Ganz tief durchatmen

Meine Lieben,

ihr habt ja gelesen, dass jemand, den ich gern hatte, gestorben ist.

Deshalb war ich diese Woche oft traurig und auch ganz still. Ich habe viel nachgedacht – über das, was im Leben wirklich wichtig ist. Über das, was ich bis jetzt gemacht habe. Und das, was ich noch tun möchte. Vor allem aber habe ich die Woche genossen und Dinge gemacht, die ich noch nie gemacht habe oder für die ich mir sonst keine Zeit nehme.

Mit meinen Kindern spontan mittags im Biergarten abhängen.

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Mitten am Tag ohne Anlass eine Radlermass trinken.

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Zwei Bücher an einem Tag lesen – Skinny Bitch und Crazy Sexy Diet.

Mit der neuen Flow auf dem Sofa abhängen.

Yoga-DVDs bestellen.

Einen Umschlag mit Konzertkarten öffnen.

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Am Valentinstag auf itunes ein Date mit einem fremden Mann haben (meiner war ja nicht da).

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Beobachten, wie die Bienen die Krokusse in meinem Garten anfliegen.

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Und nun ist also Sonntag und ich denke mir: ich will gar nicht damit aufhören, so schöne Dinge zu tun.

Oder anders gesagt: Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt dran bin. Mit allem, was ich will. Und zwar genau dann, wann ich es will.

Vielleicht eine ganz logische Schlussfolgerung, die Menschen nun mal haben, wenn sie einmal mehr mit der Nase auf die Endlichkeit des Lebens gestoßen werden. Aber manchmal denke ich auch: dieser Weg hat vor langer Zeit angefangen. Und ich kann jetzt nicht mehr umdrehen.

Ich werde mir immer bewusster. Über das, was ich will. Über alte Muster, die ich nicht mehr will. Darüber, dass es im Supermarkt fast nur Scheiße zu kaufen gibt und darüber, dass ich mein Leben nicht verpassen will. Und dass ihr das auch nicht wollt. Aber dass es manchmal superschwer ist, sich zu fokussieren. Zu konzentrieren. Die Dinge in Angriff zu nehmen und einfach zu machen.

Also setze ich mich hin und atme ganz tief durch. Und dann noch einmal. Und erst dann sage ich es laut:

“Ich brauche eine Pause.”

Hach, ist das schön.

Ich drück euch und wir lesen uns.

Eure Svenja

15 Kommentare

  1. Schöne Fotos, schöner Text….wir sollten alle öfter innehalten, den Moment genießen und uns erfreuen. Auch mir haben das einige Schicksalsschläge im nahen Umfeld wieder mehr zu Bewusstsein gebracht…dir und allen anderen einen ganz besonders schönen Frühling….liebe Grüße aus dem Norden <3 Gina

  2. Moin Svenja!
    So wie dir ist es mir im letzten Jahr, nach dem Tod einer guten Freundin, auch gegangen. Eine Zeit lang habe ich so bewusst gelebt, ganz im Hier und Jetzt.
    Leider hat mich in vielen Dingen der Alltag wieder eingeholt! Aber es ist auch etwas geblieben! Ich nehme mir mehr Zeit für mich, ebenso für die Familie. Ich gehe bewusster mit den Ressourcen der Erde um, achte NOCH mehr auf eine bewusste, gesunde Ernährung!
    Auch ich atme oft am Tag gaaaanz tief durch … das hilft wieder auf den richtigen Weg zu kommen!
    Liebe Grüsse!

  3. Ganz richtig so liebe Svenja!

    Und es verblüfft mich immer wieder wie ähnlich es bei mir bzw. dir derzeit läuft. So viel von dem, was Du schreibst empfinde und erlebe ich gerade jetzt auch so und auch mein Weg war lang und ein umkehren ist nicht möglich. Faszinieren. Erschreckend. Schön.

    Lass es Dir gut gehen!

