Goodbye

Goodbye

Die wichtigsten Männer in meinem Leben

Meine Lieben,

diesen Post trage ich seit Wochen mit mir herum. Und in den letzten Tagen ist mir klar geworden: ich muss ihn an diesem Wochenende schreiben. Und als ich dann heute Morgen das Season finale von Greys Anatomy gesehen habe, war mir klar: ich muss ihn heute Morgen schreiben.

Als ich Anfang des Jahres meiner lieben Freundin und Blog-Mitarbeiterin Sandra die Anfänge meines Romans gezeigt habe, hat sie eine halbe Stunde am Stück gelesen. Dann hat sie aufgschaut und gesagt: “Hätte ich gewusst, dass Du so schreiben kannst, wäre das das Einzige, was Du hättest tun dürfen, seit ich bei Dir bin.” Und weiter: “Das ist so viel besser, als alles, was ich je von Dir gelesen habe.” Und: “Das letzte Mal, das mich etwas so gepackt hat, war es von Stephen King.”

Also habe ich gedacht: “Jetzt oder nie.” Habe euch gesagt, dass ich JETZT beginne meinen Roman zu schreiben. Habe einen Schreibplan gemacht und angefangen. Und es lief gut. Bis ich gemerkt habe: It is all too much.

Ich habe und hatte schon immer viele Dinge in meinem Leben, die ich liebe. Ich habe jede Menge Enthusiasmus. Aber ich möchte das Wesentliche sehen. Mein Augenmerk auf das richten, was wunderschön und wichtig ist. Und das ist nicht mein Roman. Das ist meine Familie.

Scheiß auf Sheryl Sandberg und ihr “Lean in”. Ich hänge mich immer in das rein, was ich tue. Aber ich habe gelernt, schneller als früher in mich hineinzuspüren und wahrzunehmen, was wirklich los ist, wenn der Bauch drückt. Und ich kann euch genau sagen was wirklich los ist. Goodbye “Lean in”. Hello “Stay home”.

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Mein Mann und meine Kinder brauchen mich. In fünf oder drei oder zehn Jahren mag das alles anders aussehen. Und dann schreibe ich auch weiter an meinem Roman. Aber jetzt müssen hier Hausaufgaben betreut, Hormone beschwichtigt, Frikadellen gebraten und Ausflüge gemacht werden. Meine Familie braucht eine Frau und Mutter, die da ist und zuhört. Die Zeit hat und gerne mit ihnen zusammen ist. Und die nicht immer nach der nächsten Stunde schielt, in der sie alle verräumt und abgefüttert hat, um endlich schreiben zu können.

Manchmal wünschte ich, dass ich diese Leidenschaft nie entdeckt hätte. Dass ich nicht schreiben könnte und diese Sehnsucht nicht spüren würde. Dass mein echtes Leben nicht permanent gestört würde von Seiten, die ich in meinem Hirn tippe. Dialogen, die von selbst entstehen, während ich meinen Kindern beim Trampolin springen zuschaue oder ihnen Brote schmiere.

Aber so ist das nun Mal. Das bin ich. Und das wird in Zukunft auch etwas sein, was ich lebe. Aber was ich nicht leben möchte, ist eine Zeit, in der ich nicht verstanden habe, dass es zu früh ist.

Ich habe es schon so oft geschrieben.

Kinder zu haben heißt, alles machen und alles erreichen zu können. Aber eben nicht alles zur gleichen Zeit.

Deshalb sage ich meinem Traum vom Roman schreiben für jetzt Goodbye. Hätte ich diesen Post vor Wochen geschrieben, hätte da jetzt gestanden “sage ich meinem Traum vom Roman schreiben schweren Herzens Goodbye”. Genau aus diesem Grund schreibe ich ihn erst heute. Denn heute kann ich schreiben:

Good. Bye.

Eure Svenja

32 Kommentare

  1. Kennst du Alice Munroe? Die hat aus genau diesem grund “nur” Kurzgeschichten geschrieben (und einen Roman, der nicht so gut sein soll wie ihre Geschichten). Und ihre Kurzgeschichten sind super; sie schreibt in so einer Geschichte so viel wie andere in einem 300- Seiten-Roman. Ega, du bist nicht Alice sondern Svenja, und ich finde es toll, wie du deine Bedürfnisse und die deiner Familie zusammenbringst und uns daran teilhaben lässt!

