Machbar

Machbar2 der 3 Menschen, die mir die Welt bedeuten

Ihr Lieben,

auf diesem Post denke ich schon ganz lange herum. Weil ich merke: so wird das nichts mit mir und meinem Glück. Und in der Vorweihnachtszeit war es dann nochmal deutlicher spürbar.

Wenn ich mal alle eure Mails zusammenkopieren würde, in denen steht: “Wie schaffst Du das alles eigentlich?” dann wäre das wahrscheinlich der allerlängste Post, den jemals jemand geschrieben hat. Und: ihr habt ja auch völlig Recht. Richtig klar geworden ist mir das neulich, als ich das Video zu Attila Hildmanns 90 Tages 8-Pack Challenge geschaut habe und er am Ende glatt meinen Satz sagt, nur auf Englisch.

OK. Ich sage diesen Satz nicht so cool und ich trage dabei keine Unterwäsche. Und ach ja, ich habe auch keinen 8-Pack. Oder 10-Pack. Oder was es da sonst noch an Steigerungen gibt. Auch habe ich keine Ader, die mir so aus der Unterhose am Bauch hoch kriecht, dass es gefährlich aussieht. (Platzt die bald? Oder wächst ihr ein Kopf mit zwei Augen dran? We’ll see.)

Ich weiß, heutzutage ist es cool, wenn alles ein Game, eine Challenge oder eine Competition ist.

Nur bin ich 42 und nicht 22. Und schon lange nicht mehr bereit dazu, auf jeden Trend aufzuspringen. Vor allem, weil der Superlativ ja mittlerweile nur noch schmückendes Beiwerk ist. Es gibt nicht nur Models, sondern Supermodels. DSDS, Supertalent – you name it. Und mittendrin ich. Supergenervt.

Nicht nur von dem Gefühl, zu alt für diese Scheiße zu sein, sondern vor allem, weil das heißt, dass ich nur Mittelmaß bin. Ich bin nämlich (haltet euch fest, denn das klingt fast schon wie ein Schimpfwort) NORMALgewichtig. Und normal zu sein, ist ja so ziemlich das Hinterletzte. Eigentlich müsste mein ganzes Leben gephotoshoppt werden.

Ich bin zweimal sitzengeblieben (in der 9 und in der 13) – auch einer der Gründe, warum ich so gegen G8 bin. Hatte ich doch G11 und fand immer noch, dass meine Freizeit knapp bemessen war. Meine Eltern sind geschieden und beide nicht reich. Meine Kinder sind nicht hochbegabt. Und ich nicht immer gut gelaunt.

Und obwohl mir das alles gar nicht so wahnsinnig viel ausmacht (Aha, man kann auch NORMAL sein und dabei glücklich), habe ich neulich gedacht: genug ist genug. Ich habe alle Dezembertermine bis auf mein Lisa-Shooting und den 24. und den 25.12. rigoros abgesagt und lebe jetzt in den Tag hinein. Ich mache jetzt das, wozu ich LUST habe, und nicht das, was man von mir erwartet. Manchmal bin  ich sogar wieder spontan.

Mir ist dieses Jahr noch klarer als sonst geworden, dass ich nicht mehr auf jeder Hochzeit oder auf jeder Weihnachtsfeier tanzen muss. Das ist nämlich nicht machbar. Während Attilas “If I can do this, you can do it, too” mir vorkommt, wie die “freundliche” (ähem) Aufforderung eines Drill Sergeants, ist mein “Wenn ich das kann, kannst Du das auch” ganz anders gemeint.

Das ist ja kein ausgedachter Slogan, sondern immer meine Antwort gewesen, wenn mich jemand gefragt hat: “Und das hast Du selber gemacht? Das könnte ich ja nie!!!” Da ich auf meinem Blog schon immer viele selbstgemachte Sachen und Rezepte poste, war das auch das perfekte Motto. Denn eigentlich ist ja alles einfach, wenn es einem jemand zeigt. So lerne ich ja auch von anderen.

Nur mit einer Sache unterscheide ich mich von vielen anderen Seiten im Internet – das ist mir jetzt klar geworden. Meine Sachen sind immer machbar. Weil ich sie ja auch selbst mache und ich eben auch eine normale (da ist es wieder, das böse Wort) Frau jenseits der 40 bin. Und selbst wenn wir uns tausendmal sagen: 40 ist das neue 30, so wissen wir doch genau: Nein, ist es nicht.

