Ich, im Channeltrailer

Ihr Lieben,

nun habe ich mich also in neue Welten gestürzt und es kam, wie es kommen musste. Ich bin jetzt wieder Anfänger.

Einen YouTube Channel zu planen, eine wirklich gute Strategie dafür zu entwickeln und ein Farbkonzept zu erstellen, ist etwas ganz anderes, als zu Bloggen. Die Ideenrecherche, die Keywordrecherche und daran angehängt die Reihen- und Playlistplanung. Die Produktion samt Einkauf, Vorbereitung der Shootings inkl. Lagerung der DIY-Materialien. Probebasteln, Festlegen der Einzelschritte und des Bewegungsablaufs der Hände. Licht, Kamera, Aufnahme. Schnitt und Vertonung (und vorher Texte dafür schreiben). Abspeichern in unterschiedlichen Formaten und – ganz wichtig – die Archivierung für künftige Verwendungszwecke. SEO Texte, Vorschaubilder, Tags.

Nur falls sich jemand fragt, was ich den ganzen Tag mache. Warum ich euch das schreibe? Weil es mir gut tut, etwas ganz Neues zu beginnen. Weil ich Bloggen eben im Schlaf kann. Jeder Klick ist mir vertraut, alles ist ritualisiert und läuft fast automatisch. Aber jetzt, jetzt gibt es jeden Tag Herausforderungen.

Mal shoote ich das ganze Video und merke dann, dass ich die ganze Zeit die blöde weiße Pritt-Verschlusskappe im Bild liegen hatte. Ein andermal läuft alles spitze – und 15 Minuten ins Bastelvideo rein stelle ich fest, dass ich den Record Button nicht gedrückt habe. Kein Witz. Da bereite ich also alles bis ins Kleinste vor und vergesse das Wichtigste. Die Aufnahme.

Mal fällt mir auf, dass ich vergessen habe, die Hände zu schminken. Dann fehlt eine Schere und ich renne durch’s ganze Haus und wieder runter.

Kein Mensch glaubt, wie viel beim Basteln oder Zeichnen oder Malen oder sonstigen DIYs schiefgehen kann. Und so ist mir mittlerweile glasklar, warum das eine Marktlücke ist und es einen solchen Channel auch noch nicht umfassend in groß und gut gibt. Es ist einfach superviel Arbeit.

ABER. Aber Frau Walter hat kein Problem mit viel Arbeit. Und erst recht nicht mit Analyse und davon abgeleiteten Strukturen. Also schreibe ich mir Listen mit Abläufen, forme Prozesse, stelle Möbel um und schaffe Lagermöglichkeiten, damit das Arbeiten in der Praxis einfacher wird. Und ich habe Freude daran.

Es ist wie damals bei meinesvenja, als ich begonnen habe, mir meine eigene kleine Ecke im Internet einzurichten, die nun schon seit zehn Jahren mein Zuhause ist.

Ich weiß, es gibt keine Garantien für Erfolg. Ich weiß, es dauert alles länger als gedacht. Aber ich weiß auch, dass es meins ist. Dass das genau DAS ist, was ich jetzt machen will und werde.

Kennt ihr das Buch „Es kommt nicht darauf an, wer Du bist, sondern wer Du sein willst“ von Paul Arden? Darin geht es unter anderem darum, dass man ein völliges Desinteresse für die Grenzen seine Fähigkeiten entwickeln muss und Dinge tun sollte, die man nicht kann. Also – darin bin ich gerade ziemlich gut ;-)

Ihr kennt sicher auch das Phänomen, dass die Besten aus der Schule nicht unbedingt die Erfolgreichsten im Leben sind. Vielleicht, weil die, die genau das können, was abgefragt wird, sich auch über diesen Erfolg definieren. Und nicht versuchen, das Meiste aus sich herauszuholen. Und mehr zu sein, als sie gerade sind.

Aber ich kenne das gar nicht anders, als jeden Tag mehr sein zu wollen. Was im Umkehrschluss bedeuten könnte: Die, die es in der Schule null gebracht haben, können hintenraus ziemlich viel reißen ;-) Jedenfalls ist es schön, zu erleben, dass meine Ideen etwas wert sind. Dass ich einen Riecher habe. Einen Weg sehe, ihn gehe und damit Erfolg habe. Dass habe ich mir jetzt schon oft bewiesen. So oft, dass es eine eigene Wahrheit geworden ist, aus der ich Kraft für neue Unternehmungen schöpfe.

Wer schon einmal in einem meiner Seminare war, erinnert vielleicht mein Lieblingszitat von dem Schwimmer Michael Phelps:

In diesem Sinne gehe ich jetzt wieder an meinen Schreibtisch, in mein Studio und an die Arbeit. Lege Hintergründe auf den Aufnahmetisch, bereite Weihnachtssterne vor, lackiere meine Nägel vor der Aufnahme und wasche mir abends die Farbreste von den Händen.

Denn ich weiß: Der Vorteil, den ich gegenüber anderen habe, ist nicht mein Talent. Es ist meine Disziplin.

Also: Ärmel hoch und ran an die Träume.

Eure Svenja

P.S.: Weil sich das immer so leicht anhört, dachte ich, ich verrate euch hier noch einmal meine Tricks, wie ich bei der Workload auf der achtsamen Seite des Lebens bleibe. Zum einen lebe ich überwiegend vegan, einfach weil ich mich dann am besten und fittesten fühle.

Dann habe ich – Achtung, Langeweileralarm – nach der Wiesn aufgehört, Alkohol zu trinken. Weil ich mir nicht einen Tag erlauben möchte, an dem ich nicht voll bei Sinnen bin. Ich brauche meine Kräfte und Alkohol ist ein Nervengift, das mich schwächt. Außerdem finde ich es wesentlich cooler, mich am Leben und dessen Möglichkeiten zu berauschen, als die schnelle Entspannung im Rotwein zu suchen.

Und dann habe ich im Sommer eine Liste gemacht mit Dingen, die mir gut tun und die mir helfen, im Moment zu leben. Meine Freundin Sue von HappyIch hat mir nämlich ein tolles (englisches) Buch geschenkt, in dem ganz viele Ideen für ein glückliches Leben standen. Ich habe die notiert, die mich besonders angesprochen haben. Vielleicht ist ja auch was für euch dabei. Für den November habe ich mir fest vorgenommen, zum Ausgleich eine schöne Sache von der Liste am Tag zu machen oder wahrzunehmen, um meine Batterien wieder aufzuladen:

– cooking with love

– taking a whole day for an activity you love

– a good yoga class

– losing track of time while creating something

– climbing under freshly cleaned sheets

– scented candles

– a hot shower

– a bubble bath

– getting new plants

– listenting to good music

– a massage

– holding on to your dreams

– finding a secret place to write

– when for some reason everything feels just right

– filling a journal

– the smell from the fire in the fireplace

– baking a surprise batch of cookies

– chilling out to mellow music

– unplugging from everything

– taking a time out

– a yoga retreat

– hot soup on a chilly day

– a free day with nothing to do

– choosing your own path

– grilling on a summer day

– a little alone time every day

– a day at the spa

– writing a bucket list

– learning to cook

– a solo hike

– an indoor picnic

– reading the paper

– cooking someone their favourite meal

– spending time in nature

– snuggling under the covers when it’s cold

– a candlelit dinner

– a steaming cup of tea