No excuses, sex please

So. Ich habe gestern 9 Stunden am Stück gezeichnet. Mein Näh-ebook wird diese Woche fertig und nächste Woche gepostet. Die Heldenreise läuft sich auch schon ganz gut an. Wenn’s läuft, dann läuft’s.

Da habe ich ja komplett gelernt, mein Schicksal in Gottes Hände zu legen (oder wer auch immer da oben so gut auf mich aufpasst). Wenn es an einem Tag mal nicht so klappt, muss ich nur meinen Stift zur Seite legen und die Tastatur ignorieren – und garantiert ist es am nächsten Tag kinderleicht. Themen, Fotos, Worte fliegen mir zu und ich bin on top of the world.

Aber woran liegt das eigentlich, dass es manchmal läuft und manchmal nicht? Innere Verkrampfung? Wetter? Zu laut? Zu abgelenkt?

Ich habe da ja so meine eigene Theorie. Ich glaube es liegt einzig und allein an genug Bewegung und frischer Luft. Ihr findet, jetzt höre ich mich an, wie meine eigene Großmutter? NIcht mehr lange. Mit Bewegung meine ich nämlich Sex (und das hätte Oma Hilde nie laut gesagt).

Da habt ihr’s. Ich bin der festen Meinung, dass “was schaffen” und “guter Sex” zusammenhängen. Einfach weil Sex uns eine Lebensenergie gibt, die durch nichts zu toppen ist. Und das Gefühl, lebendig zu sein, kann ja nun wirklich nicht schaden. Genauso ist es mit dem Sport: wer regelmäßig trainiert, fühlt sich attraktiver, ist fitter und hat deshalb auch mehr Lust. Auf Sex.

Gerade weil Kinder, Arbeit und Freizeitstress uns Frauen heute gut in Schach halten, plädiere ich dafür (und bitte euch darum), dass ihr darauf achtet, die Sache mit dem Sex nicht einschlafen zu lassen. Ich kenne sehr viele Frauen, die da faul sind. Und auch wenn die alle glauben, dass sich ihr Mann damit arrangiert und zu dem geringen Prozentsatz der Männer gehört (no offense intended), der seine Frauen nicht betrügt: irgendwann wird er es aller Wahrscheinlichkeit nach doch tun (wenn sie so weitermachen). Oder was glaubt ihr, was der meistgenannte Scheidungsgrund ist? Und woher kommen Scheidungen überhaupt? Doch wohl von Unzufriedenheit und zu wenig Initimität. Denn wäre man sich ständig so nah, wie man das bei Sex nun Mal ist, wie sollte man sich dann so weit voneinander entfernen, dass man auf die Idee käme, sich zu trennen? (Ja, ich weiß auch, dass man sich auch anders nah sein kann und muss. Aber heute schreibe ich halt über Sex.)

Mir liegt dieses Thema wirklich am Herzen. Die Dunkelziffer der Paare, die überhaupt keinen Sex mehr haben, ist übrigens auch nicht gerade klein. Das wird dann natürlich voll verdrängt und gerne wird in diesen Partnerschaften nach außen besonders heile Welt gespielt, damit bloß keiner auf die Idee kommt, das was nicht stimmt.

Jeder kann mal keine Lust haben (geht mir auch so), aber was NICHT geht, ist, dass man mehrere Wochen am Stück keinen Sex hat. Zumindest nicht, wenn das zum Normalzustand wird. Normal ist doch eher, dass man seinen Partner auch “so” erleben möchte, wenn man ihn liebt. Oder?

Allen, die in letzter Zeit zu faul für Sex waren, rufe ich also jetzt cheerleadermäßig zu: Man kann jeden Tag sein Leben ändern. Vor allem, wenn man vorhat, bis ans Ende seiner Tage mit dem gleichen Mann zusammenzubleiben, empfiehlt sich das geradezu.