Deshalb genieße ich das, was jenseits der 40 neben Falten eben noch so mit sich bringt. Die Möglichkeit, laut NEIN zu sagen, zu allem, was ich nicht machbar finde. Und die Einsicht, dass Familie wichtiger ist, als alles andere. Vielleicht brauche ich demnächst mal eine Woche Blogruhe, vielleicht sind es drei. Vielleicht schaffe ich Attilas neue Vegan for Youth Challenge, vielleicht auch nicht. Was ich auf jeden Fall nicht schaffe, weil ich es gar nicht erst versuchen werde, ist seine 8-Pack Challenge.

Weil die für mich nicht machbar ist. Genauso wenig wie das 8. Treffen mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es die 7 Treffen davor dieses Jahr auch nicht. Aber viele Abende, wo ich mit meinen Kindern und den Malbüchern am Tisch sitze und 5-Freunde-Hörspiele höre. Und sollte dabei mein Bauch über die Hose quellen, mache ich kurzerhand den Knopf auf.

Und ihr?

Eure Svenja

31 Kommentare

  1. Liebe Svenja,

    wunderbar, vielen Dank für diesen Beitrag. Ich merke, dass ich auch erst jetzt in der Lage bin, mal einen Termin oder ein Vorhaben abzusagen!
    DAS ist neu, das hätte es bis vor Kurzem nicht gegeben. “Geht nicht? Dann mache ich es gehend!”…
    Ich bin auch immer bemüht (Mühe?) alle Erwartungen zu erfüllen und alle Baustellen zu deren (!) vollsten Zufriedenheit zu bedienen. Das ist ein Kraftakt, an den man sich aber gewöhnt. Gut für die Baustellen, schlecht für einen selbst. Aber Natur ist ja schlau und somit sagt der Körper dann irgendwann “Ellabätsch, wenn Du nicht auf den Innendienst hörst, dann bremse ich Dich halt aus. *g*”… und kappt einfach die Treibstoffzufuhr.
    Und Überraschung: Wenn man nicht mehr KANN und dann Termine absagt stellt man fest: Hallo? Die Erde dreht sich weiter! Oh, ich lebe noch? Die anderen auch? Ja sowas?

    ICH-Zeit einräumen am Tag. Eine Stunde nur für MICH sein. Das geht tatsächlich. Und man muss vielleicht die 40 überschreiten, um das festzustellen. ;-) An der Umsetzung arbeite ich und mache Fortschritte.

    In diesem Sinne: Einen schönen Tag für Dich und Deine Family und viel Spaß bei dem, was Ihr heute macht.

    Nici

  2. Hallo Svenja,
    Danke für Deine herzlich ehrlichen Worte. Leider vergessen wir bei allen äußeren Einflüssen ganz oft eine sehr wichtige Person “UNS”. Das kleine Wörtchen NEIN oder mal ein SO NICHT kommt mir auch viel zu selten über die Lippen. Ich genieße aber die Erfahrungsberichte der Challenger (ich habe selbst eine VFF -Challenge gemacht) oder freue mich über Einladungen und Verabredungswünsche, doch sollte man immer die sprichwörtliche Kirche im Dorf lassen und versuchen sich nicht selbst in ein zu enges Korsett aus Regeln und Terminen zu pressen, denn schließlich sind wir alle NUR “normale” Menschen.
    Nochmal Danke für Deinen tollen Blog von einer normalen, aber leicht übergewichtigen, Teilzeit arbeitenden, verheirateten Vollzeitmama eines dreijährigen Goldstückes.
    Mach weiter so!
    Carmen

  3. Ich muss bei jedem Beitrag von dir immer so lachen/weinen/herzzerreißend gucken/selbstreflektieren/an die Stirn klatschen, glaubst du das?

    Bei mir heißt das Zauberwort derzeit auch “Entschleunigen”… und frei machen. Von irgendwelchem Driss, den eh keiner braucht, you know?

