Wenn ein Mann mit Fachwissen über die schlechte Qualität von Sport-BHs spricht, hat er meine volle Aufmerksamkeit. Genauso wie eine Frau, die mir erklärt, warum Nachhaltigkeit in der Textilbranche nicht ein Buch mit 120 Siegeln ist (denn so viele Gütesiegel gibt es tatsächlich), sondern etwas, das mit MIR anfängt.

Ich habe gestern bei meinem Besuch auf der Messe ISPO alles gesehen: Yogamatten, die sich selber aufrollen (erfunden von einem 24-jährigen Amerikaner) und Kinderschlitten, die auf Schnee UND Asphalt funktionieren (erfunden von einem jungen französischen Vater).

Und weil darunter so viele Sachen waren, die auch für euch, eure Kinder und Familien interessant sind, gibt es heute einen kleinen Wrap up meines ISPO-Besuchs – mit vielen tollen Menschen und Links zu den Produkten, die garantiert bald voll angesagt sind.

Warum ich überhaupt auf der ISPO war, wo das ja eigentlich eine Fachmesse ist? Weil ich Mitglied des Netzwerks „Frauen verbinden“ bin. Wenn ihr mir auf Insta folgt, habt ihr sicher schon häufiger gesehen, dass ich in diesem Rahmen spannende Events besuchen darf.

Wie innovativ die ISPO ist, war mir im Vorfeld nicht klar. Auch nicht, was sich in der Sportindustrie – gerade für Frauen – in den letzten Jahren getan hat. Urs Weber, Redakteur der runnersworld, fasst das in seinem Impulsvortrag treffend zusammen.

„Früher haben wir einen Läufer darüber definiert, dass er eine Startnummer vor der Brust hatte. Heute hat sich das Standing von Frauen im Laufen und im Ausdauersport komplett verändert.“

Der Lifestyle- und Sportgedanke hat Einzug in unser tägliches Leben gehalten – auch in meins. Vom Vitalbrot bis zum Athleisure-Trend. Aber sind das alles nur Marketingstrategien, um Frauen zu Käuferinnen zu machen? Weil die oft männerdominierten Unternehmen wissen, dass wir 70% aller Konsumentscheidungen treffen?

Wie Fredericke Winkler, Designtheoretikerin und Redakteurin bei Textilwirtschaft im nächsten Vortrag treffend formuliert: „Dass wir die Sportindustrie immer als von Männern dominiert wahrnehmen, liegt an unserer Perspektive. Tatsächlich sind 80% der Textilarbeiterinnen Frauen.“

Nun weiß ich nicht, wie es euch geht – aber ich habe nicht nur nachhaltig produzierte Kleidungsstücke in meinem Schrank. Und fühle mich deshalb manchmal wie ein unverantwortlicher Loser. Aber Fredericke nimmt mir die Angst vor der Nachhaltigkeit. Nimmt das große Thema und hilft mir, es für mich persönlich runterzubrechen.

„Nachhaltigkeit ist kein Ziel, sondern ein Weg“, sagt sie. „Und da kann man immer Pausen machen und verschnaufen. Das Teilergebnis zählt. Der Teilsieg zählt.“

Nicht „Ich muss sofort nur noch nachhaltig kaufen“ sondern „Ich denke über Themen nach.“ Daraus ergibt sich ein Umdenken, das viel mit Freiheit und Menschlichkeit zu tun hat – und damit, dass wir uns eigentlich alle wünschen, dass die nächste Generation auf dieser Erde unter den gleichen Umständen leben darf, wie wir. Oder unter noch besseren.

Von so viel Klarheit aufgerüttelt mache ich mich mit den anderen Damen auf zum Themenrundgang „Innovation und Start-Ups“.

Wir gehen in die Halle mit den 50 coolsten Newcomern. Um hier ausstellen zu dürfen, muss man sich vorher mit seiner Idee um einen Platz bewerben.

So schaffen es nur die besten Produkte, einen Stand zu bekommen – und ein paar von denen zeige ich euch jetzt.

no more black by KOS

Der Name ist Programm und das Ende der langweiligen Wetsuits ist eingeläutet. Alleine wegen der Anzüge spiele ich kurz mit dem Gedanken, surfen zu lernen – aber meine Angst vor Haien siegt. Oh Mann, sind die cool. Mehr Designs und Infos findet ihr auf der Facebook Seite des Unternehmens, das mit den Anzügen den diesjährigen Style Award der ISPO gewonnen hat. Zurecht, finde ich.

Kokopelli Packraft

Nachdem ich mich seit einigen Sommern  weigere, unser monströses Schlauchboot samt Luftpumpe alleine an den See zu schleppen, finde ich das Kokopelli Packraft vor allem aus zwei Gründen interessant. a) Es ist extrem leicht und b) man kann es ohne Luftpumpe aufpumpen.