    1. Ja, Barbara hat recht. Vielleicht, wenns di h überkommt, dann schreib ne tolle kurzgeschichte.
      Ansonsten, höre auf dein bauchgefühl, dann weisst du was und wie du es machen musst.
      Lg roswitha?

  2. Du bringst es immer wieder auf den Punkt Svenja!
    Ich hoffe, es fällt dir nicht zu schwer in der Zwischenzeit und genieße die Zeit mit deiner Familie?
    und ich freue mich schon auf deinen Roman… irgendwann;-)

  3. liebe Svenja, seit einigen Monaten verfolge ich im Internet verschiede Blogs & DEINER gehört mit dazu. Ich finde Dich mit Deinen POSTS sehr authentisch & sehr ehrlich. Ich bin in den letzten Jahren vielen Müttern begegnet, die entzückende Kinder haben & immer nach dem MEHR streben….mehr & noch mehr. Egal ob im BERUF oder auch selbstständig mit ihren kleinen Labels. ABER so oft habe ich bemerkt, dass die Familien & die Kinder auf der Strecke bleiben…..& so oft höre ich im Zusammenhang mit Kindern die Worte PARKEN oder VERRÄUMEN. Ja auch wir Mütter brauchen Zeit für uns….aber unsere Kinder sind keine Autos oder irgendwelche Gegenstände. Ich wünsche DIR und Deiner Familie einen herrlichen Sommer & natürlich auch einwenig Zeit zum SCHREIBEN. Sei lieb gegrüßt aus Nürnberg Deine Annabel

  4. Liebe Svenja, den gleichen Entschluss habe ich vorigen November gemacht. Bei mir war es kein Romanprojekt, das ich für die Familie gestoppt habe, ich bin in meiner freiberuflichen Tätigkeit die Karriereleiter die bereits erklommene, zweite Stufe, wieder hinuntergestiegen – weil es eine Ebene weiter “oben” zu viel Familienzeit gekostet hat.
    Jetzt geht es mir gut und wenn mich meine Tochter morgens um 6 am Frühstückstisch fragt: “Sehen wir uns heute noch?” Kann ich völlig entspannt “Ja, klar! Ich bin da wenn Du heimkommst!” sagen. Das fühlt sich sooo gut an. :-)

    Kommt Zeit, kommt Roman. Und die nächste Karriereleiter. Oder nicht. :-)

    Liebe Grüße, Nici

  5. Tolle Einstellung ! Die vertrete ich auch (3 Kids im Alter von 15,13 und 10) Das Buch läuft dir nicht weg und wenn du mal ein “Zeitfenster” hast, kannst du dir Notizen für später machen. Aber deine Kids “laufen” dir irgendwann einmal weg und gehen ihre eigenen Wege. Die Zeit, die du jetzt mit ihnen hast, bekommst du nie wieder. Wir Muttis müssen zurückstecken, anders ist eine Familie kaum zu organisieren. Leider stelle ich fest, das viele Mütter das nicht mehr können bzw. wollen….. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute ! (und wenn du irgendwann mal dein Buch geschrieben hast, sag Bescheid ;) )

  6. Liebe Svenja, ich finde es toll und kann Dir absolut nachfühlen. Ich erwarte grad unser zweites Kind (noch 10 Wochen) und habe mich auch für die Familie entschieden und gebe nach über 8 Jahren meine Selbstständigkeit auf und schließe mein Goldschmiede Atelier. Ich habe gemerkt, wieviel ich in den ersten drei Jahren bei unserem “Großen” verpasst habe und das, obwohl er bei meinen Eltern gut aufgehoben war und auch oft mit bei mir im Geschäft. Aber Familie ist doch das Wichtigste und alles andere stelle ich erstmal hinten an. Ich werde mich auch nicht ganz von meiner Arbeit trennen. Wie es mir zukünftig die Zeit erlaubt, gehe ich weiter in meine kleine Werkstatt. Aber einen Volltagsjob mit festen Ladenöffnungszeiten sind einfach nicht mehr drin ohne das etwas anderes oder ich darunter leiden. Und ich freue mich jetzt schon auf dieses neue Gefühl mehr Mama und Hausfrau sein zu können ;)
    Liebe Grüße aus der alten Heimat!