    Danke für deine ehrlichen Beiträge.
    Rebecca

  4. Liebe Svenja, Du bist einfach klasse und ich wünsche dir eine entspannte Zeit mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht ;) Und 40 ist nicht das neue 30, 40+ ist viel besser, weil man einfach weiß, was man will! …und 8-Pack hatte ich schon, steht mir nicht ;) Liebe Grüße Melanie

  5. Liebe Svenja,
    mir fällt dazu nur spontan ein:
    NORMAL IST WUNDERBAR!!! Ich bin gerne mit dir/ euch allen normal!
    Ich wünsche dir eine schöne entschleunigte Vorweihnachtszeit!!!
    Liebe Grüße
    Susan

  6. Liebe Svenja,
    Ich glaub du schreibst genau das, was viele sich denken. Wie machen DIE (und damit bist nicht nur du gemeint, sondern ganz viele Blogger!) das?
    Ich hab mich vor einem knappen Jahr als aktive (und stinknormale) Bloggerin verabschiedet, einfach aus deinen genannten Gründen! Auf 4 Hochzeiten tanzt man nicht, auf jedenfall nicht richtig und authentisch!
    Wenn auch noch Krankheit und andere Unfälle das Jahr prägen, wird einem die ZEIT (und um die geht es nun mal) und der MOMENT nochmal umso wichtiger! Geniesen wor die unbeschwerten, stinknormalen und somit schönsten Momente mit unserer Familie, denn sie geben soviel zurück!
    Feiert schön, lass es ruhig angehen!
    LG
    Vanessa

  7. Ich bin ja echt froh, daß ich Dich bei Blogst kennengelernt hab und dadurch auch Deinen Blog! Wunderbar!!! Unterschreib ich alles und denk ich mir auch immer, aber Du schreibst das auch noch so wunderbar.
    LG
    Katharina

  8. Super, Svenja! Wieder mal ein Post, den ich sofort unterschreiben würde! Ich MUSS im Moment auch mal garnichts und finde das sooo entspannend. Ich mag diesen Advent nicht von Termin zu Termin jagen, weil man ja x, y und z unbedingt dieses Jahr noch mal sehen / machen / treffen muss. Nein. Punkt. :-)
    Genieße die Adventszeit mit Deinen Lieben! Danke, dass Du mich durch das Jahr begleitet hast mit so viel wertvollem Input!
    Danke, dass Du bist, wie Du bist!
    Und zum 8-Pack – finde ich irgendwie garnicht schön, weil ist so unnatürlich. Aber wenn jemand unbedingt eins haben will, dass kann man ja auch ganz schnell hinkriegen… ;-)
    http://echtlustig.com/20801/zaun–sixpack

  9. Genau das muß ich mir auch immer wieder sagen, mein Dezember ist voll mit Pekip, Rückbildung, Krankengymnastik, Bioresonanz, Kindergartenfesten, Treffen mit Freunden, Zahn-OP’s. Das ließ sich diesen Dezember leider nicht vermeiden. Aber zum Glück hat mein Mann 2 Monate Elternzeit genommen und mir da den Rücken gestärkt. Alles andere hab ich gnadenlos abgesagt. Etwas, was ich mir mit 20 oder 30 einfach nicht getraut hätte, dazu hab ich jetzt, mit 42 endlich den Mut. Ich muss auch nicht mehr auf jeder Hochzeit tanzen. Mein Großer ist jetzt 3,5 und der kleine “schon” fast 6 Monate und ich geniesse gerad jede Minute mit den beiden und sch…e auf geputzte Fenster, ordentlich verzierte Plätzchen oder oder oder. Ich hab heut Salzteig gemacht und heut nachmittag wird gebastelt….
    Wenn mich jemand fragt, was ich mir wünsche….dann sag ich Zeit… denn die kann man nicht kaufen und nehmen kann sie Dir auch keiner, nur Du selbst….Ach, das hab ich aber jetzt schön gesagt, gell ;-))))

  10. Hallo Svenja,
    Dein heutiger Post klingt wirklich toll, aber manchmal komme ich Deinen Gedankensprüngen gar nicht hinterher. Habe gerade eben noch mal Deinen gestrigen Post durchgelesen – Inputoverkill! – und dann heute das. Gar nichts machen außer Familie und das was einem guttut……….aber vielleicht mache ich ja auch den Fehler, alles als Wahrheit und Realität zu verstehen. Sorry, aber das Gefühl habe ich jetzt schon ein paar Mal gehabt, dass ich denke:HÄ, WIE JETZT?
    An alle, die in den Kommentaren in Begeisterung ausbrechen: als Gedankenanregungen sind die Posts oft wirklich toll (und deshalb lese ich ja auch immer mit), aber ich habe immer öfter das Gefühl bzw. Die Frage: Wie echt ist denn das jetzt?
    Liebe Grüße
    Ulrike