    Alles Liebe,
    Kristin

  4. Liebe Svenja,

    kann Deine Empfindungen so gut nachfühlen. Mach mal Pause. Ich hab das Gefühl, Du ackerst und rennst und hast zu wenig Zeit für Dich. Es ist schade, dass so traurigen Anlässe uns diesbezüglich erden. Wir sollten viel bewusster sein.

    Bleib bewusster, atme tief durch!

    Alles Liebe,
    Diana

  5. Wow – und: wie wahr, wie wahr. Wenn auch nicht immer, aber zwischendurch schaffen wir es dann mal, dem Alltag zu entkommen. Meistens sind es jedoch leider die Moment – wie Du geschrieben hast – in denen man sich mal wieder *plötzlich* der eigenen Endlichkeit bewusst wird, aber wir sollten es auch irgend wann schaffen ohne diese Momente zu dieser Erkenntnis zu kommen. In diesem Sinne: Carpe diem, liebe Svenja und weiter so :-)

  6. Irgendwie sind es die großen Übergänge (Geburt, Tod), die uns näher an unsere Essenz bringen. Bei mir waren es die Geburten meiner Kinder, die mich dazu gebracht haben, mich neu auszurichten. Und irgendwann dann geht es wieder “normal” weiter. Aber ich hab das Gefühl es ist wie eine Spirale. Jede Umdrehung bringt uns etwas näher an unseren Kern.
    Liebe Svenja, mein Beileid zu Deinem Verlust. Und meinen Glückwunsch zu den Schlüssen, die Du für Dich daraus ziehst.

  7. Liebe Svenja, ich kenne dieses Gefühl nur zu gut.
    Ich sag nur soviel dazu: entstressen… Ich glaube manchmal merkt man das erst, wenn es kurz vor zwölf ist und das Hamsterrad sich immer schneller dreht. Und dann kommt eine Krankheit oder Tod hinzu und dann geht gar nichts mehr. Ich drück Dich und genieß Deine Zeit in vollen Zügen!!!

  8. Liebe Svenja, ganz genau! Wenn man immer so wie du voller Energie überall Ideen und Anregungen verteilt, dann kommt man irgendwann an den Punkt, wo man die Kraft wieder auftanken muss. Wie gut, wenn man es erkennt! Manchmal sind es auch Verhaltensmuster aus der Kindheit, die schädlich weiterarbeiten, wenn man z.B. immer denkt, man muss es den anderen Recht machen (da bin ich so eine Kandidatin). Aber es hat nie gereicht, immer war es nicht gut genug. Also musste man noch mehr Kraft aufwenden…Und das läuft dann oft so weiter, wenn man längst erwachsen und also groß, mutig, stark und schön ist… Man muss aufhören, seine Energie überall zu verteilen, man muss sie für sich selbst benutzen. Genau richtig machst du das, du tust mal lauter Dinge, die dich froh machen! Das öffnet mir auch die Augen! Viel Energie wünsche ich dir, nur für dich allein! Du hast oft soviel Kraft in deinem Blog verteilt, jetzt bist du mal selbst dran, hab es schön!!!!

  9. Mein Lieblingssatz … ” … und darüber, dass ich mein Leben nicht verpassen will.” Danke für diesen schönen Post, nachdem bei mir beim letzten soviele Tränen geflossen sind.

  10. Liebe Svenja,
    ich habe einmal mehr den Wunsch dich persönlich kennenzulernen, nachdem ich die letzten Artikel gelesen habe.
    Schade, dass ich von deinem Termin hier in Köln nicht früher gewusst habe, aber ich hoffe doch sehr, dass sich mal eine Gelegenheit ergibt. Vielleicht bin ich ja mal in München.

    Liebe Grüße aus Köln
    Christina

  11. Hallo Svenja,

    Bin durch Zufall bei dir gelandet und habe festgestellt dass du sehr vielen Frauen Mut machst, da du so authentisch rüberkommst! Finde ich ganz toll in unserer oberflächlichen Zeit!!!

    Ich wollte dich bitten, die Mosaik Anleitung zu schicken.

    Vielen Dank!
    Maria

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