  7. Danke, Svenja. Ich traue mich gerade nicht, über eine solche Entscheidung nachzudenken, weil das unser ganzes Leben verändern würde. Job im internationalen Bereich, Kinder Haushalt, Familie, Sport… Das kriege ich nicht mehr alles unter. Aber genau so geht es nicht weiter – und verzichten mag ich auf nichts. Ich es genau so, und deshalb fallt mir der Abschied und die Entscheidung schwer. Trotzdem bin ich hoffnungslos überfordert. Ein Teufelskreis.
    Family comes first… Und das geht grad nicht auf. Werde im Urlaub mal drüber nachdenken. Der Alltag lässt dafür keinen Raum. Danke für den Anschubser.

    1. Hör auf Deinen Bauch. Wetten, dass der Dir den Weg zeigt? Ich kann Dich ja so gut verstehen. Aber zu viel ist zu viel – und dann ist irgendwann alles nicht mehr schön weil man es nie genießen kann.

  8. Ich bewundere dich für deine klaren Entscheidungen!
    Das motiviert mich als Leserin und zeigt mir, es ist gut wenn man für sich selber klar hat wohin der Weg führen soll.
    Danke für deine Inspirationen hier!
    Gruß
    Sandra

    1. Danke Dir. Klar entscheiden – das habe ich gelernt – heißt für mich nicht mehr, dass man eine Entscheidung trifft und die dann unumstößlich ist. Wenn es sich im Bauch nicht mehr gut anfühlt wird halt neu entschieden. Freut mich, dass ich Dich mit dieser Haltung inspirieren kann.

  9. Liebe Svenja,
    ich beneide Dich ein bisschen… Selbst stecke ich gerade mitten im Examen und habe einen viermonate alten Minimann neben mir. Blöd! Ich würde auch gerne die Zeit anhalten und laut schreien, dass ich das gerade gar nicht so möchte. Fühle mich nicht wirklich wohl dabei, eher als wäre ich da rein gerutscht. Die Segel streichen und es später machen ginge auch. Aber für diese Entscheidung fehlt mir zwei Tage vor der ersten Klausur der “Arsch in der Hose”. Also hoffe ich auf ein schnelles (und erfolgreiches) Ende und ein genussvolles halbes Jahr mit dem Männlein, bevor er in die Krippe und ich ins Referendariat gehe. Ob sich in den Monaten mal die Zeit anhalten ließe… Nur für ein Momentchen. Freundlicherweise?!
    Dir jetzt einen entspannteren Alltag mit den Zuckerschnuten!

  10. Liebe Svenja,
    das hast du so wunderschön geschrieben, das ging mir so unter die Haut wie manch anderer Roman. Und du hast so Recht. Als Ehefrau/Mutter muss man sich wahrscheinlich irgendwann immer entscheiden, welchen Weg man gehen möchte oder wo man Abstriche machen muss. Ich kann Deine Entscheidung für diesen Weg sehr gut nachvollziehen, so hätte ich auch entschieden. Liebe Grüße, Katharina

  11. hallo unbekannterweise,
    obwohl ich dich nicht kenne und es schwierig finde, jemand fremden etwas zu einer so persönlichen entscheidung zu schreiben, mache ich es:
    liebe svenja, ich verstehe sehr gut, was du meinst und finde deine entscheidung grundsätzlich richtig! deine familie braucht dich, deine zeit und zeitweise auch deine ungeteilte aufmerksamkeit, aber was spricht dagegen, ohne schreibplan, einfach immer wie es gerade zeitlich passt, an deinem roman weiter zu schreiben?

    hast du denn termindruck, gibt es abgabefristen oder habe ich es nicht verstanden? wenn ich richtig gelesen habe, hast du dich von beruflichen altlasten befreit. Sorry, ich habe deinen blog erst neulich entdeckt und die bloggerin svenja kenn ich nicht!

    Ich bin im herzen sehr ähnlich wie du (glaube ich), die eigenen ideen wollen raus, wollen umgesetzt werden und dass dann auch 100%tig, ohne kompromisse genau so, wie man es sich vorstellt. kurzum ich habe auch eigene interessen und bin ehrgeizig (ich denke du auch?), aber eben auch ehefrau und mama.

    meine ideen habe ich jetzt meiner lebenwirklichkeit angepasst und mache dinge, die ich gerne mache, die nur für mich sind eben einfach dann, wenn ich als ehefrau-mama-familienmanagerin gerade nicht im einsatz bin, oft spät abends oder am frühen morgen oder manchmal eber gar nicht (wenn keine zeit übrig ist). und vor allem setze ich mich nicht (mehr) unter erfolgsdruck, nichts muss, alles kann. für mich war es ein von zweifeln geprägter prozess von der geschäftsfrau hin zur ehefrau und familienmanagerin und ich habe mich vor allem zu beginn auch ziemlich dagegen gesträubt und oft gezweifelt.