    1. Liebe Ulrike, na der Inputoverkill war doch mit Euphorie gekoppelt ;-) Aber wenn Du hier regelmäßig mitliest weißt Du auch – es war ein bisschen viel in letzter Zeit. Heute und Morgen noch das Lisa-Shooting und dann habe ich alles abgesagt. Aber was Du nie vergessen darfst: ich schreibe die Posts auch nicht immer in real time. Mein Leben ist chronologisch – mein Blog nicht unbedingt. Die Freheit nehm ich mir ;-) Deine Svenja

    2. Liebe Ulrike,
      danke für die offenen Worte und dass sich jemand traut, auch mal ein wenig kritisch zu sein. Mir gehts so wie dir, aber ich habe mich angesichts der ganzen Euphorie-Kommentare nicht getraut, mal was kritisches zu äußern. Auch weil man fürchten muss, dann gleich als Neider angeprangert zu werden. Ich lese übigens die Posts meistens gerne;-))

  11. Danke für Deine ehrlichen und tollen Worte. Es gab Zeiten, da habe ich mich immer darüber geärgert in fast allem Durchschnitt zu sein. Mittlerweile sehe ich das ein wenig anders. Oft ist es am entspanntesten Durchschnitt zu sein. Die Ansprüche die an einen gestellt werden sind meist machbar und der Neid anderer ist nicht so riesig. Ich finde es super, das Du die Adventszeit so gestaltest, wie Du es gerade brauchst. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spass dabei. Ich habe gelernt durchschnittlich glücklich ist besser als überdurchschnittlich unglücklich. Liebste Grüße Nina

  12. Liebe Svenja,
    auch mir sprichst du aus der Seele. Ich bin kurz vor 40 und habe grade meine 39 before 40 Liste geschrieben. Ganz oben steht jetzt:
    Alles kann, nichts muss.
    Das wird mein Mantra für das nächste und hoffentlich die kommenden Jahre.
    Danke, dass du das mal so aufgeschrieben hast.

  13. Liebe Svenja,
    danke, Du sprichst mir aus dem Herzen!!
    Man muss nicht jeden Schmarrn mitmachen, diese Erkenntnis ist bei mir mt 45 auch schon angekommen.
    Ich finde ja übrigens der 8Pack im Video sieht aus wie ein schmerzverzerrtes Gesicht (die Brustwarzen sind die Augen) und das kann nicht schön sein.
    Ja, auch ich mach den Knopf auf, wenn es mal zwackt….na und, ein paar Tage später ist es dann wieder ok.
    Auch wenn ich durch meine Situation dazu gezwungen bin nur wenige Freizeittermine zu haben, so bin ich manchmal darüber auch froh.
    Denn wenn ich nicht weggehe, dann gebe ich auch kein Geld aus ;-)
    Ich wünsch Dir eine entspannte Vorweihnachtszeit und grüße Dich wieder herzlich aus der Nachbarschaft
    Tina

  14. Ach Svenja! Was für wunderbare Worte. Ich bin noch ned mal jenseits der 30, aber ich würde jedes einzelne Wort unterstreichen!

    Und hey… ich mach auch gern den Kopf auf wenn die Hose zwackt :))

  15. Toller Post! Zum Thema “normal”: das Großartigste, was ich die letzten Monate gehört habe , war der Satz unseres Kinderarztes bei der U7 letzte Woche: ” ihr Sohn ist absolut normal entwickelt!” Fuer andere Eltern eine Enttäuschung, für mich als Extremfruechenmutter, das schönste Adventsgeschenk überhaupt!! Normalität ist nach so stürmischen Zeiten so wunderbar! Und da ich ja noch etwas Zeit bis zur 40 habe, werde auch ich es lernen NEIN zu sagen ;-)

  16. Lieben Dank für deinen Post! Ich trete jetzt auch mal auf die Bremse. Oder? Naja, morgen noch 2 Kinderpartys ohne wirklichen Grund und noch eine einzige Weihnachtsfeier, dann mache ich auch PAUSE! Viel Spaß im OFF-Modus! Das hast du dir verdient!
    Alles Liebe, Stephie

