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Danke Julia für dieses Bild, dass Du mir heute Morgen aus Australien geschickt hast. Es hat mich zu diesem Post inspiriert. Denn nur, weil der kleine Onkel gerade Urlaub auf einem anderen Kontinent macht, heißt das nicht, dass wir nicht mehr wie Pippi Langstrumpf sein können.

In letzter Zeit lese ich im Internet viele Dinge, die mir nicht gefallen. Nonstop beschwert sich jemand über etwas. Meistens über einen anderen Menschen. Und die Situationen, die dieser verursacht. Egal ob das eine Mutter im Kindergarten ist oder „die Gesellschaft“ an sich, die Schwiegermutter oder der eigene Ehemann.

Und ich sage euch was: Das finde ich nicht gut. Klar, auch mir platzt manchmal der Kragen und auch ich habe zu Beginn meiner Bloggerkarriere mal solche Artikel verfasst. Aber wie Maya Angelou so schön sagt: „If you know better, you do better“. Und das möchte ich gleich noch ergänzen mit „And you teach better“. Und zwar nicht die Art von Belehrung, wo mein Zeigefinger in die Luft schnellt und wild vor euch heumfuchtelt. Sondern die, wo ich euch an die Hand nehmen möchte, um euch zu sagen, was dieses ewige Beschweren mit mir macht.

Es be-schwert mich. Es macht mich schwerer. Ich mag das nicht lesen. Ich fühle mich belastet von Dingen, bei denen ich oft das Gefühl habe: Die gehen mich nichts an.

Denn wenn sich jemand im Internet über einen anderen Menschen ausführlich beklagt, frage ich mich:

– Warum sagt er ihm das nicht ins Angesicht?

– Wie kann es so weit kommen?

– Was ist die Lösung?

Die Antwort lautet immer gleich. Irgendwann hat man sich mit irgendjemandem gemeinsam auf einen Weg gemacht – und dann geht der andere plötzlich langsamer. Oder schneller. Will abbiegen, obwohl man selbst noch geradeaus gehen will.

Und anstatt kurz mal Gas zu geben oder sich zurückfallen zu lassen, um auf Augenhöhe mit dem anderen sprechen zu können, stemmen wir die Arme in die Seiten, bleiben stehen und sagen zu denen, die gerade zufällig nebendran stehen: „Ich finde das unmöglich.“

Was das heißt? Dass wir zwar erkannt haben, dass ein Ungleichgewicht herrscht. Dass wir aber nicht so flexibel sind, es auszugleichen. Dabei wäre es doch ein Leichtes, genau das zu tun.

Wer erkennt und fühlt, dass etwas nicht mehr stimmt, dass die Balance flöten geht und die Beziehung zu einem anderen Menschen wackelt: Der kann auch den Mund aufmachen und mit diesem anderen Menschen darüber sprechen.

Und zwar dann, wenn er das zum ersten, zweiten oder dritten Mal spürt – und nicht erst beim 380. Mal.

Nicht anklagend. Nicht voller Vorwürfe. Und erst recht nicht besserwisserisch. Aber partnerschaftlich. Fragend. Interessiert.

Kein Mensch macht Dinge per se, um uns zu ärgern. Aber wir stecken alle in unseren Mustern und leben unser Leben so, wie wir es richtig finden.

Wenn wir dabei einem anderen Menschen auf die Füße treten oder ihm das Gefühl geben, dass er nicht wertgeschätzt wird, ist das nicht unbedingt unsere Intention. Sondern oft einfach eine Folge der Muster, die wir als goldrichtig empfinden.

Ich wünsche mir, dass wieder mehr besprochen und weniger be-schwert wird. Denn ich glaube: Beschweren ist emotionaler Selbstmord.

Das, womit wir uns im Internet umgeben, formt genauso unsere Realität, wie die Realität selbst. Deshalb versuche ich auf meinem Blog positive Anregungen zu geben. Kraftvolle Anker zu setzen, von denen aus wir gemeinsam weitergehen können.

Ich möchte mich mit euch zusammen entwickeln. Und dazu gehört auch, dass ich darüber schreibe, dass ein negatives Auslassen über andere Menschen im Internet niemanden weiterbringt.

Es ändert nichts. Es bewegt nichts. Es zeigt unserem Gegenüber höchstens, dass wir mit Dingen nicht klarkommen und nicht mutig genug sind, sie anzupacken.

Was ich mir wünsche? Dass ihr einmal darüber nachdenkt, ob da was dran sein könnte.

Wie schon gesagt: If you know better, you do better. Eben doch mehr Pippi und weniger Annika.

In diesem Sinne einen guten Start in die Woche

Svenja