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Ihr Lieben,

es gibt ein paar Grundsätze, die ich im Leben habe. Einer ist, mich nicht für andere Menschen zu verbiegen. Ich bin ich. Und seit ich das durchziehe und privat und beruflich nicht mehr trenne, geht es mir bestens.

Früher war das anders. Kaum betrat ich einen Raum voller Anzugträger, war ich verunsichert. Ich fühlte mich nicht dazugehörig. Ich sprach nicht ihre Sprache. Ich hatte nichts mit ihnen gemein. Woran das lag? Dass ich versucht habe, mitzuhalten.

Aber ich habe eben kein BWL studiert und auch nicht Wirtschaftsinformatik. Ich weiß nichts über Jura und International Business. Auf der Ebene war nichts zu holen.

Aber irgendwann hatte ich den Bogen raus. Diese Menschen mochten es, dass ich unterhaltsam war. Ein bisschen wie ein Hofnarr, der gerade weil er anders ist und Dinge sagt, die andere nie sagen würden, gern gesehen ist.

Dieses Berufliche “sich nicht zugehörig fühlen” zog sich durch mein Leben. Bis das Internet kam. Weil ich da ungefiltert schreiben konnte und nicht erst durch eine Instanz musste (Goodbye Chefredakteure, Entscheider und oft genug auch Neinsager) habe ich einfach mein Ding gemacht. Und bin so auf den Trichter gekommen, dass mein Ding Menschen gefällt. Weil es irgendwie auch ihr Ding ist.

Nichts macht mich glücklicher als wie gerade an einem Samstagmorgen um 6:30 alleine in meiner Bibliothek zu sitzen. Neben mir eine Tasse Kaffee. In mir die Gewissheit, dass hier alle noch zwei Stunden schlafen und ich euch unterhalten darf. Weil ihr mich machen lasst.

Diese Woche habe ich mich besonders darüber gefreut, wie rege ihr Anteil genommen habt, weil mir etwas gelungen ist. Nachdem ich euch erzählt habe, dass ich jetzt regelmäßig für den Ernsting’s family Blog schreibe, habt ihr mir auf vielen Kanälen gratuliert und mich mit #gogirl Hashtags angefeuert.

Auch einige Fragen habt ihr mir gestellt. Zum einen auf dem Blog und zum anderen auf Instagram.

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Bildschirmfoto 2016-07-15 um 09.05.12 Bildschirmfoto 2016-07-15 um 09.05.25Und bevor ich euch jetzt gleich diese Fragen beantworte, möchte ich einmal erklären, was meine Grundvoraussetzung ist, um mit einer Firma zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen muss sein wie ihr. Es muss mich machen lassen.

Muss schätzen, wer ich bin, was ich tue, wie ich mich kreativ ausdrücke und welche Qualität ich liefere. Und: Es muss mich für diese Mischung angemessen bezahlen. Wenn ich für Ernsting’s family einen Beitrag schreibe wie den letzten, dann gibt es keine tausend Abstimmungsrunden, kein vorsichtiges Vortasten und keine Bevormundung.

Anstatt dessen einigen wir uns zusammen auf ein Thema und ich setze das dann um. Wie, das bleibt mir überlassen. Ich bin frei wie ein Vogel. Wenn ich zwischendurch Fragen habe, ist immer jemand für mich da. Wenn nicht, freuen sich alle, wenn ich am Ende ein gelungenes Ergebnis rüberschicke.

Genau das ist für mich ausschlaggebend. Dass auf Unternehmensseite Menschen sitzen, die es gut mit mir meinen. Die menschlich was drauf haben. DAS sind die Energien, mit denen ich mich umgeben will und weshalb ich mich voll für meinen Kunden reinhänge. Sein Business wird zu meinem Business. So einfach ist das.

Jetzt aber zu euren Fragen.

Ich habe mich über Ernsting’s family eingehend informiert – in ganz unterschiedlicher Form. Zum einen als Kundin. Ich kaufe selbst dort ein, seit ich Kinder habe. Ich kenne viele Filialen, habe schon mit etlichen Verkäuferinnen gesprochen und mich von ihnen beraten lassen. Das heißt: Die Außensicht auf das Unternehmen habe ich schon sehr lange – aber die reicht natürlich nicht, um die Entscheidung zu treffen, ob ich mit jemandem zusammenarbeiten möchte.

Nun habe ich dieses Jahr die Möglichkeit gehabt, eine Rede des CEOs Professor Timm Homann zu erleben. Darin ging es um alle Bereiche, in denen sich das Unternehmen um Nachhaltigkeit bemüht und bewusst nachhaltig handelt. Ich war schwer beeindruckt.

Denn ich habe auf der Veranstaltung begriffen, wie weitreichend auch kleinste Entscheidungen auf der Grundlage nachhaltiger Werte getroffen werden. Da greifen sehr viele Dinge ineinander und die Größe der unternehmerischen Vision und Klarheit, die es dafür braucht, ist immens.