  17. Schätzelein, willkommen im Club!
    Erstens : Fuck Attilla und ein Hoch auf der gemütliche Puddingbauch, wovon meine Tochter – als 4-Jährige in der Badewanne auf meinem Bauch mit mir – mal sagte: “Mama, das ist sooo gemütlich bei dir auf deinem Puddingbauch!”
    Zweitens: Christkindlmärkte sind überlaufen, der Spaß unterdurchschnittlich, der Bratwurstdunst ekelerregend, der Glühwein zu süß.
    Dritttens: Werde wie die Kinder …. und alles ist easy!

  18. Liebe Svenja,
    ich konnte unten jedem Wort in deinem Beitrag unterschreiben.

    Mir hat seit 4.November wer anders die ” Treibstoffzufuhr” abgedreht und das wahrscheinlich nur um mich zu schützen. Ich komme aus einer Krankengeschichte ins Nächste, bin sehr wütend gewesen und dachte, was soll das? Heute, wo man mich wieder zurück geschleudert hat, bin ich nicht mehr wütend auf mich, sondern bin einfach machtlos und erkenne es auch so deutlich. Genauso, wir ich erkennen musste, mein Körper sagt mir was… ich muss zuhören.

    Natürlich hab ich mich so sehr geärgert, weil ich nicht, wie gewöhnlich zig verschiedene Plätzchen backen kann, keine besondere Geschenke für meine Mitmenschen, Kollegen etc..vorbereiten konnte, weil alle meine Pläne durchgestrichen sind und und und…
    Wenn ich deine Zeilen lese, dann weiß ich, es macht alles einen Sinn..

    Vielen Dank und eine schöne ruhige Weihnachtszeit.

    Liebe Grüße

  19. Hallo Svenja,

    danke für Deinen Beitrag, den ich, wie viele Deiner Beiträge sehr gern lese und Anregungen aufnehme.

    Eine Anmerkung möchte ich machen, weil Du selbst die Frage aufgeworfen hast. Du schreibst:

    “Meine Sachen sind immer machbar. Weil ich sie ja auch selbst mache und ich eben auch eine normale (da ist es wieder, das böse Wort) Frau jenseits der 40 bin. ”

    Wenn ich ehrlich sein soll – dann können solche Sätze andere Menschen ab und an auch etwas schwer schlucken lassen… Es ist nicht beabsichtigt von Dir, im Gegenteil! Du möchtest mit einem Satz “Wenn ich das kann, kannst Du das auch” ermutigen!!

    Aber … das ist nicht immer so … Und dazu möchte ich Dir was schreiben. Nur als Gedankenanstoß:

    Stell Dir vor, es gibt Menschen, die unverhofft durch zB eine schwere Erkrankung aus dem Leben geworfen wurden. Die diese knapp überlebt haben, aber seitdem schwerbehindert sind. Solche Menschen können vieles nicht mehr, was sie konnten. Sie müssen ihr “2. Leben” neu ausrichten, anders ausrichten. Selbst mit Mut und viel positivem Denken trauern sie ab und an. Wenn sie zB leidenschaftlich Geliebtes aufgeben mussten und dies und das halt nicht mehr können und nie mehr können werden.
    Sie können vieles eigene nicht mehr, aber auch vieles nicht mehr, was andere können.

    Selbst wenn man weiß, wie Du den Satz meinst, nämlich als Ermutigung, gibt es doch ab und an einen Stich ins Herz. Einem wird dann wieder vor Augen geführt, was alles doch nicht geht.

    Du ahnst es bestimmt schon, ich (Dein Alter), spreche aus eigener Erfahrung. Ich hadere nicht (mehr), es ist ok, wie es ist. Und ein anderes Leben ist nicht schlechter, nur anders. Nur – Dein Satz stimmt einfach nicht für mich ;-) Ich kann ganz einfach viel von dem, was Du kannst, nicht mehr. Selbst, wenn ich wollte.

    Ich ergänze dann immer “Was Svenja kann, können alle auch, die …” ;-) Aber das meinst Du ja nicht.

