My Sunday Paper – The Fight Issue

Ihr Lieben,

ich habe noch nie etwas, was mir viel bedeutet, ohne einen Kampf bekommen. Nur deshalb fühlt sich etwas Großes ja groß an: Weil man dafür etwas tun muss.

Ganz egal, ob ich für eine Prüfung gelernt, einen Kunden akquiriert, einen Umzug organisiert, ein sportliches Ziel erreicht oder ein Kind geboren habe – ich musste ackern. Musste mich jeden Tag von Neuem disziplinieren. Oft ganz allein, oft unter wirklich schwierigen Umständen. Mit großer Verzweiflung und Müdigkeit im Herzen – und nicht selten mit Schmerzen im Körper.

Meine “My Sunday Paper: The Fight Issue” startet heute mit etwas, worauf ich besonders stolz bin. Mit guten Freunden.

1.) Ich habe euch schon oft von Florian und Kris erzählt. Flo kennt ihr vielleicht als “Besserwisser” bei “Volle Kanne”, als “Leute heute” Moderator im ZDF oder aus der täglichen Nachmittagsshow auf Antenne Bayern. In der auch Kris am Start ist – genauso wie mit ihrer eigenen Show “Die jungen Wilden” am Freitagabend, für die sie neulich mal locker den Deutschen Radiopreis abgesahnt hat.

All das ist zwar eine tolle Liste von Achievements, aber eigentlich total wurscht, denn Flo und Kris sind für mich vor allem eins: Echte Familienfreunde. Kennt ihr sicher auch – das sind Menschen, auf die sich eure Kinder WIRKLICH freuen und bei denen ihr selbst einfach sein könnt, wie ihr eben seid. Gerade weil es nicht selbstverständlich ist, dass man Menschen findet, die so ähnliche Werte haben, sind wir immer wieder glücklich, dass wir am Leben der jeweils anderen teilhaben.

Vor ein paar Tagen hatte ich euch auf Instagram schon einen kurzen Ausschnitt gezeigt, wie wir Florian beim München Marathon anfeuern. Weil ich einfach möchte, dass ihr seht, wie wunderschön dieses Erlebnis war, zeige ich euch heute den ZDF Beitrag darüber, wie Florian selbst den Marathon erlebt hat. Seht, wie seine Frau ihm den Hintern gerettet hat (Go Kris!), warum er zwischendrin fast aufgegeben hat und wieso er beim Zieleinlauf so superemotional war.

Bildschirmfoto 2015-10-18 um 07.55.32Bildmaterial: Florian Weiß, ZDF Volle Kanne, Ulmedia GmbH 

Danke nochmal, dass wir diesen Kampf mit euch zusammen erleben durften!

2.) Jeder Mensch hat Werte, für die er aufsteht und kämpft. Seit Caitlyn Jenner ist Transgender endlich salonfähig. Welche Reise hinter einer so persönlichen Sache wie der eigenen (sexuellen) Identität steckt, welche Ängste, Zweifel und Hoffnungen – und wie wichtig Akzeptanz und angenommen werden sind – zeigt dieser Auftritt. Wenn man jeden Fight gekämpft hat, sich abseits von Labeln bewegt und dann loslässt, DANN kann man so singen.

3.) “Keep going” ist ja auch so ein Stichwort. Gerade jetzt, wo es draußen fies und kalt wird, wünschen wir uns oft, dass draußen wieder Sommer wäre. Da war alles so leicht und unbeschwert und wir haben wenig Lust, uns mit hochgeschlagenem Mantelkragen durch den Nieselregen zu quälen. Vielleicht geht es leichter, wenn ihr einfach im Gehirn nochmal umblättert, so wie es die Morgenpost vormacht. Die Bilderstrecke ist echt sehenswert.

Bildschirmfoto 2015-10-18 um 07.17.20Fotos: Alex Heinl/dpa / Marie-Christine Fischer

4.) Spannend, diese zwei Seiten einer Medaille, oder? Nachdem ich ja neulich ein Loblied auf die neuen Medien (bzw. unseren aufgeklärten Umgang damit) gesungen habe, möchte ich auch da nochmal nachhaken. Die Fotos des amerikanischen Fotografen Eric Pickersgill (einfach mal durch die Bilderstrecke klicken) setzen sich mit der Smartphonisierung auseinander. Seine Alltagsszenen zeigen Menschen, die ein Smartphone benutzen – aber ohne das Smartphone. Wie grotesk das aussieht und wie sehr einem plötzlich klar wird, dass wir für das permanente “On”-Sein einen hohen Preis bezahlen!

Warum das in meine Fight Issue gehört? Weil ich finde, dass wir wenigstens am Wochenende darum kämpfen dürfen, unsere Aufmerksamkeit dort zu lassen, wo sie hingehört. Bei unseren Liebsten.

5.) Und nochmal der X Factor – und ich sage euch auch warum. Da stellt sich diese junge Frau auf die Bühne und sagt, dass sie so aufgeregt ist, denn jetzt, wo sie mitmacht in diesem Wettbewerb, hat sie gemerkt: “I want this to be my life.” Also macht sie etwas Mutiges: Sie stellt sich ohne Schnickschnack hin. In flachen Schuhen und in einem weißen Kleid und singt Acapella.

Zeigt all ihre Emotionen, ihre Gefühle, wofür sie steht, wer sie ist und wer sie sein könnte. Und ich bin tief berührt und sehe, wie wunderschön es ist, wenn jemand so kämpft, wie es am überzeugendsten ist: Mit seinem Menschsein, mit dem was diesen Mensch unverwechselbar macht und womit er andere Menschen maximal berühren kann.

(On a side note: Kann es sein, dass Simon Cowell NOCH hotter ist, seit er Vater geworden ist? OMG.)

Genießt euer Wochenende – ab Montag kämpfen wir dann wieder zusammen für unsere Ziele und eine bessere Welt.

In diesem Sinne

Eure Svenja

4 Kommentare

  1. Liebe Svenja. Als ich darüber nachgedacht habe diese 42,195 Kilometer zu rennen, war klar: wenn schon, denn schon den New-York Marathon. Ich habe mich aus nur einem Grund dagegen und FÜR München entschieden: meine Freunde. Und als ich Euch zum ersten mal an der Strecke gesehen habe, wusste ich… das war die richtige Entscheidung. Denn auch wenn man mit vielen tausend Menschen startet, ist man während des Marathons sehr einsam. Und in New-York hätte wahrscheinlich niemand auf mich gewartet… Danke, dass Ihr mich da durch gebracht habt.

      1. Lieber Flo, liebe svenja, das Video macht Mut denn meistens sieht man doch nur die Gewinner, hört vom Runners-high und wie einfach es ist, Höchstleistungen zu vollbringen. Das es eine scheiß Schinderei ist sagt selten jemand.
        In zwei Wochen wird mein Sohn an beiden Hüften operiert muss sechs Wochen im gipsbett liegen und da er schwer geistig behindert ist, wird er nicht mit Fernsehen oder Play-Station zu beschäftigen sein. Das wird für alle Beteiligten auch ein Marathon und ich hoffe es stehen für uns ein paar gute Freunde am Straßenrand, um uns über die schmerzen zu helfen.
        Vielen Dank für diesen Beitrag Lg Melanie

      2. OH MANN, Melanie – das ist ja total heftig. Ich drück Dich und wünsche Dir, dass Du das irgendwie wuppst. Und ja: DA helfen Freunde und Verwandte, dass man nicht komplett durchdreht. Nimm jede moralische und oraktische Unterstützung, die Du kriegen kannst! Hoffentlich wird es leichter, als erwartet. Ich werde an euch denken.

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