also Lust auf ein Erlebnis mit wunderbaren kreativen Menschen hat und sicher sein will, dass er nachher das kann, was die Workshopbeschreibung verspricht: Schreibt den beiden eine Mail.

Tut es direkt – denn ich ahne, dass der neue Termin nicht lange ein Geheimnis und damit auch nicht lange verfügbar sein wird.

Der nächste Workshop findet am 27.9.2015 in Münster statt. Wenn ihr Interesse habt schreibt den beiden unter mail@lizandjewels.com. Und wer da nicht kann – es gibt auch One-on-One Coachings. Einfach mal nachfragen.

Ich kann euch die Arbeit mit Lisa und Julia nur wärmstens ans Herz legen.

In diesem Sinne

Eure Svenja, die DEFINITIV am Samstag auf den Flohmarkt geht, um ganz viele Teller zu kaufen

P.S.: Danke für die Erlaubnis, die Bilder vom Workshop zu veröffentlichen. Einige sind von Julia, alle anderen wurden von der reizenden, talentierten Tabea von Van Feldhusen Fotografie gemacht.