    Und mal abgesehen von Behinderungen – nicht alle Menschen können das, was andere können, auch. Weil sie einfach andere Begabungen und Talente haben. Und das ist doch eigentlich auch sehr schön, dass wir alle was Unterschiedliches können ;-)

    Liebe Grüße und eine richtig schöne, ruhige und besinnliche Weihnachtszeit!
    Nora

    1. Liebe Nora, nun hat Dein Kommentar ein paar Tage auf meiner Freigabe-Seite geschlummert – ich wollte einfach ein bisschen Ruhe haben, um ihn zu beantworten. Du hast völlig Recht: Mein Spruch “Wenn ich das kann, kannst Du das auch” klingt sicher nicht für jeden gleich. Woher er kommt, habe ich ja schon einmal geschrieben. Ich würde auch sicher nicht vor jemandem stehen, der in irgendeiner Weise eingeschränkt ist und dann fröhlich “Wenn ich das kann, kannst Du das auch”. Aber ich denke, das weißt Du auch.

      Was ich toll finde, ist, dass Du mich einfach mal wieder wachgerüttelt hast. Das, was ich in meinem Leben habe, nehme ich meist selbstverständlich – so wie wohl alle Menschen. Dabei ist es doch viel sinnvoller und schöner, am Tag mal innezuhalten und bewusst zu fragen: Was habe ich alles Schönes in meinem Leben? Das will ich nächstes Jahr wieder häufiger tun.

      Dass Du mit Einschränkungen leben musst, ist sicher nicht leicht. Dass Du nicht damit haderst, sondern es annimmst, macht Dich in meinen Augen zu einer der ganz Großen.

      Dir ein gesegnetes Weihnachtsfest und eine schöne, ruhige Zeit.
      Deine Svenja

  20. LIebe Svenja,
    wie witzig, Du hast dieses Post an meinem 39. Geburtstag geschrieben. Sehr interessiert habe ich es gelesen, wie Du es – wie Du es beschreibst, jenseits der 40- heute siehst.Denn ich habe ihn nächstes Jahr vor mir, den bösen bösen 40. Geburtstag. Das Problem dabei ist, dass ich mich gar nicht fühle. Vom Kopf her eher wie eine 28-jährige, vom Körper naja wie eine Enddreissigerin, aber die Zahl 40 bringt doch so einiges mit sich. All jene, die es schon hinter sich haben, lächeln heute darüber und sagen, das ist nicht schlimm, macht doch nix, usw. udn so fort, aber was kommt dann? 50? Noch schlimmer. Daher frage ich mich, werde ich es jemals schaffen, es so entspannt zu sehen wie Du? Ich habe einen 7 1/2 jährigen Sohn in der 2. Klasse, arbeite Vollzeit und habe nebenbei noch Haus und so das übliche halt. Ich fühle mich wortwörtlich wie in einem Hamsterrad und wünsche mir nichts mehr, als endich gelassener zu werden. Und dann habe ich immer Hoffnung, dass es jenseits der 40 so kommen wird :-)

  21. LIebe Svenja,
    deine Beiträge treffen so manches Mal voll bei mir ins Schwarze. Sie haben mir schon den einen oder anderen Denkanstoß verpasst. Danke dafür!!!
    Leider habe ich nicht immer die Zeit deine Posts zeitaktuell zu lesen. Das ist sehr schade, aber nun mal nicht zu ändern. Heute habe ich mir mal wieder Zeit für mich genommen, und erkenne mich (Gefühle, Probleme usw.) in deinem und den vielen anderen Kommentaren wieder. Ich bin erst/schon 57 Jahre alt, habe einen Vollzeitjob, pflege einen MS-Kranken Ehemann und komme eigentlich kaum aus meinem Hamsterrad raus. Die Folge davon ist, das ich körperlich stark angegriffen bin. EIne Erkältung löst die andere bei mir ab. Nun habe ich mir ganz fest vorgenommen, im Neuen Jahr mehr für mich zu machen. Die Welt dreht sich sicherlich weiter, auch wenn ich nicht alle Anforderungen erledigen kann. Und deshalb kann ich das Motto nur unterstützen: Alles kann, nichts muss!
    Übrigens, ich habe das Knopfproblem mit einem Rundumgummibund gelöst, Liebe Svenja, mache weiter so und pass gut auf Dich auf!

    Liebe Grüße
    Ute

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