Jack – Der Film

Jack Der Film mixtvision Film www.meinesvenja.de

Jack” der Film von Edward Berger & Nele Mueller-Stöfen, co-proudziert von Mixtvision Film

Dieser Film startet im Laufschritt. Mit zwei kleinen Jungen, die sich beeilen müssen, weil ihre Mutter sie morgens nicht geweckt hat. Aber nicht nur das hat sie offenbar vergessen.

Sondern auch, was man ohne Probleme machen kann, wenn man kleine Kinder hat. Und was erst mal nicht. Dass das Wohlbefinden der Kinder vor dem eigenen Vergnügen liegt. Genauso wie deren Bedürfnis nach einem geregelten Tagesablauf.

Jack Film Ivo Pietzcker Stills mixtvision film www.meinesvenja.deJack

Aber mit Verlässlichkeit ist es bei Jacks Mutter Sanna nicht weit her. Schon knapp 6 Minuten nach Filmstart finde ich mich mitten in der Nacht mit einer nackten Sanna und einem Wildfremden in der Küche  wieder – mit Jack, der Hunger hat und ein Brot will.

Und weiß gar nicht, ob ich mich für die totale Beklemmung wegen dieser unpassenden Situation entscheiden soll. Oder Verständnis für diese Hippie Pippi Langstrumpf habe. Denn so komisch das klingt: Irgendwie ist sie auch so wild und unerschrocken, dass ich sie verstehen kann. Ich spüre, dass sie ihre Kinder wirklich liebt. Aber kindgerecht ist das eben alles nicht.

Fortan bin ich in einem Wechselbad der Gefühle. Fühle mich von der Mutter innig geliebt, enttäuscht und alleingelassen innerhalb weniger Sekunden. Ja, ich, nicht Jack. So sehr fiebere ich mit.

Schaue entsetzt zu, wie routiniert der kleine Jack die alltäglichen Handgriffe für seinen kleinen Bruder verrichtet, die eigentlich Aufgabe seiner Mutter wären. Das bricht mir fast das Herz.

Dann passiert, was passieren muss. Ein richtig beschissener Unfall der beschissene Konsequenzen nach sich zieht. Jack kommt in eine Jugendhilfeeinrichtung. Das was an Urvertrauen noch da war, wird weiter geschwächt. Wenigstens die Betreuer sind nett – doch das hilft auch nicht gegen die Einsamkeit, umgeben von Kindern, die aus ähnlich schwierigen Verhältnissen kommen.

Dann sind endlich Sommerferien. Aber Sanna holt Jack nicht wie verabredet ab. Und weil Jack das nicht aushält und plötzlich alles eskaliert, geht er sie suchen. Wandert auf eigene Faust nach Hause. Nur um festzustellen, dass da niemand ist. Also weiter durch die Stadt zu einer Freundin seiner Mutter, die auf seinen kleinen Bruder Manuel aufpasst.  Denn den will er abholen, um wenigstens schon mal einen Teil der Familie bei sich zu haben.

Obwohl es Jack so schlecht geht, übernimmt er sofort wieder die Rolle des Erwachsenen, als Manuel bei ihm ist. Zieht mit ihm durch die Stadt, auf der Suche nach seiner Mutter. Durch die Clubs, durch nächtliche Straßen und Kaufhäuser. Und übernimmt Verantwortung – every step of the way.

Der Hauptdarsteller Ivo Pietzcker fesselt mich jede Sekunde. Ich glaube diesem Jungen ALLES. Jedes Abenteuer (eins ist schlimmer, als das nächste) ist auch meins. Jedes Gefühl und jede Angst, die in seinem Gesicht geschrieben steht, habe ich schon gespürt.

Aber vor allem fühle ich seinen Mut, die Stärke, den Überlebensinstinkt und die Geistesgegenwart. Nichts treibt Menschen mehr an, als die Suche nach Liebe. Besonders wenn das Gegenüber sich aus seiner Persönlichkeitsstruktur heraus einen Scheiß darum kümmert, wie es einem geht.

Jack ist mein Held. Mein moderner Billy Elliot, der mein Herz berührt und meine Seele zum Klingen bringt. Dysfunktionale Eltern hin oder her – wer selbst lieben kann, wird nie untergehen.