Wer genau wissen will, um welche Themen es ging: Es gibt dazu eine Infoseite und eine sehr ausführliche, downloadbare Broschüre, in der die Maßnahmen im Einzelnen aufgeführt sind.

Zusätzlich habe ich im Unternehmen nachgefragt, was Ernsting’s family selbst antwortet, wenn Kunden ihnen solche Fragen stellen. Diese Antwort möchte ich euch hier auch noch an die Hand geben. Denn all diese Infos haben dazu geführt, dass ich mich für eine Zusammenarbeit mit Ernsting’s family entschieden habe.

„Der bloße Preis verrät nicht viel darüber, unter welchen Bedingungen ein Kleidungsstück produziert wurde. Als Textilhändler mit einer vertikal aufgestellten Lieferkette ist Ernsting’s family nicht auf die Dienste einer Vielzahl von Groß- und Zwischenhändlern angewiesen.

Mehr als 1.800 Filialen in Deutschland und Österreich sowie ein Online Shop sorgen zudem dafür, dass das Unternehmen seine Mode in sehr, sehr großen Mengen einkaufen kann. Diese Faktoren sorgen, gepaart mit hervorragenden und langfristigen Beziehungen zu den Lieferanten, für Einsparungen bei den Einkaufspreisen, die Ernsting’s family an seine Kundinnen und Kunden weitergibt. Dazu kommt ein sehr effizientes Logistiksystem zur Verteilung der Waren, das ebenfalls dazu beiträgt, dass qualitativ hochwertige Mode zu erschwinglichen Preisen angeboten werden kann.

Ernsting’s family trägt während der gesamten Lieferkette Verantwortung und tut sein Möglichstes, um zu gewährleisten, dass auch die nachgelagerten Produktionsprozesse unter fairen, gerechten, sozial- und umweltverträglichen Bedingungen ablaufen. Dies ist unmissverständlich bereits in den Einkaufsbedingungen festgehalten.

Ernsting‘s family erwartet von all seinen Geschäftspartnern und Lieferanten, dass sie nach Leitlinien handeln, die nicht nur den internationalen Sozialstandards entsprechen, sondern auch mit den eigenen Unternehmensgrundsätzen in Einklang stehen. Und um die Einhaltung der Leitlinien auch von offizieller Seite bestätigen und zertifizieren zu lassen, ist Ernsting’s family außerdem der Business Social Compliance Initiative (BSCI) beigetreten.

Jedes Mitglied verpflichtet sich, den BSCI-eigenen Verhaltenskodex anzuwenden, in dem diverse soziale Mindeststandards verankert sind. Die Einhaltung dieser Standards wird durch regelmäßige Kontrollen (BSCI-Audits) überprüft. Neben den BSCI-Audits arbeitet Ernsting’s family mit weiteren unabhängigen, renommierten und zertifizierten Prüfinstituten wie SGS, Bureau Veritas und TÜV zusammen, die sowohl angemeldete als auch unangemeldete Kontrollen durchführen.

Zudem besuchen auch die Beschaffer und die Geschäftsführer von Ernsting‘s family selbst mehrmals im Jahr die Lieferanten. Denn der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern und Partnern ist dem Unternehmen sehr wichtig und trägt maßgeblich zu einer gesunden Unternehmenskultur bei.“

Soweit die offizielle Antwort. Und jetzt noch „on a personal note“.

Als ich neulich bei der Ernsting’s family Fashion Show war, habe ich zusammen mit einer reizenden Mitarbeiterin am Stehtisch gegessen und geplaudert. Und einfach mal gefragt, wie es ist, bei Ernsting’s family zu arbeiten.

Erfahren habe ich, dass es so ist, als würde man seinen eigenen Laden besitzen. Dass man sehr viele Freiheiten hat und wenig Hierarchien. Die Dame war schon mehr als 15 Jahre dort beschäftigt und sehr glücklich. Und das sagt und bedeutet mir mehr, als jedes offizielle Unternehmensstatement der Welt.

Alles Liebe

Eure Svenja

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10 Kommentare

  1. Liebe Svenja,
    Erst mal herzlichen Glückwunsch zum neuen Job. Das klingt phantastisch!
    Die Frage nach der Nachhaltigkeit ist für mich persönlich auch sehr wichtig, aber super schwierig zu beantworten. Denn viele große Firmen setzen nicht auf Tranzparenz und lassen sich nicht in die Karten schauen. Aus den unterschiedlichsten Gründen.
    Aber wir Kunden müssen uns auch Gedanken über unser Kaufverhalten machen. Fast Fashion und überfüllte Kleiderschränke können kein akzeptabler Zustand sein.
    Viele Menschen behaupten ja, sie können sich nur billige Klamotten leisten. Aber weshalb müssen es so viele sein?
    Das ist so ein komplexes Thema und je mehr man recherchiert, desto mehr Fragen tauchen auf.
    Aber wenn wir alle erst denken und dann kaufen, ist schon ein Schritt getan.
    Liebe Grüße
    Suse

    1. Bin komplett bei Dir. Auch wenn es nicht immer einfach ist – schließlich geht man manchmal einfach irgendwo vorbei, probiert was an, was einem gut steht – und wer recherchiert dann schon noch. Deshalb völlig richtig: VORHER recherchieren ist angesagt. Ganz liebe Grüße!

