Me, ready to rumble

Ihr Lieben,

Juchhuuuu. Auf in eine neue Runde meinesvenja in meinem – unglaublich aber wahr – zehnten Kalenderjahr als Bloggerin.

Zwei Monate war ich jetzt im Off und ich sage euch: Nix lief wie geplant. Denn kaum überlegt sich Frau Walter, dass sie mal ganz in Ruhe ein paar Dinge machen möchte, kommt auch schon das Leben dazwischen. Die Schule, die Grippe und einige Jobs später ist dann plötzlich Ende Januar und ich denke „Huch, war meine Offlinezeit nicht nur bis zum 01.02. angesetzt?“

Schwupps sind die Wochen ohne euch vorbei und ich bin ab heute wieder mittendrin. In meinem öffentlichen Leben und vor allem – endlich auch wieder in eurem. Aber jetzt mal der Reihe nach, denn ein bisschen Zeit, etwas zu verändern und dazuzulernen, hatte ich in der Zwischenzeit schon.

Was genau habe ich in den letzten acht Wochen anders gemacht?

Ihr wisst ja, ich habe vor einigen Monaten Whatsapp abgeschafft und meine Newsletter abbestellt. Ende November ging dann der Blog in die Winterpause. Danach folgte eine offiziell eingeläutete Funktstille auf meinen Social Media Accounts. Dann habe ich das Undenkbare getan und Anfang Januar all meine Social Media Apps (außer Instagram, das habe ich wieder draufgeladen) vom Handy gelöscht.

Und weil ich ein großer Fan von „ganz oder gar nicht“ bin, habe ich den ganzen Januar über folgenden automatic reply auf meiner Mailadresse eingerichtet:

Hallo lieber Mailschreiber,

ich freue mich, dass Du an mich gedacht und mir geschrieben hast. Nach neun Jahren bloggen und permanenter Erreichbarkeit beantworte ich meine Mails ab Januar 2017 nur noch freitags.

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag.
Svenja

So. Ist. Das. Jetzt.

Ab heute stelle ich diese Benachrichtigung aus und antworte trotzdem nur noch freitags. Weil man das ja eigentlich gar nicht begründen muss, wenn man sich sein Leben so einteilt, wie es einem gut tut.

Warum ich euch das alles erzähle? Weil ich nach ein paar Tagen mit suchtzuckendem Handgelenk, das immer wieder nach dem leergeräumten iPhone griff, bemerkt habe:

Ich habe nicht nur a) irre viel Zeit für andere Dinge (und deshalb war es auch gar nicht schlimm, dass das Leben ein paar andere Pläne für meine Auszeit hatte). Sondern ich fühle mich b) auch irgendwie viel besser.

Weil ich mich nicht mehr den ständigen sozialen Vergleichen aussetze. Weil ich nicht weiß was Blogger a oder Instagramer b oder Youtuber c oder Facebooker d macht. Und weil all das auch gar nichts mit dem zu tun hat, was mir wirklich wichtig ist.

Das war eine dermaßene Befreiung (und denkt jetzt bitte nicht: solche Probleme wie die, die habe ich ja gar nicht. Wetten? Ihr könnt es ja einfach mal ausprobieren, wenn ihr meint, dass euch das TOTAL leicht fallen würde…).

Durch das radikale Abschalten ist mir klar geworden, dass ich so nicht mehr im Internet unterwegs sein möchte. So unmittelbar, stetig, fortlaufend und verletzlich. JA, verletzlich. Es tut mir nämlich nicht gut anzusehen, was andere den ganzen Tag machen – und dabei meine eigene Lebenszeit vorbeirauschen zu lassen.

In einer youtube Dokumentation über Facebook habe ich gelernt, dass wir im Schnitt (jetzt schon) 5,6 JAHRE unseres LEBENS am Smartphone verbringen. Wie bitte????

Dann habe ich Eins und Eins zusammengezählt. Das, was mir gut tut. Das, was mir nicht gut tut. Die Medien und Apps, denen wir alle ausgesetzt sind. Die Unfähigkeit vieler, sich Auszeiten zu nehmen, weil sie „an der Nadel“ hängen. Die ständige Überforderung von Frauen durch ihre vielfältigen Rollen. Die sich in rasantem Tempo entwickelnde Technik, die viele Berufstätige „nebenbei“ erlernen müssen, um ihr Kerngeschäft ins Zeitalter der Digitalisierung zu tragen. Und last but not least die Idiotie des amerikanischen Präsidenten und die Angst erzeugende Berichterstattung.

Und dann hat es Zoom gemacht. Und mir ist etwas klar geworden. Nämlich mit was ich zu euch zurückkommen möchte.

Mit all meinen Unsicherheiten und Fragen in der heutigen Zeit genauso wie mit einem leckeren Rezept, was meiner gesamten Familie schmeckt. Mit technischen Neuerungen, die uns NÜTZEN, anstatt uns abzulenken. Mit all meinem Wissen, das ich habe, wie Frauen ihr Leben so führen können, dass es ihnen gut geht. Von der Auszeit auf der Yogamatte über das Führen eines Sketchbooks bis zum Lebensunterhalt verdienen mit Bloggen oder einem anderen Onlinegeschäft.

Nixda Geheimwissen oder „ich-sag-das-lieber-nicht-weil-ich-bin-ja-nicht-politisch“. Nixda Ellenbogendenken unter Frauen oder Müttern oder Mütterbloggern (also auch nixda Twitter – Du kriegst mich nicht!). Nixda Angst haben vor den eigenen Gedanken. Oder vor neuen Zeiten mit neuen Regeln. Und auch nicht vor Schubladen, in die man nicht mehr passen könnte und Leser die einem schreiben: „Früher hast Du viel mehr über Deine Kinder und das Basteln geschrieben, das fand ich irgendwie besser.“

Es gibt nur einen einzigen Weg, wie wir die Herausforderungen dieser Zeiten nicht nur überstehen, sondern für uns nutzen können. Miteinander. Und nicht im Wettkampf.

Was ihr hier weiterhin nicht finden werdet, sind zu Tode gestylte Foodfotos. Beschönigende Berichte, obwohl mir zum Heulen ist. Ich werde euch nach Mut fragen, wenn ich keinen habe. Euch zeigen, was mir hilft, wenn ich mich verloren fühle. Und mit euch ein neues Jahr gemeinsam erleben.

Ohne Filter. Messy, wie das Leben nun mal ist. Aber in dem Wissen, dass es mit euch zusammen immer einfacher und schöner ist, als allein.

In diesem Sinne: Happy to be back.

Eure Svenja

P.S.: This sums it up:

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