Jack – der Trailer

Awards

JACK lief im Wettbewerb der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) und erhielt

– den Publikumspreis beim Festival des Deutschen Films,

– den Drehbuchpreis beim Fünf Seen Filmfestival sowie

– den Schnitt Preis Spielfilm der Filmstiftung NRW.

In der Kategorie “Bester Spielfilm” gewann er außerdem den deutschen Filmpreis in Silber.

Wie ihr den Film gewinnen könnt:

Um euch an dieser Verlosung zu beteiligen solltet ihr

a) die Facebook Seite von Mixtvision Film gelikt haben und

b) unter dem Post auf dem Blog einen Kommentar hinterlassen, dass oder warum ihr den Film gewinnen möchtet. Teilen auf Social Media verdoppelt wie immer die Gewinnchance – aber bitte denkt daran, den Hashtag #meinesvenja dazuzuschreiben, damit ich euch auch finde.

21 Kommentare

  1. Hallo Svenja,
    das hört sich doch mal wieder sehr interessant an. Ich würde mich freuen, den
    Film mit meinen Mädchen anzuschauen. Deshalb bin ich bei der Verlosung dabei. ????????
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie einen schönen 2. Advent.

    Liebe Grüße
    Irmi

  2. ‘Wer selber liebt wird nicht untergehn’. 3x ja! Ich habs selber erlebt. Sie ging, da war ich neun. Aber ich hab überlebt. Und heute mag ich wer ich bin. Wär ich ohne dieses schreckliche Erlebnis auch so geworden wie ich heute bin? Wohl nicht. Darum ist alles gut wie es ist… so im Nachhinein betrachtet. Mich täts freuen wenn ich mit Jack mitfiebern könnte und bin gespannt wie seine Geschichte ausgeht…

  3. WOW!
    Seit ich Mutter bin kann ich ja sowieso bei allem heulen, aber Jack ….ist noch mehr!
    Den Film muss ich sehen! Bitte!
    Danke, Svenja, für deine tollen Posts mit oder ohne Verlosung, mit oder ohne Gewinn!
    Katja

  4. Hallo Svenja. Das wäre mal ein Anlass, um auf der Couch zu sitzen und gemeinsam mit meinem Mann ein Film zu schauen. Das schaffen wir gelegentlich nur Sonntags zum Tatort. Liebe Grüße

  5. Leider war ich in meiner Kindheit in einer ähnlichen Situation und leide auch heute immer mal wieder darunter.
    Außerdem habe ich durch meine Arbeit als Pflegemutter häufig mit Familien zu tun in denen Kinder vernachlässigt werden.
    Vielleicht schaue ich den Film mit meinen Kindern gemeinsam.
    So sehen sie ,das auch diese Mütter trotz ihrer Macken und Probleme ihre Kinder meistens sehr lieb haben.
    Denn das geht im Alltag einer Pflegefamilie manchmal etwas unter….

  6. Liebe Svenja,

    WOW! Allein der Trailer und die tolle Rezension berühren mich schon so sehr, dass mir die Tränen laufen.
    Unwillkürlich muss ich an Jeanette Walls “Schloss aus Glas” denken. Unvergessen, dieses Buch.
    “Jack”, ein Film, den ich mir so oder so ansehen werde und der sich vermutlich ebenso unvergessen in mein Herz graben wird.

    Herzliche Grüße
    Anette

  7. Tja, das ist schon ein ernstes und sicher nicht so seltenes Thema, welches so beklemmend für uns Mütter und/oder Pädagogen ist, weil so (für uns) selbstverständliche Dinge, im Tagesablauf und in Beziehung zu einem Kind, eben nicht überall selbstverständlich sind…und doch lebensnotwendig:(
    Ich werde den Film auf jeden Fall ansehen, gewonnen oder nicht.

  8. ein rührender film, der zum nachdenken anregt. sehr gerne würde ich ihn mit freunden im rahmen eines filmeabends ansehen! einen schönen adventssonntag und liebe grüsse, sabine

  9. Das berührt mich schon beim Lesen deiner Zeilen so sehr, dass ich wissen muss wie es weiter geht????????
    Daher nehme ich sehr gern an der Verlosung teil und freue mich einmal mehr, dass ich dir seit langer Zeit folge und immer wieder an deinem besonderen Blick auf die Welt teilhaben darf.

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