Passend dazu poste ich einen meiner all time favourite Werbespots. Es geht zwar um Sport – aber die Ausreden, die Frauen für “no sex please” benutzen, sind gar nicht so weit davon entfernt.

Ran an den Mann!

Eure Svenja

3 Kommentare

  1. Liebe Svenja,

    das sehe ich ein wenig anders. Sicher liegst du richtig (haha ;-) – bei den meisten Paaren. Aber nicht bei allen. Ich will damit sagen: Es gibt auch Paare, die sich trotz drei-Mal-die-Woche-Sex nicht wirklich nah sind. Und es gibt Paare, die sich trotz nur-dreimal-im-Jahr-Sex nah sind. Ich glaube, dass jede gute Partnerschaft eine spezifische Mischung ist: Aus geistiger Nähe, Wohlwollen und Respekt, gemeinsamen Interessen, gemeinsam Erlebtem, Humor, Freundschaft und natürlich auch Sex. Aber die genaue Zusammensetzung ist bei jedem Paar anders. Und bei manchen ist der Sex eben nur das berühmte Sahnehäubchen. Schöne Sache, kann auch helfen, wenn’s mal kriselt, nicht völlig unwichtig, aber es würde auch ohne gehen. Umgekehrt gibt es dann an der anderen Ende der Fahnenstange Paare, bei denen Sex die Triebfeder der Beziehung ist. Und es gibt alles dazwischen und noch viel mehr ;-). Außerdem gibt es in jeder Beziehung Phasen. Ich spreche mit einer Erfahrung von 19 Jahren Beziehung und 10 Jahren Ehe. Wir hatten Phasen, in denen wir nicht aus dem Bett herauskamen (und nicht nur am Anfang, sondern auch nach 15 Jahren Beziehung noch), wir hatten Phasen, in denen wir’s mit Martin Luther hielten und wir hatten Phasen, in denen wir gar keinen Sex hatten. Ich mag da gar keinen Druck erzeugen, obwohl ich weiß, dass der Appetit beim Essen kommt, und, ja, ich bin manchmal echt zu faul. Aber ich weiß, dass sich das auch wieder ändern wird. Und selbst wenn etwas passieren würde, z.B. eine Krankheit eines Partners, und wir gar keinen Sex mehr haben könnten, würde unsere Beziehung daran nicht scheitern.

    Was ich damit sagen will: Ich glaube nicht, dass es da ein “Normal-Soll” gibt. Oder gar ein Muss. Kennst Du “Mythos Liebe” von Michael Mary? Oder “5 Lügen, die Liebe betreffend?” Mich hat die Lektüre sehr erleichtert. Denn in der Liebe ist alles möglich und erlaubt: Von Beziehungen, die – von außen betrachtet – rein auf dem Sexuellen beruhen bis hin zu asexuellen Beziehungen.

    Trotzdem: bei den meisten Paaren ist Dein Tipp sicher nicht falsch :-)

    Liebe Grüße
    Anette

    1. Kenne ich beides nicht – aber werde ich beides bestellen. Das Thema muss ja von allen Seiten beleuchtet werden, wo sonst doch schon viel zu oft das Licht ausgemacht wird :-) Danke Dir für Deine spannenden Anregungen!

  2. Hallo Svenja,

    ich kann Anette da nur zustimmen! Ich finde auch nicht, dass die Qualität einer Beziehung von der Regelmäßigkeit/Häufigkeit von Sex abhängt! Zudem gehöre ich z.B. nicht zu den Frauen, die zu faul zum Sex sind! Ich weiß auch gar nicht, ob das bei den meisten Frauen wirklich so ist, oder ob viele Männer nur einfach keine “Brüllerliebhaber” sind und frau vielleicht gar deshalb keine Lust hat. Jetzt wirst du natürlich sagen, dass kann frau ändern, glaube ich aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. “Männer sind…. und Frauen auch!” (um es mit Loriot zu sagen!)
    Viele Grüße
    Silke

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