    erfolgreich sein, klar das möchte jeder wenn wir ehrlich sind. anerkennung ist doch etwas schönes und als mama hat man eben diese direkte form der anerkennung seltener bzw. man muss bewust hinsehen, um seine erfolge auch tatsächlich zu sehen.

    ich persönlich glaube, dass fast jede hausfrau und mutter, die nicht berufstätig im weitesten sinne ist, auch gerne berufliche erfolge feiern würde. bitte steinigt mich nicht, ist nur meine meinung ;0)

    liebe svenja, ich wünsche dir, dass dich dein bauchgefühl nicht täuscht und du die richtige entscheidung getroffen hast!!!

    ich persönlich fände es allerdings schade, wenn du das, was du ganz offensichtlich liebst nicht weiter machst bzw. auf später verschiebst. bist du damit wirklich glücklich? braucht deine familie nicht auch eine glückliche und zufriedene ehefrau und mama? was ist, wenn du irgendwann bemerkst, das die richtige zeit dafür einfach nicht (mehr) kommt? mach doch nebenbei weiter und zwar ohne plan, konkretes ziel oder geht das nicht?

    versteh mich bitte richtig, das ist keine kritik sondern vielmehr als quer-denk-anregung einer aussenstehenden gedacht. du machst es vermutlich richtig, ohne dich zu kennen kann man nicht wirklich tipps geben, also wünsche ich dir einfach gesundheit, glück und auch (weiterhin) viel erfolg (gemäß deiner persönlichen definition!)

    liebe grüße von einer auch immer mal wieder hin und hergerissenen ehefrau-mama-familienmanagerin ;0)

    1. Liebe Stefanie, Danke dass Du Dir so viel Zeit genommen hast mir so einen langen und nachdenklichen Kommentar zu schreiben. Fiktional schreiben heißt für mich am Stück schreiben. In Ruhe. Ich dachte, dass das mit den Kindern jetzt langsam geht, habe mich aber getäuscht. Und ich will nicht genervt sein, weil ich beim Schreibprozess “unterbrochen” werde, weil meine Kinder Hunger haben oder eine Frage. Dafür habe ich keine Kinder bekommen. Mein Blog, mein Ratgeber, meine Kolumne – all die Dinge, die ich bisher geschrieben habe, sind eher Alltagsliteratur. Die schreibe ich ohne Probleme auch in kleinen Stücken und die Kinder können jederzeit reinkommen. Beim Roman hat sich das ganz anders angefühlt. Eher wie eine Meditation. Und bei der mag man eben nicht gestört werden. Also mache ich weiter das, was ich liebe (schreiben) – aber eben noch nicht in der neuen Form, die ich schon so lange ausprobieren will. Das kommt nun später – und wenn ich heute tot umfallen würde hätte ich trotzdem nichts verpasst, weil ich weiß, dass mein Herz leidenschaftlich für verschiedene Dinge schlagen kann. Ich mir aber trotzdem immer die Freiheit herausgenommen habe Dinge zu entscheiden, wenn sie sich richtig angefühlt haben. Mehr kann man sich in diesem einen Leben wohl kaum wünschen. Deine Svenja

  12. Hi Svenja! Und diese Entscheidung ist soooo schwer! Ich kann das gut nachempfinden! Ich habe (hatte bis 30.4) einen Teilzeitjob mit “nur” zehn Stunden die Woche, den ich sehr liebe. Und bin noch im Nebenberuf selbständig für Deine/unsere Lieblingsküchenmaschine unterwegs. Mit zwei Kinder im Grundschulalter war mir das eindeutig zu viel! Jeden Freitag Nachmittag ist mein Mann oder der Opa und an jedem zweiten Samstag auch der Papa mit ihnen zuhause oder unterwegs. Und mir hat echt etwas gefehlt, wenn ich im Laden war und sie mir später von dem Ausflug erzählt haben. Jetzt konzentriere ich mich beruflich auf meine Abendveranstaltungen, die mir persönlich sehr viel geben, und habe meinen ursprünglichen Job für die nächsten Jahre auf Eis gelegt. Tagsüber und am Wochenende habe ich Zeit und genieße es, nicht aufbrechen zu müssen, wenn es gerade zuhause am gemütlichsten ist. Sicherlich eine komplett andere Ausgangssituation als Deine, aber die Erleichterung, wenn die Entscheidung erst einmal getroffen ist, ist bestimmt
    die Gleiche! Herzlichen Glückwunsch!
    Lieben Gruß,
    Petra