  2. Liebe Svenja,
    Danke fürs “in die Karten schauen lassen” genau so habe ich mir schon gedacht das du Deals auswählst.

    Ernstings mag ich als Kundin gerne, zumal ich ja meistens gleich für 3 Kinder einkaufe und es da wichtig ist das die Kleidung unter guten Bedingungen aber trotzdem nicht 80€ pro Pulli kosten. Danke das du dich (und damit jetzt) mich so gut informiert hast.

  3. Hallo Svenja, für mich war Ernstings Family bis jetzt eine Firma wie viele andere. Zum Teil sehr schöne Klamotten zu sehr günstigen Preisen und da war mein schlechtes Gewissen vorprogrammiert. Bei zwei kleinen Kindern die ständig wachsen, kaufe ich trotz schlechten Gewissens zwischendurch immer mal das ein oder andere Teil um zu sparen. Gleichzeitig kaufe ich auch gerne gebrauchte Klamotten um die ökologische Bilanz zu verbessern. Ich bin Dir sehr dankbar, dass Du uns zeigst: Es gibt doch ein paar Firmen, denen die Umwelt, Produktionsbedingungen etc. nicht egal sind und denen es nicht nur um den Profit geht. Es ist doch eigentlich so einfach: fast jeder Kunden würde sagen wir mal einen Euro mehr bezahlen, wenn das Geld den Arbeitern und der Umwelt direkt zukommen würde. Ich werde künftig verstärkt bei Ernstings Family kaufen und Deinen Beitrag auch meinen Freunden und Bekannten schicken. Und wie immer zum Schluss noch ein generelles Lob an Dich: Du bist meine Liebingsbloggerin und ich freu mich über jeden Beitrag von Dir. Ich wünsch Dir einen wundervollen Sommer 2016!

  4. Liebe Svenja,
    auch von mir nochmals:HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
    Auch wenn ich mittlerweile seltener dort einkaufe, da mein Sohn schon erwachsen ist, schaue ich doch regelmäßig in der Dekoecke vorbei und schlage zu ;-)
    Ich freue mich mehr zu erfahren, wie es dort ab geht, wie dort gearbeitet wird, wie Du uns in eine neue Welt entführst ….. LG

  5. hallo svenja, wenn es den verkäuferinnen hier in deutschland gut geht, ist das toll und schonmal ein erster schritt. viel wichtiger finde ich allerdings auch die lieferketten und vor allem wie die hersteller_innen der ware bezahlt und behandelt werden und da findet man im netz vor allem kritik. selbstaussagen und selbstverpflichtungen von firmen sind leider meist eher green- and socialwashing, dh mit ein paar oberflächlichen vorzeigemaßnahmen versuchen sie sich gut darzustellen.
    Mit dem beitritt zur BSCI scheint ein erster positiver schritt gegangen worden zu sein, trotzdem gibt es wohl mangelnde transparenz.

    http://rankabrand.de/modehauser-discounter/Ernsting's+family
    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/mode/indische-spinnereien-beuten-frauen-aus-knechtschaft-statt-reichtum/9280700.html
    http://www.ci-romero.de/fileadmin/media/mitmachen/ccc/Lochrige_Kleider.pdf
    http://www.ci-romero.de/fileadmin/media/mitmachen/ccc/Time_for_Transparency.pdf

    1. Liebe Christina, ich finde es toll, dass Du Dich schlau machst und dafür interessierst, was hinter den Kulissen passiert. Nun habe ich das, was ich in persönlichen Gesprächen recherchiert habe, hier auf dem Blog nur angerissen. Mir war wichtig, euch zu erklären, warum es für mich eine Bereicherung ist, mit Ernsting’s family zu arbeiten und warum ich das mit einem sehr guten Gewissen tue. Ich möchte auch Dir die Chance geben, diese Dinge in der direkten Kommunikation mit dem Unternehmen für Dich zu sortieren. Da Du Dir die Mühe gemacht hast, all die Themen zu recherchieren und mir viele Links schickst, ist das vielleicht ein Weg, WIRKLICH hinter die Kulissen zu schauen. Wenn Du magst, gebe ich Deine Mailadresse und Deinen Kommentar gerne weiter an meinen Kontakt bei Ernsting’s family und bitte sie, Dir persönlich zu antworten. Deal? Svenja

  6. Hallo Svenja,

    Dein erster Absatz hat mich sofort angesprochen. Zumal mich der Begriff “Work-Life-Balance” schon lange stört . Als ob die Arbeit nichts mit dem Leben zu tun hat…

    Ich freue mich, dass Du tust, was Dir Spaß macht und Dich erfüllt. In meinem Leben erlebe ich es wechselhaft mit aufsteigender Tendenz :-)

    Liebe Grüße
    Endja

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