freiheit fb(1)Freiheit ist für mich wie tanzen. (Foto von  frescofotografie.nl)

Ihr Lieben,

wenn man so lange bloggt wie ich, dann ist das Gefühl, wenn man einen neuen Post öffnet, ein bisschen, als würde man einen alten Freund anrufen. Man freut sich drauf und weiß: Das wird gut. Auch wenn man oft noch gar nicht so genau weiß, was man sagen wird.

Seit einigen Tagen gehen mir ganz ganz viele Dinge durch den Kopf, die mit Freiheit zu tun haben. Angefangen hat alles mit meinem Entschluss, WhatsApp zu löschen. Obwohl ich gar nicht der Hardcore User war, hat das mein Leben schlagartig verändert.

  1. Ich spreche keine Sprachnachrichten mehr auf (oder höre mir welche an), während ich im Auto oder in der U-Bahn sitze.
  2. Ich schaue nicht mehr so oft auf mein Handy.
  3. Ich habe nicht mehr dauernd das Gefühl, jemandem eine Antwort schuldig zu sein.
  4. Ich habe mit den meisten Menschen jetzt keinen Kontakt mehr.

„HÄ?“ könnt ihr jetzt fragen. Keinen Kontakt mehr? Und das soll toll sein? Ja, denn tatsächlich war das meiste nur Geplänkel. Kommunikation, die stattfindet, weil man es sich im modernen Leben eben so angewöhnt hat. Wenn ich neulich mit Petra über Kartoffelsalat gesprochen habe und im Biergarten einen leckeren Kartoffelsalat esse, mache ich ein Foto und schicke es Petra und schreibe dazu „Der Kartoffelsalat im Aumeister ist lecker!“ Aber: Wer bitte kann ohne das Foto oder diese Information nicht leben? Genau: Niemand.

Nachdem ich mich dadurch also schon ganz wunderbar befreit gefühlt habe, habe ich mir Schritt zwei der Kommunikationsentmüllung überlegt.

Ich bin kein großer Freund von Newsletterabos (oder wo wir schon mal dabei sind: überhaupt von Abos). Deshalb habe ich auch so gut wie keine. Aber selbst die paar DIE ich habe, lösche ich oft ungelesen. Also: Ran ans nächste Kapitel – ab jetzt werden die Newsletter, die ich eh nicht lese, konsequent abbestellt, sobald sie reinkommen.

Nun habe ich vor drei Tagen damit angefangen und habe immer einen Strich in meinen Kalender gemacht, wenn ich wieder einen Newsletter gecancelt habe. Fand ich doch jetzt irgendwie auch spannend, mal zu zählen, was da zusammenkommt. Vielleicht 30 – oder gar 40?

HUNDERTUNDSECHS. In Zahlen: 106. In drei Tagen.

OMG. OK. Das kann ja nicht wahr sein. Aber klar: Gelöscht sind die Dinger so schnell, dass man kaum gucken kann. Da war mir die Masse so gar nicht bewusst.

Schon jetzt merke ich: Ich bekomme wesentlich weniger Mails (HAHAHA: Wen wundert’s?). Und ich ahne, dass in den nächsten Tagen und Wochen noch einiges an Abbestellungen hinzu kommt. Fast bin ich verwundert über mich selbst, dass ich es so weit kommen lassen habe. Dass ich mich so tief in den weit offenen Schlund der modernen Kommunikationsangewohnheiten habe ziehen lassen. Dass ich den Lärm, anstatt ihn wahrzunehmen und auszuschalten, als normal empfinde und hinnehme.

Erst gestern traf ich beim Supermarkt um die Ecke eine Nachbarin und sie sagte: „Vor fünf Jahren hatte ich irgendwie noch mehr Zeit.“ Ein Gefühl, dass ich sehr gut kenne.

All das hat mich zum Nachdenken gebracht. Darüber, ob das, was normal ist, für mich gut ist. Darüber, wie ich herausfinden könnte, was für mich wirklich passt.

Was motiviert mich eigentlich, Dinge zu tun? Was ist für mich eine Belastung? Woraus schöpfe ich Kraft?

Fragen, die so groß sind und so viel mit meinem Leben und meiner Zukunft zu tun haben, dass ich mir einen Coach dazu geholt habe. Denn ich kann viel alleine. Vor allem entscheiden, wann ich etwas nicht alleine kann.

Danke Alexandra, für Deine mir neue Welten eröffnende Begleitung.

Und nur zum Beweis, dass einfach alles Gute den Anfang in einem selbst nehmen muss…hätte ich den Blog nicht und hätte ich keine „Erfolgreich bloggen“ Kurse angeboten, hätte ich Alexandra nie kennengelernt. Denn sie war tatsächlich eine Kursteilnehmerin hier in München in meinem Wohnzimmer. So liebe ich das ja: Wenn sich die Dinge natürlich entwickeln und das Universum klare Wege aufzeigt.

Und jetzt meine Lieben, bin ich so dermaßen aufgeregt. Ich habe einen neuen Schlüssel für mich. Einen, der so gut passt, dass ich neue Türen aufschließen kann. Eine nach der anderen. Das mache ich ab jetzt.

Ihr werdet an vielen kleinen Ecken und Enden sehen (und sicher auch immer wieder davon lesen), was sich für mich verändert und wie ich Dinge neu entscheide. Gestern Abend war ich schon so voller Ideen, dass ich mein Skizzenbuch rausgeholt habe und begonnen habe, zu zeichnen. Das habe ich ewig nicht mehr gemacht. Aber mein Kopf ist wieder voller Bilder. Mein Herz voller Geschichten. Und meine gefühlte Freiheit, mich neu zu entdecken, riesengroß.

In diesem Sinne: Habt einen wunderbaren Tag!

Eure Svenja

Merken

Merken

Merken

Merken