  13. Wow, richtig gut, richtig mutig!! So konsequent müsste man immer sein! Nehm ich mir gern als Vorbild, super, weiter so, auch wenn ich sehr gespannt bin auf die Stories, wir müssen warten und das ist richtig so.
    Liebe Grüße
    Kerstin

  14. Puh bin ich froh… Hab bei der Überschrift gedacht, Du willst den Blog einstellen. Ich lese seit ein paar Wochen schon Deinen Blog und bin restlos begeistert – über das, was Du schreibst, wie Du schreibst, über die Tipps, die Bastelideen. Dein Buch hab ich mir auch schon gekauft. Und ich habe seit dem schon so viel nachgebastelt, gekocht, ausprobiert… Gerade heute haben wir den zweiten Geburtstag unserer Zwillinge mit Freunden nachgefeiert. Da hab ich mir Anfang der Woche Dein Buch genommen und danach die Gartenparty geplant. Auch wenn ich jetzt etwas vom Thema abgeschweift bin, ein herzliches Dankeschön an Dich, für all die Tipps, Tricks, Ideen und Inspirationen. Und ich freue mich sehr, weiterhin von Dir zu lesen!

  15. hallo, ich noch einmal
    ich wusste nicht, wie du deinen roman schreibst und stimmt, wenn kinder etwas von mama brauchen dann ist das ja immer jetzt und sofort und das ist ja auch nicht verkehrt ;0)
    wenn man gedanklich nicht anwesend ist merken kinder so etwas erstaunlicherweise auch meist sofort.
    jetzt verstehe ich dein posting und jetzt fremdfühlt es sich auch richtig an!
    Lg & hab einen sonnigen tag!
    Stefanie

  16. Hallo liebe Svenja!
    Es fühlt sich ein bisschen komisch an, so eine vertraute Anrede zu wählen, obwohl ich dich nur durch deinen Blog, deine Gastbeiträge bei Lisa und dein Trickkisten-Buch “kenne”.
    Aber als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich einfach antworten, denn du sprichst mir so aus der Seele…

    “Kinder zu haben heißt, alles machen und alles erreichen zu können. Aber eben nicht alles zur gleichen Zeit.”

    Diesen Satz druck ich mir aus und häng ihn an einen Platz, den ich jeden Tag gut sehen kann, damit ich ihn mir immer in Erinnerung rufen kann.
    Ich kann dich gut verstehen und es sehr, sehr gut nachvollziehen und finde es toll, dass du diesen Entschluss fassen konntest.
    Ich finde es nicht einfach, Familie, Beruf und seine eigenen Interessen unter einen Hut zu bringen und dabei sich selbst nicht zu verlieren.
    Ich habe “nur” ein Kind und einen 25-Stunden-Job, in dem ich für 25 Krippenkinder mitberantvortlich bin und “nebenbei” nähe und verkaufe ich noch Kleinigkeiten.
    Aber bei den 25 Stunden bleibt es nicht, es kommen immer zusätzliche Termine dazu (beruflich wie auch durch die Kita meiner Tochter). Die Aufträge häufen sich und ich merke, wie ich sie nur noch abarbeite und nicht mehr mit dem gleichen Herzblut daran sitze wie zu Beginn.
    Ich habe in den letzten Monaten mehr als einmal gemerkt: so geht das nicht! Ich kann doch in Elterngesprächen nicht erklären, dass die Eltern für ihre (gerade noch so jungen Kinder) da sein sollen und meines schieb ich von A nach B. (Auch wenn sie bei den Großeltern untergebracht ist, wenn ich nicht kann…aber auch deren Zeit kann ich nicht unermesslich beanspruchen, zumal die beide gesundheitlich sehr angeschlagen sind).

    Als meine Tochter regelrecht angefangen hat zu rebellieren und mein Körper nach und nach signalisiert hat, dass das nicht mehr länger so weitergeht, hab ich die Reißleine gezogen und meinen Arbeitsvertrag nicht verlängern lassen.
    Seither geht es mir so gut wie lange nicht, einfach, weil ich endlich Klarheit geschaffen habe und ich freue mich auf die Zeit daheim mit meinem und für mein Kind; es kommt viel Aufregendes auf uns zu, sie kommt im September in die Schule.

