Flow (1 von 1)

Ich, im Zug, irgendwo in Deutschland

Ihr Lieben,

nun bin ich nach einem ziemlich heftigen April und Maianfang nochmal zwei Wochen durch deutsche Lande gereist. War erst für mein Seminar bei RTL und dann zu Besuch beim Blogger Team von Ernsting’s family (Shout-out: YOU ROCK – und Danke für euer Vertrauen).

Dieses Wochenende ging es dann noch mit der Familie nach Österreich. Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, jetzt im Juni und Juli gar nichts zu machen. Außer zu schreiben und die zwei Termine wahrzunehmen, die ich in der Zeit habe. Regelmäßig auf die Yogamatte zu hüpfen und clean vegan zu essen. Den Alkohol wegzulassen und abends weniger fernzusehen. Sozusagen ein Best Input – Best Output Monat. Und weil ich so viel zuhause bin, kann ich nebenher locker vom Hocker wieder regelmäßiger bloggen. (YES! Ihr fehlt mir nämlich schon.)

Aber kaum bin ich über die österreichisch-deutsche Grenze gefahren, kriege ich plötzlich 1.000 Mails und WhatsApps und Anfragen. HILFE. Was jetzt? Nachdem ich für meinen Geschmack wirklich genug „Show“ in den letzten beiden Monaten hatte, wollte ich es ja jetzt eher „low“ angehen lassen. ABER: Es gibt ja auch noch eine dritte Möglichkeit. Den Flow. Und über den habe ich in den letzten Wochen viel nachgedacht.

Alles begann, als ich eines Tages merkte, dass ich komplett allergisch auf Challenges reagierte. Ich meine: ICH, Mrs. Challenge. Ihr erinnert euch? 30 Tage vegan, 100 Tage Sport. Alles kein Thema. Das schaffen wir zusammen.

Aber plötzlich hat es mich brutal genervt. Anstatt brav regelmäßig in meiner Bomben-Sport-Facebook-Gruppe zu posten, machte ich „heimlich“ Yoga – und behielt das für mich. Weil irgendwas in mir sagte: „Das tut Dir gut, das mal ganz alleine zu machen.“ Schließlich komme ich bei Yoga immer voll in den Flow – aber eben nur, wenn ich nicht währenddessen schon darüber nachdenke, dass ich das gleich poste. Dabei war das ganze Posten ursprünglich nur dazu gedacht, mich täglich zu motivieren. Was war plötzlich anders?

Etwas ganz Entscheidendes und ganz Großes.

Ich. Ich war anders.

Das wonach ich heute suche, ist nicht mehr das Durchhalten, das Können, der Beweis. Nicht der pralle Bizeps und der abgehakte Challengetag. Sondern das Aufatmen in mir. Das „Ja, das war ein schöner Tag“. Das Zeit vergessen im Augenblick. Das komplett bei mir selbst sein und mich in meiner Haut wohlfühlen. Das Eins sein mit meinen Talenten, Begabungen und Interessen. Und last but not least: Das Flow-Gefühl – das ich übrigens auch habe, wenn ich Blogartikel wie diesen schreibe. Und das ich gerne noch häufiger haben möchte. Nicht in Form einer Challenge, sondern weil es mir so wahnsinnig gut tut.

Deshalb mache ich das, was mich immer weiter bringt, wenn ich etwas erforsche: Ich führe Buch darüber. Ab heute werde ich zwei Wochen lang aufschreiben, wann ich im Flow bin. Je nachdem, was dabei rauskommt, erzähle ich euch vielleicht bald mehr darüber.

Und wenn ihr auch oft zwischen Selbstoptimierung und Müßiggang, zwischen Erfolg und Freizeit schwankt, dann habe ich hier noch den ultimativen TV-Tipp für heute Abend. Wie gut die Dokumentation qualitativ ist, kann ich natürlich nicht vorhersagen – aber das Thema hört sich extrem spannend an.

WDR, 20:15, 1.6.2015

Darf ich … nicht perfekt sein?

Eine Karrierefrau, die sehr viel Sport macht und ihren Tagesablauf täglich optimiert, wird mit einer Frau konfrontiert, die gerne mal Fünfe gerade sein lässt. Ist man eine Belastung fürs Gesundheitssystem, wenn man sich auch mal gehen lässt? Oder ist man kurz vor dem Burn-out, wenn man sich nur noch selbst optimiert und alles perfekt machen will? Zwei Lebensstile prallen aufeinander. Die beiden Frauen durchleben den Alltag der anderen und lernen, wie extrem man in die eine oder andere Richtung wirklich sein darf.

Das ist ja mal ein „Frauentausch“ der etwas anderen Art. Ich schalte auf jeden Fall rein. Ihr auch?

Alles Liebe

Eure Svenja