Dazu haben die Innovatoren der Packrafts eine Luftpumpe erfunden, die eher ein Luftsack ist. Vielleicht habt ihr im Sommer auch die Fatboy Lamzac Sitzkissen gesehen, die nur mit Luft gefüllt werden. Die Packraft-Luftpumpe (der schwarze Sack, den der Mann auf dem Bild unten zusammendrückt) basiert auf einem ähnlichen System und ist einfach nur genial.

Hier noch der Link zu einem Film, in dem ihr ab Minute zwei seht, wie das Aufpumpen funktioniert. Dass Packrafts für einen aktiven Outdoor-Lifestyle stehen und von Menschen verwendet werden, die gerne meilenweit durch die Natur laufen und eben auch Flüsse als Fortbewegungsmittel nutzen, finde ich super. Das wäre auch was für uns als Familie.

tex-lock

NIE WIEDER FAHRRADKLAU. Yes, please. Die Innovatorin Alexandra Baum hat an alles gedacht – und gerade deshalb freue ich mich, dass ihre Kickstarter Kampagne ein voller Erfolg ist. Ein superleichtes Schloss, das den Fahrradrahmen nicht verkratzt. Und weder durch Feuer noch durch Schnitt- oder Sägewerkzeuge zerstört werden kann.

Uitto Boards

Nachhaltig produzierte Skateboards, die zu 100% recycable sind und dabei waterproof. Für die nächste Skatergeneration, die auf diesem Planeten leben will.

So flow Skateboards

Und noch was für die Skater – endlich sehen elektronische Skateboards aus wie normale Skateboards – ohne dicke Akkupacks.

Die sind nämlich bei Skateboard „Lou“ unter anderem hinter den Rollen versteckt.

Flipsled

Es gibt diese alltäglichen Momente, in denen man auf die besten Ideen kommt. Bei Aymeric war das, als er in der Schweiz seinen Sohn vor sich im Kinderwagen schob und seine Tochter neben ihm laufen musste, bis ihr die Beine weh taten. Denn für den Schlitten, den er für sie dabei hatte, lag zu wenig Schnee und die Kufen kratzten auf dem Asphalt.

Wieder Zuhause googelte Aymeric „Schlitten“ und „Reifen“ – und stellte fest, dass es das Produkt, das er gebraucht hätte, noch nicht gab. Ein paar Jahre später ist Flipsled kurz vor dem Launch (Herbst 2017). Wären meine Kinder noch im Alter zwischen 2 und 7, würde ich heute so einen Schlitten bestellen. 

Flying tent

Eine Hängematte. Eine Hängematte mit Moskitonetz. Ein wasserdichtes, hängendes Zelt, das auch auf dem Boden genutzt werden kann. Und ein Regenponcho. Und all das lässt sich in diesem Beutel verstauen.

Es gibt Dinge, die man gesehen haben muss, um sie zu glauben.

Mobot

Eine Blackroll haben wir alle. Aber keine, die sich so gut anfühlt und die gleichzeitig eine Wasserflasche ist. Mobot is the way to go. Was für eine geniale Idee. Ich habe direkt eine mitgenommen. Denn ab jetzt wird nach dem Workout überall gerollt – ohne Extra-Equipment.

yoyo mats

Aaron – der junge Mann links im Bild – war es leid, dass Yogamatten so unhandlich sind. Seine Eltern sind Unternehmer, also war für ihn klar: Da gibt es eine Nische. Innerhalb von vier Jahren hat Aaron die erste Yoga- und Fitnessmatte weltweit entwickelt, die sich a) selbst wieder zusammenrollt und b) auch zusammengerollt bleibt.

Ich hatte gestern viel Spaß mit ihm und habe ihn gebeten, mir und euch Bescheid zu geben, sobald wir die Matte innerhalb Deutschlands bestellen können. Dass Aaron mit seinen Matten denn Accessoires Award der ISPO gewonnen hat, überrascht mich kein Stück. Sie sind wirklich einzigartig.

Nach so vielen coolen Produkten will ich euch wenigstens noch schnell zeigen, dass die ISPO auch bei der Hallen- und Standgestaltung  in einer hohen Innovationsliga spielt. So sah die Bloggerlounge aus.

Außerdem: Aktionsflächen wohin das Auge blickt. Von kleinen Skateparks bis hin zu großen Basketballfeldern.   

Ich hoffe, es war die ein oder andere sportliche Anregung oder Produktinspiration für euch dabei. ISPO – ich komme wieder – und nächstes Jahr länger.

Alles Liebe

Eure Svenja

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