    Und wenn nicht jetzt, wann dann will ich für mein Kind da sein?
    Das Komische daran sind die Reaktionen der Umwelt:
    Gehst du arbeiten, beklagen alle das arme Kind, das zurückstehen muss. (“Muss die unbedingt Karriere machen?”)
    Bleibst du daheim, finden das alle sehr seltsam und wundern sich, wie das finanziell wohl gehe soll. (“Will die zum Hausmütterchen mutieren?”)
    Aber das ist mir das erste Mal sowas von egal, denn ich habe eine Entscheidung für mich UND meine Familie getroffen…und das ist doch das Beste, was ich tun konnte.

    Alles andere kommt zu seiner Zeit…und wenn nicht, dann kann ich guten Gewissens sagen, dass ich ein glückliches Kind großziehe und für meine Familie da bin!
    Und wenn das keine Errungenschaft ist, dann weiß ich aber auch nicht ;-)

    Dir, liebe Svenja, wünsche ich, dass du deine Entscheidung ebenso wenig bereust und du deinen Weg weiterhin gehst…
    “Wohin du auch gehst, geh immer mit deinem Herzen!”

    Und ich glaube, genau das tust du – deine Familie darf sich glücklich schätzen, dich zu haben!
    Alles Liebe wünscht dir – unbekannterweise –

    Edith

    1. Liebe Edith – toll, dass Du eine Entscheidung treffen konntest, zu der Dein Herz voll und ganz JA sagt. Dann lieber nebenbei wieder mit Herzblut nähen und ein paar kleine Sachen verkaufen. Ist doch fantastisch, dass Du die Zeit mit Deinem Kind jetzt einfach mal genießen kannst, anstatt permanent zu hetzen. Ich freu mich für Dich und mit Dir. Deine Svenja

  17. Meine Liebe ! Ich drück dich erstmal ganz, ganz fest! Das ist die richtige Entscheidung die du nie bereuen wirst, glaub mir. Auch ich habe mich für meine Kinder entschieden als sie in dem Alter waren. Wenn ich sehe wie toll die Heute sind, wie selbständig, wie frei, wie lebendig und wie SICHER – weiß ich das das richtig war. Und lass dich bloß nicht einreden das beides geht. Wenn DU spürst “nein, geht nicht”, dann ist das so. Aber weißt du was das beste ist? Deine ganze Herzens-Schreib-Projekte werden nun in dir reifen auf eine tiefe, unbewusste Ebene. Wenn es dann soweit ist – und das wirst du wissen, glaub mir – dann wird es tausendmal besser sein als das was du heute schon kannst und tust. Du hast soviel zu geben, aber manches wird nur durch Verzicht und Reife besser. Schreiben gehört dazu. In diesem Sinne wünsche ich dir eine Reifung in Liebe mit Hingabe und Demut . Das ist die wahre Herausforderung,
    deine Joan

  18. Liebe Svenja,

    good point – bin auch da angekommen, nachdem ich von Vortrag, zu Session und Workshop neben eigentlichen Job und Familie getingelt bin. Krempel auch mein Leben um, darf mal wieder 5,- in die Ironblogger-Kasse einzahlen, was jetzt häufiger geschehen wird, denn die Familie hat Vorrang!!!

    Alles Liebe und bis bald
    Tanja

  19. Oh, das war sicher keine leichte Entscheidung. Was meinst du, wie oft ich im Kopf Plotpläe ausarbeite, Charaktere schaffe, Spannungsbögen ausfeile und in Traumwelten absinke. Und dann gucke ich Filme, die mich inspirieren, lese Bücher, die mich anspornen und jedes Mal diese Sehnsucht, das auch wieder zu tun. Abzuschweifen … “Gott zu sein” …in dem man Herr bzw. Herrin über seine eigene kleine Welt, sein eigenes kleines Buch ist. Aber es ist NICHT möglich. Nicht jetzt. Wie bei dir. Ich verstehe so gut, was du von dieser Sehnsucht schreibst und dass man sie nicht ausschalten kann. Und ich bin ganz genau wie du. Entweder ganz und am Stück oder gar nicht. Es wird deine Zeit kommen. Und meine. Unsere. =)

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