Pause

Ihr Lieben,

bevor ich mit meinen gewohnten Themen in den Endjahresbreak verschwinde, möchte ich euch etwas Persönliches schreiben.

Von außen gesehen ist das, was ich mit meinem Blog erreicht habe, ein Erfolg. Ihr wisst aber, dass sich das für mich oft ganz anders anfühlt. Ich habe dieses Jahr so viel Neues ausprobiert auf meinesvenja. Das hat mir viel Spaß gemacht – auch weil ich auf der Suche nach etwas bin. Nämlich nach ein paar Gefühlen, die ich in meinem Leben häufiger haben möchte.

In letzter Zeit gab es einige wirklich heftige Bombeneinschläge in unserem engsten Freundeskreis. Trennungen. Krankheiten. Dinge, die eigentlich immer nur den anderen passieren. Aber jetzt sind wir emotional mittendrin. Da gilt es, noch enger zusammenzurücken. Und auch bei sich selbst wieder genauer hinzuschauen. Bestandsaufnahme.

Wie wollen wir eigentlich leben? Und was wollen wir eigentlich fühlen?

Auf der Suche nach einer Antwort bin ich auf das Buch „The Desire Map“ von Danielle Laporte gestoßen. Superpassend jetzt zur Neujahrszeit, wo es ja um die guten Vorsätze geht und wir alle reflektieren. Was war? Was kommt?

Das Spannende an dem Buch ist, dass es eben NICHT dazu rät, Listen zu machen. Alles aufzuschreiben, was man nächstes Jahr tun will/muss. Um die dann nur halb abzuarbeiten und sich am Ende des Jahres wie ein Loser zu fühlen.

Anstatt dessen schreibt man auf, wie man sich in verschiedenen Bereichen seines Lebens aktuell fühlt. Und tastet sich dann nach und nach durch viel „Workbook-Arbeit“ an die Grundgefühle heran, die man gerne häufiger haben würde.

Bei mir sind folgende fünf Gefühle herausgekommen (ich habe das Buch auf Englisch gelesen, deshalb sind es auch englische Begriffe):

raw

true

full of life

aligned

free

Wenn ich diese Liste lese, ist mir ganz klar, warum ich mich manchmal nicht gut fühle. Und warum ich dieses Jahr (absoluter Tiefpunkt) einmal auf dem Teppich in der Bibliothek auf dem Rücken lag, mit einem üblen Engegefühl in der Brust, das nicht wegging. Egal, was ich versucht habe.

Diese fünf Gefühle habe ich zu selten. Oder besser gesagt: Ich empfinde sie nicht oft bei dem, womit ich erfolgreich bin. Und deshalb fühlt sich das dann eben auch nicht an, wie ein Erfolg.

Versteht mich nicht falsch: Ich habe ein fantastisches Leben und einen extrem spannenden Beruf. Aber ich mache zu viele Dinge, die in mir die falschen Gefühle auslösen. Und in diese Falle tappe ich immer wieder.

Das, was ich lebe, ist in manchen Bereichen noch nicht nah genug dran an mir. Und das obwohl ich das Gefühl habe, ich halte den Schlüssel dazu schon längst in der Hand. So fest wie noch nie zuvor.

Dass ich fürs „klarer sehen“ eine Blogpause brauche, liegt auch an einem A-HA Erlebnis, das ich hatte. In dem Workbookteil von Danielle Laportes Buch sollte man sich zu Beginn warmschreiben und dazu gab es Satzanfänge, die man ergänzen durfte. So sah das bei mir aus:

With people I am often – stressed out.
I want to impress – no one.

Alles deutet in eine Richtung: Ich will wenig außen und viel innen. Tiefergehende Entwicklung braucht Zeit und Ruhe. Und ich mag nicht mehr die sein, die NICHT jeden Tag in ihrem Leben hat, was sie gerne fühlen möchte.

Den Weg zum klar sehen kenne ich schon. Schreiben – und zwar nur für mich und ohne dass jemand auf meinen Text wartet. Gerne auch ganz ohne Leser. Me-time mit Yoga und langen Dezemberläufen. Zeit für Schönheits- und Pflegerituale – ganz alleine, oder mit meiner Tochter an unseren Mädchenabenden. Familienerlebnisse. Paarauszeiten. Ganz in Ruhe neue Rezepte ausprobieren, was malen oder zeichnen. Mein Ding machen. Und dann schauen, was für Gedanken und Gefühle sich bei all dem entwickeln. Wohin mich mein Herz zieht.

Auch habe ich so richtig Lust, mich in meine beruflichen Projekte zu stürzen, die neben dem Blog laufen. Da sind ganz spannende Sachen dabei, bei denen ich mein Know how voll einbringen kann. Auch ein schönes Gefühl, wenn man genau sieht, wo für andere die Reise hingehen kann und Empfehlungen aussprechen darf.

Aber gerade WEIL mein Leben immer wieder voller wunderbarer Chancen (a.k.a. Verlockungen) ist, muss ich zwischendurch Abstand nehmen. Nur so kann ich wirklich erkennen, was welche Formen angenommen hat und was Formen annehmen könnte.

Auch will ich nicht verpassen, mich zu bedanken, für eure lieben Worte dieses Jahr. Vielen Dank für eure Karten und Geschenke zu Weihnachten. Vielen Dank für eure aufmunternden Mails. Ich weiß es sehr zu schätzen, wenn ihr mir schreibt, wie sehr euch meine Worte und mein Blog im Alltag oder in besonderen Momenten unterstützt haben. Immer wieder rührt ihr mich damit. So wie Andrea gestern mit ihrer Weihnachtskarte, die unter meinem Christbaum lag. Darin stand:

„Im Licht des Wortes finden wir den Zauber der Entstehung.“

Genau so fühlt sich das an, wenn ich etwas schreibe, was bei euch ankommt. Sätze, bei denen ich schon beim Aufschreiben weiß: Das wird euch bewegen. Davon und von diesem „Zauber der Entstehung“ möchte ich mehr haben. In meinem Schreiben und auch in allen anderen Bereichen meines Lebens. Und genau dafür brauche ich jetzt Me-time.

Bis wir uns wieder lesen freue ich mich auf das was kommt, auf das was bleibt und auf das was geht.

Jetzt bis zum 15.02. erst einmal ohne euch – und danach dann wieder mit euch.

Macht es gut.

Eure Svenja

P.S.: Ich habe es ja schon angekündigt. Da ich 2015 einfach wahnsinnig viel in meinem Blog ausprobiert habe und dabei auch viel gelernt habe, werde ich im Januar und Februar Videos zu meinen Learnings hier auf dem Blog posten.

Also: Stay tuned. Nicht der Blog geht in den Winterschlaf, nur meine üblichen Themen und ich. Was meine Kinder tierisch freut ;-)

P.P.S.: Wenn ihr in der Zwischenzeit sehen wollt, was ich so treibe und womit ich mich beschäftige: Auf Instagram könnt ihr an mir dranbleiben. Da nehme ich euch ein paar Mal täglich mit in mein Leben.